• Freund will nichts zu Weihnachten schenken

    Ich bin mit meinem Freund seit 1 Jahr zusammen und gestern hat er mich gefragt ob wir uns eigentlich etwas zu Weihnachten schenken sollen... Er meinte es würde ja zum Geburtstag reichen und sonst würden ja irgendwann die Ideen ausgehen ... Mit den Ideen hat er schon Recht, aber das sehe ich eher auf mich bezogen. Ich meine, Männern etwas zu schenken ist…
  • 94 Antworten
    Zitat

    Irgendwo ist die Welt schon verrückt: erst stresst man sich, dass das Geld irgendwie reinkommt, dann der Stress beim Ausgeben, und schließlich Stress dabei, das ganze Zeug zu verwalten und ggf. wieder loszuwerden.

    Tjo, so funktioniert die gute Wirtschaft nunmal. Würde man keine unsinnigen Produkte mehr erwerben, würden die Firmen pleite gehen, die diese herstellen und verkaufen, wodurch wieder Arbeitsplätze verloren gingen.

    Zitat

    Wird bei Euch eigentlich im Laufe der Jahre die Wohnung immer voller, oder haut Ihr Zeug in gleichem Umfang wieder raus wie es reinkommt?

    Ich kann mich nicht daran erinnern, je ein Geschenk (von meinem Partner) weggeworfen zu haben. Das liegt einerseits daran, dass es ähnlich ist wie Lancis schrieb, also gar keine Dinge, die herumstehen (mir scheint, deine negative Einstellung zum Schenken bzw. Beschenktwerden rührt daher, dass du vor allem irgendwelchen Nippes zum Hinstellen geschenkt bekommen hast in der Vergangenheit). Ich schenke und bekomme z.B. auch "Erlebnisse" (Wellness, Urlaub, Konzertkarten). Zum anderen eben Dinge, die mich interessieren, die ich gerne sammle, DVDs und Bücher, die schaue ich auch immer wieder an oder Musik (CDs und Vinyl). Oder eben Sachen, die auch zum Benutzen/Aufbrauchen gemacht sind, wie Parfum, Cremes usw. Und dann noch Dinge, die bleiben sollen, sozusagen für die Ewigkeit gemacht sind, Schmuck beispielsweise.

    Zitat

    Mir geht es da um die Geste mit der Konnotation "Ich hab an dich gedacht."

    Er hat aber nicht an dich gedacht, er hat an Weihnachten gedacht. Es ist nun nicht so, als hätte er irgendwo etwas gesehen und sich gesagt: "Das würde Sahrasahra gefallen, das schenke ich ihr." Vielmehr lautet der Gedanke: "Ah, wieder Weihnachten, ein Geschenk muss her." Notfalls begnügt man sich auch mit lauwarmen Lösungen, das beobachte ich immer wieder.

    Wir sprechen uns vorher ab und überlegen gemeinsam ob wir was brauchen könnten, wenn ja wirds dann gekauft wenn nicht dann wird eben nichts geschenkt. Außer vielleicht kleinigkeiten wie Fotoalbum, Blumen, Süßigkeiten usw.


    Man kauft sich doch eh das Jahr über was man braucht...


    Aber das muss jeder selber entscheiden wie er das handhaben will @:)

    Ich muss echt sagen dass es mich total erstaunt dass man das sich gegenseitig beschenken als "Zwang" empfinden kann. Einfach weil ich selbst es genieße dem anderen wenigstens eine Kleinigkeit zu schenken....


    Bei meinem Ex und mir war es oft wirklich nur besagte Tafel (Lieblings-)Schokolade und ein "ich liebe Dich". Und auch mal eine schriftliche Liebeserklärung... Oder ein Essen, das er für mich gekocht hat... Und er war Buddhist, kein Christ.... Es ging einfach um dieses aneinander denken, sich gegenseitig etwas Gutes tun....


    Geht es beim Schenken denn so vielen wirklich nur ums Finanzielle? Bei uns gibt es kaum mal größere Geschenke – die sind dann eher mal zum Geburtstag dran und werden auch da nicht erwartet, sind aber dann umso überraschender und damit eine größere Freude...


