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    In meinen Augen sind Leute, die Geschenke verweigern wollen, einfach faul und wollen den Aufwand vermeiden. Dabei geht es weniger um das Finanzielle/Materielle, sondern um den geistigen Aufwand, sich in die Person hineinzuversetzen, die beschenkt werden soll. Denn im Erwachsenalter hier in Mitteleuropa haben wir alles, was wir brauchen. Das ist schon eine Herausforderung, die kleinen Lücken zu finden. Das sind dann aber auch die I-Tüpfelchen, die Freude bereiten im Leben.

    Freude kann man auch anders bereiten ohne zwanghaft nach irgendwelchen Lücken zu suchen, die man noch mit einem Geschenk stopfen könnte. :|N Diese Zwanghaftigkeit macht die ganze Schönheit des Schenkens kaputt.


    Die Beziehung zwischen Schenker und Beschenktem muss stimmen. Manche lieben Geschenke kaufen, weil sie ein Händchen dafür haben, die dürfen sich gerne austoben. Für andere ist das die Hölle, aber sie sind trotzdem gute Freunde/Partner etc. Denen gibt man halt eine Wunschliste oder lässt es mit dem Schenken. Oder man schenkt immer das gleiche, z.B. bekam meine Mutter zu Weihnachten immer das gleiche Parfüm. Völlig berechenbar, aber für Schenker und Beschenkten genau richtig.


    Diese kitschige Szene mit dem perfekten Überraschungsgeschenk, das den Beschenkten in Freudenjauchzer ausbrechen lässt, gibts halt nur in Weihnachtsfilmen.

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    Meine Meinung: sobald der/die Beschenkte etwas "muss" (auch das Annehmen ist schon ein "Muss"), ist es auch kein tatsächliches Geschenk mehr.

    Genau. Ich finde man sollte Menschen durchaus ernst nehmen, wenn sie keine Wünsche haben und keine Geschenke wollen.

    Danke für die vielen Antworten und Tipps!


    Ein Händchen habe ich eigentlich schon für Geschenke. Aber bei ihm ist es eben echt schwer. Er steht auf Baukram und Technik. Allerdings hat er eigentlich alles was man sich nur vorstellen kann.


    ich werde ihm die Boxen jetzt doch schenken und noch 2 kleine Sachen dazu. An Weihnachten gibt es dann etwas zum zu weit machen. MIT Termin ;-D Oder er muss mir halt Tipps geben.


    Natürlich soll schenken Spaß machen und kein Krampf werden jemandem mit materiellem Kram glücklich zu machen. Aber am Geburtstag möchte man doch schon gerne eine Freude bereiten. Und man kann ja nicht immer was zum Unternehmen schenken.

    @ Verhüter

    wir sind 2,5 Jahre zusammen und bisher gab es etwas was er sich gewünscht hatte und zwei mal Unternehmungen.


    Die Summe der unbeachteten Geschenke ? Ach, keine Ahnung. Auf jeden Fall über 180 Euro... Er sagt dass er diese Geschenke schon beachtet hätte... Naja, da wollte ich auch nicht rum diskutieren. Kann ihn ja nicht zwingen, sich zu freuen. Mag ja sein, dass er mit sowas nix anfangen kann...


    Wobei er halt so auch immer Kerzen an hat. Und wir baden oft. Also hätte er doch Kerzen und Badesalz dafür nehmen können. Naja...


    Mein Ausbruch in Tränen habe ich so erklärt, wie es war. Dass ich tot traurig war, weil ich ihn überraschen wollte.


    ...


    Er hat sich heute tausend Mal entschuldigt und sagte dass er nie damit gerechnet hätte, dass ich so viel Geld ausgeben will (hab grad viel Geld für eine Sache ausgegeben müssen und bin daher etwas knapp bei Kasse)

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    Wobei er halt so auch immer Kerzen an hat. Und wir baden oft. Also hätte er doch Kerzen und Badesalz dafür nehmen können. Naja...

    Wieso bereitest du ihm denn nicht einfach das Bad mit dem Salz und den Ketzten vor?

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    Wobei er halt so auch immer Kerzen an hat. Und wir baden oft. Also hätte er doch Kerzen und Badesalz dafür nehmen können. Naja...

