Freundin verhält sich herablassend gegenüber Partner

    Folgende Situation:


    Beziehung, M und W. W hat eine "gute Freundin", die sich aus irgendeinem Grund M gegenüber überlegen fühlt und sich bei so gut wie jeder Begegnung latent herablassend verhält (bis hin zu direkten Beleidigungen).


    W steht ein wenig zwischen den Stühlen und war noch nie Großmeister in Sachen "Abgrenzung" und tut eigentlich gar nichts. Allzu oft sieht man die besagte Freundin eh nicht.


    Irgendwann fragt M sich allerdings, ob das alles gut so ist, und was eigentlich ein von W zu erwartendes Verhalten in einer gesunden Beziehungskonstellation wäre. Kann man nicht vom Partner erwarten, sich zu distanzieren von Freunden, die den Partner beleidigen und sonstwie mistig behandeln?


    Ist es nicht ein Indiz für eine gewisse Unterwürfigkeit von M, dies einfach so hinzunehmen? Kann man nicht vom Partner erwarten, dass er da klar Stellung bezieht? Sollte man dies nicht als Indiz für eigentlich sogar gravierendere Probleme im Beziehungsgefüge bewerten?


    Sicherlich kann M von W nicht erwarten, sich von der Freundin zu trennen, aber verbietet es nicht der gesunde Selbstrespekt, dann weiter eine Beziehung zu führen?

  • 137 Antworten

    Ich wüsste, was ich als W zwischen den Stühlen machen würde.


    Ich würde der (noch) Freundin ganz klar sagen, wenn sie eifersüchtig auf M ist (z.B. wegen der weniger Zeit, die für sie übrig bleibt), dann soll sie sich mal in die umgekehrte Situation versetzen und sich überlegen, welches Verhalten sie dann selber für angemessen halten würde.


    Bleibt sie dann bei dem gleichen Verhalten (bzw. wenn das immer ihr "normales" Verhalten wäre und nichts mit Eifersucht zu tun hat), dann wäre sie wohl die längste Zeit Freundin gewesen.


    Als M in dieser Situation würde ich mich zurückhalten, denn das ist etwas, was die Ws untereinander regeln müssen.


    Aber ich würde der Partnerin dann schon sagen, dass ich mit W nicht weiter Kontakt haben möchte, wenn sie auf den Kontakt Wert legt, dann soll sie das alleine tun.


    Im Prinzip würde ich damit den Kontakt zum Freundeskreis spalten, aber das tut das Verhalten von W auch und ihre Anwesenheit und direkten oder indirekten Anfeindungen würde ich mir definitiv nicht antun.

    Zitat

    Kann man nicht vom Partner erwarten, sich zu distanzieren von Freunden, die den Partner beleidigen und sonstwie mistig behandeln?

    Sehe ich auch so und würde ich auch genauso handhaben.

    Zitat

    Ist es nicht ein Indiz für eine gewisse Unterwürfigkeit von M, dies einfach so hinzunehmen?

    Nicht gegenüber W, aber gegenüber dieser "Freundin". Solche Menschen suchen sich ja für gewöhnlich Leute, mit denen sie das machen können. Würde M mal in angemessener Form auf die Unverschämtheiten der Freundin antworten, wäre die vermutlich ganz schnell weg.

    Zitat

    Sicherlich kann M von W nicht erwarten, sich von der Freundin zu trennen, aber verbietet es nicht der gesunde Selbstrespekt, dann weiter eine Beziehung zu führen?

    Naja, M leidet ja nicht unter W, sondern unter der Freundin. Wenn zwischen M und W alles gut ist, ist es natürlich eine harsche Entscheidung, sich wegen der Freundin, die zudem offenbar nicht allzu oft in das gemeinsame Leben tritt, zu trennen. ":/


    Hinzu kommt, dass W vielleicht selbst eine gewisse devote Haltung gegenüber dieser Freundin hat, könnte das sein? Ist es eine Freundschaft auf Augenhöhe oder gibt die Freundin auch hier den Ton an? Ich vermute fast letzteres.


