Familienberatung/Mediation Eltern - erwachsenes Kind sinnvoll?

    Hallo,


    gibt es hier jemanden, der/die hier Erfahrung damit bzw. derlei schon gemacht hat?


    Man sollte ja meinen, Erwachsene sollten einander auch so zuhören können, aber...


    Die Beteiligten: Meine Mutter, die mich eine Lügnerin nennt, wenn ich sie (in Form von Ich-Botschaften) an Dinge erinnere, die sie nun mal getan hat und an die sie sich nicht erinnern kann oder will; mein Vater, dessen erstes Ziel es anscheinend ist, in einer einigermaßen "friedlichen" Wunschwelt zu leben und der froh ist, wenn sich alle einigermaßen so verhalten, dass es zu dem Bild passt; und ich, Mitte Dreißig, unter den gegebenen Umständen entschlossen, den Kontakt zu meiner Mutter ganz abzubrechen, aber auch mit dem Bedürfnis, gehört zu werden. Kürzlich habe ich meinen Vater getroffen, der immer vermitteln möchte, aber wohl nicht begreift, was es (nicht nur) für mich bedeutet hat, mit einer übergriffigen, emotional instabilen Mutter aufzuwachsen, die einen schon terrorisieren konnte, wenn man ihren Geschmack nicht geteilt oder als 16Jährige die Badezimmertür abgeschlossen hat.


    Letzten Herbst habe ich nach ein paar Jahren oberflächlichen Friedens etwas getan - ich habe mit jemandem, den sie kennen, ein offenes Gespräch geführt und meine Eltern haben das mitbekommen - das meine Mutter provoziert hat (ich sei eine Lügnerin, würde sie in der ganzen Verwandtschaft schlechtmachen, soll enterbt werden (was mich wenig kratzt) und was auch immer sonst noch). Man muss sich vorstellen, meine Mutter ist dann wie eine Dreijährige im Affekt - jeden irgendwie erreichbaren Knopf, mit dem sie meint Leute traktieren zu können, versucht sie zu drücken und alles von sich abzuweisen. Ob sie dabei erstens völligen Unsinn redet oder zweitens beinhart gemein wird, ist ihr offensichtlich egal; das zum Mitgefühl nötige Einsichtsvermögen scheint ihr völlig abzugehen.


    Meine Eltern haben sich einerseits immer für mich engagiert und mich andererseits gefühlt beinhart bevormundet. Meine Meinung hat nicht interessiert, auch wenn es noch so angebracht gewesen wäre... und wenn ich doch einen eigenen Willen hatte, bestand immer die Gefahr, dafür angeschrieen zu werden wie von Höllenfurie Nr. 1 persönlich... Wichtig ist dazu vielleicht noch, dass ich ein extrem braver Teenager war (außer dass ich einen Hang hatte, zu spät zur Schule zu kommen), also kein Kiffen, kein Saufen, kein Freund, keine Piercings oder was einem noch so einfallen könnte.


    Meine Eltern sehen nur das Helfen und Sich-Einsetzen, und ich fühle mich wie in einer schallisolierten Glasglocke stehend und aus vollem Hals schreiend und niemand nimmt es wahr. Oder wenn doch, dann vielleicht ganz leise. Nicht so dringend quasi. Was das auslöst, sind Hilflosigkeit, Verzweiflung, eine ungeheure Wut, und nochmal Hilflosigkeit.


    Dass mein Vater bei dem kürzlichen Treffen gezeigt hat, dass er mir zwar zuhört, aber mich auch irgendwie nicht ernst nimmt, gibt mir gerade den Rest. Wenn es nach ihm geht, haben meine Mutter und ich einfach "ein unterschiedliches Temperament" und noch dazu (was mir erst recht den Rest gibt) hat er angedeutet, ob ich denn nicht eine unrealistische "Wunschvorstellung" hätte, was einen Partner betrifft (ich bin Single). (Als ob es zuviel verlangt wäre, sich von einem potenziellen Partner zu - erhoffen, dass er sein Leben einigermaßen auf der Reihe hat, einen nicht versteckt und einen nicht vorhat anzulügen - hallo? - wer ist hier jetzt im falschen Film? %:| Hatte ich nämlich alles schon, hab ich nicht erfunden) Man merkt es vielleicht, ich bin oder war auch ein bisschen ein Papakind...


