Eure Meinung zu Hobbys innerhalb einer Beziehung

    (Urspr. Titel: "Eure Meinung")




    Hallo zusammen,


    Ich möchte mal ein paar Meinungen hören oder besser gesagt, wie das bei euch so abläuft.


    Es geht um Hobbys innerhalb einer Beziehung.


    Also, ich wohne seit 3 Monaten mit meinem Freund zusammen, der Alltag klappt recht gut und wir verstehen uns (abgesehen von kleinen Diskussionen) sehr gut.


    Nun ist es so, dass wir ab und an aber unterschiedliche Ansichten zum Thema Hobbys/Freizeit haben. Bisher konnte ich bei allen Treffen mit seinen Freunden dabei sein und er forderte bisher auch kaum Allein-Zeit ein.


    Bei mir ist es eher so, dass ich mich mind. 1-2 die Woche mit Freunden treffe und je nach Freundin und Treffen will ich da auch alleine hingehen. Er versteht das, ist aber manchmal auch traurig, wenn er dann zB alleine zu Hause sein muss. Ich finde dann halt nicht, dass ich ihn dann mitnehmen muss, er ist ja schliesslich erwachsen - so meine 1. Frage: findet ihr das zu egoistisch?


    Bei manchen Treffen ist es halt einfach "unpassend" wenn der Freund dabei ist..


    Ich hoffe einfach, dass das nicht immer schlimmer wird und es so endet, dass er bei jedem Treffen ein Drama schiebt und er dann ÜBERALL dabei sein möchte.


    Ich muss ihm da manchmal schon liebevoll zeigen, dass meine Freunde auch nicht immer wollen, dass er dabei ist.


    Dann ist es so, dass er ein eigenes Hobby hat: er macht regelmässig Töff-Touren und da sind immer sehr viele Menschen dabei (ca um die 20 Leute). Mich interessiert das null, trotzdem wünscht er sich, dass ich dabei bin. Er sagt zwar, es muss nicht immer sein aber er wünscht sich schon, das ich oft dabei bin.


    Nun da es erst jetzt schön Wetter wurde, war ich jetzt erst 1x dabei und was soll ich sagen? es ist gar nicht meine Welt, ich kann weder mitreden noch sonst was beitragen - ausser dazustehen.


    (Ich bin zwischen so vielen fremden Leuten auch eher schüchtern) drum machts mir auch nicht so dolle Spass...


    Ich kann ihn gut verstehen, dass er seine Freundin gern dabei haben möchte und seine Leidenschaft mit mir teilen möchte. Diese Touren finden auch sehr oft statt also auch wenn ich nur wenig mitgehen würde, wäre es trotzdem noch oft! Findet ihr das egoistisch von mir, dass ich am liebsten gar nie dabei wäre?! Oder wie würdet ihr damit umgehen?


    Vielen Dank für eure Antworten!

  • 53 Antworten
    Zitat

    Ich finde dann halt nicht, dass ich ihn dann mitnehmen muss, er ist ja schliesslich erwachsen - so meine 1. Frage: findet ihr das zu egoistisch?

    Nein, ich finde das auf keinen Fall egoistisch. Das sollte meiner Meinung nach völlig normal sein, dass sich jeder auch mal mit "seinen" Freunden trifft :-)

    Zitat

    Ich kann ihn gut verstehen, dass er seine Freundin gern dabei haben möchte und seine Leidenschaft mit mir teilen möchte. Diese Touren finden auch sehr oft statt also auch wenn ich nur wenig mitgehen würde, wäre es trotzdem noch oft! Findet ihr das egoistisch von mir, dass ich am liebsten gar nie dabei wäre?! Oder wie würdet ihr damit umgehen?

    Bei meinem Freund ist es so, dass er im Modellflugzeugclub ist und die sich da auch sehr oft treffen, um mit ihren Hubschraubern zu fliegen. Wir sind jetzt 4 Jahre zusammen und ich war erst einmal dabei. Ich fand das sowas von langweilig und bin auch nur doof daneben gestanden und hab zugekuckt.


