Freund dreht wieder am Rad

    Nachdem mein Freund vor ein paar Wochen seine Dissertation verteidigt hat und damit nun offiziell einen Doktorgrad erreicht hat ist bei ihm erstmal Party angesagt. Das kann ich ja auch noch verstehen dass man sich darüber erstmal freut und ausgelassen feiern muss. Er wird im März bei einem großen Unternehmen anfangen zu arbeiten und nutzt bis dahin die Zeit um sich von möglichst vielen Gehirnzellen zu verabschieden.


    Wir wohnen jetzt seit kurzer Zeit zusammen und bisher lief eigentlich alles ganz gut :-) Nur jetzt stürzt er sich wieder tief in seine Drogenaffinität, ist jeden Tag bekifft, teilweise fängt er schon morgens damit an. Außerdem ist bei ihm gerade Ketamin ein großes Thema, womit er sich am Wochenende gerne heftig ausknockt. Er macht das zwar nur wenn ich gerade nicht da bin, wenn ich aber nach Hause komme und er noch drauf ist gefällt mir das gar nicht, besonders eben bei Ketamin.


    Er begründet das damit dass er bald nicht mehr seine Jugend ausleben kann und sich da ein Kapitel schließt und ich doch bitte dafür Verständnis haben soll, immerhin hat er auch keine Anstalten gemacht als ich die Beziehung für eine Europareise "auf Eis gelegt" habe (waren knapp 2 Monate), da soll ich ihm auch seinen Urlaub auf Keta gönnen.


    Mich würde das glaube ich auch nicht so tangieren wenn ich nicht mit ihm zusammen wohnen würde, ich kann diesen Anblick einfach nicht ab. Außerdem nervt es mich dass die Bude 24/7 nach Gras riecht und am Wochenende das hier eine Afterhour Lounge ist. Ich hab momentan keine Ahnung wie ich mit der Situation bis März vernünftig umgehen soll, aber momentan steht mir das alles bis zum Hals!...

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    Mal ganz ehrlich, ich glaube, dass ihr beide ein massives Problem habt, dessen Umfang aber erst nach dem Zusammenziehen offenbar wurde.


    Ich denke, dass jemand, der ein so stark drogenbestimmtes Leben führt wie dein Freund, nicht zu dir passt. Wenn fast jeden Tag, manchmal von früh bis spät konsumiert wird und auch Ketamintrips ihn (und dich) beeinflussen, dann ist da ein verantwortungsloser Umgang mit Drogen festzustellen.


    Ein absolut schwerwiegendes und sehr grundsätzliches Problem ist schon, dass er deine längere Reisen (was eine absolut gesunde und den eigenen Erfahrungshorizont erweiternde Sache ist) gegen seine Dauertrips aufrechnet und dies auch noch als 'Beziehung-auf-Eis-legen' bezeichnet. Es zeigt, dass er keine Empathie dir gegenüber hat. Vielleicht ist das schon ein kleines Zeichen dafür, dass sein Konsum ihn ganz klammheimlich, still und leise verändert hat.


    Das Argument, dass er seine Jugend bald nicht mehr ausleben kann, zählt meines Erachtens überhaupt ganz und gar nicht; ein Mann, der seinen Doktorgrad erreicht hat, sollte sehr erwachsen und verantwortungsvoll sein und nicht dauerbreit durch seine freie Zeit taumeln. Man kann ja durchaus sehr sehr gelegentlich mal etwas rauchen, aber er ist mit seinem Konsum schwer gefährdet.


    Ich sehe die Gefahr, dass er nach Antritt seiner Stelle recht schnell Stress ausgesetzt sein wird, denn von promovierten Mitarbeitern wird oft auch Spitzenleistung für das Gehalt erwartet. Die Doktoren haben im Gegensatz zu Berufsanfängern mit Bachelorabschluss, die mit 22 J. ins Berufsleben einsteigen, auch keinen Welpenschutz mehr. Ich habe die Befürchtung, dass er versuchen wird, diesen bald auf ihn zukommenden Stress mit Drogen aus dem Wege zu räumen.


