• Freundin will/ braucht keinen Sex

    Hallo, ich habe ein blödes Problem. Meine Freundin hat kaum noch Lust auf Sex. Wir sind nun 4 Jahre zusammen, am Anfang unserer Beziehung war der Sex toll – jeden Tag, mehrmals an verschiedenen Orten. Das irgendwann das ganze weniger wird, ist ja klar. Doch nun ist ein Punkt angekommen wo für mich die gesamte Situation nicht mehr tragbar ist. Wir wohnen…
  • 24 Antworten
    Zitat

    Naja, das dies öfter in nicht wenigen Beziehungen so passiert ist mir ja klar, aber warum das so ist, ist mir eben nicht unbedingt klar. In den Worten des TE kam mir das ein wenig so rüber, als wenn das selbstverständlich und unabdingbar so wäre. Aber genau diese Position halte ich für sehr fragwürdig, weil es suggeriert, es gäbe keinen eigenen Anteil daran.

    Weil Neues tendentiell aufregender ist. Bei dir wahrscheinlich nicht, sonst würdest du es ja verstehen. Aber die Frage nach dem "Warum" ist völlig egal. Denn dass es oft und auch bei Rudi weniger wird ist nicht sein Problem. Sein Problem ist, dass es nicht nur weniger, sondern komplett heruntergefahren ist. Und das hat damit, dass es bei vielen Paaren weniger wird, nicht allzu viel zu tun.

    Zitat

    Ich vermute auch, dass die Freundin des TE ihn nicht mehr so richtig liebt und begehrt.

    Das finde ich ziemlich vorschnell.

    hey Rudi, ich knee das Problem, und ehrlichgestanden kommt das sehr oft vor, dass die Partnerin keinen Sex mehr will, weil sie den Mann als Freund, als Partner nicht mehr will. Da ist vermutlich das Beste, sich wen andren zu suchen, auch weil ich wirklich verstehe, dass man nicht ewig mit so wenig Sex leben kann. Eine zum Sex zu suchen, wie Wanderfalke meint, und sie zu behalten weil man sich ja gut versteht, finde ich komplett sinnlos, und zum Scheitern verurteilt. Du kannst schliesslich beides auf einmal haben: tollen Sex, der im Übrigen nicht abnehmen muss im Laufe der Jahre – meine Erfahrung – UND sich super verstehen.


    Allerdings wenn ihr Problem wirklich ein Problem mit Sex an sich ist, dann sollte sie unbedingt einen Psychologen aufsuchen. Wenn sie das ablehnt, dann bei aller Liebe – lieber trennen und die finden, die es wirklich ist für dich. ;-)

    Vllt hilft es ja auch, einfach eine Zeit lang nur das Vorspiel zu machen, aber ihn nicht einzuführen? Könnte sein, dass sie dadurch wieder mehr Lust bekommt und sich nicht zum Sex gedrängt fühlt. So hast du deine Befriedigung und sie kann komplett selbst entscheiden, wann sie richtigen Sex haben möchte? Ein Gespräch über ihre Gefühle und ihre Vorstellungen wär mMn auch angebracht.

    Zitat

    Weil Neues tendentiell aufregender ist.

    Auch in langjährigen Partnerschaften gibt es durchaus Neues oder Möglichkeiten diesbezüglich. Aber OK, das ist in der Tat OT.

    Zitat

    Vllt hilft es ja auch, einfach eine Zeit lang nur das Vorspiel zu machen, aber ihn nicht einzuführen?

    Das ist aber ziemlich schwierig für den TE, da dessen Freundin sich ja offenbar nicht einmal an den Brüsten berühren lässt. Aber vielleicht sollten sie es wirklich eine zeitlang ohne Penetration zu versuchen und auch so vereinabren, damit sie keine Angst haben muss- um sie wieder auf den "Geschmack" zu bringen (falls die Schmerzen wirklich das Problem sein sollten). Und wenn sie wieder um Penetration bitten sollte, dann ganz vorsichtig vorgehen- bei Schmerz unbedingt unterbrechen ...


    Wenn sie jegliche Lösungsversuche abblockt und nicht hinreichend darauf eingeht, würde ich mich sofort trennen- denn dann hat es keinen Sinn.

    Zitat

    Ich vermute auch, dass die Freundin des TE ihn nicht mehr so richtig liebt und begehrt.

    Zitat

    Das finde ich ziemlich vorschnell.