    Andererseits finde ich, wie oben schon gesagt, schon, dass man hier eine deutliche Abgrenzung erwarten kann. Letztlich beleidigt und schädigt die Freundin damit auch W, indem sie die von W gewählte Beziehung durch Gehässigkeiten torpediert.


    Gibt es ein Indiz für die Motivation dieser Freundin?


    M und W sollten an einem Strang ziehen und dieser Freundin deutlich ihre Grenzen aufzeigen. Das kann man infantil lösen (zurück beleidigen bis einer heult) oder etwas erwachsener (das jeweilige Treffen sofort abbrechen, weggehen (M und W gemeinsam, versteht sich!) oder die Freundin umgehend der Wohnung/des Hauses verweisen und ihr deutlich sagen, dass sie sich dann wieder melden kann, wenn sie sich entschuldigt und sich künftig zu benehmen weiß.


    Nicht selten ziehen sich gerade solche Menschentypen dann eingemuckelt zurück und M und W haben Ruhe.

    W steht zwischen den Stühlen? Ich würde jemanden, der meinen Partner beleidigt nicht als Freund ansehen und den Kontakt abbrechen, und das gleiche auch von meinem Partner erwarten. Betreten dürfte jemand, der mich beleidigt, mein Haus jedenfalls nicht und ich würde es meinem Partner sehr übel nehmen, wenn er sich woanders mit der Person trifft.


    Wohlbemerkt: Niemand muss mich mögen und mein Partner kann alle Freunde haben, die er will, aber wenn jemand dazu übergeht mich permanent zu beleidigen, dann erwarte ich Loyalität mir gegenüber und einen Kontaktabbruch zwischen den beiden. W steht mMn nicht zwischen den Stühlen, sondern er zieht den Schwanz ein, weil er entweder der Freundin keine klare Ansage machen kann oder ihm die eigene Frau/Freundin nicht wichtig genug ist.

    Mir fällt spontan die Redewendung "Zeige mir deine Freunde und ich sage dir wer du bist" ein.


    Mich würde an Stelle von M das Verhalten von der "guten Freundin" weit weniger stören als das Verhalten von W. Die Akzeptanz die W offensichtlich an den Tag legt. Sonst würde sich W ja von der "guten Freundin" wenigstens distanzieren. Oder sie mal zu einem Gespräch unter vier Augen bitten und sie auffordern das doch zu unterlassen.


    Insgesamt würde ich mich fragen warum W eine "gute Freundin" mit einem solchen Charakter hat? Siehe die Redewendung weiter oben. Ich selbst würde grundsätzlich ein solches Verhalten nicht in meinem Freundeskreis tolerieren egal gegen wen es geht.

    Zitat

    Sicherlich kann M von W nicht erwarten, sich von der Freundin zu trennen, aber verbietet es nicht der gesunde Selbstrespekt, dann weiter eine Beziehung zu führen?

    Ich würde die Beziehung zumindest nochmal für mich gründlich überdenken.

    Spontan fällt mir folgendes dazu ein:


    hat W das Verhalten mitbekommen? hat M gegenüber W geäussert, dass er das Verhalten von F als herablassend und beleidigend empfindet und hat er geäußert, dass er das Verhalten absolut nicht in Ordnung findet? Hat er Wünsche bzw. eine Idee geäußert, was die zukünftige Beziehung zu F betrifft?


    Ich denke, M sollte mit seiner Partnerin W über F sprechen und sein Anliegen vortragen. Was will er überhaupt? Wenn hier dann eine klare Absprache vorliegt kann der nächste Schritt (ggf. aussprache mit F) erfolgen.

    Zitat

    hat W das Verhalten mitbekommen? hat M gegenüber W geäussert, dass er das Verhalten von F als herablassend und beleidigend empfindet und hat er geäußert, dass er das Verhalten absolut nicht in Ordnung findet? Hat er Wünsche bzw. eine Idee geäußert, was die zukünftige Beziehung zu F betrifft?

