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    Es gibt durchaus Menschen die ein normales und rechtschaffendes Leben führen, sich aber trotzdem hin und wieder den Schädel dichtrauchen. Bevorzugt nach einem guten Essen

    Drogen in höheren Dosen wirken statistisch giftig (Leber, Niere, Hirn, Herz-Kreislauf, Libido), der Rauch wirkt schädlich auf die Lunge. Warum man sich mit irgendwelchem Rauch zudrönen muss, erschließt sich mir nicht (klar kann man das auch mit Alkohol- das ist auch nicht wesentlich besser, außer dass die Lungenwirkung entfällt). Und ja, ich kenne auch Alkoholiker, die ein "rechtschaffendes und "normaes" Leben führen- nur dass sie ihren Körper und ihre Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit verhunzen. Und ich glaube dennoch, dass diese Personen nicht selten mehr Probleme mit ihrem Leben haben, als sie gerne zugeben wollen

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    Drogen in höheren Dosen wirken statistisch giftig (Leber, Niere, Hirn, Herz-Kreislauf, Libido), der Rauch wirkt schädlich auf die Lunge.

    Und? Das kann man sich zumindest aussuchen, also anders als die Gifte, denen man sich nicht entziehen kann, aber überhaupt keinen Nutzen haben. Naürlich ist das Ziel eher einer Verringerung, aber wenn man zwischen der Wahl steht keine Gifte zu sich zu nehmen und trotzdem einer hohen Belsatung ausgesetzt zu sein und Gifte zu sich zu nehmen und damit die Belastung (tw. nur geringfügig) zu erhöhen, aber mit großen Nutzen, dann wähle ich lieber Letzteres.


    Da kann man lieber auf Alkohol und insbesondere Tabak verzichten.

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    Warum man sich mit irgendwelchem Rauch zudrönen muss, erschließt sich mir nicht (klar kann man das auch mit Alkohol- das ist auch nicht wesentlich besser, außer dass die Lungenwirkung entfällt)

    Der Alkoholrausch ist ziemlich lahm und dafür auch ziemlich gefährlich. Für einen selbst und andere.

    @Badebär

    Tatsächlich interpretiere ich, aber die Interpretation hat ja ein Fundament. Ich bin so fest davon überzeugt, dass es nicht nur ein Problem mit den "Regeln des Zusammenlebens" gibt, sondern auch ein Problem mit der Intensität des Konsums. Ich habe jedenfalls die Befürchtung, dass die Probleme nicht vom Tisch sind, wenn es "angenehmere Konsumregeln" ohne Grasgeruch in der Bude gibt. Die Art und Weise, wie BlackMonday über den Zustand ihres Freundes gesprochen hat, wenn er auf Keta ist und wie häufig er auf Gras breit ist, spricht doch Bände.


    Auch die Art, wie sie über die Konsumintensität spricht


    "Exzesse"


    "nutzt bis dahin die Zeit um sich von möglichst vielen Gehirnzellen zu verabschieden"


    "stürzt er sich wieder tief in seine Drogenaffinität, ist jeden Tag bekifft, teilweise fängt er schon morgens damit an"


    "Dann macht er es vielleicht n paar Stunden nicht, sobald ich weg bin wird auf die Regel geschissen"


    "die sich fröhlich im Grüppchen solange die Birne vernebeln bis gar nix mehr geht."


    "Er sagt ja auch selbst dass er sich gerade dem Exzess hingibt."


    "Wer mal gesehen hat wie Leute auf dem Zeug (Keta) aussehen und sich verhalten weiß auch direkt wieso."


    oder die Clique spricht


    "... da redet man auch nur gegen ne Wand"


    "seine beiden Ballerbirnen"


    "nichts anderes mehr tun außer Forschen und Kiffen"


    " Außerdem ist das eh vergebene Mühe Leuten die sich gerade ihren Film schieben irgendwas zu erklären."


    Hier geht es nicht um ein Problem, das jemand im Wohnzimmer nach dem Bohneneintopf mal einen Furz lässt ...

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    Das kann man sich zumindest aussuchen, also anders als die Gifte, denen man sich nicht entziehen kann, aber überhaupt keinen Nutzen haben.

    Warum sollte ich mir zusätzliche Gifte aussuchen und was habe ich davon, was habe ich von Drogen?

    @ Seherin

    welche beiden Themen meinst du jetzt genau?

    @ halligalileo

    Vielen Dank für deine Beiträge, die stellenweise auch recht hilfreich waren, aber ich glaube du schießt langsam etwas über das Ziel hinaus *:)


    Zumindest ist mir jetzt schonmal klarer dass mich (mit Ausnahme des Ketamins) seine Tagesgestaltung und meine unsichere Position bezüglich wohnen und Forderungen stellen sehr stören. Dazu kommt noch der Grasgeruch. Zeit zu zweit verbringen wir oft genug, manchmal halt nüchtern, manchmal dann halt nicht.

