Wenn euch diese Dinge so belasten dann denkt wirklich mal intensiv darüber nach ob ihr nicht eine Beratung (egal ob als Paar oder jeder für sich) in Anspruch nehmen wollt. Denn wenn diese Ängst (die ja massiv gegeneinander laufen) so heftig sind dann kann es gut sein das ihr alleine nicht damit klar kommt und das die Zeit da garnix löst.

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    Aber, wir haben gestern sehr lange geredet. Ich mache es kurz. Es war ein vorgeschobener Grund. So, wie ich meine Ängste zur Zeit mit mir trage, scheint sie auf Grund der Ehe und der Beziehung davor starke Bindungsängste zu haben.

    Verstehe ich das richtig, dass sie ihre erlaubten Fremdgehaktionen nur vorgeschoben hat, weil sie Beziehungsangst hat? Also, damit du ihr innerlich nicht zu nahe kommst, weill sie lieber fremdvögeln?

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    Aber, wir haben gestern sehr lange geredet. Ich mache es kurz. Es war ein vorgeschobener Grund. So, wie ich meine Ängste zur Zeit mit mir trage, scheint sie auf Grund der Ehe und der Beziehung davor starke Bindungsängste zu haben. Ich habe, als ich mich verbal ausk* zugegeben 1-2 unschöne Dinge gesagt. Nachdem ich "fertig" war und sie anfing wurde relativ schnell klar, dass in den letzten Wochen ihre Ängste so groß wurden, dass sie so Abstand zwischen uns forcieren wollte. Auch mit der Gefahr, dass ich mich trenne. Wir haben noch einige Arbeit vor uns, da wir beide psychische Probleme mit uns tragen, die die Beziehung gefährden.

    Geht es nur mir so, aber ich verstehe hier nur die Hälfte?


    Was war ein vorgeschobener Grund?


    Ihr Wunsch nach Sex außerhalb eurer Beziehung begründet sie damit, dass sie dadurch Distanz schaffen wollte? Aha!


    Kann es sein, dass du ihr eine Begründung geliefert hast, diese gerne übernommen hat?

    Ja, so war es gemeint.


    Und Nein, dass sie Ängste in diese Richtung hat, hat sie mir völlig unabhängig von dieser Situation vor Monaten schon erzählt. Dass sie jedoch so stark ausgeprägt waren habe ich nicht vermutet. Ich habe das gestern nicht erwähnt und habe sie einfach mit meiner Sicht der Dinge, die ich hier auch gepostet habe, konfrontiert. Niemand kann in einen Menschen hinein schauen, aber dass war nicht gelogen.

    Also geht es ihr gar nicht in Wirklichkeit um das Ausleben irgendwelcher Sexphanasien?


    Ehrlich, wenn sie sich SOWAS nur ausdenkt um dich innerlich auf Abstand zu halten, hat die Dame echt ein Problem und sollte vlt lieber eine Therapie machen statt dir so einen Mist zu erzählen ":/


    Und du solltest gut auf dich aufpassen und vlt wirklich etwas innerlich auf Abstand gehen.


    Lasst es ruhiger angehen, das scheint ihr alles zu schnell zu gehen. Getrennte Wohnungen, nur 1mal die Woche und dann am WE sehen etc.

    Zitat

    Lasst es ruhiger angehen, das scheint ihr alles zu schnell zu gehen. Getrennte Wohnungen, nur 1mal die Woche und dann am WE sehen etc.

    Wir leben in getrennten Wohnungen, sehen uns unter der Woche ca zwei mal und verbringen am Wochenende 1-2 Tage zusammen, solange keiner von uns etwas anderes vor hat.

    Meine Ängste, die ebenfalls in den letzten Wochen die Beziehung und auch sie belastet haben, haben sie wohl ins grübeln gebracht und ihre Ängste ebenfalls gesteigert.


    Ich finde die Idee mit einer gemeinsamen Therapie gut. Das werde ich mal bei Gelegenheit vorsichtig einwerfen.


