CoteSauvage: Das stimmt natürlich, aber 120 Bewerbungen sind nicht wenig Drive. Ich kenne einige, die eine Zeitlang mit Arbeitslosigkeit gekämpft haben, und wenn man nicht sinn- und hirnlos überflüssige Initiativbewerbungen schreibt oder sich deutschlandweit bewirbt, dann ist das eine fast nicht zu erreichende Zahl (es ging ebenfalls um Ingenieure und Bewerbungen über drei Bundesländer).


    DieKruemi: Zum einen bist du nicht der Maßstab, aber das ist dir sicher selbst klar. Zum anderen ist es immer schön, von oben herab Leute beurteilen zu können, gell ;-) ? Ich finde es ganz schön traurig, wenn sich jemand anmaßt, ein Urteil über arbeitsfreie Lebenszeit zu fällen und die Qualifikation eines Arbeitnehmers danach zu beurteilen, ob er seine Beschäftigung in dieser Zeit für den persönlichen Geschmack sympathisch, horizonterweiternd oder nützlich ist. Das gilt übrigens auch dafür, wenn jemand niedrigqualifizierte Arbeit hatte.

    Zitat

    Nurarihyon


    Das Problem ist, und das scheinen hier viele Frauen zu haben in diesem Forum, dass einer beschriebenen Person Charaktereigenschaften hinzugedichtet werden, die selbst der/die TE nichtmal beschrieben haben, nur weil sie das Gelesene um drölfzich Ecken an einen pöhsen Verflossenen erinnert. Das führt dann zu diesen sehr schönen Auswüchsen, die offenbar dazu motivieren, andere als Dreck zu bezeichnen, als faul und weiß der Himmel.

    Das ist mir auch in vielen Threads aufgefallen! Manche denken etwas zu assoziativ-kreativ in ihren Antworten. ... oder die Selbsterfahrungsgeschichten, die als Antwort formuliert werden, werden im Verlaufe eines Threads mit der Geschichte der TE in einen Pott geworfen. Oder es werden Fakten schlichtweg überlesen, vertauscht oder ignoriert. Es lässt sich jedenfalls in vielen Fäden immer wieder ein klarer Punkt ausmachen, an dem sich die Missverständnisse häufen und die Diskussion in merkwürdige Bahnen abdriftet. ;-)

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    120 Bewerbungen sind nicht wenig Drive. Ich kenne einige, die eine Zeitlang mit Arbeitslosigkeit gekämpft haben, und wenn man nicht sinn- und hirnlos überflüssige Initiativbewerbungen schreibt oder sich deutschlandweit bewirbt, dann ist das eine fast nicht zu erreichende Zahl (es ging ebenfalls um Ingenieure und Bewerbungen über drei Bundesländer).

    Ja, deswegen hätte ich es auch interessant gefunden, zu wissen, wie gut der Abschluss des Freundes der TE ist. Wenn jemand 1 Jahr lang nach "anspruchsvoller Arbeit" sucht, werde ich zunächst mal hellhörig. Interessant wäre auch, wie sein Lebenslauf bisher aussieht (ich hab nochmal nachgelesen – es ist nach dem Eingangsbeitrag nicht klar, dass er nicht direkt nach dem Studium schon eine Arbeit hatte).

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    DieKruemi: Zum einen bist du nicht der Maßstab, aber das ist dir sicher selbst klar. Zum anderen ist es immer schön, von oben herab Leute beurteilen zu können, gell ;-) ? Ich finde es ganz schön traurig, wenn sich jemand anmaßt, ein Urteil über arbeitsfreie Lebenszeit zu fällen

    Wenn man Leute einstellen muss, ist man (und die Kollegen, die über die Einstellung mit entscheiden) nun mal der Maßstab. Und man beurteilt diese Menschen, das ist ebenfalls klar. Dabei muss man in erster Linie die Interessen des Unternehmens im Blick haben, und nicht den armen Bewerber, der schon lange keinen Job hat. Wenn ich solche Entscheidungen treffe, schau ich auch sehr genau drauf, wie Lücken im Lebenslauf entstanden und gefüllt worden sind, und ich sags dir ganz ehrlich, wenn jemand dabei ist, der keine solche Lücke hat, muss der mit der Lücke schon was sehr Interessantes anderes mitbringen, damit er eine gute Chance hat. Dabei ist auch nicht maßgeblich, wie viele Bewerbungen der Betreffende geschrieben hat, denn da kann er mir ja sonstwas dazu erzählen.