    Falls ihr zusammen badet, hättest doch auch du das Badesalz dafür nehmen können? Oder mal die Kerzen anzünden. So eine Art aktiv für sich sorgen.


    Ich glaube ja, du hast dann bei der Sache auch was gelernt. Überraschungen gehen auch mal schief (hier leider recht häufig, und auch da, wo er sich an Absprachen nicht gehalten hat), dann lohnt sich, das Risiko dort klein zu halten (z.B. nicht gleich kaufen und schenken, sondern "nur die Idee" schenken, oder eben nur Sachen geringen Wertes als Überraschung). Und sich immer erst mal selbst genug finanzielles Polster zu lassen bevor andere sehr großzügig mit Geschenken bedacht werden.


    Den Tränenausbruch finde ich ja nochmal tiefer reflektierenswert. Warum war ich traurig und habe geweint?


    * Eigentlich habe ich mich doch über ihn geärgert. Über sein Verhalten und seine Reaktion. Aber ich habe mich dann auch über mich geärgert, weil für mich an einer wichtigen Stelle (ein Muss) das Geld knapp wurde, auch weil ich an einem nicht so wichtigen Punkt (dem aufwendigen Adventskalender für den Freund) vorher so viel Geld ausgegeben habe. Dann wäre es was: aus Ärger über jemand anderes? Da sollte man nicht weinen, sondern sich berechtigt ärgern. Aus Selbstmitleid über den Versuch, etwas besonders toll zu machen, dann aber keinen Erfolg zu haben? Und dann ja nicht nur in der Sache zu scheitern (bei dem Kalender), sondern viel schlimmer, das gleiche Geld fehlt auch noch wo anders, wo es eigentlich gebraucht würde. Aus Ärger über die eigene Priorisierung? Aus Selbstmitleid über die parallele große Pflicht-Ausgabe? Diese hatte ja eigentlich mit dem Kalender im engeren Sinne nichts zu tun. Sowas kommt halt mal unvermittelt. Und es ist unglücklich, wenn es zusammen kommt, dann aber nicht seine Schuld.


    * Wenn ich weine, bin ich sichtbar Opfer und der/die Unterlegene. Und Opfer werden sofort in Ruhe gelassen und getröstet. Es stellt sich dann erstmal nicht die Frage nach sowas wie Schuld oder Anlass. Wer weint, der muss sofort in Ruhe gelassen werden, in den Arm genommen und getröstet werden. Und der andere muss sich entschuldigen. Das ist so und damit hat mein Weinen einen Zweck. ==> Wenn das zutrifft und wie hier ja dann auch genau so gekommen ist: er hat sich entschuldigt, gleich tausend Mal, dann kann das ein ziemlich schwieriger Kreislauf werden, wenn es sich wieder und wieder wiederholt, wer das Muster nicht irgendwann erkennt.

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    Ein Händchen habe ich eigentlich schon für Geschenke. Aber bei ihm ist es eben echt schwer. Er steht auf Baukram und Technik. Allerdings hat er eigentlich alles was man sich nur vorstellen kann.

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    Natürlich soll schenken Spaß machen und kein Krampf werden jemandem mit materiellem Kram glücklich zu machen. Aber am Geburtstag möchte man doch schon gerne eine Freude bereiten. Und man kann ja nicht immer was zum Unternehmen schenken.

    Aber offenbar bereitest du ihm mit deinen Geschenken doch keine Freude? Du schreibst, er hat alles, was ihn interessiert bzw. kauft sich selbst, was ihm gefällt. Deine Geschenke landeten bislang vergessen im Schrank, sogar Gutscheine für Unternehmungen wurden nicht eingelöst und Kram zum Verbrauchen nicht genutzt.


    Ich würde versuchen, das Rumgeschenke entspannter zu nehmen und ein bisschen davon abzukommen. Freude an bestimmten Anlässen kann man auch anders bereiten, sei es, dass du ihm seinen Lieblingskuchen bäckst oder für den Abend seines Geburtstags einen Tisch in einem besonderen Restaurant reservierst. Es gibt doch viele Möglichkeiten.


    Aber für mich klingt das so schon ziemlich anstrengend. Tränenausbruch, tausende Entschuldigungen... und das alles, weil du ihm eigentlich eine Freude bereiten wolltest? Anscheinend ist er einfach nicht der Typ, der sich gut beschenken lässt. Dann eben anders Freude bereiten.