    Für mich ist es einfach die Geste, die zählt... und dann könnte es, wenn es von Herzen kommt, auch ein aufgesagtes Gedicht sein dass man für mich auswendig gelernt hat. Klingt lächerlich, aber soll dafür stehen, dass ich einfach im "Beschenken" nicht notwendigerweise an "Materialflut" denke....


    Und ich finde zwar nicht, das man Geschenke "verlangen" kann – aber diese Gesten die einfach nur ausdrücken, dass man sich gerne was Gutes tun will... ich weiß nicht, mir würde da etwas fehlen und es ist für mich einfach hochgradig seltsam warum man das traditionelle Beschenken an Weihnachten so "prinzipiell" abzulehnen nur weil es eben Weihnachten ist.


    Das man sich an Weihnachten dann eine *Kleinigkeit* schenkt bedeutet ja nicht, dass man das sonst im Jahr lässt. Aber an Weihnachten sozusagen zu sagen "Nein, zu Weihnachten schenke ich ihr keine Schokolade, weil das ja sonst ein Mitmachen bei der Materialschlacht wäre" finde ich einfach... merkwürdig.


    Bei uns in der Familie ist seit Jahren die Regel, das ein Geschenk für einen Erwachsenen (außer Partner und eigene Kinder bzw Enkelkinder) normalerweise nicht mehr kosten sollte als ein kleines (wirklich kleines!) Mitbringsel. Die meisten geben dabei so ungefähr ein oder zwei Euro pro Person aus. Da wird dann eben gebacken, gebastelt, oder auch mal einfach eine Tafel guter Schoki für alle besorgt – oder es bekommt jeder ein besonderes Marzipanbrot.


    Was daran nun so unglaublich materialistisch sein soll, kapiere ich nicht.


    Und: bisher haben alle die bei uns "eingeheiratet" haben oder irgendwie zur Familie dazugestoßen sind das eher beeindruckend gefunden und es auch genossen. Weil das eben etwas anderes ist als wenn man erwartet "er muss mindestens 50 Euro für mich ausgeben, sonst liebt er mich nicht richtig".


    Bei uns eckt man eher an, wenn man aus dem Rahmen rausbricht und einem Erwachsenem (außer dem eigenen Partner, das ist natürlich jedem einzelnen überlassen) etwas Teureres schenkt. Das passiert dann sozusagen auch "heimlich" weil es bei uns wirklich auch völlig verpönt ist.... gerade weil eben rundherum Weihnachten immer mehr nur noch Geschenkeorgie ist.


    Für mich besteht ein fundamentaler Unterschied dazwischen, zu sagen " ich schenke meiner Freundin aus Prinzip gar nichts" oder aber zu sagen " ich schenke höchstens eine ganz winzige Kleinigkeit"


    Ich fände es ok, wenn jemand sagt, dass er keine richtigen "Geschenke" machen will die über einen bestimmten Betrag hinausgehen – zum Beispiel beim Partner dann vielleicht nicht mehr als 5 oder 10 Euro – oder auch weniger, wenn man will. Dem würde ich auch gerne zustimmen – habe das ja mit einem meiner Ex-Partner lange so gemacht.


    Was ich seltsam finde, ist, dass man es sozusagen ablehnt dem geliebten Partner eine Kleinigkeit zu schenken. Meine Güte, eine Tafel Schokolade macht man doch normalerweise schon so zwischendurch mal – oder nicht? Warum dann nicht als liebe Geste auch an Weihnachten???'


    Nein, das erschließt sich mir nicht.


    LG


    Angelina

    Zitat

    Ein Geschenk sollte auch persönlich sein. Hier kam beispielsweise Parfum auf. Ja, ich trage Parfum. Du kannst jetzt natürlich in die nächste Parfümerie gehen und dir den neuesten Duft oder die alten Klassiker andrehen lassen. Dann stehe ich mit Shalimar oder dem neuen Creed da und kann damit nichts besseres anfangen, als den Kram zu verkaufen. Freudfaktor? Null. Wenn das Geschenk nicht trifft, halte ich es für besser, gar nicht zu schenken.

