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    ich muss da drueber nachdenken ob man es als "verteidigung" sehen kann...er war schon in die ecke gedraengt...es war auf jeden fall ein akt der schwaeche...

    Stop! Wie war es nun wirklich? Im Eingangsbeitrag hast du geschrieben, dass er gerade am Gehen war, als er dich geschlagen hat. Da war er in keine Ecke gedrängt, es war dann keine Verteidigung, sondern Wut/rache/Bestrafung. Mit Schwäche hat das nichts zu tun, er hat seiner Wut Ausdruck verliehen.


    Diese Unschärfe, was den Hergang angeht, sehe ich auch nach wie vor in dem "ich habe ihn eingeschlossen" bis zum "ich habs nur versucht, die Tür abzuschließen, aber nicht geschafft".

    Hm...du behauptest hier einiges Kruemi, was ich so nicht erzaehlte.


    In unseren streits versuche ich ihn nicht spueren zu lassen, dass er beruflich und gesellschaftlich wenig zu bieten hat...es ist eher so, dass ich in die verteidigung komme, da die streits i.d.r. von ihm gestartet werden. Ebenso sind die streits dadurch nicht eskaliert, dass er "wegging". Er brach einfach die diskussion ab und verschwand. Ich hab da keineswegs geschrien oder um mich gehauen. Lediglich laut geredet, was im streit normal ist. Das war immer schon zuviel fuer ihn. Dieser streit nun ist ausserordentlich eskaliert...das stimmt. So war es vorher wie oben gesagt nicht.


    meine schwester meint immer, er haette typische adhs symptome. Ich weiss nicht, ob diese diagnose ihm mal gestellt wurde in der vergangenheit. Ich habe nachgelesen und es trifft schon das meiste zu.

    Ja stimmt....unscharf stimmt. Ich steh neben mir. Hatte auch im nachhinein probleme das alles zu rekonstruieren. Ich muss da wie gesagt nachdenken drueber ob ich es als verteidigung interpretieren kann. Mit in die ecke gedraengt ist bildlich gemeint. Er war bei mir, ich warf ihn raus. Er stand mit dem ruecken zur wand (auch bildlich gemeint)

    Im ganzen finde ich es schwierig, hier drueber zu schreiben. Hab auch sehr schlecht geschlafen. Aber es hilft mir, mich damit auseinanderzusetzen.


    Ich hab fuer mich erkannt, dass ich mitschuld an der eskalation habe. Aber dass der faustschlag seine verantwortung ist.


    egal wie es ausgeht mit uns, moechte ich draus lernen und im endeffekt einen gewissen frieden wiederfinden (also in weiter zukunft)

    Generell wenn ich das so lese, habt ihr beide Bockmist gebaut. Du weißt, dass er ein Trauma hat und aus einem Streit gehen können muss (ich kann das nachvollziehen, mir geht es genauso, allerdings werde ich nicht aggressiv sondern bekomme Panikattacken, was bei deinem Freund auch sein könnte und er überkompensiert das ganze mit Gewalt) und du hast ihn Eingeschlossen. Jemanden in einer traumatischen Situation mit gewalt zu halten ist so ziemlich das mieseste, was ich mir vorstellen kann. Ich musste an meinen Ängsten und Traumatas arbeiten. Es war schon verdammt anstrengend selbst wenn man weiß, man kommt aus der Situation jederzeit raus, wäre dieser "halt" aber nicht dagewesen, wäre ich wahrscheinlich zusammengebrochen. Im Endeffekt hast du ihm einen Faustschlag in die psyche versetzt.


    ABER: Das rechtfertigt noch lange nicht, dass es in Ordnung war das ganze mit physischer Gewalt zu kontern. Was ich noch verstanden hätte wäre wenn er dir den Schlüssel entreisst oder ähnliches. Aber ein Faustschlag ins Gesicht ist genauso nicht in Ordnung.

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    Lediglich laut geredet, was im streit normal ist. Das war immer schon zuviel fuer ihn.