    Ja.


    Schonmal danke für alle Antworten.

    @ Timbatuku

    Zitat

    Welche Rolle spielt das bei der Beurteilung der gestellten Frage? Keine.

    Welchen Sinn hat eine Frage, die man gleich selbst beantwortet? DU warst außerdem nicht gefragt und ich habe meine Gründe für die Frage.

    Zitat

    Ich würde jemanden, der meinen Partner beleidigt nicht als Freund ansehen und den Kontakt abbrechen, und das gleiche auch von meinem Partner erwarten. Betreten dürfte jemand, der mich beleidigt, mein Haus jedenfalls nicht und ich würde es meinem Partner sehr übel nehmen, wenn er sich woanders mit der Person trifft.

    In diese Richtung geht auch das, was M so denkt.


    Nicht im Sinne von "ich verlange, dass W den Kontakt zu F abbricht"


    sondern


    "würde in einer gesunden Beziehung W nicht ganz von alleine den Kontakt zu F abbrechen"


    und was sagt es aus, dass das nicht passiert!?


    Wobei bei W langsam erste Zweifel an F wach werden. Aber erst nach etlichen Jahren.. und auch nur Zweifel, keine klare Distanzierung.

    Zitat

    würde in einer gesunden Beziehung W nicht ganz von alleine den Kontakt zu F abbrechen"


    und was sagt es aus, dass das nicht passiert!?

    Hmmh, ich bin mir nicht sicher, aber ich könnte mir vorstellen, dass W, solange von keiner Seite Stress kommt es laufen läßt. Es beschwert sich ja keiner massiv bzw. zwingt sie zum Handeln, "es läuft ja".


    Damit muss sie nicht handeln und den Unfrieden stiften.

    Zitat

    Sicherlich kann M von W nicht erwarten, sich von der Freundin zu trennen, aber verbietet es nicht der gesunde Selbstrespekt, dann weiter eine Beziehung zu führen?

    Also wäre ich M würde ich das erwarten, denn mein Selbstrespekt würde mir das tatsächlich verbieten. Ich bin ein Mann und keine Wurst. ;-D


    Würde ich eine Beziehung mit jemandem führen, der ernsthaft so eine Entscheidung nicht treffen kann, dann würde ich ihm diese Entscheidung mit dem größten Vergnügen abnehmen.


    Aber vor allem.. ich würde mir das an M's Stelle von der Freundin gar nicht erst gefallen lassen und ihr eine klare Ansage machen. W's Reaktion darauf würde dann entscheiden ob die Beziehung für mich überhaupt Sinn macht.

    Mir ist das mittlerweile zu unspezifisch als da noch viel mehr sagen zu können.


    Wie äußert sich das herablassende Verhalten denn genau? Was sind das für Beleidigungen? Ist das Ganze vielleicht auch eher subjektiv empfunden von M? Oder ganz klar Beleidigungen wie z.B. "Du bist ein Ar****"?


    Denn es besteht ja auch die Möglichkeit, dass W das Ganze gar nicht so empfindet wie M.

    Doch, W empfindet das auch so wie M, zumindest wird sie so langsam wach und bewusst, was das Thema angeht.


    F ist permanent dominant-herablassend-rechthaberisch, belehrend zu M, nicht richtig zuhörend, dauernd unterbrechend, allgemein von oben herab. Ab und an gibt es dann Sätze die in der Tat als Beleidigung durchgehen.


    Ein Beispiel:


    M kennt sich in einem bestimmten Themengebiet gut aus, F hatte dazu mal ein paar Fragen. M und F haben sich gemeinsam vor den Computer gesetzt und M hat F Dinge gezeigt und ihre Fragen beantwortet. F hat dabei aber mitten in der Antwort schon das Thema gewechselt und die nächste Frage gestellt. M hat dann irgendwann gefragt "Warum stellst Du Fragen, wenn Du Dir die Antwort gar nicht anhörst?" und F darauf geantwortet "Du solltest Dich langsam mal dran gewöhnen, dass es Menschen gibt, die schneller denken als Du".

