Auf der anderen Seite bringen kleine Kinder einen ganz anders an die eigenen Grenzen als es - in der Regel jedenfalls - Erwachsene tun. Noch ist die Kleine dafür zu klein, aber ein 2- oder 3-jähriges Kind, das einen Wutanfall hat, kann auch den nervenstärksten Erwachsenen an die absolute Grenze bringen. Und wenn man in der Situation außer Haus allein mit dem Kind ist, kann man sich der Situation nicht einfach durch Verschwinden entziehen, ein Kleinkind kann ja noch nicht auf sich selbst aufpassen. Ich finde das schon echt problematisch.


    Aber das ist im Moment ja noch nicht die Situation - eins nach dem anderen..

    Ich denke in eurer 2 jährigen Beziehung gab es sehr viele Stellen an denen ihr beide hättet eingreifen können oder sollen. Oder auch Freunde und Familie.


    Wir sehen hier nur eine Momentaufnahme.


    Weswegen ich wirklich ein Problem mit Schuldzuweisungen habe.


    Wir sehen hier einen Moment, wir wissen nichtmal um was der Streit ging, was genau gesagt wurde, was die TE gesagt hat, was er gesagt hat.


    Ich finde es auch schlimm, dass die Mutter der TE in der Küche saß und nichts sagte...


    Wir wissen nicht welche Absprachen bisher getroffen worden sind...


    Wie gesagt in 2 Jahren gab es so viele Situationen, wo man es hätte deaskilieren MÜSSEN.


    Aber ihr habt es beide eskalieren lassen...


    Jetzt müsst ihr eurer Tochter zu liebe einen gemeinsamen Weg finden...als Eltern, nicht als Paar.


    Dafür wünsche ich euch eine Beratung, die ihr beide annehmen könnt und ganz viel Unterstützung in der Familie.

    Ja da machst du einen punkt..ich fand die reaktion meiner mutter auch schlimm...und die seiner mutter auch. In gewisser weise gibts hier sogar parallelen. Aber das ist sicherlich ein fall fuer einen profi (therapeut).


    Mir gings eher um die sorge, dass m. Tochter die streits nicht mitbekommen soll und wie er dann tagelang nicht da ist. Wobei sie es momentan eh nur so kennt dass er eher nur am wochenende da ist.

    Wir hatten in letzter zeit ueber berufliches gestritten. Ich war zweimal diesen sommer auf fortbildungen, da ich nebenher eine ausbildung im bereich fitness mache....er hatte hier zugesagt waehrend der fortbildungen die kleine zu nehmen. Es geschah dann dass er kurz vorher absagte, da er mit seiner arbeit nicht fertig geworden sei. Seine eltern haben dann ausgeholfen, sonst haette ich nicht zu den fortbildungen fahren koennen. Meine mutter ist zu alt, um ein wochenende alleine auf die kleine aufzupassen. Meine schwester hat selbst 3 kinder und viel um die ohren.


    Bei diesem streit hat er angefangen, meine arbeit schlecht zu machen. Ich war sehr verletzt, denn es liegt mir sehr am herzen, diese ausbildung zu machen. Ich liebe es.


    Ich hab oft bei diesen streits das gefuehl gehabt, dass er seinen frust an mir auslaesst. Wie gesagt kaempft er in seiner selbstaendigkeit und kommt nur schlecht ueber die runden....ich hab weiterhin meinen hauptberuf und bin finanziell unabhaengig.


    Einerseits meinte er immer, er wolle mich unterstuetzen in all meinen traeumen. Andererseits empfand ich sein verhalten in jenen momenten als sehr gemein und missguenstig.

    Seinen Frust sollte er an andrer Stelle ablassen.


    Joggen gehen, gerne auch mit der kleinen im Kinderwagen, dann ist sie an der frischen Luft.


    Aber dafür muss halt erst Einsicht da sein.


    wenn der Frust aus der Beziehung kommt aber (bei diesen Streits) und er dann nicht gehen kann um seinen Frust/Stress zu reduzieren...dann weiß er anscheinend nicht weiter...


    Ich bezweifel, dass ihr friedlich zusammen leben könnt...ihr habt zu viel Streitpotential und ich vermute...zu viele unausgesprochene Sachen, weil ihr es einfach nicht neutral und konstruktiv ansprechen könnt.


    Wolltet ihr beide das Kind?


    Irgendwie erscheint er mir doch sehr abwesend, dafür dass er ein Kind hat.


    Vielleicht...war er garnicht so weit?


    Dass er seine Tochter trotzdem liebt, das spreche ich ihm nicht ab, das will ich betonen, aber vielleicht...war er garnicht bereit für diesen Schritt...

    Aber das ist nur meine seite der medaille....ich kann nur ehrlich sagen, dass ich mir fuer ihn immer beruflichen und persoenlichen erfolg gewuenscht habe und nie wollte, dass er sich minderwertig o.ae. fuehlt mir gegenueber.

