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    Naja, diese Story mit der Liebe kannst du noch so lange weitererzählen, bis du dich mal in eine Affaire verliebst,


    und dann wird es auf einmal heißen "eigentlich haben wir schon jahrelang wie Schwestern miteinandergelebt"...

    Nun, ich empfinde durchaus auch etwas für die Frau, mit der ich inzwischen Sex habe. An meiner Liebe für meine Partnerin ändert das aber nichts. Sie ist die Frau, mit der ich mein Leben verbringen möchte.

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    Gesundheitliche Probleme, wo man sich nicht einmal mehr streicheln kann? Über Jahre ???

    Wie ich bereits schrieb, pflegen wir durchaus einen zärtlichen Umgang miteinander. Wir küssen, kuscheln und liebkosen uns. Aber gezielte sexuelle Stimulation ist schmerzfrei nicht mehr möglich und ich möchte nicht, dass sie bei mir "Hand anlegt" oder sonstwas tut ("sich die Mühe macht", wie du es so schön genannt hast), wenn es bei ihr mit Schmerz und nicht mehr mit Lust verbunden ist. Genauer möchte ich es eigentlich nicht ausführen. Sie hat jedenfalls einiges hinter sich (Bestrahlung, Operationen etc.) und sie hat mindestens genau so wie ich unter der Situation gelitten, bis wir diesen Umgang mit der Situation gefunden haben.

    Sensibelman


    Du formulierst deine Überzeugungen halt mit einer absoluten Gewissheit als wäre es über alle Zweifel erhaben, dass alle Menschen mit ausreichend Willen da alles umkrempeln könnten. Dafür gibt es aber gar keine Beweise, ist aber natürlich in sich ein geschloßenes System der Überzeugung. Wer er es nicht schafft, der wollte halt nicht wirklich, war nicht stark genug und soweiter. So ist der Gegenbeweis zu der total unbewiesenen These:"Alle Menschen können das." schlicht nicht möglich. Aus alten Debatten weiß ich, dass du da auch von Fachpersonal nicht zu überzeugen bist, die sind dann halt Stümper und wollen den Menschen unmündig halten, daher ja auch die Psychologen in deiner Auflistung.


    Ich kenne solche Denkstrukturen nur von fanatischen religiösen Gruppierungen und die Äußerungen der anderen User lassen darauf schließen, dass deine Art auch bei ihnen diese Saiten zum Klingen bringt. Kann man abbügeln und drüber nachdenken, aber ein Mensch der das Fähnchen des kritischen Denkens immer so hochhält wie du, der täte gut daran seine Grundannahme mal auf Beweise hin zu überprüfen.

    **Puristsaftfastsirup


    15.05.17 14:17**


    Bitte rechtfertige Dich nicht mehr weiter, die welche das Leben ein Stück weit gelernt haben zu verstehen, werden wissen wieviel Kraft, Einsicht und seelischer Schmerz hinter solchen Entscheidungen stehen.


    Es ist nicht nötig das große Ganze für einen kleinen Teil der Beziehung aufzugeben. Ob es so machbar bleibt kann nur die Zukunft zeigen. Aber Du zeigst Verantwortung, in dem Du Deine langjährige Lebenspartnerin nicht verlässt, weil sie einen Teil der Bedrüfnisse nicht mehr vollumfänglich stillen kann.


    Das ist die Art von Treue, die mir bedeutsam erscheint, wenn Menschen nicht nur ihren Teil des Vermissens sehen, sondern auch das gemeinsame Innenleben einer Partnerschaft.


    Die verächtliche Art, die einige hier bloß legen in ihren Beiträgen sagt insgesamt mehr über sie selbst auf, als über das was Du bzw. Deine Partnerin als stille Übereinkunft für euch gefunden habt. Lass Dir kein schlechtes Gewissen einreden, weil es an dieser Stelle nicht angebracht ist. Ich wünsche Dir und Deiner Lebensfrau alles Gute, und das euer Weg die Tragfähigkeit eurer Beziehung auch künftig nicht belasten wird :)* @:) .

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    Du formulierst deine Überzeugungen halt mit einer absoluten Gewissheit

    Wenn ich von meiner Meinung nicht überzeugt bin, dann formuliere ich das auch. Ansonsten schreibe ich mit Gewissheit- warum sollte ich nicht mit Gewissheit schreiben?- ich denke mir normalerweise etwas vor dem Schreiben.