    Parfum kann auch persoenlich sein. Mein Mann weiss was mein Lieblingsparfum ist. Und wenn er mir das schenkt, freu ich mich drueber.


    Ich beschenke sehr gern Leute und mir mangelt es auch nicht an Ideen. Ich kenne meine Familie und meine Freunde so gut, dass ich weiss was sie sich wuenschen oder was ihren Geschmack trifft.

    Zum beschenken haben wir unsere Kinder. Ansonsten bedarf es kein Weihnachten um seinen liebsten mit einem Geschenk eine Freude zu machen. Abgesehen davon finde ich es doof meiner Frau Geld zu geben damit sie mir ein Geschenk kaufen kann.... Da gucken wir lieber nach Dingen die wir uns zwischendurch gemeinsam gönnen.

    Ich würde mich zB über Parfum (auch über mein Lieblingsparfum) überhaupt nicht freuen. Das kann ich mir auch selbst kaufen, für mich sind Geschenke eher etwas, das sich der andere nicht kaufen würde... Und das Parfum fände ich ziemlich unkreativ.

    Zitat

    Ich würde mich zB über Parfum (auch über mein Lieblingsparfum) überhaupt nicht freuen. Das kann ich mir auch selbst kaufen, für mich sind Geschenke eher etwas, das sich der andere nicht kaufen würde... Und das Parfum fände ich ziemlich unkreativ.

    Das ist wahrscheinlich der Punkt, den Dumal gemeint hat, die Erwartung, dass ein Geschenk etwas ganz Sensationelles sein muss, etwas mit dem man nie gerechnet hätte usw. Gut, unter solchen Bedingungen würde es mir wohl auch irgendwann schwer fallen, jemandem eine Freude zu machen, denn wenn wir von erwachsenen Menschen ausgehen, dann kann sich natürlich JEDER im Grunde ALLES selbst kaufen. Für mich persönlich ist das kein Kriterium. Ich freue mich einfach, wenn jemand meinen Geschmack trifft und mir Dinge schenkt, von denen er weiß, dass sie mir gefallen, auch wenn ich mir die neuste Bluray-Edition von meinem Lieblingsfilm natürlich auch selbst hätte kaufen können.

    nein, parfum ist für mich einfach ein "verbrauchsgegenstand". ich würde mich auch nicht freuen, wenn mir jemand meine wimperntusche nachkauft, weil sie ja leer gehen wird.


    bei einer dvd oÄ sieht das schonwieder ganz anders aus.

    Also ich finde es trotzdem schön Weihnachtsgeschenke zu verschenken, sie schön einzupacken und in freudiger Erwartung bis zum heiligen Abend den kleinen Geschenkeberg verstecken x:)


    Ich liebe diesen Kitsch und wenn ich an das gemütliche Essen mit der Familie, den Geruch von Spritzkerzen und einem abgedunkelten Raum mit leuchtendem Christbaum und gemeinsam "stiiilleee Nacht" singend denke, geht mir das Herz auf. Ich finde das alles überhaupt nicht stressig.


    Oh mir ist grad eingefallen, heute ist schon der 1. und ich hab das erste Türchen meines Adventskalenders noch gar nicht aufgemacht ;-D

    Zitat

    nein, parfum ist für mich einfach ein "verbrauchsgegenstand".

    Ah darum geht es dir, verstehe. Nur weil du sagtest, das könne man sich auch selbst kaufen und ein Geschenk sollte eher etwas sein, was sich der andere nicht kauft, das trifft auf eine DVD dann ja auch nicht unbedingt zu, die kann man sich auch selbst kaufen (tu ich jedenfalls manchmal, genau so wie Bücher oder ähnliches).