    Hab ihm dann auch ehrlich gesagt, dass mir das absolut nicht zusagt und ich in der Zeit lieber was "sinnvolles" mache, selbst wenn es nur putzen ist ;-D


    Ich persönlich finde es nicht egoistisch, wenn du ihn bei seinem Hobby alleine lässt. Immerhin warst du mal dabei und hast es dir angesehen und bist jetzt eben zu dem Punkt gekommen, dass dir das keinen Spaß macht.


    Ihr habt sicher noch das ein oder andere Hobby, welches ihr gemeinsam machen könnt und welches euch beiden Spaß macht. Die Freizeit, die einem bleibt, ist eh irgendwie so rar. Da finde ich persönlich es absolut nicht verwerflich, wenn man diese dann so verbringt, dass es einem Spaß macht @:)

    @ julejuly

    Vielen Dank für deine Antwort.


    Ja, wir machen schliesslich jeden Tag etwas zusammen. Also wir essen jeden Tag zusammen und wenn ich nichts abgemacht habe, verbringen wir auch die Abende und Wochenenden zusammen. Das finde ich auch sehr schön aber darum stört es mich auch nicht, wenn ich mal alleine weggehe oder er eben alleine seinem Hobby nachgeht, da ja noch zu genüge Zeit für uns bleibt!


    Ich wünschte mir einfach, ich könnte ihm einen Kompromiss vorschlagen bezüglich seinem Hobby, sodass ich ihn zumindest ein bisschen dabei unterstützen könnte.


    Nur fällt mir keiner ein, da es mir wirklich null Spass macht ???


    Ich müsste dann halt wirklich sagen, na gut dir zu liebe komme ich zB 1x im Monat mit aber wenn einem etwas überhaupt nicht liegt, ist das schon oft ;-D


    Denn ich denke mir, wenn das jetzt über viele Monate so geht, dass ich NIE mitgehe, wird er sehr traurig und dann erst nach einem Jahr wieder mitzugehen würde mich wahrscheinlich umso mehr Überwindung kosten, weil dann alle schräg gucken würden, warum ich denn nie mitkomme!


    Diese Touren sind sein "Baby" und all seine Freunde sind dabei und diese trifft er dann meistens auch nur da, abgesehen vom Winter.


    Also muss da schon irgendwie ein Kompromiss her, da er ja auch alles mit mir teilt, auch wenns ihm vlt nicht immer Spass macht, aber er möchte halt einfach bei mir sein ":/

    man könnte auch behaupten, er sei egoistsich, weil er dich zu sachen mitschleppen will, an denen du keine freude hast oder eben weil er zu freunden mit will, wo du aber mal deinen freiraum brauchst ;-)

    Hmmm... es ist schwer, da wirklich nen guten Kompromiss zu finden. Mir persönlich ist es zB lieber, mein Freund bleibt gleich zuhause, wenn ich irgendwas unternehme, was ihm keinen Spaß macht und ich das auch weiß. Ich hätte das dann immer im Hinterkopf, dass er das ja nur mir zuliebe macht :-/


    Ich nehme mal an, dass dein Freund und seine Kumpels nach der Töff-Tour vielleicht irgendwo zusammen noch essen gehen oder was trinken oder so? Wäre es ne Möglichkeit, dass du dann mit dem Auto nachkommst, dass ihr zumindest den Abend dann noch alle gemeinsam ausklingen lassen könnt? So wärst du dann noch dabei und siehst auch mal seine Freunde, müsstest aber die Töff-Tour nicht mit machen ;-D


    Was habt ihr denn sonst noch für Hobbys, was unternehmt ihr dann gemeinsam? Gibts da etwas, was ihr regelmäßig zusammen unternehmt?

    Ein wiederkehrendes Thema.


    Ich möchte dazu nur sagen dass das gezeigte Verhalten (beiderseits, ohne Wertung, aber vorwiegend auf seiner Seite) lediglich Ausdruck tiefer gehender psychischer Strukturen ist, und wenn man diese nicht offen und konstruktiv in Angriff nimmt, auf Dauer ein Riesenproblem für die Beziehung werden könne bzw. sicherlich auch werden.

