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    Ja, du hast da natürlich recht, allerdings habe ich mir auch einen ordentlichen Fehltritt geleistet und sehe mich da schon in der Pflicht, viel Liebe reinzugeben. Außerdem entspricht das eigentlich eh meinem Naturell. Ich liebe extrem. Ich zeige Liebe durch Berührungen, Küsse, Komplimente, Zärtlichkeiten ganz ganz intensiv. Ich gebe mich meiner Liebe eigentlich vollkommen hin. Warum auch nicht? Macht ja schon recht glücklich - so lange eben was zurück kommt. Aber ich denke, je mehr ich gebe, desto mehr kommt auch zurück ;-)

    Ein guter Punkt, den man man durchdenken sollte ;-) Ich bin da nämlich genauso wie du und zeige und gebe sehr viel Liebe und brauche auch sehr viel Zweisamkeit und körperliche Nähe x:) Aber.. das schraubt die Erwartungen an seinen Partner auch sehr hoch. Vor allem wenn diese Bedürfnisse in der ersten Verliebtheit voll befriedigt werden und es dann im Laufe der Beziehung nachlässt, bzw. sich der "Normalzustand" einstellt.


    Ich musste lernen, die Zeichen meines Partners zu deuten und zu verstehen, dass er seine Liebe ganz anders zeigt, als ich es tue. Darüber sollte man (Frau) auch einfach mal nachdenken.


    Aber.. dennoch klingt es für mich nach dem was du schilderst auch so, als ob du mehr in die Beziehung investierst, als er es tut.


    Immerhin ist ihm aufgefallen, dass du dein Verhalten verändert hast. Das ist doch schonmal was, ganz stumpf ist er also nicht ;-)


    Ich denke ich würde das aber nochmal thematisieren. Ich würde ihm sagen, dass du nach wie vor nicht zufrieden bist, aber um diese Beziehung kämpfen möchtest. Und sei dabei bitte ehrlich zu dir selbst: Willst du kämpfen, weil du wegen dem Fremdküssen ein schlechtes gewissen hast, oder weil du ihn wirklich wirklich noch so sehr liebst, dass du dir eine Beziehung auch nach dem Auszug eurer Kinder vorstellen kannst, wenn auch er dir entgegenkommt und versucht etwas zu ändern?


    Und wenn du es aus Liebe tust würde ich ihm halt sagen, dass du dich auch zurückgezogen hast, weil du nicht mehr glücklich bist und das deine Art ist, um wieder mehr Nähe zwischen euch herzustellen und ihn bitten sich mal zu überlegen, wo er auch dir entgegen kommen könnte.

    Am Wochenende ist es zwischen meinem Mann und mir eskaliert. Ich habe im Streit gesagt, dass ich ihm eine Woche Zeit gebe sich anders den Kindern gegenüber zu verhalten, sonst will ich, dass er auszieht. Ich war fix und fertig und bin zu einem Geschäftstermin abends direkt nach dem Streit. Ich hab die ganze Nacht und den ganzen Morgen geheult. Als ich zurück kam, wusste er gar nicht, was los war. Also sind wir spazieren gegangen und ich habe ihm erzählt, dass ich sau unglücklich bin. Eine richtige "Lösung" haben wir nicht, ich will irgendwie "Abstand", aber wie geht das schon in einer Familie. Schaun wir mal. Keine Ahnung. Er war zwar überrascht, richtig mitgenommen hat es ihn allerdings nicht. Er meint, er kann es nicht nachvollziehen, weil er sich immer gleich fühlt. Nicht glücklich und auch nicht unglücklich. Für ihn ist alles immer normal. Nagut. So ist's jetzt. Keinen Plan, wie's weiter geht.

    Ach Mensch, SK90. :°_


    Dein Mann weiss doch gar nicht, wie es in Dir aussieht. Und mit Verlaub - wie auch?


    So als Aussenstehende finde ich es nicht verwunderlich, dass es ihr keine Lösung gefunden habt - wie auch, wenn Du nicht mit offenen Karten spielst :|N


    Was ich nicht verstehe - Du sagst, es würde zur Trennung führen, wenn Du ihm das mit dem anderen sagen würdest. Aber rauswerfen würdest Du ihn?