    Und es klang so, wie ich die Einstellung mir gegenüber kenne - sie nehmen automatisch erstmal an, dass ich mich bei jeder Sache, die ich anpacke, ungeschickt anstelle. Als meine letzte Beziehung nach kaum zwei Monaten auseinanderging (was aber gut so war, weil es eben für etwas Langfristiges nicht gereicht hat), meinte meine Mutter nur als ersten Kommentar, ob ich "recht stinkig" gewesen wäre (im Sinne von übellaunig) :-X . Auf Deutsch, mir wird auf jeden Fall unterstellt, dass ich schuld bin an was auch immer.


    Für meine Meinung interessiert man sich nicht, und ich habe dann verdammt noch mal dankbar zu sein dafür, dass man mich so lange wie irgend möglich bevormundet hat, weil sie mir damit ja angeblich so großartig helfen. Mein Vater hat auch immer noch meine Wohnungsschlüssel und ignoriert gefllissentlich, dass ich die zurückhaben möchte, weil ich die Möglichkeit, dass meine Mutter austickt, zu meiner Wohnung fährt und dort wütet, einfach ausschließen will - auch wenn das unwahrscheinlich ist, steckt mir der Nullrespekt aus meiner Kindheit und Jugend TIEF in den Knochen - ich habe mich in meinem Elternhaus wegen der Unberechenbarkeit meiner Mutter ständig unterschwellig bedroht gefühlt. (Ich bin langsam am Überlegen, wie ich weiter vorgehe, wenn er auch weitere Aufforderungen ignoriert. Brief vom Anwalt? Schloss austauschen? Andererseits will ich ja, dass er den Schlüssel hergibt, weil er mir sozusagen mit dieser Geste die Macht, mich selbst vor ihr/ihnen zu schützen, zurückgeben würde.)


    Irgendwie wünsche ich mir, dass es - auch wenn ich erwachsen bin und selbst für mich einstehe(n kann und muss) - jemanden geben möge, der mir zum Gehörtwerden verhilft und der auch denen eine klare und ernstzunehmende Ansage macht (mal abgesehen davon, dass ein Mediator wahrscheinlich allen Feedback gibt?), dass einige Dinge, die passiert sind, weder normal waren noch gerecht. Und da mein Vater ja sowieso gerne "reden" will... Aufs Wohnzimmersofa setzen und mich von meiner Mutter in bester beleidigtes-Kleinkind-Manier niedermachen lassen, daraus wird in diesem Leben nichts mehr, das muss auch mein Vater zur Kenntnis nehmen.


    So eine kurze Frage und so ein Roman - sorry und danke fürs Lesen!

  • 31 Antworten

    Ganz ehrlich? Deine Mutter wird niemals Fehler einsehen und weiterhin an ihrer Masche festhalten. Klar, du kannst einen Seelenstriptease hinlegen und hast durch den Mediator Unterstützung, aber dein Vater wird zur Mutter halten und sie wird nur neue Munition bekommen und sie gegen dich verwenden.


    Manchmal gibt es einfach Dinge, die möchte man aussprechen und sein Gegenüber wachrütteln. Aber Derjenigen ist stur und uneinsichtig und es bringt nur neuen Frust.


    Deshalb: denk nur noch an dich, tausch das Schloss aus und leb ein Leben nach deinen Vorstellungen.

    Zitat

    Deshalb: denk nur noch an dich, tausch das Schloss aus und leb ein Leben nach deinen Vorstellungen.

    seh ich auch so,vorher würde ich mir event. noch in einem Brief alles von der Seele schreiben und denen in den Briefkasten werfen.Dann können sie sich,wann immer sie wollen (oder reif dazu sind) deine Worte durchlesen. Damit hast du dir deinen Seelenschmerz von der Seele geschrieben und sie können, wenn sie wollen, irgendwann wieder einen Schritt auf dich zumachen.


