Ob, bzw. wie schnell, man sich körperlich näher kommt ist, wie schon geschrieben wurde, situationsabhängig.


    Aber auch wie intensiv man sich zum Beispiel schon online kennengelernt hat.


    Da kann es von einer eher schüchternen Umarmung bis hin zum leidenschaftlichen Kuss.


    Das kann sowohl bei der Begrüßung wie auch bei der Verabschiedung sein.


    Ansonsten können es "zufällige" Berührungen sein, an der Hand, am Arm die sich häufen und immer Vertrauter werden.


    Das kann ein Küsschen auf die Wange sein.


    Auch ein "Ich würde dich jetzt gern küssen" kann willkommen sein.


    Da gibt es, mal wieder, kein Patentrezept.

    Aber manchmal meidet man Berührungen. Man möchte nicht so schnell mit jemanden in körperlichen Kontakt treten.


    Es kann doch auch sehr lange dauern bis man überhaupt jemanden anfassen kann, obwohl man denjenigen sympathisch findet.

    Zitat

    Also ich würde sagen so spätestens ab dem 2. Treffen?

    Zitat

    Finde ich irgendwie früh. Ich meine ich lerne diese Person doch erst kennen und dann schon sich körperlich näher


    kommen.

    Inwieweit man sich kennenlernt ist nicht unbedingt eine Frage des Zeitraumes. Manche Menschen lernen sich auch nach 20 Jahren noch nicht kennen, manche Menschen sind so offen, ehrlich und sympatisch zueinander, die haben schon die wichtigsten Informationen nach ca. 1h sehr zuverlässig ausgetauscht (Popelkram ist unwesentlich für das Kennenlernen, die Lieblingsfarbe ist für das Kennenlernen z.B. reichlich unbedeutetend). Manche Menschen kennen einen anderen Menschen sogar schon vor einem ersten Direktkontakt ziemlich gut. Kennenlernen ist vor allem von dem Wie abhängig und relativ unabhängig von dem Wie lange. Menschen, die glauben, das Kennenlernen wäre maßgeblich eine Zeitfrage, haben in meinen Augen ein Problem mit Menschenkenntnis und mit dem Kennenlernen allgemein.


    Und wenn man sich miteinander wohlfühlt, was spricht da gegen körperlichen Kontakt?

    Ich glaube, dass fuer viele Leute Koerperkontakt normaler ist als fuer dich. Es klingt ein bisschen so, wie Du schreibst.


    Sollte das so sein, dann wuerde ich mir keine grossen weiteren Gedanken darueber machen. Dein Gegenueber wird merken, dass Du koerperlich etwas reservierter bist und er wird sich ueberlegen muessen, ob er damit leben will. Er kann dich darauf ansprechen und Du kannst es ihm erleichtert sagen: "Danke, dass Du das ansprichst, ich weiss immer nicht, wie ich das sagen soll" - oder so. Dann kannst Du ihm das etwas erlaeutern, wenn dir danach ist.


    Aber auch wenn er dich nicht darauf anspricht, wird er sich seinen Teil denken und darauf hast Du kaum einen Einfluss. Unterm Strich finde ich es aber nicht schlimm oder ungewoehnlich, gerade zu Anfang nicht gleich knuddeln zu wollen.

    Zitat

    Also sollte der Körperkontakt etwas Selbstverständliches sein?

    Mach es so, wie es sich für Dich richtig anfühlt. Es ist absurd, andere zu fragen, wie sie es machen.


    Wenn Du es selber nicht fühlst, oder Deinem Körper nicht vertraust, solltest Du das lernen. Die Fähigkeit, sich selbst wahrzunehmen ist sehr wichtig für ein gutes Leben.

    Zitat

    Also sollte der Körperkontakt etwas Selbstverständliches sein?

    Wenn beide sich wohl damit fühlen, ja. Das Problem fängt erst dann an, wenn einer der Partner den Körperkontakt aus anderen Gründen (z.B. religiösen, erzieherischen, "moralischen", ...Gründen) ablehnt, obwohl die Person sich damit an sich wohl fühlen würde.