    Zur Zeit bin ich emotional abhängig, das muss ich zugeben. Ich habe in letzter Zeit versucht meine Zukunftsängste anzugehen und habe mich wirklich, trotz der Ängste, voll auf meine Freundin und auf unsere Beziehung eingelassen. Leider wohl etwas zu viel, da ich mittlerweile wohl emotional zu stark von der Beziehung abhängig bin.

    Das stellt die ganze Texterei hier ja nun in eine völlig neue Ecke...


    Schön, dass ihr in der Lage seid, offen über das Thema zu reden, das können beileibe nicht alle. Ich drück die Daumen, dass es Euch gelingt, eine Lösung dafür zu finden.

    @ Dosis

    Zitat

    Die Schwierigkeit zwischen euch beiden ist, dass ihr noch eine sehr junge wenig getragene Beziehung habt. (...)


    Was mich verwundert ist der extrem frühe Zeitpunkt ihres Ausbruchs.

    Da sehe ich doch wieder die allgemeine Problematik der Menschen, die (auf Dauer) keine monogame Beziehung leben können oder wollen. Denn wie mans macht, ist es falsch. Du schreibst von wenig getragener Beziehung und frühem Ausbruch, der Tenor hier allgemein ist: es sofort und zu Beginn zu kommunizieren. Denn alles andere wäre nicht fair und am unfairsten wäre es, jemanden erst emotional (oder anderweitig) an sich zu binden und dann mit dieser Einstellung um die Ecke zu kommen. Zu Beginn ist der eventuelle Schaden ja kleiner.


    Andererseits: drückt man diese Wünsche früh aus, stellt man sich gegen das gesellschaftliche Primat, wird ggf. als beziehungsunfähig oder promiskuitiv diffamiert, oder es wird einem direkt ein schlechter Charakter, purer Egoismus oder sonstwas unterstellt. Schaut man dann aber in die "Fakten": Fremdgehen, Untreue, Betrug - kommt mir der Gedanke: hui, da ist aber ganz schön viel Heuchelei unterwegs.


    Ich kann den Wunsch nach immerwährender Monogamie verstehen, ebenso die Auswirkungen von Erziehung, Kultur - und davon bin ich auch nicht frei. Aber ich habe auch große Sympathie für diese Ehrlichkeit.


    Ich habe einige Beziehungen kennengelernt, die offene(re) Konzepte gelebt haben und/oder Seitensprünge gut verkraftet haben. Aber eben auch einige, die damit nicht umgehen konnten oder wo die Beziehung daran gescheitert ist. Oder die Beziehung letztendlich an ganz anderen Dingen gescheitert ist.


    Schaut man sich beispielsweise hier im Forum um, so wird Treue zwar oftmals als die wichtigste Anforderung an eine Beziehung gestellt, die Probleme in den Beziehungen (und letztendlich die Gründe fürs Scheitern) sind aber meist ganz andere.


    Sexuelle Exklusivität ist halt so wunderbar einfach als Gradmesser für eine (gute) Beziehung. Persönlich finde ich diese aber stark überbewertet. Sie kann Pfeiler einer stabilen Beziehung sein, trägt sie aber gewiss nicht alleine (was, so ist mein Eindruck, aber viele glauben oder erwarten) und ist auch nicht unabdingbar.

    Ich hoffe, du hälst es nicht für Zufall, dass du an jemanden geraten bist, der nicht zu viel Nähe braucht und umgekehrt. Angenommen sie wäre ähnlich gestrickt, interessant, wie das verlaufen wäre, denn jemand wie sie nährt deine Ängst und umgekehrt.

    Ich hatte bereits die Vermutung, dass es bei Deiner Freundin nicht einzig um die Sexebene geht, weshalb ich schrieb:

    Zitat

    Es scheint, dass Deine Freundin nach dem ersten Rausch der Gefühle für sich schnell entdeckt hat, dass ihr die "Enge" eurer Beziehung nicht gefällt. Und nein ich vermute, dass dies nicht mit "nur" speziellen Vorlieben und Praktiken zu tun hat, dass sie die Beziehung nach außen öffnen will.

    Zitat

    Diesen Gedanken sollte Deine Freundin für sich selbst einmal durchspielen, welcher Grund für sie massiv genug ist, dass sie den Hunger nach dem Neuen unbedingt nach außen ausleben muss.