    Wie lange willst du denen sonst noch hinterher rennen? Manche Sachen ändern sich halt nie. Eine schmerzliche Erfahrung,gerade wenn es die eigenen Eltern sind, aber deswegen musst du dir dein Leben nicht zu Hölle machen.

    Ich denke, es ist an der Zeit, dass Du diese Dinge mit Dir klärst. Also versuchst, diese Verletzungen aus der Vergangenheit für Dich und nur für Dich aufzuarbeiten und abzuschließen. Um Deiner Selbst und Deines eigenen Seelenfrieden willen.


    Das ist etwas, was Du für Dich und Dein Leben tun musst und zwar leider allein (bzw mit Unterstützung von lieben Menschen und professioneller Hilfe (Therapie)) - aber ohne Deine Eltern.


    Menschen, die so verbohrt sind und so wenig Einfühlung/Einsicht in das Seelenleben ihres Kindes haben, werden sich auch durch eine Mediation nicht ändern. Sie müssten vorher akzeptieren, dass etwas falsch gelaufen list und etwas ändern wollen.


    Aber Du kannst etwas ändern. Du kannst einen Weg finden, damit umzugehen, die Vergangenheit abzuschließen und nach vorn auf das vor Dir liegende Leben zu schauen. Du hast es in der Hand, ob Du Dir den Rest Deines Lebens auch noch davon beeinflussen lassen willst oder ob Du anfangen willst, Dich auf Dich zu konzentrieren.


    Ja, es wird nicht einfach. Es wird sogar ein ganz besonders schweres Stück Arbeit und es mag auch Rückfälle geben. Aber es lohnt sich. Es ist Dein Leben und Du hast den größten Teil noch vor Dir. Um den genießen zu können, musst Du einen Weg finden, nicht weiterhin mit den Dingen, die Du nicht (mehr) ändern kannst, zuleben und nicht mehr damit zu hadern.


    Ob sich dadurch ergeben wird, dass Du Dich von Deinen Eltern distanzierst, liegt in Deiner Hand und hängt davon ab, wie stark Du bist bzw werden kannst.


    Ich wünsche Dir Menschen in Deinem Leben (nicht Deine Eltern), die Dich dabei unterstützen. Und ich wünsche Dir, dass Du die Kraft aufbringen kannst, das Thema für Dich zu klären.


    Und vielleicht kannst Du Deinen Eltern irgendwann mal verzeihen. Sie sind das Produkt ihrer Vergangenheit und hatten ganz offensichtlich nicht die Kraft, sich aus ihren alten Verstrickungen zu lösen, so dass sie zu dem geworden sind, was sie heute sind. Das ist keine Entschuldigung, aber möglicherweise eine Erklärung. Und das Verzeihen kann sehr zu Deiner eigenen Erlösung beitragen.


    Alles Liebe für Dich

    Da kenne ich Fälle, in denen wurden ohne Mediator viel bessere Erfahrungen mit dieser Methode gemacht:


    * Das eigene Bedürfnis, von solchen Menschen, bloß weil sie mit einem verwandt sind, "gehört" zu werden, abstellen. (Wenn du das nicht alleine schaffst, kannst DU DIR dafür Hilfe holen.)


    * Den Kontakt konsequent und komplett abbrechen.


    Und was den Schlüssel angeht:

    Zitat

    Andererseits will ich ja, dass er den Schlüssel hergibt, weil er mir sozusagen mit dieser Geste die Macht, mich selbst vor ihr/ihnen zu schützen, zurückgeben würde.

    Völlig falscher Ansatz. Was sollen die gegenseitigen Manipulationsversuche? Du brauchst KEINEN Menschen, um dich vor ihm oder anderen zu schützen, das liegt voll und ganz in DEINER "Macht". Tausch das Schloss aus, ohne das deinem Vater vorher oder nachher mitzuteilen, und dein berechtigtes Bedürfnis nach Ruhe ist gestillt.

