Also ich habe mir auch in den letzten tagen gedanken ueber psychische/verbale gewalt vs. Physische gemacht. Meiner meinung nach ist der unterschied, dass physische gewalt zum einen in solchen wie meinen faellen ungerecht ist: ich haette niemals gegen ihn ankommen koennen, weil er mir koerperlich weit ueberlegen ist. Nicht ohne grund ist koerperliche gewalt daher gesetzlich strafbar, sonst wuerde ja das recht des staerkeren gelten.


    Zum anderen bergen physische handlungen die gefahr der erheblichen/nicht wieder gutzumachenden schaeden....wenn er z.b. nur etwas staerker mehr rechts gehauen haette, waere ich nun auf dem rechten auge mitunter fuer immer blind.


    Klar koennen psychische worte auch grossen schaden in der seele anrichten. Es mag auch hier sicherlich extremfaelle geben, wo partner den anderen durch verbales fertigmachen in die psychiatrie oder in den selbstmord treiben. Aber das sind eher extremfaelle. Wohingehen bei koerperlicher haeuslicher gewalt von natur her frauen i.d.r. einen erheblichen nachteil ihren maennern gegenueber haben.

    Es ist jetzt wichtig, wie du reagierst, wenn du ihm allzu schnell verzeihst , so nach dem Motto: o.k., ich habe auch großen fehler gemacht...wird es beim nächsten Konflikt zu erneuten Schlägen kommen.


    Die Grenze ist sozusagen gefallen.


    Ich würde, wenn er wieder ankommt (und warte bis er kommt, renne ihm nicht nach) ihm klar machen, dass er eine Therpaie machen muss, sich um seine Gewalteskalation kümmern muss, Strategien erlernen, wie er seine Agressionen in den Griff bekommt . Ja , das kann auch sein, das er geht, de Tür zu kracht....


    Erkundige dich doch mal nach beratungsstellen, eventuell auch ihr als Paar zusammen, wo ihr begleitet lernen könnt, wie man Streit austrägt.


    Auf alle Fälle musst du ihm klar machen, dass es das allereinzige mal war, wo du ihm, falls er bereit ist daran zu arbeiten, noch mal eine Chance gibst. Es gibt keine zweite.....

    Ich frage mich, warum du nicht die wirklich wichtigen Fragen stellst...


    Nämlich wie es mit dem Kind weiter geht, welche Möglichkeiten es gibt den Kontakt zu ermöglichen etc.


    Du scheinst doch teilweise so als würdest du...Bestätigung suchen für deine Handlung.


    Ja die Trennung ist richtig.


    Doch du trägst eine Mitschuld.


    Aber ich hab das Gefühl, das ist dir selbst in irgendeiner Art und Weise klar.


    Was mit dem Kind wird, darauf...also da stellst du keinerlei Fragen zu....


    Und das wäre für mich jetzt am wichtigsten, denn die Sachen eurer Beziehung scheinen doch geklärt? (Trennung)

    Also ich gehe wie gesagt zu dieser beratungsstelle...


    was mit dem kind wird ist mir selbst sehr unklar. Wie eingangs erwaehnt. Im grunde moechte ich ihr nicht den vater nehmen. Wenn er oder seine eltern sich um einen regelmaessigen umgang bemuehen, staende ich wohl nicht im wege. Allerdings - sofern keine reflektion oder gar einsicht herrscht - mit einem sehr unguten gefuehl im magen.


    ich werde ihn nicht kontaktieren. Und auch seine eltern nicht mehr. Da seine mutter mich indirekt als luegnerin da stehen liess.


    Es kann sein dass sich sein vater bei mir meldet. Er hatte sich nach dem vorfall erkundigt wie es mir und der kleinen geht. Dann wuerde der kontakt ueber ihn laufen.

    Zitat

    Wenn er oder seine eltern sich um einen regelmaessigen umgang bemuehen, staende ich wohl nicht im wege. Allerdings - sofern keine reflektion oder gar einsicht herrscht - mit einem sehr unguten gefuehl im magen.

    Ich an deiner Stelle würde mich ans Jugendamt wenden. Unabhängig von Provokationen etc.. der Typ hat dich krankenhausreif geschlagen!!! Und du würdest ihm tatsächlich euer Kind mitgeben?


    Da gehört eine vernünftige Regelung gefunden, auch wenn das bedeuten könnte, dass er mit eurem Kind erst einmal nur begleiteten Umgang hat. Ob und wie man den Umgang, Unterhaltspflicht etc regeln kann, da kann dich das Jugendamt beraten.