    Ansonsten kann ich mit Widerspruch umgehen, sofern er begründet und nicht bauchgefühlmäßig daherkommt. Wenn es nur so ein Gefühl ist, dann kann man das auch schreiben. Nur bei messbaren oder näherungsweise messbaren Angaben, sind Gefühle fehl am Platz.

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    daran seine Grundannahme mal auf Beweise hin zu überprüfen.

    Das mache ich sehr oft- deutlich öfter, als zahlreiche andere Schreiber (und gebe dazu auch Links an)

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    dass alle Menschen mit ausreichend Willen da alles umkrempeln könnten. Dafür gibt es aber gar keine Beweise,

    Diese Aussage ist logisch schlüssig und muss nicht bewiesen werden.


    Über alle Dinge, über die man eigenständig mittels eigenen Entscheidungen regeln kann, reicht der eigene Wille zum Erfolg- das ist das Wesen des eigenen Willen.


    Wenn ich einen Baum pflanzen will und der Baum, ein Platz und ein Werkzeug zum Graben existieren oder sind besorgbar, dann reicht einzig der eigene Wille zum Baumpflanzen.

    Hallo nochmal.


    So, wie du das jetzt beschrieben hast, ist das ja wirklich krankheitsbedingt, und da tut mir das wirklich sehr leid für dich und vor allem für deine Partnerin, dass sie so krank ist.


    Ja, dann ist dein Weg vielleicht wirklich ein guter, ich sehe das jetzt auch anders.


    Aber ich kann mir gut vorstellen, dass deine Freundin es auch sehr belastet, dass du für sie auf Sex verzichtest. Vielleicht würde es ihr ja sogar besser gehen, wenn sie wüsste, dass du dafür jemanden gefunden hast?


    Aber egal, wie du dich entscheidest, es tut mir jetzt leid, dass ich dich so als Fremdgängerin eingestuft habe.


    Ich wünsche dir und deiner Partnerin auf jeden Fall, dass ihr das alles irgendwie schafft!

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    Ansonsten kann ich mit Widerspruch umgehen, sofern er begründet und nicht bauchgefühlmäßig daherkommt. Wenn es nur so ein Gefühl ist, dann kann man das auch schreiben. Nur bei messbaren oder näherungsweise messbaren Angaben, sind Gefühle fehl am Platz.

    ;-D ;-D :)^ Ach hier geht es um Statistik und Mathematik? Jetzt wird mir langsam klar warum ich hier an allen vorbeirede - ich dachte wir sprechen über menschliche Beziehungen, Liebe und sexuelle Lust, so ziemlich das Bauchgefühl-mäßigste was es überhaupt gibt.


    "Nur so ein Gefühl" ist alles, was Liebe ist. Nichts mehr als das ist es.


    Wo wir aber gerade bei Statistiken sind, auch eines meiner Lieblingsthemen, finde ich diese hier zum Thema sehr interessant:


    http://www.travelbook.de/welt/Statistik-Die-untreuesten-Nationen-der-Welt-608250.html


    1.Thailand: 56 Prozent*


    2.Dänemark: 46 Prozent


    3.Deutschland: 45 Prozent


    4.Italien: 45 Prozent


    5.Frankreich: 43 Prozent


    6.Belgien: 40 Prozent


    7.Norwegen: 40 Prozent


    8.Spanien: 39 Prozent


    9.Finnland: 36 Prozent


    10.Großbritannien: 36 Prozent


    *Prozentsatz der verheirateten Erwachsenen, die zugaben, während der Ehe eine Affäre gehabt zu haben.


    Das sind fast die Hälfte der Befragten, die es zugegeben haben. Wenn man dann nochmal die Dunkelziffer derer, die es getan haben, aber bei der Umfrage nicht angegeben haben, draufrechnet sind, sind wir bei mehr als jedem 2, die den Sex in der langjährigen Partnerschaft "outsourcen".


    Zum Zusammenhang zwischen Liebe und Untreue hier eine weitere nette, sehr messbare Statistik:


    http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/partnerschaft/krise/untreuen-studie_aid_24627.html

    Zitat

    Der Göttinger Psychologe Ragnar Beer interviewte für seine Forschungsarbeit 2600 heterosexuelle Frauen und Männer, die untreu geworden waren. Dabei gestanden überraschend viele "Täter", nämlich mehr als 80 Prozent, sie liebten ihren Partner.

    Zum Thema sexuelle Unzufriedenheit in der Ehe (hier geht es zwar um eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft, aber ich denke, durch die Dauer kann man diese hier durchaus mit einer Ehe gleichsetzen):


    http://www.bild.de/ratgeber/partnerschaft/ehe/wie-viel-sex-braucht-eine-gute-ehe-19533392.bild.html

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    Laut neuesten Umfragen spielt Sex in jeder dritten Langzeitbeziehung in Deutschland angeblich kaum noch eine Rolle.