    Zitat

    Familienberatung/Mediation Eltern - erwachsenes Kind sinnvoll?

    Ja, um Deine Frage ganz grundsätzlich und unabhängig von Deiner persönlichen Situation zu beantworten, ich hielte so etwas grundsätzlich für sinnvoll. Der Teufel steckt dabei meiner Ansicht nach im Detail. Es geht schon ganz am Anfang los. Warum sollten sich die Eltern darauf einlassen?

    Zitat

    So eine kurze Frage und so ein Roman - sorry und danke fürs Lesen!

    Um ehrlich zu sein, mir war der Post zu lang. Deshalb kann ich zu Deinem speziellen Anliegen nichts sagen. Ich kann Dir jedoch eine konstruktive Alternative vorschlagen.


    Wenn Du zu den Usern gehörst, die eine Aversion gegen mich haben, weil sie in mir ihren Vater sehen, könntest Du Dich auch ersatzweise an mir abkämpfen.


    Wenn Du das mit offenen Karten machst, könnte es mir ebenfalls helfen.


    Win-Win-Deal!


    Was hältst Du davon?

    Himmel, Du willst erwachsen sein, gleichzeitig pflegst Du immer noch den Anspruch, geliebt und verstanden zu werden. Jeder Fliegenschiß wird ananlysiert und die Verbitterung in Dir steigt und steigt...


    Papa versucht zu verstehen, Mama will es nicht. Fakt. Fakt. Fakt.


    Sei erwachsen und lauf nicht unrealistischen Dingen hinterher. Dann findest Du Frieden.


    Leb das Leben so für Dich, dass Du inneren Frieden hast, vielleicht Aufarbeitung mittels Therapie, in der es darum geht, eine befreiende Unabhängigkeit zu erarbeiten.


    Alles andere ist aufreibende, verschwendete Energie.

    @ BenitaB.

    Zitat

    Himmel, Du [Emotionale] willst erwachsen sein, gleichzeitig pflegst Du immer noch den Anspruch, geliebt und verstanden zu werden.

    Ja, natürlich ist es ein kindlich naiver Anspruch, von seinen Eltern geliebt und verstanden zu werden.


    Was hältst Du persönlich für realistisch?

    Ich denke eine Therapie kann helfen.


    Ich war in Ähnlicher Situation, allerdings im Alter von 24 Jahren. Meine Mutter kann sehr....aufbrausend sein und einfach angespannt. Sie ist sehr leicht reizbar und war vom Stresslevel immer schon sehr hoch. Grundzustand 150, wodurch sie schnell auf 180 war.


    Ich zog 600km weg, wegen der Ausbildung, aber auch, weil ich mein eigenes Leben leben wollte. Allerdings konnte ich mich nie abnabeln und meine Eltern ließen mich das auch nie.


    Wie gesagt das nur zu meiner Vorgeschichte.


    Ich kam in Therapie und meine Familie wurde ein großes, sehr großes Thema.


    Zwischendurch wollte ich sie auch mit ihrem Aussagen aus der Vergangenheit konfrontieren, da diese mich sehr schmerzten und immernoch verfolgten. Sie streiteten ab diese Aussagen gemacht zu haben.


    Ich sprach dies in der Therapie natürlich an und mein Therapeut sagte mir, dass sie es vermutlich wirklich vergessen haben, es für sie nunmal nicht so eine große Bedeutung gehabt hatte. Ich müsse mich weiter von ihnen und ihren Taten distanzieren und mein eigenes Leben leben. Die Verantwortung für mein Leben selbst in die Hand nehmen.


    Ich dürfe weggehen oder am Telefon auflegen, wenn es mir zu viel ist. Ich darf offen meine Meinung sagen in einem sachlichen erwachsenen Tonfall und darf meine Eltern darum bitten kurz ruhig zu sein und mir zuzuhören.


    Es gibt immernoch gelegentlich gezeter und Geschrei...meine Mutter heult, ich fühl mich schuldig...aber definitiv sehr viel seltener als vor 2 Jahren...inzwischen bin ich nämlich fast 27.