    Das kann jemanden schon genug triggern. Meine Frau kann es nicht haben, wenn jemand schreit. Für sie ist das ein Trigger und sie bricht heulend zusammen. Ich habe gelernt in normalem Ton mit ihr zu streiten. Wenn ich stinksauer bin, gehe ich auf den Dachboden, da hängt mein Boxsack, da kann ich laut sein, da wird zwei oder dreimal geschrien und einmal hart auf den Sack gehauen, dann gehe ich runter, mache uns einen Tee und dann kann man in normalem Ton "streiten" in gesittetem maße. Man muss sich nicht gegenseitig anschreien. Das halte ich nicht für normal im streit. Nicht wenn man sich angeblich liebt, denn liebe verpufft nicht einfach für einen Moment.

    Da hast du einen guten weg gefunden mit dem boxsack.


    er war nicht gefangen im zimmer ( siehe meine erklaerungen dazu). Es gab genuegend "fluchtmoeglichkeiten". Er hat sich wohl eher ausreichend provoziert gefuehlt durch meine aktion.


    zu sagen dass dies somit das "mieseste" waere, was man jemandem antun kann und verletzungen mit nachfolgender krankenhausbehandlung als "auch nicht in ordnung" zu bezeichnen finde ich von der wortwahl her gewaltverharmlosend.

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    Ja stimmt. Hab mich zu unklar ausgedrueckt.....ich versuchte abzuschliessen...es klappte nicht....das hat ihn aber schon so wuetend gemacht dass der streit eskalierte...

    Du reagiest auf das Feedback hier und änderst deine Aussagen


    solltest dich vielleicht mal auf eine Version festlegen, im Anfangsthread liest sich vieles ganz anders als später bei den Relativierungen


    Wenn er leicht dem Streit hätte entziehen konnte und jetzt auch noch die Schwiegermutter anwesend war dann schildest du eine völlig andere Situation.

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    und verletzungen mit nachfolgender krankenhausbehandlung als "auch nicht in ordnung" zu bezeichnen finde ich von der wortwahl her gewaltverharmlosend.

    Sehe ich auch so, insbesondere, wenn er garnicht eingesperrt war.


    Da du nun Panik hast, es dir nicht gut geht etc, solltest du wirklich darüber nachdenken, ihn anzuzeigen. Er hat eine nicht unerhebliche Körperverletzung begangen. Und ein Punkt, weshalb es dir nicht gut geht, wird auch ggf sein, dass diese Gewalt so folgenlos für ihn ist. Er zieht sich zurück und du sitzt da mit der "Tat" und kannst sehen, wie du damit fertig wirst.

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    Du reagiest auf das Feedback hier und änderst deine Aussagen

    ja, mit dem Punkt habe ich auch meine Schwierigkeiten.... im ersten Post ist das Einschließen der Grund der Eskalation und das zugegebene Fehlverhalten der TE, später war er garnicht eingeschlossen, weil eine 1-jährige mit Schlüsseln spielt und die vertauscht?? (also von Zimmertüren abzieht und in andere Türen einsteckt? hochbegabtes sportliches Kind....)

    Du hättest Dein Augenlicht verlieren können. Ich könnte so etwas nie verzeihen.


    Für häusliche Gewalt gibt es keine Entschuldigung. Als Frau und Kind muss man sich in einer Beziehung immer der körperlichen Unversehrtheit sicher sein können.


    Er ist jedoch schon einmal ausgerastet, und nun ist möglicherweise ein Damm gebrochen. Schlägt vielleicht auch irgendwann das Kind.


    Ich rate zur sofortigen Trennung. Du bist nicht so wertlos, dass Du Dir von einem Kerl alles bieten lassen musst.

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    hab ich schuld?

    Zu deiner Eingangsfrage: MMn nach hast du in jedem Fall eine Teilschuld. Ihr habt beide, jeder auf seine Weise, er körperlich, du verbal, eine Gewaltbereitschaft inne, die nun eskaliert ist. - Dazu fällt mir ein: Ich habe mal einen Strafprozess gegen einen Studenten verfolgt, der seine Freundin erwürgt hatte. In der Urteilsbegründung wurde ihr eine Teilschuld zugewiesen, weil sie um seine Selbstwertproblematik wusste und ihn dennoch verbal entwürdigte und provozierte (krasse Kurzfassung). Diese ihr also zugeschriebene Mitverantwortung führte zu einem milderen Urteil des Studenten. -


    Würde es nur um euch gehen, wäre das eine Sache. Ihr seid erwachsen, und wenn ihr entscheidet, in so einer destruktiven Beziehung zu bleiben, ist das eben selbstgewähltes Leid. (Im Übrigen empfinde ich dich in deiner Konfliktfähigkeit ebenfalls als unreif und schwach, nicht nur ihn).