    Dass dies auf Dauer nicht funktionieren wird, ist kein großes Geheimnis. Und es ist auch kein Geheimnis, dass du am meisten darunter leiden wirst.

    Ich verstehe deinen Freund und kann auch ein Stück weit nachvollziehen, dass er, bevor der Ernst des Lebens beginnt, nochmal die Sau rauslassen will. Aber wenn man in einer Beziehung ist und noch dazu zusammen lebt, dann zählt man nicht nur selbst. Der Partner zählt auch etwas.

    Zitat

    Mich würde das glaube ich auch nicht so tangieren wenn ich nicht mit ihm zusammen wohnen würde, ich kann diesen Anblick einfach nicht ab. Außerdem nervt es mich dass die Bude 24/7 nach Gras riecht und am Wochenende das hier eine Afterhour Lounge ist. Ich hab momentan keine Ahnung wie ich mit der Situation bis März vernünftig umgehen soll, aber momentan steht mir das alles bis zum Hals!...

    Habt ihr denn schon mal versucht einen Kompromiss zu finden?


    Zum Beispiel, dass in der Wohnung nicht gekifft wird. Wenn er sich trotzdem einen Durchziehen möchte, dann könnte er das ja zB auch auf dem Balkon oder irgendwo im Park machen.


    Wenn er am Wochenende Ketamin nehmen möchte und du ihn aber so nicht um dich herum haben willst, könntet ihr vielleicht vereinbaren, dass er das Zeugs nur dann nimmt, wenn er nicht zu Hause ist. Er könnte ja zB nach dem Feiern gehen auch mal eine Nacht bei Freunden übernachten?

    Ich halte nicht den Ort des Konsums (Rauchen auf dem Balkon, Ketamin nur bei anderen Freunden) für das zentrale Problem, sondern die Menge und das generelle Konsumverhalten. Es wird ein wahrscheinlich wiederkehrendes Problem sein, wenn er beruflichen Stress haben wird und dann anschließend am Wochenende 'runterkommen' will. Und das wird ein permanenter Streitpunkt werden in einer Beziehung, möglicherweise wird er sich über die Jahre auch psychisch verändern.


    Um seine jugendliche Freiheit zu genießen, hätte er ja anderen Unfug machen können, der nicht auf die Partnerin einwirkt. Er kann sich auch auf Reise begeben, oder sich beim Bodypainting bemalen lassen, als Aktmodell in der Kunsthochschule posieren, sich das Gaumenzäpfchen piercen lassen oder die Haare grün färben (um sie vor Jobantritt gaaaanz kurz schneiden zu lassen) oder was weiß ich. Aber das exzessive Konsumieren von Drogen ist kein Zeichen von jugendlicher Freiheit, sondern ein Zeichen erwachsener Schwäche.

    Aufhören wird der damit wohl wieder, das hat er bisher immer und in besonders stressigen Zeiten nie konsumiert. Wirklich anstrengend wird es halt immer nur wenn er den Kopf frei hat und sonst nix zu erledigen. Während der Klausurphasen hat er auch bisher immer alles zur Seite gelegt und nix angerührt. Dafür nach den Klausuren dann wieder ordentlich. Ab und an stört mich das ja auch nicht, kenne recht wenig Männer die nicht den Drang besitzen sich hin und wieder das Hirn rauszuschießen, sei es mit Alkohol oder sonstigem Zeug, nur sieht das bei Ketamin eben besonders unästhetisch aus...


    Hab auch versucht ihm klar zu machen dass ich tagsüber keinen Grasgeruch in der Bude haben will. Er meint dann dass es draußen ja auch so kalt ist und er nicht rauchen sondern kiffen will. Dann macht er es vielleicht n paar Stunden nicht, sobald ich weg bin wird auf die Regel geschissen - wie bei nem kleinen Kind dem man verbietet tagsüber vorm TV oder der Konsole zu hocken. Abends stört es mich eigentlich nicht, aber muss halt auch nicht täglich sein. Manchmal scheuche ich ihn dann zu Freunden, Ende vom Lied ist dann aber auch oft dass er mit 2-3 Leuten im Schlepptau hier wieder aufkreuzt und die sich fröhlich im Grüppchen solange die Birne vernebeln bis gar nix mehr geht. Sowas macht mich dann immer sehr verlegen und ich will ungern jemanden rausschmeißen. Außerdem ist das eh vergebene Mühe Leuten die sich gerade ihren Film schieben irgendwas zu erklären.