    Aufgrund Deiner Darstellung eurer Beziehung sah ich einen Widerspruch:

    Zitat

    Was mich verwundert ist der extrem frühe Zeitpunkt ihres Ausbruchs.

    Bindungsängste sind ebenso wie Verlustängste alles andere als rational verständlich/kontrollierbar. Solange ihr nicht genau wisst woher sie kommen und aus welchen Situationen heraus sie neu belebt werden bleibt der innere Konflikt bestehen.


    Es ist gut, dass ihr euch die Zeit geben wollt an diesen Ängsten zu arbeiten. Ob dafür zu einem Zeitpunkt X eventuell auch professionelle Hilfe nötig wird, werdet ihr hoffe ich gemeinsam heraus finden und diese dann auch in Anspruch nehmen. So ein "Päckchen" übersteuerter Emotionen werden häufig verdrängt und ungelöst von einer Beziehung in die nächste rein getragen.


    Versucht mit viel Empathie und Geduld heraus zu finden, welche Situation speziell bei euch beiden Auslöser für die inneren Ängste sind und ihr dabei an eigene Grenzen stosst. Das ist besonders wichtig, weil eure Konflikte konträr zueinander stehen - Angst vor Bindung vs. Angst vor Verlust. Alles Gute dafür. :)* @:)

    L.vanPelt


    Mir ist häufiger im Leben aufgefallen, dass Menschen innere Konflikte verdrängen und in ihren Handlungweisen manchmal Stellvertreter-Situationen entstehen, weil es schwer ist sich genau zu reflektieren. Es ist einfacher dies für andere Menschen zu tun als für sich selbst.


    Bei Usern wie Kurt zb. spüre ich, wenn er seine Beiträge verfasst, dass er hinter seinem alternativen Gefühls/Lebenskonzept der Polyamory steht. :)^ :)= Nur durch seine "Lebenslehrzeit" erfahren hat wie bitter und lang der Weg sein kann mit sich ins Reine zu kommen. Es gibt nicht DEN Menschen, DEN Partner, DIE Lebensstiation die für alle und jeden passt, weil wir keine Schablonen sind.


    Wir wissen das beide und es ist gut so, wenn jeder daraus erkennt wo die eigenen Bedürfnisse liegen und offen genug dafür ist danach zu leben. :)^

    Dann lag ich wohl doch richtig mit meiner Vermutung von gestern Nachmittag, dass der Analverkehr nur vorgeschoben ist und es in Wirklichkeit um einen viel tieferen Konflikt geht:


    Hier prallen Verlustangst auf Bindungsangst. Wenn sie fremdgehen darf, bindet sie sich in ihrer Vorstellung loser (was ja überhaupt nicht der Haltung in einer offenen Beziehung entspricht) und ist nicht nur von einem Kerl abhängig, um befriedigt zu sein.

    Das für mich schlechte ist, dass zum Teil die Zukunftsängste aber vor allem die Verlustängste, die ich in den letzten 1-2 Wochen vor dem Konflikt einigermaßen unter Kontrolle gebracht habe, wieder total aufgebrochen sind.


    Ich konnte zwar meinen Standpunkt ihr gegenüber vertreten und hätte ihn mit allem Konsequenzen beibehalten. Das ist ein Fortschritt. Aber was die Arbeit mit den Ängsten betrifft war es ein Rückschritt. Zumindest fühlt es sich so an.

    @ Monika65

    Zitat

    Ich hoffe, du hälst es nicht für Zufall, dass du an jemanden geraten bist, der nicht zu viel Nähe braucht und umgekehrt. Angenommen sie wäre ähnlich gestrickt, interessant, wie das verlaufen wäre, denn jemand wie sie nährt deine Ängst und umgekehrt.

    :)^ Ich finde, ein sehr wichtiger Aspekt. Beide haben sich jemanden gesucht, der perfekt zu den eigenen Ängsten passt. Es kann sie gegenseitig wunderbar darin bestätigen/bestärken oder eben die Möglichkeit sein, diese endlich aufzuarbeiten und zu lösen.

    @ Dosis

    :)_