    Ich schaue jetzt bestimmt zum 5. Mal in diesen Faden und konnte mich bisher nicht durchringen, einen Beitrag zu schreiben, obwohl ich eine klare persönliche Meinung zu körperlicher Gewalt habe (dazu später).


    Mir ist nur aufgefallen, wie schnell Absolutismen bemüht werden, wenn eine Frau geschlagen wird. Und die Diskussionen darüber. Und natürlich die unbedingte Trennung. Auf der anderen Seite findet man die bekannten Relativierungen ( "... Wehren dürfen", "... Gewalt gegen Männer juckt auch keinen" ...). Was mir dabei fehlt ist die persönliche Nähe zum Vorgang. Wir haben den Kontext nicht erlebt. Mangels eigener Erfahrung (hoffentlich bei der Mehrheit hier) werden sicher auch einige keine große Erfahrung mit eskalierenden Konflikten haben. Und das hier war ein außergewöhnlich eskalierender Konflikt mit außergewöhnlichen Maßnahmen (den Ausweg versperren finde ich schon ziemlich radikal).


    Ich habe ja meine persönliche Meinung zu Gewalt versprochen. Egal, wie eskalierend ein Konflikt ist und wie wenig die beiden Parteien in der Lage sind, dies aufzuhalten - der erste Schritt zur Gewalt ohne Notwehr berührt mich ganz besonders tief, weil jemand in der Lage ist, diese Hemmschwelle zu überschreiten. Man ist bereit, den anderen zu verletzen und Schmerzen hinzuzufügen. Das muss man erst mal können. Und darüber würde ich mir die meisten Sorgen machen, dass ein Partner dies überhaupt schafft.


    Entscheidend für mich wäre der Moment danach. Ist der Schläger unmittelbar selbst erschrocken über sein Handeln? Dann sehe ich eine Chance auf Verarbeitung und langfristigen Gegenmaßnahmen, dass er lernt, sich hier unter Kontrolle zu halten. Komme ich in einer ruhigen Betrachtung der Ereignisse zu einer Antwort auf die Frage, ob der Schlag als Angriff oder als Verteidigung zu werten ist? Eine Verteidigung muss nicht körperliche Notwehr sein - man kann auch emotional in die Ecke gedrängt werden, und ein Schlag ist möglicherweise ein Zeichen von Schwäche - nicht von Dominanz.


    Das wären die Dinge, die mich danach für eine ganze Weile beschäftigen würden.


    Der Abstand ist erst einmal richtig und grundsätzlich bleibt erst einmal die große Angst, dass der Mensch wirklich gewaltbereit ist. Ob eine endgültige Trennung die logische Konsequenz sein muss, darüber würden bei mir die anderen Dinge befinden, die ich oben erwähnt habe. Und das braucht Zeit.

    Dass dich die Eskalation sehr geschockt hat, kann ich total gut verstehen. Fühl dich gedrückt!


    Ich rechne deinem Freund an, dass er sich und seine Aggressionen anscheinend ganz gut kennt und immer wusste, wann er gehen muss, um zu vermeiden, dass er ausrastet.


    Allerdings sehe ich in dem, was du beschreibst, unabhängig von seiner Gewalttat gegen dich so viele Alarmzeichen, die für sich für eine Trennung reichen würden und die für dein Kind eine Katastrophe sind - euer beider Konfliktverhalten ist ganz, ganz schlimm, das geht gar nicht. Dass er dich im Streit übel beleidigt ist schon ein totales no-go, und dass er danach regelmäßig einfach abtaucht und sich tage-bis wochenlang nicht meldet, das geht genauso wenig, wenn man ein Kind hat. Noch ist sie sehr klein, aber für ein älteres Kind ist das eine Katastrophe, wenn Papa nach einem Streit einfach so tagelang verschwindet und Mama darüber verzweifelt ist!! Abgesehen davon, dass er dich mit allem alleine lässt. Das ist so unreif und verantwortungslos, das geht nicht.


    Ich halte hier eine Trennung schon deshalb für die einzige Lösung, damit eurer Tochter erspart bleibt, eure schlimmen Streits mit zu hören, zu hören wie ihr euch gegenseitig beleidigt und wie ihr Vater nach so einem Krach einfach verschwindet. Das alles ist total traumatisch für ein Kind.


    Wenn ihr es weiter miteinander versuchen wollt, müsstet ihr beide (!!) dringend eine Beratungsstelle aufsuchen und sowohl gemeinsam als auch einzeln Beratungsgespräche führen, um eure beiderseits katastrophale Streitkultur in den Griff zu bekommen. Dass dein Verhalten auch nicht richtig ist und du auch an dir etwas verändern musst, wenn ihr eine (friedliche) Zukunft haben wollt, weißt du ja selbst.


