Freund macht dicht, ich kann nicht mehr !

    Hallo :)


    Ich muss einfach mal mein Problem hier schildern, habe das Gefühl das mir nichts mehr weiterhilft..


    Könnte etwas länger werden, deshalb schon einmal ein großes Danke an alle die das hier lesen und mir evtl Ratschläge geben können..


    Niemand kann mir hier aus der Ferne hundert pro eine Lösung geben, aber ich greife gerade nach jeder Hilfe.


    Mein Freund (31) und ich (24) sind nun seit einem Jahr zusammen. Unsere Beziehung war toll, anders als alles was ich davor hatte . Wir waren immer ehrlich zueinander, konnten über alles reden..Er war einfach in meinem Leben nicht mehr weg zu denken... Er hat mir sehr oft gesagt wie sehr er mich liebt und ich ihm gut tue...Es war nicht nur eine Beziehung sondern auch eine echte Freundschaft..


    Jedenfalls hat es vor ca 3 Monaten angefangen komisch zu werden. Er wurde offensichtlich immer trauriger, hatte keinen Spaß mehr an fast nichts .. Immer weniger Kontakt zu Freunden... Da war aber unser Verhältnis noch normal und ich dachte es legt sich evtl wieder oder es sei eine Phase ..


    Dann ist er immer weniger arbeiten gegangen..hat vor 2 Monaten seine Prüfung hingeschmissen, hatte Stress mit seinen Eltern usw...


    Ich habe immer versucht für ihn da zu sein, er hat auch mit mir geredet. Ihn belastet seine Situation im Moment, es hat nichts mit mir zutun...


    Dann irgendwann hat er zu mir unter Tränen gesagt das ihm alles immer "egaler" wird... Da schrillten bei mir schon die Alarmglocken ....


    Seitdem geht alles bergab. Seit Wochen nun meldet er sich bei keinem mehr, auch bei mir nicht. Hat sein Handy aus, sperrt sich in seiner Wohnung ein und macht nichts mehr. Die engsten Freunde von ihm kommen zu mir und fragen mich, was mit ihm ist. Doch ich weiß es selbst nicht.


    Habe die letzten Wochen ein paar mal nach ihm geschaut... Er ist wie ein anderer Mensch, es kommt mir vor als wäre er gar nicht richtig "da"... Egal was ich ihn frage ... ich komm nicht weiter . Was bedrückt dich ? - "Ich weiß es nicht" So kann es doch nicht weiter gehen "Mir doch egal" ...... Sogar auf die Frage ob er die Beziehung mit mir noch will antwortet er "ich weiß es nicht"..


    Es ist jetzt also so weit, das er nicht mal mehr mit mir redet.


    Seit 2 Wochen macht er seine Haustür gar nicht mehr auf , weder bei mir noch bei seinen Eltern oder Freunden.


    Ich bin verzweifelt. Ich weiß nicht mehr was los ist und ich kann einfach nichts machen...


    Ich halte das fast nicht mehr aus.


    Würde er das jetzt nun nur bei mir machen, denn ich merke ja wie er sich plötzlich auch mir gegenüber komplett abwendet, dann wüsste ich das er mich nicht mehr will..


    Aber er geht mit absolut jedem so um, sogar mit seinem besten Freund....


    Diese Situation ist unerträglich für mich, ich weiß einfach nicht was los ist , ich weiß ja nichtmal was mit uns ist oder wie es weiter geht.


    Was würdet ihr an meiner Stelle tun ?


    Liebe Grüße :)_

  • 17 Antworten

    Das hört sich nach einer schweren Depression an.


    Gab es in den letzten 2 Wochen noch ein Lebenszeichen von ihm?


    Ich würde dir dringend raten, den Sozialpsychiatrischen Dienst in eurer Stadt anzurufen


    http://www.hamburg.de/mitte/sozialpsychiatrischer-dienst/


    Jede Stadt hat diesen Dienst. Der ist in der Kreisverwaltung zu finden.


    Schildere dort die Probleme. Die können in einer Notsituation auch die Tür von der Polizei öffnen lassen, wenn jemand in Gefahr ist, z. B. wegen Selbstmordgefahr.

    Klingt nach einer waschechten Depression. :-/ Leider kann man da nicht viel machen, wenn sich der Betroffene nicht helfen lässt. Und so stark, wie es bei ihm klingt, werden da wohl nur echte Antidepressiva helfen und kein Johanneskraut aus der Apotheke mehr.