    Sie war nicht geplant. Und er wollte zuerst, dass ich abtreibe. Ich wollte das auf keinen fall. Spaeter hat er sich dann auch gefreut. Seine exfreundin hatte mal abgetrieben und er macht sich bis heute vorwuerfe darueber.Heute sagt er ueber unsere tochter, sie sei seine groesste liebe und das beste, was ihm passiert sei. Er hatte sie zuerst im arm (vor mir wg. Kaiserschnitt).


    Ich denke, er ist oft total ueberfordert. Setzt sich selbst beruflich noch mehr unter druck weil er nun ein kind "zu versorgen hat". Und kriegt das alles nicht so wirklich hin.

    Zitat

    Aber selbst wenn ich ihn eingeschlossen haette, waere es fuer ihn mehr als leicht gewesen, die tuer aufzubrechen.

    Das ist vollkommen richtig, man kann normal auch aus einer Balkontür gehen, oder aus dem Fenster.

    Zitat

    ich muss da drueber nachdenken ob man es als "verteidigung" sehen kann...er war schon in die ecke gedraengt...es war auf jeden fall ein akt der schwaeche...

    Wenn man das als Verteidigung sieht, das ist schöngeredet. Er wird sich im Streit wieder mal von dir abgrenzen müssen, das funktioniert so nicht. Dass er seinen Vater geschlagen hat, ist für mich ein schlechtes Zeichen.


    Was du schreibst, dass er deine Arbeit schlecht gemacht hat, ist auch kein hoffnungsvolles Zeichen. Und dass du schreibst du hast das Gefühl er habe seinen Frust an dir abgelassen...


    Ich finde es gut dass du erkannt hast, dass ihr einen Konflikt durchstreiten könnt, wenn du ruhig (sachlich, ohne Vorwürfe?) argumentierst. Auch dass er das mit der Zeit gelernt hat besser auszuhalten ist für mich eine positive Entwicklung.


    Es ist sehr schwer abzuschätzen ob ihr damit arbeiten könnt. Ich persönlich könnte damit leben, dass mir eine Frau eine geklatscht hat, wenn es nachvollziehbar war. Dass man vor seinem Parner bei allfälligen Streits Angst haben muss dass er einem das Jochbein bricht, das funktioniert nicht. Hätte er was kaputtgeschlagen oder hätte dich beschimpft, fände ich das bereits problematisch - ein schlechtes Zeichen. Aber wie sollst du mit einem Stärkeren zusammenleben der dir eine Platzwunde gehauen hast? Ich würde unterschwellig immer Angst haben, sobalt mal Spannung aufkommt. Und dann liegt der Impuls nicht mehr fern, dass ich durch Angst vor Gewalt unterwürfig und disziplinierbar werden. Das ergibt keine Partnerschaft.


    Dein/Euer Konfliktverhalten kannst du noch am besten beurteilen, also ob du ihn irgendwie unrechtmäßig unter Druck gesetzt oder bedrängt haben solltest.

    ohne therapeutische Hilfe wird es nicht besser.


    die Frage ist also nicht wer Schuld hat, sondern ob du deinem Kind einen Vater antun willst der


    1. die Mutter schlägt(es wird nicht das letzte Mal gewesen sein da nun die Hemmschwelle gesunken ist)


    2. die Mutter schlägt und sich dann ewig nicht meldet....vom durchschnittlichen Schläger kann man sich immerhin eine Entschuldigung erwarten (Achtung Sarkasmus)


    3. die Mutter beleidigt, Frust an ihr ablässt, verbal erniedrigt


    4. immer wieder für mehrere Tage/Wochen verschwindet ohne sich zu melden.........


    wenn du also möchtest dass dein Kind sowas miterlebt, dann bitte gib dir die Schuld und nimm diesen Mann wieder zurück sollte er angekrochen kommen.....ansonsten bleibt dir nur die Trennung

    Ich sehe auch die Gefahr eines Dammbruches! Also weil hier die Grenze überwunden wurde dich als Partnerin mit der Faust ins Gesicht zu schlagen.


    Ich glaube auch nicht dass der Mensch sich mal eben ändert. Ja, es gibt Veränderung, aber die ist selten, ungewöhnlich, und nichts mit dem mMn ein kluger Mensch vorschnell rechnen würde.


    Es ist mMn in vergleichbaren Situationen, wie solchen in denen du dich genau jetzt befindest absolut denkbar und keineswegs abwegig, dass man in der Zukunft öfters verprügelt wird.


    Trotzdem stelle ich die Frage, ob deine eigene Kommunikation gewaltfrei gewesen ist. Falls nicht, solltest du in Zukunft daran arbeiten. Einen Rat, den ich mir aber auch selber immer wieder sagen muss.