    Dazu muss ich sagen, dass meine Mutter inzwischen auch in Therapie ist und dadurch deutlich gechillter geworden ist.


    Also:


    Wechsel das Schloss aus. Basta. Ende. Du kannst deinen Vater trotzdem drauf ansprechen, dass du den Schlüssel zurück willst. Er weiß ja dannnicht dass das Schloss gewechselt ist.


    Sei Erwachsen.


    Ich habe das Gefühl du erwartest vom Mediator, dass er deinen Eltern sagt wie böse das ist, was sie tun... aber das gleiche kannst du erreichen indem du, mit Hilfe einer Therapie vermutlich, lernst Grenzen zu setzen, dich emotional zu distanzieren, dich nicht in die Tochter Roller drängen zu lassen (Sondern als Erwachsene agierst auf Augenhöhe) und lernst, dass du andere nicht ändern kannst...nur dich selbst kannst du ändern.


    Du hast dich nicht richtig abgenabelt...das solltest du nachholen.

    Zitat

    Was hältst Du persönlich für realistisch?

    Ich antworte mal als nicht Benita, ich finde ihre Aussage verständlich aber etwas hart formuliert.


    Respekt und eine Beziehung auf Augenhöhe.


    Verständnis kann man nicht erzwingen, aber Respekt für ein erwachsenes Individuum sollte eigentlich da sein.


    Gute Eltern tuen das. Sie respektieren, dass die Kinder nun erwachsen sind und eigene Lebenserfahrung haben, sie akzeptieren, dass sie eine eigene Familie gründen und damit selbst Mutter/Vater.

    Achja übrigens findet dieser Abnabelungsprozess gewöhnlicherweise im Jugendlichen-Alter statt. Du sagst selbst, du warst eine vorbildliche Jugendliche. Ich denke du hast den Moment verpasst...


    Bei mir war das so, da meine Schwester zu der Zeit an Krebs erkrankte und ich Mobbingopfer war. Diese Kombination löste bei mir starke Verlustängste aus und ich wurde zwar selbstständig, aber distanzierte mich nicht genug um meine eigene Meinung zu vertreten.


    Ich finde es auch durchaus keine gute Idee gerade dein Herz bei Bekannten deiner Eltern auszuschütten. Das ist sehr verletzend und demütigend für deine Eltern. Deswegen empfehle ich dir da einen Therapeuten wo du das mal abladen kannst. Da kannst du wirklich frei schnauze sagen, was du willst, ohne jemanden zu verletzen und damit auch deinen Frust und deine negativen Gefühle verarbeiten um dann nicht mehr in der Vergangenheit zu verweilen sondern dich darauf zu konzentrieren, wie die zukünftige Beziehung aussehen soll. DAS kannst du nämlich aktiv beeinflussen. Die Vergangenheit...die kannst du nicht mehr ändern.

    Bei mir sah es früher genauso aus.


    Laut meiner Mutter war ich ein zu braves Kind (mein Bruder war nicht so brav und wurde geschlagen (er bekam teilweise eine Entschuldigung für den Schulsport mit, damit es keinem auffiel)). Sie ist ein sehr dominanter Typ. Als Jugendliche wollte ich dann nicht mehr immer das machen was sie wollte. Sie war dann mehrere Tage bockig und es kamen dann Sprüche wie "nimmst du Drogen."


    Mit 18 wurde ich vor die Türe gesetzt, sie wollte dann aber noch immer bestimmen, wie ich zu leben habe. Jedes Telefonat artete im Streit aus. In Briefen kam immer als Abschluss-Spruch "Gott segne dich". Da ich nicht an Gott glaube (sie ist bibeltreue Christin), habe ich sie gebeten den Spruch wegzulassen. Ihre Antwort "immer muss es nach deinem Kopf gehen".


    Als ich Anfang 30 war, haben wir uns an einem neutralen Ort zu einem Gespräch getroffen. Das Gespräch hat nichts gebracht. Bis aufs Schlagen sieht sie keine Fehler bei sich. Fürs Schlagen konnte sie laut ihrer Aussage nichts, da sie selber geschlagen worden ist. Ich habe mit Anfang 30 den Kontakt dann komplett abgebrochen.