    Wie gesagt, das alles ohne seine Gewalttätigkeit mit einzubeziehen. Dazu hat Comran echt gute Sachen geschrieben. Ich finde die Situation insofern gefährlich, dass er eine ganz große Grenze überschritten hat, und das senkt die Hemmung gegenüber erneuter Gewalt beim nächsten Streit. Dass er dich schon vorher nicht respektiert hat, machen seine Beleidigungen deutlich.

    @ Cleo Edwards von Davonport

    Na wenn man das so sieht, ist er auch Mitschuld daran, dass sie ihn einsperren wollte. Aus dem Grund, weil er sich vorher jedesmal bei wichtigen Dingen bzw. Konflikten einer Klärung entzogen hat und praktisch eine Weile untergetaucht ist. Ist ein sehr verantwortungsvolles Verhalten als Vater.


    Ich bleibe dabei: Er nicht mitschuldig daran, dass die TE ihn einsperren wollte und sie ist nicht mitschuldig daran, dass er ihr ein Veilchen verpasst hat.

    Zitat

    wenn er z.b. nur etwas staerker mehr rechts gehauen haette, waere ich nun auf dem rechten auge mitunter fuer immer blind.

    Dass er überhaupt fähig und bereit ist einen ihm eigentlich nahestehenden Menschen derart zu schlagen in eine (sehr) verletzbare und "persönliche" Stelle, nämlich ins Gesicht - noch dazu unmittelbar nachdem er dich geschubst hat - spricht nicht für eine hohe Hemmschwelle bei ihm. (Zumal er seinen Vater auch schon geschlagen hat.)


    Ich meine ich kenne es, dass man sich im Streit unter Geschwister mal miteinander kloppt und sich schlägt, aber solche Sachen gehen darüber hinaus. Der Schlag war ja zielgerichtet und kein Unfall/Versehen.

    Danke dir auch...ayasha...


    ja...wie gesagt vieles an seinem verhalten ist unreif und verantwortungslos....mein umfeld, das ihn kennt, fand das auch...sah aber auch seine guten seiten und wie er sich bemuehte...einmal blieb er 2 wochen weg nach einem streit...das besserte sich dann immer mehr...am ende konnte er manchmal sogar in der situation bleiben, wenn ich ganz ruhig argumentierte...und bemuehte sich sonst innerhalb von 2 bis 3 tagen wieder "zu reden"...


    Meine schwester meinte immer, ich muesse viel viel geduld mit ihm haben.


    die gefahren fuer meine tochter seh ich auch genauso....das bereitet mir grosse sorgen...


    was du mit der hemmschwelle der gewalt beschreibst, finde ich auch.


    Bzw. Was comran schrieb...die grundsaetzliche bereitschaft bei ihm, gewalt auszuueben..das bereitet mir derzeit ganz schoen viel kopfschmerzen und ratlosigkeit.

    Hm. @zuschauer:


    ja der schlag war zielgerichtet....es ist nur so, ich kenne die kraftverhaeltnisse meines "partners". Ich weiss wie stark er ist. Ich wage zu behaupten dass er fuer seine verhaeltnisse schwach zuschlug. Wie gesagt sonst waere bei mir was gebrochen. Nur ich bin eine schlanke zarte person...es hat halt schon ausgereicht fuer platzwunden etc.


    ich muss da drueber nachdenken ob man es als "verteidigung" sehen kann...er war schon in die ecke gedraengt...es war auf jeden fall ein akt der schwaeche...

    Weißt du, so etwas wie eine Beißhemmung gibt es sogar bei Hunden. Auch wenn die das teilweise erst lernen müssen. Wenn ein Hund abschätzen kann, ab wann er jemandem ernsthafte Verletzungen zufügt, dann kann das auch ein Mensch.


    Wenn ich jemanden mit der Faust ins Gesicht schlage, dann nehme ich absichtlich schwerere Verletzungen in Kauf. Punkt.

    Zitat

    die gefahren fuer meine tochter seh ich auch genauso....das bereitet mir grosse sorgen...

    mh ":/ , ich glaube eigentlich nicht, dass es Mann der eine Frau schlägt (und das dies ein no go ist ist klar) auch zwangsläufig ein kleines Kind schlägt..da ist noch mal eine große Hemmung dazwischen.


    Viel Geduld haben, wie deine Schwester schreibt, geht aber nur, wenn man an den Defiziten auch ganz zielgerichtet arbeitet. Mit nur Geduld und von allein passiert da nichts, wie auch. Es sind Fehlentwicklungen die sich über Jahre aufgebaut haben, die verschwinden nicht von allein.