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    Ich meine, es ist so: Auch wenn es nicht so gut läuft und so, ich will mit ihm weiterhin zusammensein - zumindest die Zeit, in der wir eine Familie sind und die Kinder bei uns. Ich weiß nicht, was danach ist - spielt auch jetzt keine Rolle. Ich könnte mir schon vorstellen, dass damit dann auch unsere Zeit abgelaufen ist.

    das finde ich so traurig. :°( :°( :°(


    letzten endes ist es ja immer noch DEIN leben und wenn du nicht glücklich bist, überträgst du das auch auf andere, in dem fall deine kinder.


    wieso glauben immer alle, dass es das beste für die kinder ist, wenn die eltern zusammenbleiben? ist das eine feige ausrede, weil man sich über die trennung nicht drüber traut oder glaubt ihr wirklich, ihr tut den kindern was gutes? und selbst wenn die antwort "ja" lauten würde, dann würde das bedeuten, dass ich mir selbst nicht so wichtig bin und das finde ich wirklich traurig.


    aaaber: ich habe keine kinder und kann es vielleicht auch deshalb nicht nachvollziehen....... ":/ ":/ :=o

    Du hörst dich ziemlich durcheinander an. Einerseits würdest du ihn rauswerfen, andererseits hast du Angst, er trennt sich, wenn du ihm dein Fremdküssen erzählst.


    Spreche Klartext mit ihm. Sage ihm, wie es dir geht. Das dir der Andere das Gefühl gibt, was du bei ihm vermisst. So kann er dann entscheiden, wie und ob es weitergeht bei euch. Alles andere bringt dich wohl nicht weiter.

    Gestern Abend kam ich von der Dusche raus und hörte, dass mein Mann weinte. Also bin ich zu ihm. Wir haben uns einen Tee gemacht und angefangen zu reden. Es war das erste Mal seit langer Zeit, dass wir einfach da saßen und redeten. Da unsere Tochter kurz darauf aufgewacht ist, war unser Gespräch leider schnell vorbei, wir wollen es aber heute Abend fortsetzen.


    Bislang "kam noch nichts richtiges raus" - ich bin mir auch nicht sicher, ob es das überhaupt wird. Ich habe versucht, nicht anzuklagen, keine Schuld zuzuweisen etc. Er sagte, dass ich so einen "Rappel" ja immer mal wieder habe. Ich kann mich gar nicht daran erinnern. Seine Sorge ist einfach, dass ich nie wieder etwas für ihn empfinde. Ich habe ihm gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass es für ihn nicht relevant ist, ob ich da bin oder nicht. Also dass es ihm "nichts bringt" und er sein Leben genausogut ohne mich führen könnte. Da meinte er, dass er keine Beziehung/Ehe und Familie hätte, damit sie ihn "ausfüllt". Er hätte das nicht zum Lebensinhalt. ich bin eben da und die Kinder auch, er liebt uns und mag die Zeit mit uns, wenn wir aber nicht da wären, dann wäre es eben auch so. Also irgendwie so in der Art: Es ist halt passiert, wäre es aber nicht passiert, dann wäre es eben auch ok.


    Wisst ihr, warum ich nichts von dem anderen sagen will? Erstens weil dann alles nur darauf gerichtet wäre. Es würde nicht mehr um UNS gehen. Das hieße dann nämlich auch, dass alle Schuld bei mir läge. Ich will das nicht kleinreden. Ich weiß, dass ich etwas Falsches getan habe und damit sicherlich nicht zum Wohlergehen unserer Beziehung beigetragen habe. Dennoch will ich an UNS arbeiten. Würde es zum Thema werden, dass ich einen anderen Mann geküsst habe, würden alle anderen "Probleme" nicht mehr Inhalt sein. Und damit wäre auch die Chance vergeben, dass wir wieder zueinander finden.


    Ich habe ihm gesagt, dass ich einfach eine sehr romantische Vorstellung habe und eine Beziehung/Ehe mir eben schon einiges geben muss. Und die Beziehung zu einem Süchtigen mich einfach extrem unglücklich macht. Gleichzeitig habe ich ihm auch gesagt, dass ich nicht weiß, ob es das "Allheilmittel" wäre, wenn er nicht mehr konsumieren würde. Dann würde er nämlich auch nicht mehr Interesse an mir zeigen.


    Es ist verfahren, ich bin gespannt, wie es heute Abend weitergeht. Jedenfalls tut es unheimlich gut, dass er mal redet.

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    Da meinte er, dass er keine Beziehung/Ehe und Familie hätte, damit sie ihn "ausfüllt". Er hätte das nicht zum Lebensinhalt. ich bin eben da und die Kinder auch, er liebt uns und mag die Zeit mit uns,

    Das klingt sehr Ich-bezogen.

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    Am Wochenende ist es zwischen meinem Mann und mir eskaliert. Ich habe im Streit gesagt, dass ich ihm eine Woche Zeit gebe sich anders den Kindern gegenüber zu verhalten, sonst will ich, dass er auszieht. Ich war fix und fertig und bin zu einem Geschäftstermin abends direkt nach dem Streit. Ich hab die ganze Nacht und den ganzen Morgen geheult. Als ich zurück kam, wusste er gar nicht, was los war.

    Das zeichnet einerseits ein Bild von einem Mann, der so gar nicht darauf sensibilisiert ist, was in seiner Frau, in seiner Ehe gerade passiert. (war er bekifft oder nüchtern zu dem Zeitpunkt?) Andererseits zeigt das hier

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    Gestern Abend kam ich von der Dusche raus und hörte, dass mein Mann weinte.

    dass auch ihn das ganze Thema nun beileibe nicht kalt lässt.