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    Und nach zehn Jahren Ehe sind 85 Prozent der Frauen und 79 Prozent der Männer mit ihrem Liebesleben unzufrieden.

    Das liegt natürlich alles an mangelndem Willen, würde Sensibelmann jetzt behaupten, oder an mangelnder Kommunikation oder beidem.


    Wenn man solche Statistiken ansieht, braucht man eigentlich so bauchgefühlsmäßig nichts mehr herum argumentieren, da kann man sagen: Liebe TE, willkommen im völlig durchschnittlichen normalen Langzeitbeziehungs-Alltag, besser wird's nimmer, aber immerhin bist du in bester Gesellschaft ;-)

    Herr Sensibelmann,


    die meisten haben Deine Intensiion denke ich verstanden. Sie mag für Dich und Dein Leben sinnvoll genug sein, und Dir ermöglichen Dein Weltbild weiter behalten zu können. Das ist legitim und für Dein bzw. euer Leben, sowohl als Paar wie als Familie so wie es ist in Ordnung sein.


    Wäre nur an verschiedener Stelle angemessen, wenn Du nicht so anmaßend über Menschen her fällst in Deinen Beiträgen, die mit Deiner Lebensphilosophie wenig bis gar nichts anfangen können. Auch hier gilt, jedem sein eigenes "Himmelreich". Du behälst das Deine und belässt andere Leute besser in ihrem, die ohne Neid oder Sorge ihr Leben könnte in falschen Bahnen geraten, weil sie mit Deinen Werten nicht viel anfangen können. :-)


    Was für Dich alles messbar und in Links ausgedrückt gelebt werden kann, mag für Dich genug Input sein, alles gut insoweit


    Andere Lebensvita und soziale Prägungen schaffen völlig unterschiedlich komplex handelnde Individuen und somit auch verschiedene Denkweisen und Lösungsanstätze für entstandene Probleme.


    Du bist eher der Technokrat, der für alles schlüssige rationale Kopflösungen sucht. Andere Menschen tun dies mit gesunder Mischung aus Bauch- und Kopfgefühl. Ich denke nicht, dass sie deswegen wesentlich schlechter/sinnfreier leben als Deine Lieben ... ;-) , auch wenn das eigene Leben phasenweise nicht perfekt World ist bzw. bleiben kann. *:)

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    warum sollte ich nicht mit Gewissheit schreiben?

    Kannst du, woher du aber die Gewissheit in Bezug auf andere Menschen und deren Innenleben nimmst, wird wohl dein Geheimnis bleiben.

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    Wenn ich einen Baum pflanzen will und der Baum, ein Platz und ein Werkzeug zum Graben existieren oder sind besorgbar, dann reicht einzig der eigene Wille zum Baumpflanzen.

    Der Grad der Vereinfachung in Bezug auf menschliche Beziehungen ist hier zwar kaum zu ertragen, aber selbst da gibt es eben Dinde die einfach vorhanden oder besorgbar sein müssen. Wohne ich in Köln ohne Garten und ohne Möglichkeit einen zu besorgen, dann kann ich lange einen Baum pflanzen wollen, ich werde es nicht können. Und so kann ich lange jemandem Sex mit anderen gönnen können wollen, wenn das aber nicht geht, weil es dem inneren Wesen nicht entspricht, dann ist das so und dann muss man andere Wege finden. Bonsai züchten oder so.

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    Du bist eher der Technokrat, der für alles schlüssige rationale Kopflösungen sucht.

    Und vor allem Lösungen findet und Probleme löst.

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    Andere Menschen tun dies mit gesunder Mischung aus Bauch- und Kopfgefühl.

    ... und häufen allzu oft Probleme auf, die sie dann nicht gelöst bekommen. Ich schrieb mehrfach: Das Bauchgefühl ist trügerisch und oft untauglich, Lösungsansätze zu finden, weil es falsche Voraussetzungen suggeriert.

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    Der Grad der Vereinfachung in Bezug auf menschliche Beziehungen ist hier zwar kaum zu ertragen

    Wenn man Dinge lösen will, ist es oft sinnvoll, Dinge zu vereinfachen, auf wesentliche Dinge zu reduzieren. Ansonsten verliert man sich in zahlreichen Nichtigkeiten und macht Dinge unnötig kompliziert. Man muss nicht jeden Kram bis ins kleinste Detail auflösen- es reicht in der Regel, sich auf Näherungen zu beschränken.