    Zitat

    Himmel, Du [Emotionale] willst erwachsen sein, gleichzeitig pflegst Du immer noch den Anspruch, geliebt und verstanden zu werden.

    Abgesehen davon dass ich den Tonfall deines Posts stark daneben finde: Dass man von seinen Eltern geliebt und verstanden werden möchte hat null mit erwachsen werden/ sein zu tun. Das ist ein Urbedürfnis, das zunächst mal jeder hat, und daran ist grds auch nichts Blödes, Naives oder sonst Unberechtigtes. Nur wenn es von den Eltern Misshandlungen und Gewalt gegeben hat, muss man lernen, dass man auch ohne diese Liebe und ohne dieses Verständnis leben kann. Und das ist ein sehr schmerzlicher Prozess.

    Zitat

    Verständnis kann man nicht erzwingen, aber Respekt für ein erwachsenes Individuum sollte eigentlich da sein.

    Man kann hier überhaupt nichts erzwingen, auch Respekt nicht. Dass etwas da sein "sollte", nützt nichts, in gewissen Fällen ist es eben nicht da, und damit muss man klarkommen lernen.

    Respekt kann man aber a) auch aus sich selbst ziehen, indem man solche "Behandlung" nicht mehr mit sich machen lässt, oder eben erarbeiten durch Veränderung im Umgang mit den Personen.


    So hab ich es erlebt.


    Und meine Mutter griff zum Beispiel immer in meine Finanzen ein. Ich habe niemals mein Konto ins Minus gebracht und trotzdem musste ich mir regelmäßig anhören "Musstest du das Geld unbedingt ausgeben".


    Inzwischen habe ich durch die Aussage "Ich gehe arbeiten um mir Dinge leisten zu können und ich regel meine Geldangelegenheiten gut" eben auch soweit ihren "Respekt/Augenhöhe von Erwachsenen" erhalten, dass sie das lässt.


    Das alles hat in meinem Fall nichts damit zu tun, dass sie mich nicht lieben...sie lieben mich, aber sie schafften es lange nicht mich erwachsen werden zu lassen, weil ich keine Grenzen setzte

    Dein Beitrag klingt für mich so, als hättest du die Zusammenhänge in deiner Familie schon recht gut verstanden. Ich denke das ist eigentlich eine gute Voraussetzung, um unabhängig zu werden.


    Du brauchst von deinen Eltern ja eigentlich nichts mehr. Für eine Mediation fehlt mir hier irgendwie das zu klärende Sachthema. Andererseits wäre bei einem Versuch auch nichts zu verlieren: Also warum eigentlich nicht. :-)


    Noch ein Gedanke zu einem Nebenaspekt:

    Zitat

    (Als ob es zuviel verlangt wäre, sich von einem potenziellen Partner zu - erhoffen, dass er sein Leben einigermaßen auf der Reihe hat, einen nicht versteckt und einen nicht vorhat anzulügen - hallo? - wer ist hier jetzt im falschen Film? %:| Hatte ich nämlich alles schon, hab ich nicht erfunden) (...) Als meine letzte Beziehung nach kaum zwei Monaten auseinanderging (was aber gut so war, weil es eben für etwas Langfristiges nicht gereicht hat), meinte meine Mutter nur als ersten Kommentar, ob ich "recht stinkig" gewesen wäre (im Sinne von übellaunig) :-X . Auf Deutsch, mir wird auf jeden Fall unterstellt, dass ich schuld bin an was auch immer.

    Ohne zu wissen, was die Hintergründe des Verstecktwerdens waren, das dich so gestört hat: Wenn du es genauso gemacht hättest, hättest du die die Kommentare deiner Eltern jedenfalls erspart. ;-) Nur weil man gerade jemanden Kennenlern, muss dass doch nicht gleich jeder wissen. Erst recht die Eltern nicht. :=o