    Werde ihm heute Abend nochmal klar machen dass ich kein Keta hier sehen will. Wenns dieses Wochenende wieder extrem wird überlege ich ihn den Februar über aus der Wohnung zu schmeißen und bei nem Freund zu parken (der ist aber genau so...). Nur hab ich Angst dass das falsche Eindrücke rüberbringt.

    Du hast noch ein Problem: In seinem Freundeskreis sind Gras und Keta völlig normal. Wenn es aber alle total normal finden, breit zu sein, dann verliert man als Teil dieser Gruppe das Gefühl dafür, was noch normal ist und was extrem ist.


    Seine Argumente, dass er nicht raucht, sondern kifft, und dass es draußen zu kalt ist, sind völlig infantiles Gequatsche. Das hat die Qualität der Ausrede eines 13-jährigen, der sein Zimmer nicht aufräumen möchte.


    Die Permanenz seines Drogenproblems zeigt sich darin, dass er zwar während der Klausuren mal aufhört, danach aber regelmäßig "wieder ordentlich" zugreift. Es spielt keine Rolle, ob er zuviel raucht, Keta nimmt oder sich mit Alkohol das Hirn ausknipst - du bist die Leidtreigende.


    Versuch' dir mal ehrlich die Frage zu beantworten: Hat er Freunde, bei denen gar nicht oder nur ganz mäßig geraucht/getrunken7sonstwas genommen wird? Hat er Themen in der Freizeit, macht er coole Sachen, ohne breit zu sein? Wird er es ganz oder fast ganz einstellen, wenn er Verantwortung im Job zu tragen hat? Würdest du mit ihm so richtig große Dinge mit 20 Jahren Laufzeit starten, z.B. einen Haufen Schulden gemeinsam (50/50) aufnehmen um ein Haus/Wohnung zu kaufen? Wird er es absolut ganz einstellen, wenn du von ihm schwanger wirst und ihr beide ein Kind zu erziehen habt?

    Zitat

    Die Permanenz seines Drogenproblems zeigt sich darin, dass er zwar während der Klausuren mal aufhört, danach aber regelmäßig "wieder ordentlich" zugreift.

    Nunja. Der ich sehe da schon Unterschiede zwischen Gelegenheitskonsum, problematischen Konsummustern und einem Drogenproblem. Wie das hier einzuordnen ist, das will ich mir nicht anmaßen.


    Generell denke ich, dass das WARUM eine wichtige Rolle spielt. Wenn man dazu neigt Drogen als "Selbstmedkation" zu nehmen, damit es einem besser geht, halte ich persönlich das für wesentlich problematischer, als wenn Menschen in Party-Phasen mal eine kurze Zeit lang über die Stränge schlagen.

    Zitat

    ein Mann, der seinen Doktorgrad erreicht hat, sollte sehr erwachsen und verantwortungsvoll sein und nicht dauerbreit durch seine freie Zeit taumeln

    Zitat

    Das hat die Qualität der Ausrede eines 13-jährigen, der sein Zimmer nicht aufräumen möchte.

    Du denkst also, dass er als Herr Dr. XY sich erwachsen und nicht wie ein 13-järiger benehmen soll, richtig?