    Auf jeden Fall solltest du es nicht persönlich nehmen - du merkst ja, dass er zu allen so ist. Wenn du etwas für ihn tun willst, dann biete ihm an, ihm zu helfen, wenn er zu einem Arzt gehen will (denn Depressive können sich oftmals nicht alleine dazu aufraffen, irgendwas zu machen und brauchen Hilfe - als jemand, der schonmal Depressionen hatte, kann ich dir sagen, dass man es manchmal kaum hinbekommt, sich auch nur die Zähne zu putzen. Es ist alles irgendwie unglaublich ermüdend). Aber der Impuls, gehen zu wollen und seine Situation verändern zu wollen, muss von ihm kommen. Also sag ihm: "Wenn du im Moment Hilfe brauchst, einen Termin zu machen und zum Arzt zu kommen, dann helfe ich dir. Aber du musst die Entscheidung treffen, das zu wollen." Und wenn er nicht will, dann kannst du gar nichts machen, so Leid mir das tut. :°_


    Wenn er das Angebot wahrnimmt, dann unterstütze ihn. Vergiss nicht, dass Antidepressiva oftmals bis zu zwei Monaten brauchen, bis sie anschlagen, also wird auch nach einem Arztbesuch nicht alles sofort wieder super sein.


    Eventuell könnte bei deinem Freund, sollte es so schlimm mit ihm sein, auch eine stationäre Therapie erforderlich sein. Wenn er gar nicht mehr vor die Tür geht, dann wird ja auch irgendwann Körperhygiene und Essen ein Problem sein/werden. Auf jeden Fall ist das eine ernste Situation - aber ohne seine Einwilligung und Entscheidung sind allen Außenstehenden die Hände gebunden. Ich war zwei Jahre in der Psychiatrie und habe da so einige gesehen, die von ihren Angehörigen haben hinschleifen lassen und sich am nächsten Tag selbst entlassen haben. Man hat da als Außenstehender einfach keine Handhabe, wenn die Leute sich nicht selbst gefährden.


    Das Schlimmste, was du machen kannst, ist Druck ausüben. Das bringt gar nichts bei Depression (es ist wirklich ganz viel eine Sache des Nicht-Könnens und nicht des Nicht-Wollens) und wird ihn nur weiter von dir wegtreiben.

    Zitat

    Leider kann man da nicht viel machen, wenn sich der Betroffene nicht helfen lässt.

    Morwena, das würde ich nicht einfach behaupten. Niemand weiß, wie akut der Freund gefährdet ist.


    Man kann sehr wohl einen gefährdeten Menschen gegen seinen Willen unterbringen:


    https://www.aerztekammer-berlin.de/10arzt/30_Berufsrecht/10_Gesetzesaenderungen/50_PsychKG.html

    @ Hanca

    Deshalb habe ich ja geschrieben:

    Zitat

    Man hat da als Außenstehender einfach keine Handhabe, wenn die Leute sich nicht selbst gefährden.

    Bei Selbstgefährdung kann man selbstverständlich etwas machen, nur leider habe ich da aus eigener Erfahrung in der Familie (schwer magersüchtige Mutter und ich selbst bin auch schwer psychisch krank) schon gesehen, dass dafür eben eine massive Gefährdung vorliegen muss. Wenn jemand "nur" nicht aus dem Haus geht und keinen mehr sehen will, dann reicht das nicht. Meine Mutter wiegt nur noch knapp über 30kg, kann aber noch sehr gut sagen, dass sie keine Hilfe will bzw. sich für nicht therapierbar hält - und daher können wir nichts machen. Versucht wurde vieles.

    Danke für Eure Antworten..


    Nein, die letzten zwei Wochen gab es kein Lebenszeichen mehr von ihm... er macht ja seine Türe nicht mehr auf...


    Deshalb bin ich auch kurz vorm durchdrehen und kann hier kaum mehr sitzen ohne was zu tun..


    Durch Freunde habe ich mitbekommen das es wohl schon öfter mal so war und deshalb auch seine letztige Beziehung kaputt gegangen ist...alle sagen "Aber so krass wie jetzt war es noch nie"..


