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    klingt das, als hättest Du mitten in der Partnerschaft mal ein Wochenende Auszeit beim Ex genommen

    Ich denke für ihn fühlt es sich so an. Er sagt ja auch, wenn wir denn darüber noch streiten, dass ich ja nur Schluss gemacht hätte und fremd zu vögeln… So war es aus meiner Sicht aber nicht. Ich war einfach furchtbar einsam und leider kam genau da mein Ex um die Ecke und hat die Situation wohl etwas ausgenutzt. War wohl leicht empfänglich dann auch für Kontakt mit ihm. Ich war aber nicht im Stande mich zu trennen. Ich bin damals zu einer Freundin geflüchtet, weil mir das alles zu viel wurde. Zwei Männer die an mir zerrten. Ich konnte mich einfach nicht von ihm trennen. Als ich dann wieder nach Hause kam, war unsere Wohnung so gut wie leer geräumt und er hat den letzten Schlussstrich gezogen.


    Ich bin die Diskussionen darum aber leid. Es endet immer im dicksten Zoff.

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    Er sagt ja auch, wenn wir denn darüber noch streiten, dass ich ja nur Schluss gemacht hätte und fremd zu vögeln…

    Das zeigt, dass er immer noch nicht verstanden hat, was damals zwischen EUCH schiefgelaufen ist. Wie habt ihr denn wieder angefangen? Bist Du einfach wieder eingezogen oder was?


    Da ist etwas zwischen Euch ungeklärt, was Eure Beziehung auf ewig belasten wird, wenn ihr das nicht ausräumt. Sich lieben heisst, zu verzeihen. Wenn er das nicht kann, kann er keine Beziehung mit Dir führen. Er wird Dich unterschwellig immer ein Stück weit hassen, für das was Du ihm - so sein Gefühl - angetan hast.


    Klär das. Zwing ihn zu einer Paartherapie!

    Wir haben wieder zueinander gefunden, weil ich nach ein paar Wochen Abstand wieder Kontakt mit ihm aufgenommen habe. Wir haben dann wieder bei unseren Eltern gewohnt, da er eh 200 km weit weg gezogen ist wegen einer Weiterbildung und ich hab so schnell keine eigene bezahlbare Wohnung gefunden. Hatten dann eine Wochenendbeziehung über 2 Jahre. Er war dann die erste Zeit auch wirklich sehr bemüht seine Einstellung zu ändern. Das hat eine ganz Zeit lang funktioniert, dann fing er an mich zu hassen, glaube ich. Weil er halt darunter litt und mir dann alles vorgeworfen hat. Ich hätte mich nicht so anstellen sollen. Andere Paare hätten noch weniger voneinander usw.


    Wir haben gestern noch mal geredet. Und ich habe gesagt, dass sich was ändern muss, wenn sich die Lage mit dem Haus etwas entspannt. Wenn wir drin wohnen, ist zwar immer noch reichlich zu tun, aber dann ist da nicht mehr so ein Riesendruck und er MUSS sich mal einen Tag frei machen.


    Den Vorschlag mit der Einzeltherapie hatte ich ihm schon öfter gemacht. Aber er meint, man muss nicht fremden Leuten seine Probleme erzählen. Er hält da gar nichts von. Und da bekomme ich ihn auch nicht hin. Auch nicht zur Paartherapie.

    Mal ehrlich: Worauf genau wartest du bei ihm? Er zeigt sich von deinen Gedanken weit entfernt - was sein gutes Recht ist, was euch aber nicht zueinander führt. Du kannst sein Denken und seine Gefühle jedenfalls nicht verändern, das kann nur er selbst. Und um das zu tun, braucht er für sich einen Grund. Den scheint er nicht zu sehen, auch und schon gar nicht in deinen eigenen Begründungen. Für ihn sind das offenbar keine gültigen. Das gilt es für dich zu erkennen und anzunehmen. Platt gesagt: Mach dein eigenes Ding. Und dann schau, wie es sich für euch entwickelt.

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    Den Vorschlag mit der Einzeltherapie hatte ich ihm schon öfter gemacht. Aber er meint, man muss nicht fremden Leuten seine Probleme erzählen. Er hält da gar nichts von. Und da bekomme ich ihn auch nicht hin. Auch nicht zur Paartherapie.

    Man muss nicht, man kann sich auch einfach trennen irgendwann. Ist ihm die Alternative lieber?

    Brigie, mein eigenes Ding durchziehen, zu dem Entschluss bin ich ja auch gekommen. Und das werde ich auch tun.


    Ralph, was die Therapie noch bringen soll, weiß ich auch nicht. Er sieht ja absolut nicht ein damals was falsch gemacht zu haben. Ich kann ihm da teilweise keinen Vorwurf machen. Seine Eltern leben in etwa auch so. Mann zieht sein Ding durch. Alles andere ist wichtiger als Familie. Ich hab ihm auch schon gesagt, dass ich das nicht so mitmache, wie seine Mutter.

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    Er sieht ja absolut nicht ein damals was falsch gemacht zu haben.