    @ birkenzweig

    Jap. Seh ich auch ein bisschen so. Wobei er dann schon ein nein akzeptiert. Ich hab ihn auch sehr gerne dabei mit meinen Freunden, wenn wir etwas unternehmen aber ich weiss auf Dauer ist es am gesündesten, wenn ich auch meine Zeit für mich habe und ich mein eigenes Leben nicht vernachlässige. Sonst hab ich am Ende niemanden mehr!


    Und sich mal zu vermissen, ist auch schön :)z


    Das mit seinen Töff Touren und Egoismus sehe ich zweischneidig. Einerseits versteh ich ihn halt, weil ich vieles was mich interessiert auch mit ihm teilen möchte und da wär ich schon auch traurig, wenn er null kompromissbereit wäre.


    Deswegen möchte ich da auch sehr gerne einen Weg finden, dass er zumindest sieht, dass ich ihm auch entgegen kommen möchte.

    Wir machen gemeinsam Sport und kochen zusammen. Sonst bei einem ruhigen Feierabend schauen wir zusammen TV oder am Wochenende machen wir Ausflüge: wandern, schwimmen, Museum usw.


    Das Problem ist halt meine Schüchternheit bei fremden Menschen. Ich werd dann immer ganz komisch.. also die Töff Touren an sich könnte ich gut auslassen, wenn ich danach im Restaurant/Bar dabei bin, aber alleine in so eine grosse Gruppe zustossen bereitet mir unwohlsein... ein Tipp, wie ich das ändern kann? Toll finde ich das selber nicht ???

    Naja letztlich ist natürlich jedes Verhalten der Ausdruck tiefer gehender psychischer Sachen ;-).


    Aber ich möchte mal behaupten dass Beziehungen nie zu100% auf Augenhöhe und ausgegichen sind, sondern immer irgendwie eine Schieflage besteht in Bezug auf Dinge wie Selbständigkeit, Abhängigkeit, Macht, Dominanz, Unterwürfigkeit.. jeweils bedingt durch die individuellen Persönlichkeiten.


    Und gerade so etwas - der eine will offenbar mehr am anderen klammern als umgekehrt, ist ja genau dafür, eine relevante Schieflage in Bezug auf diese Dinge, ein Indiz. Das kann harmlos sein, aber auch zu der Erkenntnis führen, dass da größere Probleme im Spiel sind, die auf Dauer ein echtes Problem für die Beziehung werden können.

    @ rr2017

    Achso, jetzt verstehe ich, was du meinst!


    Ja, wobei das komische ist, dass ich in meinen Ex-Beziehungen eher diejenige war, die abhängig war und ich mehr klammerte als meine Partner. Ich hatte extreme Verlustängste, aber mein Ex-Freund hat diese durch sein Verhalten auch sehr begünstigt und hat die Schieflage ausgenutzt - er wusste, er kann alles mit mir machen und auch wenn er mich mal ignorierte wusste er, dass keine Konsequenz auf ihn zu kommt.


    Bis zum Tag X als ich Schluss machte und mir schwor: NIE WIEDER! Nie wieder werde ich mich selber dermassen verlieren!


    Ich würde wieder angemessen für eine Beziehung investieren, aber nicht um jeden Preis.


    Und jetzt habe ich einen komplett anderen Partner, eigl so wie ich es mir gewünscht habe, wobei ich jetzt drauf achten muss, dass ich MIR nicht zu sicher werde, weil er eben sehr viel macht.


    Diese Rolle ist für mich ziemlich neu!

    Ich würde da ganz offen reden und versuchen zu analysieren, was dahinter steht. Damit kann man sicher besser auf einen guten Weg kommen als wenn beide einfach latent angenervt sind und die Fronten sich nach und nach verhärten.


    Man kann an seinen Defiziten ja entweder aufrichtig arbeiten oder sie irgendwie verdecken und kompensieren. Für eine gute Beziehung kommt wohl nur das erste in Frage.