    Was ist F so für ein Typ? Vielleicht allgemein eher flapsig, ohne es böse zu meinen? Mir fallen spontan eine handvoll Leute ein, von denen der Spruch aus dem Beispiel kommen könnte, bei denen ich das nicht beleidigend, sondern eher augenzwinkernd auffassen würfe. Vielleicht war M in der Situation wirklich n bisschen langsam (was ja auch nicht schlimm ist, necken kann man sich ja trotzdem).


    Wurde F schonmal gesagt, wie er bei M ankommt?


    Wieso setzen sich F und M zusammen, wenn bekannt ist, dass er ein Arsch ist? - ich würde ihm dann W überlassen, wie sie meint, aber nicht noch selbst freiwillig Zeit mit jemandem wie F verbringen, wenn es dann so läuft, wie man es nicht mag.


    Ansonsten, wenn es keine Missverständnisse gab/gibt:

    Zitat

    Mir fällt spontan die Redewendung "Zeige mir deine Freunde und ich sage dir wer du bist" ein.

    Dachte ich mir auch.

    Zitat

    Ein Beispiel:


    M kennt sich in einem bestimmten Themengebiet gut aus, F hatte dazu mal ein paar Fragen. M und F haben sich gemeinsam vor den Computer gesetzt und M hat F Dinge gezeigt und ihre Fragen beantwortet. F hat dabei aber mitten in der Antwort schon das Thema gewechselt und die nächste Frage gestellt. M hat dann irgendwann gefragt "Warum stellst Du Fragen, wenn Du Dir die Antwort gar nicht anhörst?" und F darauf geantwortet "Du solltest Dich langsam mal dran gewöhnen, dass es Menschen gibt, die schneller denken als Du".

    Mh, also meiner bescheidenen Ansicht nach klingt das ein klein wenig mimöschenhaft von M. Für mich klingt das auch eher erstmal nach Flapsigkeit und nicht zwingend aggressiv.


    Könnte sein, dass das ihre defensive Art ist, auf die ermahnende und Papa-mäßige Frage von M zu reagieren. Wie war denn die Grundstimmung? Er ernsthaft vor den Kopf gestoßen, weil er mal unterbrochen wurde und sie total genervt von ihm?


    Ich würde meinen, die Chemie stimmt einfach nicht zwischen den Beiden, ohne dass man da jetzt einen Bösen und einen Guten herausarbeiten müsste. My 2 cents.

    P.S. Wenn es das und ähnliche Anekdoten sind, die zu diesem Konflikt geführt haben (und nichts Gravierenderes passiert ist), dann würde ich mich wohl tatsächlich raushalten und meinem Freund vermitteln, dass ich verstanden habe und es akzeptiere, dass er mit F nicht gut umgehen kann, aber dass ich die Vorfälle als nicht so tragisch finde, dass man jetzt ein großes Fass aufmachen müsste. Auf gemeinsame Aktivitäten würde ich dann wohl auch verzichten und nichts zwingen und erwarten. Manchmal passt es halt einfach nicht zwischen Menschen und das ist doch auch okay.

    Zitat

    auf die ermahnende und Papa-mäßige Frage von M zu reagieren

    das setzt Du jetzt einfach mal so voraus?


    Nein, sie hat eine Frage nach der anderen gestellt aber sich keine Antwort angehört so dass M sich irgendwann gefragt hat "was red ich hier eigentlich". Das war schon eine happige Beleidigung, das hat F in dem Moment auch so empfunden.


    F straht grundsätzlich "ich weiss alles besser als Du, erklär Dir wies läuft und hör mir deine Argumente gar nicht erst an" aus.


    Das ist sogar übergriffig in Bezug auf die Beziehung - F erzählt auch W ungefragterweise, wie sie mit M in diesem und jenem Aspekt umgehen solle.