    Zitat

    denn wenn wir von erwachsenen Menschen ausgehen, dann kann sich natürlich JEDER im Grunde ALLES selbst kaufen. Für mich persönlich ist das kein Kriterium. Ich freue mich einfach, wenn jemand meinen Geschmack trifft und mir Dinge schenkt, von denen er weiß, dass sie mir gefallen, auch wenn ich mir die neuste Bluray-Edition von meinem Lieblingsfilm natürlich auch selbst hätte kaufen können.

    :)z

    Zitat

    Zum beschenken haben wir unsere Kinder.

    Klar. Das eine schließt aber doch das andere nicht aus, oder?

    Zitat

    Ansonsten bedarf es kein Weihnachten um seinen liebsten mit einem Geschenk eine Freude zu machen.

    Nein, genauso sehe ich es ja auch.


    Aber warum sollte man es nicht dann eben *auch* an Weihnachten machen und Weihnachten dann quasi aus Prinzip oder Trotz oder Ähnlichem dann dem Partner nichts schenken??? Wobei bei mir in der Vergangenheit dann "etwas schenken" auch mal nur eine Tafel Schoki sein konnte... "Geschenk" bedeutet ja nicht notwendigerweise gleich Riesenausgaben..


    Ich verstehe einfach nur nicht, warum nicht an Weihnachten? Weil das die meisten anderen so machen und man selbst sich sonst so "gezwungen" vorkommt?

    Zitat

    Abgesehen davon finde ich es doof meiner Frau Geld zu geben damit sie mir ein Geschenk kaufen kann.... Da gucken wir lieber nach Dingen die wir uns zwischendurch gemeinsam gönnen.

    So haben das mein Ex und ich auch gemacht. Dieses "sich selbst und dem anderen was Schönes gönnen" läuft für mich aber auch unter Weihnachtsgeschenk... warum sollte man dann eben genau das nicht auch an Weihnachten machen??? Es muss ja gar nicht an Heiligabend oder so sein, es kann dann zum Beispiel ein gemeinsamer Urlaub sein den man zusammen irgendwohin aussucht oder auch ein Essengehen als Paar ohne Kinder (oder auch mit, wenn man will....)


    Man kann zum Beispiel eben auch zusammen den nächsten Urlaub planen oder die nächste schöne Unternehmung – das kann auch "Weihnachtsgeschenk" sein.


    Aber warum es an Weihnachten so ein "Zwang" ist wenn man dem Partner auch eine Kleinigkeit schenkt – und sei es die Lieblingssüßigkeit oder was zu Knabbern.... da verstehe ich nicht....


    Und: für die besagte Tafel Schoki musst Du Deiner Frau kein Extra- Geld geben. Die sollte auch so drin sein im Haushaltsgeld, oder? Es geht ja eben nicht darum, wieviel Geld da ist oder wer wem was gibt – sondern darum, dass sie Dir dann etwas aussucht.


    Als es bei uns ganz knapp war, habe ich meinem Ex damals (da waren wir gerade erst zusammen) mal einfach nur einen Liebesbrief geschrieben.... und dazu eine kleine Tafel Schokolade gelegt, weil er die so geliebt hat. Darüber hat er sich sehr gefreut... Lustig war, dass er ebenfalls einen Brief geschrieben hatte ;-)


    Ich finde es einfach einen Gedankenfehler, wenn man sagt: Sonst ja, aber zu Weihnachten nicht, weil das ja da alle machen... ich frage mich einfach: warum nicht????

    Zitat

    Was mich ja mal interessieren würde bei den Viel-Schenkern und -Beschenkt-Werdern: Wird bei Euch eigentlich im Laufe der Jahre die Wohnung immer voller, oder haut Ihr Zeug in gleichem Umfang wieder raus wie es reinkommt?

    Also ich habe immer sehr sinnvolle Geschenke bekommen, oder eben Konzertkarten, Esseneinladungen usw.


    Ich habe keinen üblen Ramsch rumstehen, aber das ist ja auch alles Ansichtssache ;-D , warscheinlich würden andere durchaus einiges davon für Ramsch halten.


    Aber zwanghaft wird bei uns auch nicht geschenkt, weshalb warscheinlich auch nicht viele unbrauchbare Geschenke dabei sind.