    Das Problem ist das er saumäßig sturr ist. Ich glaube, er würde das niemals einsehen das er Depressionen hat bzw. das er in eine Therapie muss...


    Er behauptet ja jetzt noch das nichts ist.... Er verdrängt alles und schiebt es von sich weg, sieht dabei die Realität nicht und wie schlecht es ihm geht...

    Zitat

    Nein, die letzten zwei Wochen gab es kein Lebenszeichen mehr von ihm... er macht ja seine Türe nicht mehr auf...

    Gilt das nur für dich oder für alle? Denn wenn er sich wirklich bei gar keinem meldet, dann könnte man ja schon einmal bei der Polizei oder dem sozialpsychiatrischen Dienst anklingeln lassen und fragen, ob mal einer vorbeischauen kann, da du/ihr den Verdacht der schweren Depression habt, es seit zwei Wochen kein Lebenszeichen mehr gibt und ihr jetzt Angst habt, dass er sich etwas angetan hat.


    Erfahrungsgemäß kommt dann zumindest die Polizei vorbei und klingelt mal. Wenn er aber "in Ordnung"/in gutem Gesundheitszustand ist und sagt, dass alles okay ist, dann werden sie ihn nicht mitnehmen oder einweisen oder so, aber zumindest würdest du dann wissen, was ist. Die Polizei gibt normalerweise kurz telefonisch Rückmeldung, wenn alles okay ist (war zumindest bei mir so). Geholfen ist ihm dann zwar noch immer nicht, wenn er sich nicht helfen lassen will und vielleicht ist er dann mächtig sauer, aber du hättest Gewissheit - und wenn er natürlich in ganz schlechtem Zustand ist, wird sich dann auch gekümmert. Aber wenn er okay ist und die Leute wieder abziehen (müssen), dann könnte er dir das natürlich vorhalten und wer weiß, was dann mit der Beziehung ist.

    ohwunderbar ich würde auf jeden Fall den Sozialpsychiatrischen Dienst anrufen.


    Sage einfach, dass es noch nie so schlimm war nach Aussagen der Freunde.


    Du kannst auch darum bitten, dass sie nicht erwähnen, wer angerufen hat.


    Es könnte auch einer der Freunde bei dem Dienst anrufen, wenn der mehr Auskunft über deinen Freund geben kann.


    Aber ihr solltet unbedingt handeln.

    Ja das werde ich auch machen, ich setz mich morgen früh noch mit einem Freund von ihm zusammen und falls der mir nicht helfen will dann mach ich es..


    Ich kann mir gut vorstellen. das er es dann überspielt und mich vermutlich dafür hassen wird... Deshalb habe ich gezögert.


    Ich würde es mir aber nie verzeihen können falls er sich was antut und ich habe nicht alles mögliche getan...


    Vllt. wird er ja irgendwann einsehen das ich ihm nur helfen wollte.. :°(

    Nicht ganz da - hört sich nach einer Derealisation/Depersonalisation an. Habe ich selbst gehabt und zwar auf übelste Weise. Ich bin ein Jahr herumgelaufen, als wäre ich auf schwerer Droge. Habe zwar noch nie welche genommen, vermutete aber, dass es wohl so ein muß. Ein wirklich erbärmlicher Zustand. Ich habe mich auch abgekapselt, konnte in dem Zustand keinen Kontakt zu Leuten aufnehmen, nicht sprechen, bzw. wagte es nicht, weil es sich in dem Zustand fremd anfühlte....da kein Kontakt möglich, war ich auch nicht beim Arzt.


    Der Zustand besserte sich nach Monaten von selbst. Dann hatte ich es nur noch leicht, wurde immer besser. Heute habe ich es nur noch mittelschwer bei Schlaflosigkeit.


    Selbstmordgedanken hatte ich dabei nicht, nur manchmal den Wunsch, ich möge von allein sterben.


    Wenn der Bekannte nicht ganz so schwach ist, wird er sich nicht umbringen. Aber kannst ja mal jemanden zum Gucken vorbeischicken.

    Zitat

    Wenn der Bekannte nicht ganz so schwach ist, wird er sich nicht umbringen.

    Ihr solltet mal aufhören, hier Vermutungen anzustellen und mit euren eigenen Diagnosen zu vergleichen.


    Niemand weiß, ob der Freund in Gefahr ist.


    Lieber einmal zuviel Hilfe holen als einmal zu wenig.