    Dass Dein Mann vorher nichts einsieht ist normal, sonst bräuchte es diese Paartherapie nicht. Es gelingt DIR nicht, ihn dazu zu bewegen, über sich nachzudenken. Sinn der Therapie ist es, zunächst mal Euch Möglichkeiten zu geben, über so schwierige Themen zu reden, ohne Euch an die Gurgel zu gehen. Und Sinn ist es, Euch beiden einen Raum zu geben, Euch auszusprechen unter der Aufsicht einer Moderation, die auch mal schlichtend dazwischen geht. Was da rauskommt ist abzuwarten, aber ihr beide allein für Euch bekommt das Thema nicht gelöst.


    Wichtig ist für ihn, zu erkennen, dass diese Paartherapie nicht das Ziel hat, ihn zum Sündenbock zu machen, dass der Beginn nicht einem Schuldeingeständnis gleichkommt. Die PT soll Eure Beziehung wieder auf neue Füsse stellen.

    Also ich finde es sehr verständlich, dass er nach wie vor darüber irritiert ist, dass sie damals einfach so zum Ex ist und dann mit dem wie in einer normalen Beziehung gelebt hat. So ein Verhalten würde mir weder emotional noch rational einleuchten.


    Außerdem verstehe ich nicht, warum er allein an dem Haus arbeitet. Nach meinem Verständnis sollte man das zusammen machen! Ist doch egal, wenn der normale Haushalt dann mal etwas auf der Strecke bleibt...

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    Nach meinem Verständnis sollte man das zusammen machen! Ist doch egal, wenn der normale Haushalt dann mal etwas auf der Strecke bleibt...

    So sehe ich das auch und so hatte ich das auch gemacht. Zu zweit arbeiten macht zehn mal soviel Spaß (da können auch die Kinder bei sein, Sand, Steine und Modder zum Spielen ist dann oft genug da- manchmal spielt dann das Kind auch Baumeister ...) - da kann man auch herumalbern, sich beraten oder auch mal in einer Ecke zum ... verschwinden, wenn das Kind gerade draußen spielen ...

    Nur mal so nebenbei: Unser Kind ist gerade 2 Jahre alt und den kann man nicht alleine laufen lassen. Wir sind beinahe jeden Abend auf der Baustelle. Aber einer muss dann immer nach dem Kleinen gucken. Mag sein, dass das mit anderen Kindern vielleicht funktioniert, aber nicht mit unserem Kind. Ich bin eher für den Verwaltungskram und die Verpflegung zuständig. Der Haushalt ist mir momentan ziemlich egal. Ich bin aber zudem gesundheitlich noch sehr angeschlagen (Bandscheiben) und kann eh keine Wasserrohre verlegen oder Fußbodenheizung. Ich bin dann schon mal für die Handlagertätigkeiten da. Aber das geht durch unser Kind eben nur bedingt.

    Wasserrohre verlegen, Fussbodenheizung verlegen? Macht ihr alles selber?


    Ansich sollte man sich das gut überlegen, ob man als berufstägiger ein Haus selber baut. Freizeit kann man dann - das merkt ihr gerade - eine Weile komplett vergessen. Das sollte man also tunlichst nicht gerade dann machen, wenn man gerade ein 2 jähriges Kleinkind an der Backe hat oder die Ehe in der Krise steckt. Aber klar, der Bedarf nach Platz entsteht ja gerade mit dem Kind...


    Ich hoffe, ihr bekommt Eure Krise solange ausgeklammert.

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    Wasserrohre verlegen, Fussbodenheizung verlegen? Macht ihr alles selber?

    Ja bisher haben wir alles in Eigenleistung gemacht. Selbst die Erdarbeiten.


    Fürs Spachteln und Fliesenlegen holen wir uns Hilfe, damit es flotter geht.


    Daher bin ich auch sehr stolz, dass wir wahrscheinlich innerhalb eines Jahres einziehen können.


    Ja der Platzmangel entstand natürlich, als das Baby auf der Welt war. Eigentlich schon vorher… Aber was sollten wir machen? Zuerst war mein Mann noch in der Weiterbildung und verdiente keinen Cent und dann musste er ja erstmal einen sicheren Job finden. Und für gut 1,5 Jahre umziehen und viel Miete bezahlen erschien uns auch unsinnig.


    Ich denke wir meistern das alles und ich hoffe, dass wir unsere "Krise" nach dem Bau bereinigen können. Bin da aber guter Dinge. Es ist halt echt ne ganz besondere Situation.

    Uns geht's ganz gut. Wir sind nach wie vor etwas gestresst, weil eben der Umzug bevorsteht, aber noch nicht alles fertig ist. Aber beziehungstechnisch ist es echt entspannter. Liegt vielleicht auch daran, dass wir schwanger geworden sind. Ich denke das hatte uns auch etwas gestresst. Mein Mann macht sich nach wie vor Gedanken und er ist auch sehr gestresst. Arbeit und Haus halten ihn echt auf Trap. Aber ich glaube nach wie vor an unsere Beziehung und die Handys sind jetzt von uns beiden gesperrt und ich mache mehr Sachen, die ihm nicht passen. Lasse mir nicht mehr alles verbieten.