    Was verstehst du denn unter "körperlicher Annäherung", liebe TE? Weil das kann für mich viel bedeuten. Ein über den Arm streichen oder eine Umarmung (jetzt mal unabhängig davon wo da die Hand landet).


    Allgemein, so ein bisschen berühren - bei der Begrüßung und der Verabschiedung find ich nicht schlecht. Auch weil man so gleich mal rausfinden kann, ob man sich überhaupt "riechen" kann.


    Oh... und ich fürchte ich muss was gestehen. Normalerweise bin ich die Hand-auf-Po-Legerin. Zumindest vermehrt.

    Zitat

    Was verstehst du denn unter "körperlicher Annäherung", liebe TE? Weil das kann für mich viel bedeuten. Ein über den Arm streichen oder eine Umarmung (jetzt mal unabhängig davon wo da die Hand landet).

    Ich verstehe darunter die allgemeine Berührung, sei es eine Umarmung oder eben nur ein leichtes Tippen auf die Schulter.


    Mag ich irgendwie nicht; fühle mich einfach unwohl dabei. Würde es so gerne ändern. Nur wie? ":/


    Ich würde so gerne Berührungen zulassen können. Aber auf Distanz gehen, fällt mir leichter. Ich empfinde es auch ein bißchen als


    unangenehm, wenn jemand schon näher an mich herantritt. Diese Nähe mag ich einfach nicht.

    Hallo dieseelfe,


    hier schreibe ich was zu dem Thema Bindung, der Ursache, was die Neigung zu Nähe und Distanz ausmacht. Es können auch noch weitere schlechte Erfahrungen dazukommen die einen prägen. Den Bindungsstil abzuklären kann auf jeden Fall nicht schaden, damit man weiss wie man dran ist.


    http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/728235/?p=2#p22505720


    Im Prinzip hast Du bei Nähe ein falsches Hintergrundgefühl von Flucht oder Angst erlernt oder verinnerlicht. Ich meine damit, welches Gefühl man in einer Situation hat. Wenn die Beziehung klar ist sollte das ein gutes Gefühl sein ohne schlechte Nebenwirkungen. Man sollte es eigentlich genießen, sich wohlfühlen dabei. Außer man hat einen Tag wo man allgemein in keiner guten Verfassung ist. Grundsätzlich sollte ehr Anziehung vom Gefühl da sein und kein Unbehagen. Meiner Meinung nach muss man das Ganze in sich innerlich aufnehmen können. Um es mit dem Appetit und dem Essen zu vergleichen. Es gibt essen das rutscht perfekt runter und Essen, da bringt man keinen Bissen runter.

    @ just_looking?

    Zitat

    Hand-auf-Po-Legerin.

    Für mich als Mann auch ein gutes Gefühl wenn eine Frau die Hand auf meinen Po legt. Immer natürlich in der passenden Situation. Also nicht das was man als Grabschen bezeichnet.

    Hallo dieseelfe,


    da fällt mir noch ein:

    Zitat

    Würde es so gerne ändern. Nur wie?

    hier schreibe ich noch etwas, was mir selber auch geholfen hat Gefühle zu verändern. Vielleicht kannst Du damit etwas anfangen.


    http://www.med1.de/Forum/Psychologie/726661/#p22456799


    Ich hoffe das Ganze ist nicht zu unangenehm für Dich. Im anderen Faden habe ich abgeraten die Beziehung fortzuführen da solche Nähe - Distanz Probleme recht unangenehm sein können. Ich empfehle echt eine Verbesserung zu versuchen. Eine Beziehung soll schließlich glücklich sein.

    Saldo

    Aber ich möchte ihm nicht erklären wollen, dass ich distanzierter bin. Ich möchte einfach Berührungen geniessen können.


    Es soll einfach alles easy sein. Ich will diese Einschränkung ja weghaben.

    Irgendwo in deinem Kopf ist eine Bremse.


    Entweder du läßt Stück für Stück kleinere Berührungen zu, oder du sprichst es offen an "Hey, du bist mir sympathisch, aber im Moment kann ich Berührungen (noch) nicht zulassen.


    Ansonsten bleibt nur mit professioneller Hilfe diese Bremse zu lösen.