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    Wohne ich in Köln ohne Garten und ohne Möglichkeit einen zu besorgen, dann kann ich lange einen Baum pflanzen wollen, ich werde es nicht können.

    Deine Missverständnisse rühren offenbar auch daher, dass du nicht genau liest: Ich schrieb die Konditionen dazu. Ohne jegliche Randbedingungen sind Betrachtungen zum Willen nicht sinnvoll. Wenn die Randbedingungen erfüllt sind oder erfüllbar sind und jemand kommt trotz angestrebten Zieles nicht zu seinem Ziel, fehlt es ihm an Willen.

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    Das liegt natürlich alles an mangelndem Willen, würde Sensibelmann jetzt behaupten, oder an mangelnder Kommunikation oder beidem.

    Nochmals zum Mitlesen: Ich habe kein Problem damit, wenn andere Menschen fremdgehen wollen. Sollen sie tun, was ihnen Spaß macht- ich finde es sogar besser, wenn Menschen Spaß haben, als sich gegenseitig einzuschränken und zu quälen. Nur warum alles heimlich und betrügerisch erfolgen muss, warum Menschen nicht offen und ehrlich damit umgehen können und wollen, erschließt mich mir nicht- was soll die Flucht in Scheinwelten?


    (und nein, ich meine damit nicht die TE- sehr wohl aber die Freundin der TE, die sich offenbar gerne etwas vormacht)

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    Wohne ich in Köln ohne Garten und ohne Möglichkeit einen zu besorgen, dann kann ich lange einen Baum pflanzen wollen, ich werde es nicht können.

    Deine Missverständnisse rühren offenbar auch daher, dass du nicht genau liest: Ich schrieb die Konditionen dazu. Ohne jegliche Randbedingungen sind Betrachtungen zum Willen nicht sinnvoll. Wenn die Randbedingungen erfüllt sind oder erfüllbar sind und jemand kommt trotz angestrebten Zieles nicht zu seinem Ziel, fehlt es ihm an Willen.

    Ich hatte das heute schon geschrieben, aber dann wieder gelöscht, jetzt schreibe ich es noch einmal. Was nützt der Wille, wenn man, wie ich gerade, einen Hexenschuss pflegt? Oder gelähmt im Rollstuhl sitzt? Oder der Garten unter Wasser steht? Oder alles vereist ist und voller Schnee? Oder die Nachbarn nicht wollen, dass ein Baum gepflanzt wird? Oder man keine Arme hat?


    Die Unwägbarkeiten des Lebens können so vielfältig sein.


    Und nein, ich stimme nicht zu, dass rationale Entscheidungen besser sind, als aus dem Bauch getroffene. Die besten Entscheidungen in meinem Leben waren die, über die ich nicht nachdachte, sondern die ich spontan traf. Sobald ich anfing zu überlegen, ging es meistens schief.

    ... zumal diese Unterteilung in "menschliche Ratio" und "Bauchgefühl" komplett menschenerschaffen ist. Das klingt für mich nach den Inhalten eines Einsteigerkurses in Philosophie/Ethik an der Volkshochschule.

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    Die Unwägbarkeiten des Lebens können so vielfältig sein.

    Richtig, es gibt Dinge im Leben, auf die man keinen oder kaum Einfluss hat und es gibt Dinge im Leben, auf die man Einfluss hat- und dort spielt der Wille die entscheidende Rolle.

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    Die besten Entscheidungen in meinem Leben waren die, über die ich nicht nachdachte, sondern die ich spontan traf.

    Ich treffe auch spontane Entscheidungen- dennoch mit einer knappen schnellen Überlegung dahinter. Ansonsten kann ich auch würfeln.


    Im Übrigen sind viele Dinge, die man gerne als "Bauchgefühl" bezeichnet, ursprünglich mal durchaus bewusst verarbeitet worden und dann ins Unterbewusstsein überführt- das verkürzt die Entscheidungsfindung, weil die ganze kausale Überlegungskette nicht noch einmal durchlaufen werden muss.


    Wenn man läuft, denkt man auch nicht über jeden Schritt nach- man hat es aber irgendwann mal gelernt- das Gehirn prägt Automatismen aus, die im Unterbewusstsein ablaufen (oft sind es dann Gewohnheiten), die durchaus sinnvoll sind (das passiert auch öfter bei Entscheidungsfindungen, die man als Bauchgefühl glaubt).