    Ich nehme an, dass der Freund der TE im Hinblick auf seinen Einstieg ins Berufsleben ähnlich empfindet. Eben dass er dann erwachsener und ernsthafter sein muss. Und ich denke, dass er sich jetzt dann eben nochmal eine kurze Zeit lang wie ein 13-jähriger gehen lässt ;-D

    Zitat

    Hab auch versucht ihm klar zu machen dass ich tagsüber keinen Grasgeruch in der Bude haben will. Er meint dann dass es draußen ja auch so kalt ist und er nicht rauchen sondern kiffen will. Dann macht er es vielleicht n paar Stunden nicht, sobald ich weg bin wird auf die Regel geschissen - wie bei nem kleinen Kind dem man verbietet tagsüber vorm TV oder der Konsole zu hocken. Abends stört es mich eigentlich nicht, aber muss halt auch nicht täglich sein. Manchmal scheuche ich ihn dann zu Freunden, Ende vom Lied ist dann aber auch oft dass er mit 2-3 Leuten im Schlepptau hier wieder aufkreuzt und die sich fröhlich im Grüppchen solange die Birne vernebeln bis gar nix mehr geht. Sowas macht mich dann immer sehr verlegen und ich will ungern jemanden rausschmeißen. Außerdem ist das eh vergebene Mühe Leuten die sich gerade ihren Film schieben irgendwas zu erklären.


    Werde ihm heute Abend nochmal klar machen dass ich kein Keta hier sehen will. Wenns dieses Wochenende wieder extrem wird überlege ich ihn den Februar über aus der Wohnung zu schmeißen und bei nem Freund zu parken (der ist aber genau so...). Nur hab ich Angst dass das falsche Eindrücke rüberbringt.

    Ich denke, was euer Zusammenleben angeht müsst ihr euch noch an der einen oder anderen Front zusammenraufen und Kompromisse finden.


    Ich würde an die Decke gehen, wenn plötzlich unangekündigt irgendwelche Menschen in der Wohnung wären ]:D

    Gras ist in sowohl seinem als auch meinem Umfeld "normal". Ich kann glaube ich an einer Hand die Leute aus meinem Freundeskreis abzählen die nicht ne Zeit lang gekifft haben oder es immer noch tun. Nur der extreme Konsum ist auch hier nicht akzeptiert und vor allem ist es keine Regelmäßigkeit in dem Ausmaß- Er sagt ja auch selbst dass er sich gerade dem Exzess hingibt. Eben mit dem Argument dass er danach keine Zeit mehr dafür hat. Wirklich schwarze Schafe sind da 2 seiner Freunde die beide ebenfalls gerade mitten in ihrer Promotion stecken und nichts anderes mehr tun außer Forschen und Kiffen (bin echt froh dass keiner von den Ballerbirnen Mediziner ist)


    Ketamin ist eher ne Ausnahme, selbst im sehr drogenaffinen Freundeskreis. Wer mal gesehen hat wie Leute auf dem Zeug aussehen und sich verhalten weiß auch direkt wieso.

    Zitat

    Ich denke, was euer Zusammenleben angeht müsst ihr euch noch an der einen oder anderen Front zusammenraufen und Kompromisse finden.


    Ich würde an die Decke gehen, wenn plötzlich unangekündigt irgendwelche Menschen in der Wohnung wären ]:D

    Die Sache ist halt auch dass ich zu ihm gezogen bin und daher ihm daher nicht da zu sehr reinreden will, außerdem finde ich eh nicht dass man alles ankündigen muss. Viel mehr geht es mir auf die Nerven dass sie dann bis 2-3 Uhr hier sind und das teilweise auch unter der Woche.

    Naja. Mit Ketamin ist eben nicht zu spaßen. Bei einer großen Firma anzufangen heißt ja auch, den Betriebsarzt aufzusuchen, um eine Eingangsuntersuchung zu absolvieren. Also mit Urinprobe und so weiter. Dehydro-Norketamin ist bis zu drei Tage nach dem Konsum nachweisbar. Bei Verdacht kann man allerdings im Laborversuch bei ständiger Einnahme Norketamin nachweisen.