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    Zum einen bist du nicht der Maßstab, aber das ist dir sicher selbst klar. Zum anderen ist es immer schön, von oben herab Leute beurteilen zu können, gell ?

    Du auch nicht @:)

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    Zum anderen ist es immer schön, von oben herab Leute beurteilen zu können, gell ?

    meinst du damit das, was du hier grade mit mir machst? Hast du schon einmal in einem Team gearbeitet, in dem die Mitarbeiter nur nach fachlicher Qualifikation und nicht nach social skills beurteilt wurden?


    Und nein, ich genieße es nicht, es bereitet mir zum Teil wirklich Sorgen, wenn ich zwischen 2 Menschen entscheiden muß, da ich weiß, um was es für sie geht. Du würdest das vermutlich viel besser machen.......

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    . Dabei ist auch nicht maßgeblich, wie viele Bewerbungen der Betreffende geschrieben hat, denn da kann er mir ja sonstwas dazu erzählen

    das kann sogar von Nachteil sein.... Wenn es um einen Job geht, bei dem der Arbeitsmarkt entspannt ist, d.h. es eigentlich viele offene Stellen gibt, und jemand legt mir sehr gute Unterlagen vor und berichtet, er hat sich in dem 1 Jahr Arbeitslosigkeit 150mal beworben, denke ich mir, dass da irgendein Haken sein muß, wieso er noch keine Stelle gefunden hat. Und ich will dann nicht der Depp sein, der den Haken übersieht......

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    Wenn man Leute einstellen muss, ist man (und die Kollegen, die über die Einstellung mit entscheiden) nun mal der Maßstab. Und man beurteilt diese Menschen, das ist ebenfalls klar.

    Soweit selbstverständlich, Einstellungen sind keine Mitleidsangelegenheit. Ich vertrete nur die Ansicht, dass über fachliche Qualifikationen entschieden werden sollte und Punkt. Das passiert aber leider meistens nicht, meistens werden Sympathien mit einbezogen, die fehl am Platz sind.

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    Zum einen bist du nicht der Maßstab, aber das ist dir sicher selbst klar. Zum anderen ist es immer schön, von oben herab Leute beurteilen zu können, gell ?

    Du auch nicht @:)

    Ich versteh das Zitat im Zusammenhang mit deiner Antwort nicht?

    Ich beurteile dich nicht, ich kommentiere eine Beiträge. Und nein, ich habe noch nie in einem Team gearbeitet, das nur nach fachlicher Qualifikation entscheidet, aber nur weil Missstände normal, muss ich sie nicht gut finden, oder?


    Ob ich das vermutlich viel besser machen würde? Kann ich nicht beurteilen, ich bin nicht in dieser Branche. Aber immerhin ist mein tägliches Brot, Menschen nach ihrem fachlichen Können zu beurteilen bzw. in meinem Fall zu benoten (ich bin Lehrerin), und das fernab von jeder Sympathie. Und ja, ich finde, das gelingt mit außerordentlich gut.

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    Hast du schon einmal in einem Team gearbeitet, in dem die Mitarbeiter nur nach fachlicher Qualifikation und nicht nach social skills beurteilt wurden?

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    Hast du schon einmal in einem Team gearbeitet, in dem die Mitarbeiter nur nach fachlicher Qualifikation und nicht nach social skills beurteilt wurden?

    ich kann dir sagen, das ist die Hölle. Ich habe zu Beginn meiner Berufstätigkeit mal in so einem Team gearbeitet. alle hervorragend qualifiziert, aber zum Teil soziale Authisten, Über-Leichen-Geher, Kollegenschweine etc. Es war ein Hauen und Stechen.


    Nicht umsonst rücken die social Skills bei Bewerberauswahl immer mehr in den Fokus, denn Arbeitszufriedenheit ist ein wichtiger Faktor, sowohl in Richtung Mitarbeitergesundheit, als auch Produktivität.

    Und es gibt ja genügend Menschen, die in der Theorie super sind,mit Bestnoten ihre Ausbildung/Studium abschließen, in der Praxis aber völlig versagen. Und dann die , die einen durchschnittlichen Abschluß haben, in der Praxis jedoch sehr gut sind.