    Was seine Beweggründe für die Tränen waren, ist nicht klar. Ist es Liebeskummer im Angesicht der Tatsache, dass seine Frau von Trennung redet oder ist es die Angst vor dem Verlassen einer bequemen Komfortzone? Sicher auch die Angst um die Kinder, die er im Falle der Trennung ein Stück weit verlieren würde.


    Ihr habt zum einen mal ein Kommunikationsproblem, was häufig ist bei Paaren mit Kindern. Da bleibt neben Beruf, Haushalt und Kindern keine Zeit mehr, die Beziehung zu pflegen und plötzlich hat man sich unmerklich ganz weit von einander entfernt. Aber neben dem reden fehlt ja noch viel mehr bei Euch...


    In solchen Krisen gilt es, gemeinsam alle Energie darauf zu verwenden, das Problem zu lösen. Dazu aber gehören zwei Dinge:


    Es ist ein erster wichtiger Schritt, zu erkennen, dass man ein Problem hat. Es ist wichtig, dass beide das wirklich als Problem begreifen und das ist nicht immer der Fall. Wie leicht belügt man sich und meint, es wäre doch alles in Ordnung, der Partner hat nur gerade eine schwierige Phase? Das Dilemma ist, je drastischer man ist, im Versuch, dem anderen klarzumachen, dass da ein Problem ist, desto größer der Knacks, den die Beziehung dabei nimmt. Die Trennung androhen ist ein großer Knall, der viel an Vertrauen kaputt macht. Aber offenbar ging es nicht anders. Die Tränen zeigen, dass das offenbar angekommen ist. Den noch größeren Knall, ihm das fremdknutschen zu beichten, braucht es vielleicht nicht, aber das wirst Du merken, ob er inzwischen erkennt, was Sache ist oder nicht.


    Die zweite Vorbedingung, alle Energie in die Suche nach einer Lösung zu stecken ist, das auch zu wollen. Wollt ihr? Wollt ihr beide? Nach dem zweiten fremdknutschen kommen einem da Zweifel auf. Und nachdem Dein Mann offenbar keine Lust hat, aufzuhören zu kiffen, habe ich auch da so meine Zweifel. Ihr wollt beide nicht so richtig. Damit wären wir wieder bei Punkt 1: Seid ihr Euch beide eigentlich bewusst, was ihr da tut, was auf dem Spiel steht?


    Über Punkt 1 und 2 müsst ihr gemeinsam reden. Wenn ihr das zu zweit nicht schafft, kann es helfen, in einer Paartherapie unter Anleitung und Moderation zu reden, das sollte es Euch in jedem Fall wert sein.


    Ich für meinen Teil würde vor allem wegen des Kiffens ausflippen, aber das kommt 15 Jahre zu spät...

    @ Ralph_HH

    Ja, das kommt leider sehr spät. Allerdings in Anbetracht der Tatsache, dass wir beide erst 33 Jahre alt sind, irgendwie doch nicht. Wir haben ja noch eine lange Zeit vor uns.


    Ich habe auch das Gefühl, dass mein Mann das Problem bei mir sieht. Ich bin diejenige, der was nicht passt. Er findet alles okay. Das macht es eben nicht so einfach für mich zu erklären, was denn genau mich unglücklich macht.


    Fokussiere ich jetzt alles auf das Kiffen, sind wir schnell wieder am Ende. Entweder ich akzeptiere oder ich trenne mich. Deshalb glaube ich, muss man unsere Beziehung im Großen ansehen - und da muss ich mir eben auch nochmal bewusster darüber werden, welchen Anteil ich (neben dem Fremdküssen) am Scheitern trage.


    Ich schätze auch, dass uns extern geholfen werden könnte. Ich werde das heute Abend mal ansprechen.

    Einen Anteil am Scheitern haben immer beide, Schuld ist nie einer allein. Und die Suche nach einem Schuldigen bringt einen auch nicht weiter.


    Versuch zu erfühlen, was Dir wirklich fehlt und warum das nicht so ist, wie Du es Dir wünscht. Sind es Nähe, Zärtlichkeiten, begehrt werden, Sex? Warum findet das bei Euch nicht statt? Liegt es am Kiffen? Das wirst Du nur herausfinden, wenn er aufhört. Oder kifft er aus Langeweile, weil er auf Dich keine Lust hat? Wie stellt er sich denn die gemeinsame Zeit mit Dir vor?

    Einen kiffenden Partner würde ich niemals wollen. Einen kiffenden Vater meiner Kinder schon dreimal nicht. Allein der Kinder wegen hätte ich mich schon längst getrennt.


    Was da Geld ausgeben wird, was der Zukunft der Kinder hätte zugute kommen können :(v :|N