    Bei Cannabis: Bei bei den Abbauprodukten baut sich bei regelmäßigen Konsumenten ein THC-COOH Polster im Körperfett auf, welches bis zu 3 Monate lang im Blut oder Urin nachgewiesen werden kann, da eine kontinuierliche Abgabe erfolgt. Wird also in der Urinprobe deines Freundes ein Abbauprodukt festgestellt, dann könnte er seine Anstellung bei der neuen Firma hinten anstellen...

    Zitat

    Nunja. Der ich sehe da schon Unterschiede zwischen Gelegenheitskonsum, problematischen Konsummustern und einem Drogenproblem. Wie das hier einzuordnen ist, das will ich mir nicht anmaßen.

    Ich maße mir das mal an: Es ist mindestens ein problematisches Konsummuster. Eine Partyphase ist eine Phase, die einen Abend lang anhält, aber es ist keine Phase, die viele Wochen anhält und manchmal schon am Morgen beginnt. Ich denke, es ist schon ein problematisches Konsummuster, wenn man an jedem Samstagabend breit ist. Wenn man in Kreisen unterwegs ist, die nix mehr tun als forschen und kiffen, und ihre gemeinsame Zeit als Gruppe nur stoned erleben, dann ist das ein problematisches Verhalten. Keiner merkt, wenn einer abrutscht und aus der Norm fällt, weil ja alle gleich breit sind und die Auffälligkeit zur Normalität wird. Natürlich werden einige es schaffen, nach der stressigen Promotion oder sonstigen Examina ohne Zeug klarzukommen, aber ein bemerkenswert großer Anteil der Leute wird ein kleines Problem damit haben, einige vielleicht auch ein größeres Problem.

    Zitat

    Und ich denke, dass er sich jetzt dann eben nochmal eine kurze Zeit lang wie ein 13-jähriger gehen lässt.

    Dann soll er halt sein Zimmer nicht aufräumen, ganz heimlich einen Porno gucken, zuviel Tageszeit mit Whatsapp verbringen oder in seine Musiklehrerin verknallt sein. Das wäre typisch 13-jährig.

    Zitat

    Er begründet das damit dass er bald nicht mehr seine Jugend ausleben kann

    Ich wüsste jetzt nicht, warum man zum Ausleben seiner Jugend Drogen benötigt? ":/ ??? Kann er seine Jugend, sein Leben nicht so angenehm gestalten, dass er sich sein Leben immer mit Drogen zuschütten muss? Ich vermute, du wirst mit ihm noch wesentlich mehr als nur das Drogenproblem haben- die Drogen sind nur ein Symptom, nicht die Ursache für seine Probleme im Leben und mit seinem Leben. Vielleicht braucht er mal stärkeren Kontakt mit Menschen, die auch ohne Drogen ein sehr freudvolles Leben führen?

    Ach, gut das parazellnuss das aufgreift:


    Regelmäßig vorgenommene Einstellungsuntersuchungen auf Drogen- und Alkoholkonsum sind recht weit verbreitet, obwohl es bis auf wenige Ausnahmen keine rechtliche Basis dafür gibt. Drogen- und Alkoholtests sind nur zulässig, wenn auch die Frage danach zulässig wäre; wenn also die vom Bewerber angestrebte Tätigkeit zwingend voraussetzt, dass dieser nicht alkohol- oder drogenabhängig ist (Piloten, usw). Das hat auch das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil bestätigt (BAG-Urteil v. 12.08.1999 – 2 AZR 55/99). Das das Untersuchungsthema auch mal wahnsinnig schief gehen kann, wissen wir seit dem Absturz in Frankreich.


    Niemand kann zur Untersuchung gezwungen werden, aber ...


    Auch wenn niemand verpflichtet ist, seine Blut- oder Urinprobe zu lassen, so stellt diese Freiwilligkeit doch angesichts der Arbeitsmarktlage für so manchen begehrten Posten eine Farce dar. Wer sich verweigert, muss damit rechnen, den gewünschten Job nicht zu bekommen. Auch wenn der Arbeitgeber eine Befreiung von der ärztlichen Schweigepflicht verlangt, hat der Bewerber schlechte Karten. Als Neueinsteiger im Unternehmen sitzt man am kürzeren Hebel.