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    welche beiden Themen meinst du jetzt genau?

    zum einen zu (er)klären, dass du dich noch sehr als gast fühlst, noch gar nicht die selbstverständlichkeit sprüst, dass ihr ebenbürtige wohngenossen seid...


    ... und zum anderen das drogenthema davon losgelöst anzuschauen.

    @sensibelmann99

    Man kann sich vielen Giften nicht entziehen, allen voran die Umweltgifte. Autoabgase, Radioaktivität, Lärm, Pestizide, Passivrauchen, Aflatoxinen/Schimmelpilzgiften ...


    Ich finde, man kann manche Drogen auch noch als Genussmittel betrachten. Alkohol ist Genussmittel, kann aber schaden und auch sehr böse abhängig machen. Ein Glas Wein am Tag ist Genussmittel, eine Flasche Wein am Tag (also über längere Zeit jeden Tag) ist zumindest ein schädlicher Gebrauch, und die Grenze zur Sucht ist fließend - von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Gras kann auch Genussmittel sein, aber bei heftigem Konsum den ich hier herauslese ist die Grenze zum schädlichen Gebrauch überschritten. Einerseits schädlich im sozialen Miteinander, andererseits für Hirn & Körper. Crack ist definitiv kein Genussmittel, Keta hat mal als pharmazeutischer Wirkstoff angefangen ist wird jetzt auch als Droge gebraucht. Genuss ist für mich vor allem durch zurückhaltenden Gebrauch bestimmt, denn die Grenze zur Schädlichkeit wird leichter überschritten, als man denkt.

    Danke für die Rückmeldung, BlackMonday. Ich denke, ich habe jetzt auch alles gesagt, was ich zu sagen habe. Es blieb wohl kaum verborgen, dass mich das Thema sehr bewegt hat. Damit habe ich auch mal übers Ziel hinausgeschossen - das passiert im Eifer des Gefechts.

    Sein konsumverhalten werde ich wenn halt erst als kritisch betrachten wenn er sobald er im Job ist nicht aufhört sondern weiter damit macht. Er hats halt angekündigt und bisher sich auch immer dran gehalten. Sonderlich schön finde ich das nicht, ist mir aber immer noch lieber als jemand der Briefmarken sammelt oder sich jeden Abend mit Kumpels in der Stammkneipe trifft. ;-D


    Sollte er Anfang März nicht die Kurve kriegen werde ich mir deine Worte nochmal mehr zu Herzen nehmen :-) Hab schon solche Hardcorekiffer erlebt die von jetzt auf gleich damit aufgehört haben (Job, Kind) und vorher ähnliches oder schlimmeres Verhalten an den Tag gelegt haben, aber auch natürlich solche die danach komplett abgestürzt sind.

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    Man kann sich vielen Giften nicht entziehen, allen voran die Umweltgifte. Autoabgase, Radioaktivität, Lärm, Pestizide, Passivrauchen, Aflatoxinen/Schimmelpilzgiften ...

    Das sollte immer noch gültig sein: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei." Paracelsus


    Vielen Giften kann ich mich durchaus so entziehen, dass die Dosis niedrig bleibt.


    Die Frage bleibt immer noch offen: Warum soll man sich aus der realen Welt per Droge "beamen"?

    Warum trinken die Menschen Alkohol? Zumindest bei Hochprozentigem kann es eigentlich nicht am Geschmack liegen. Manche Rauschmittel sind gesellschaftlich toleriert, weil es sie schon so lange gibt - Tabak und Alkohol. Bei anderen liegt der Genuss im Rausch, man kann nicht alle Drogen gleich betrachten. Gras ist etwas anderes als Crack.


    Diese Toleranz gegenüber Genusswirkung und Rausch drückt sich aus, indem unser Staat kräftig daran teilhat, die mehr oder minder nervenwirksamen und nervenschädigenden Stoffe zu besteuern: Alkohol, Tabak, Kaffee, Sekt, Bier ...

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    Warum soll man sich aus der realen Welt per Droge "beamen"?

    Kann es nicht sein, dass es bei vielen Menschen ein Grundbedürfnis nach Rausch, Extase oder Trance gibt?


    Kulturgeschichte des Rausches


    Ich sehe das Problem eher darin wie in unserer Gesellschaft oftmals Rauschmittel konsumiert werden ":/


    Rausch muss nicht notwendigerweise ein sich aus der realen Welt fortbeamen sein. Es kann einem tatsächlich auch andere Perspektiven vom eigenen Seelenleben zugänglich machen. Dazu müssen aber sowohl Set und Setting stimmen und vieles mehr. Und der bewussten Konsum sollte in meinen Augen eher Ausnahmezustand und weniger Normalität sein.

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    Manche Rauschmittel sind gesellschaftlich toleriert

    Naja, mir ging es vielmehr darum, wie weit der Rausch geht- ist es nur dazu, um etwas Hemmschwellen abzubauen, etwas angeheitert zu werden- z.B. in geselliger Runde (klar geht das auch ohne Alkohol) oder dient der Rausch dazu, um von der realen Welt nicht mehr allzu viel mitzubekommen?