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    Hast du schon einmal in einem Team gearbeitet, in dem die Mitarbeiter nur nach fachlicher Qualifikation und nicht nach social skills beurteilt wurden?

    so etwas gibt es in keinem unternehmen, es sei denn du "stellst" neue maschinen ein! denn alles was sich nicht qualifizieren kann landet sowieso erst einmal in dem müll und dann geht dass auswahlverfahren weiter, irgendwann hast du fachlich gesehen nur noch klone vor dir stehen und dann entscheidet aus welchem material du bist, welche farbe (das meine ich jetzt nicht rassistisch) etc und selbst wenn du einen mclaren unter den bewerben hast (fachlich), lotet man aus ob sich das für ein unternehmen überhaupt lohnt...denn was willst du mit einem mclaren, wenn du damit sowieso nur in der stadt fahren wirst.

    Zitat

    Ich habe zu Beginn meiner Berufstätigkeit mal in so einem Team gearbeitet. alle hervorragend qualifiziert, aber zum Teil soziale Authisten, Über-Leichen-Geher, Kollegenschweine etc. Es war ein Hauen und Stechen.

    um es nett auszudrücken, kann man so etwas auch als "durchsetzungsfähig" bezeichnen, durchaus eine fähigkeit die ich unter den soft skills listen würde!

    mir fehlen noch ein paar infos zu dem freund: hat er denn bisher überhaupt sozial-leistungen bezogen oder ist er so gut gestellt, dass er einfach nicht arbeiten muss? bei zweiterem kann man ihm keinen vorwurf machen. wenn er niemanden belastet und einfach mal ausgesorgt hat, steht es ihm frei, seinen lebensentwurf so zu leben, wie es ihm gefällt.


    dass das nicht jedermanns geschmack ist, ist klar. da liebe te, musst du einfach entscheiden, ob du so leben möchtest oder ob es zwischen euch einfach nicht passt. dass er privat "nett" ist, reicht wohl nicht für eine beziehung.


    wenn sein finanzielles polster nur noch für einen überschaubaren zeitraum reicht, dann würde ich ihm den ernst der lage auch klar machen.


    denn – da gebe die diekruemi recht – dann wirds eng in der bewerber-auswahl. ich selbst bin auch auf der seite der einstellenden und wenn ich da 50 bewerbungen auf eine stelle bekommen, interessiert mich nach den zertifikaten und beurteilungen der lebenslauf. und ja: jede lücke macht den bewerber einfach unattraktiver. bei jemandem, der 1 jahr lang weder praktika noch irgendwelche weiterbildungen gemacht hat, sondern sich auf seinem ingenieurs-studium ausruht hätte ich bauchschmerzen – denn ich suche ehrgeizige leute mit teamplayer-mentalität für ein ehrgeiziges team.


    was die befristeten verträge angeht, bin ich immer wieder überrascht. das ist inzwischen usus. ist jemand gut, wird man den vertrag nicht auslaufen lassen. und auch für den arbeitnehmer ist es eine möglichkeit, nach einem jahr ohne frist den arbeitgeber zu wechseln.

    Die Fachzeitschrift für Ingenieure sind die "VDI Nachrichten" die schon Studenten lesen sollten.


    Besonders für Euch interessant die Karriereberatung, betreut von "dem" Fachmann in Deutschland. Man kann seine Bewerbung zur Begutachtung einreichen.


    http://www.vdi.de/ und unter Heiko Mell, Karriereberatung


    Ihr glaubt gar nicht, auf was Personalberater achten. Bei diesen vielen Bewerbungen, die mache Firmen erhalten, reicht eine Kleinigkeit aus und die Bewerbung landet auf dem "uninteressanten Haufen".


    Eine 1-jährige Arbeitslosigkeit ist schwierig einem Arbeitgeber zu vermitteln. Denkt der doch, warum haben andere Firmen den Bewerber abgelehnt. Verschweigen geht auch nicht, da kommen unweigerlich noch schlimme Verdachtsmomente auf. Und kein Personalberater wird sagen, warum abgelehnt wurde. In früheren Zeiten erhielten bei Absagen oftmals junge Bewerber "väterliche Ratschläge und Hinweise", die jedoch wegen der heutigen Gesetzeslage tunlichst vermieden werden.


    Bewerbertraining wird meistens von Leuten geleitet, die sich kaum irgendwo beworben haben und oftmals nur Lehrbuchweisheiten vermitteln. Und die kaum Bezug zur Praxis haben.


    Ich wünsche Euch viel Glück und gebt den Mut nicht auf.

    *so läuft das leider heutzutage. wir haben viele hochqualifizierte leute in deutschland, aber der chef sch*** ja auch kein gold. was passiert, die guten wandern aus und was kommt...genau! was soll man da machen. ansetzen muss ganz woanders...