    Ich zitiere noch mal ElafRemichs Beitrag, der nicht beantwortet wurde, da mich das auch interessieren würde:

    Zitat

    ich muss da drueber nachdenken ob man es als "verteidigung" sehen kann...er war schon in die ecke gedraengt...es war auf jeden fall ein akt der schwaeche...

    Die wenigen Dinge, die du über deinen Freund ansonsten geschrieben hast, vermittelt mir auch den Eindruck eines Menschen, der sein Leben lang gelernt hat, sich auf einem Segment zu behaupten, in welchem ihm Vorteile in die Wiege gelegt wurden. Nämlich Kraft und Aggression. So etwas passiert vor allem dann, wenn man ansonsten Defizite oder Komplexe hat. Woher kommt diese Wut, dass man nach einem Streit tagelang untertaucht? Er hat Mühe, sich ohne Aggressionsverhalten auf Augenhöhe zu fühlen - und das bei einer Person, die er eigentlich lieben sollte und die kein Sparringpartner für irgendwelches Kräftemessen ist. Warum fühlt er sich nicht auf Augenhöhe? Du führst ein finanziell sicheres Leben, hast dein Einkommen, während er versucht, über die Runden zu kommen.


    Wie ist seine soziale Vorgeschichte und Bildung? Eher unauffällig, oder gibt es hier vielleicht auch Dinge, wo du ihm was voraus hast?


    Auch könnte er durch dominantes Streitverhalten von dir unter Druck stehen, wir wissen ja nicht, wie du verbal nachlegst oder ob du gewisse Schwächen von ihm bewusst oder unbewusst ausnutzt.


    Ich sehe hier ein deutliches und unsicheres Behauptungsverhalten auf seiner Seite und damit Schwäche. In einer Paar- und Aggressionstherapie, die bei einem Fortsetzen der Beziehung dringend nötig wäre, wird hoffentlich auf diesen möglichen Aspekt eingegangen. Wenn du für dich aber zum Schluss kommen solltest, dass hieran etwas Wahres sein könnte, dann wird von dir sehr viel Fingerspitzengefühl verlangt, wie du damit zukünftig umgehst und ihm den Weg bereitest, sich sicherer zu fühlen und einen gleichen Wert zu haben. Einfach wird das in Verbindung mit der Gewaltbereitschaft nicht.

    Zitat

    Ich zitiere noch mal ElafRemichs Beitrag, der nicht beantwortet wurde, da mich das auch interessieren würde:

    Meine Mutter in der Küche,


    Seine Mutter informiert ...


    Ohne jetzt den Kontext nachgelesen zu haben sehe ich darin keinen Widerspruch. ":/

    Ich verstand ElafRemichs frage auch nicht. Fuer mich ergibt sich kein widerspruch.


    ja Comran, alles treffend erkannt.


    Soweit ich weiss, hatte er eine schwierige kind- und schulzeit. Er ist hochintelligent, war aber hyperaktiv und seine eltern oft ueberfordert.


    Ich weiss nicht, woher seine wut kommt.


    Mein streitverhalten ist sicherlich dominant und bedraengend. Und nicht foerderlich. Und ich werde eben auch schnell wuetend, wobei ich auch nicht weiss, woher dies kommt. Daran moechte


    U.a. arbeiten.

    Zitat

    die gefahren fuer meine tochter seh ich auch genauso....das bereitet mir grosse sorgen

    ach ja?


    Du kennst ihn, weißt, dass er seinen Vater auch schon geschlagen hat, weißt, dass eure Streits gerne mal eskalieren und schaukelst dich in einem Streit über eine Kleinigkeit so hoch, obwohl dein Kind in der Wohnung ist? Sorry, aber ihr seid beide im Moment kein geeigneter Umgang für ein Kind. Eltern, die sich immer mal wieder lautstark und verletztend streiten? Und deine Mutter hält dem Kind in der Küche die Ohren zu, oder was?


    Bist du nur in einer Beziehung zu einem Mann so "penetrant" im Streit, dass es eskaliert, oder zieht sich das durch alle Ebenen von Beziehungen? (Freunde, Eltern, Geschwister etc) Dann steht euch, wenn deine Tochter Teenager ist, die Hölle auf Erden bevor.....


    Ich sehe in eurer Paar-Konstellation eine so explosive Mischung, dass es mit ein paar Therapie-Einheiten und etwas gutem Willen ganz sicher nicht getan ist..... Er, impulsiv, sehr kräftig, fühlt sich jedoch nur körperlich überlegen, beruflich und vom Bildungsstand her bist du ihm haushoch überlegen. Du suchst zwar einen "starken Mann", nur leider ist er nur körperlich stark, gesellschaftlich und beruflich stellt er nichts dar. Das gibst du ihm vermutlich im Streit zu spüren. Beide mögt ihr es, Konflikte über Kleinigkeiten zu großen Streits eskalieren zu lassen-- sonst würde es nicht öfter vorkommen.