    Was ich aber wirklich schrecklich finde, ist, was ihr eurem Kind vorlebt. Und das auch schon, bevor es zu dieser Eskalation kam. Sich wiederholt lautstark ankeifende und zänkische Eltern inkl. Flucht-Automatismus und längeres Abtauchen sind alles andere als vorbildlich. Wenn du nicht willst, dass euer Kind mindestens ähnliche Verhaltensmuster und/oder Ängste entwickelt, solltest du sofort und nachdrücklich die Reißleine ziehen. Das hieße, eine endgültige Trennung vom Kindsvater, Besuchsregelung unter Aufsicht treffen und eine Therapie für dich. Ob dein "momentaner" Ex selbst den Weg in eine Therapie schafft oder ggfls. eine Paartherapie vorschlägt, ist ganz allein seine Entscheidung und sollte ohne Versuche der Einflussnahme deinerseits geschehen.

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    Meine kleine spielt immer mit den tuerschluesseln und hatte da wohl was vertauscht.

    Nur am Rande: hier würde ich dir ganz dringend raten, alle Zimmerschlüssel aus den Türschlössern zu ziehen. Wenn die Einjährige tatsächlich schon Schlüssel vertauschen kann, kann sie sich auch selbst einschließen - und das kann dann doch sehr unangenehm werden.

    Also mit den schluesseln vertauschen: sie hat natuerlich nicht im stand danach gegriffen...sie spielt gerne waehrend sie gewickelt wird im liegen mit schluesseln...wir geben ihr dann mal den, mal den....also wieder unklar ausgedrueckt.


    Ich finds ziemlich krass, dass einem unter den gegebenen umstaenden unterstellt wird, die tatsachen nachtraeglich "zurechtzubiegen". Ich drueck mich z.t. unklar aus...das stimmt wohl. Das liegt aber dran, dass es mir nicht gut geht aufgrund der geschehnisse und ich nicht meine volle konzentration habe.


    Wenn ich nicht an der wahrheit und klaerung interessiert waere, haette ich mich nicht nach einer therapeutin umgeschaut und mich hier geoeffnet.

    Könnte es eine generelle Schwäche von dir sein, dass du dich unkonzentriert, unscharf unter Druck ausdrückst?


    Das ist nur ein kleiner Unterpunkt zum Streiten und ich weiß nicht ob ich jetzt am Thema/den Fakten vorbeirede:


    Gerade im Streit ist es sehr wichtig, wie man sich ausdrückt, wenn man sich dann mit Nachdruck ausdrückt, weil man kämpft um sich zu behaupten oder auch durchzusetzen, und es kommt noch inhaltlich falsch raus, dann wirkt das schnell ungerecht oder unaufrichtig.


    Das ist ein Problem, ob es das bei dir trifft, weiß ich nicht, aber ich beobachte in verschiedenen Konflikten wie sich das zu einem destabilisierenden Faktor auswachsen kann.


    Meine vorläufige Antwort ist: es ist besser einmal eine Erwiderung im Streit zu unterlassen, wenn sie falsch/unscharf/missverständlich rauskommen könnte, selbst wenn man das Gefühl hat, dass man sich dadurch (gefühlt ungerechterweise) weniger durchsetzt und behauptet.


    In dem Fall kann man nochmal in Ruhe seine Gedanken sortieren, und später wenn sich die Lage beruhigt hat, könnte man sein Argument nochmal ansprechen.

    Ja. Das kann gut sein...mir gehts zudem wirklich momentan sehr schlecht. Hab wie gesagt panikgefuehle und stehe neben mir. Ich kann nun auch irgendwie nachvollziehen dass opfern oft direkt nach einem geschehen nicht geglaubt wird. Es ist schwer, unter so einer stressbelastung alles detailtreu und praezise wiederzugeben.