    Es ist meine Vermutung, weil die Freundin des TE offenbar auch wenig auf ihn zugeht- und das halte ich für Liebe für wesentlich. Wenn man auf die Belange und Gefühle des Partners nicht eingeht und dennoch behauptet, man würde lieben, dann kann das meines Erachtens keine Liebe sein, sondern höchstens Verlustangst, Gewohnheit, Sympathie (im Sinne von Freundschaft- selbst bei einer Freundschaft geht man aufeinander zu und teilt sich mit und nimmt die Gefühle des Freundes ernst- unabhängig vom Sex).


    Liebe ist für mich nicht allein durch Worte gegeben, sondern wird vor allem durch das Handeln erkennbar ...

    Deshalb hab ich ja auch tendentiell geschrieben. Dass es auch nach 10 Jahren noch Neues geben kann ist klar. Trotzdem hat sich eine Vertrautheit eingestellt, die viele Leute nicht mehr ganz so stark reizt, wie das komplett Neue und Aufregende während der ersten gemeinsamen Zeit.

    Zitat

    Trotzdem hat sich eine Vertrautheit eingestellt, die viele Leute nicht mehr ganz so stark reizt,

    Gerade das Vertaute und das Neue in Kombination halte ich für außerordentlich reizvoll- reizvoller als Neues pur ...


    Bei rein Neuem schwingt oft genug Unsicherheit mit- genau weil man die betreffende Person nicht so genau kennt. Insofern wird das Aufregende schnell gedämpft oder es kommt eher zu Missverständnissen.

    Zitat

    Wenn sie jegliche Lösungsversuche abblockt und nicht hinreichend darauf eingeht, würde ich mich sofort trennen- denn dann hat es keinen Sinn.

    Okay, überlegen wir uns mal Lösungsversuche. Arzt wurde genannt. Ein Arzt könnte organisch bedingte Ursachen feststellen. Die Frage ist, welcher Art die Schmerzen sind. Reisst sie beim Sex? Oder sind es eher Eingeweideschmerzen (z.b. durch Endometriose, Zysten, Blasen- oder Darmerkrankungen)? Vieles kann man heilen, manches nicht. Oft bleibt auch eine gewisse Empfindlichkeit zurück. In solchen Fällen wird der Sex immer etwas beeinträchtigt werden. Allerdings würden organische Gründe die TE-Freundin etwas vom Vorwurf des Nicht-Wollens und der Nicht-Liebe entlasten.


    Der Psychologe käme zum Zug, wenn es psychische Verletzungen gab. Missbrauch in jeglicher Form. Da wird es schwierig, denn diese Erfahrungen haben sich tief in die Erinnerungen und in die Seele eingegraben. Sie beeinflussen die eigenen Empfindungen und die Wahrnehmung des Partners sowie gemeinsame Handlungen. In einer Therapie würde alles wieder an die Oberfläche kommen. Das ist eine enorme Belastung für eine Partnerschaft.


    Vielleicht liegen die Gründe aber weder im physischen noch im psychisch (verletzten)Bereich. Vielleicht ist es eher eine Stresssache. Vielleicht kann sie sich nicht entspannen. Vielleicht hat sie das Gefühl, immer etwas geben zu müssen. Vielleicht ist sie innerlich mehr bei den Erwartungen des Partners als bei sich selbst. Vielleicht ist Sex für sie eher eine Anreihung von Verschiedenen Stellungen (von vorne, hinten, oben, unten) und der Wechsel von genutzten Körperöffnungen. Irgendwann drückt der Mann dann ab und das war's.


    Wäre dies der Fall wäre vielleicht eine Sexualtherapie etwas für sie. Dort könnte sie lernen, Berührungen zu geniessen. Überall am Körper. Der Vorteil einer solchen Therapie wäre, dass sie das Tempo bestimmt und einfach nur nehmen darf (bzw. Nein sagen darf, wenn es für sie nicht stimmt). Ich glaube, in so einem geschützten Rahmen könnte manche Sex-abwehrende Frau ihre Freude am körperlichen Geniessen neu entdecken. Das Problem dürfte sein, dass die meisten Frauen für so eine Therapieform wohl eine sehr hohe Hemmschwelle zu überwinden hätten.


    Was allen Therapieformen gemeinsam sein dürfte: der Impuls muss von ihr kommen. Von ihr für sich selbst. Wenn sie nur zum Arzt oder Therapeuten geht, weil der Mann unzufrieden ist oder mit Trennung droht, dann bringt das nichts. Sie muss das -ganz egoistisch -für sich selbst wollen. Idealerweise macht man so eine Therapie wenn man gerade keine Beziehung hat und man sich wirklich auf die Therapie und sich selbst konzentrieren kann.

    Zitat

    Wir hatten teilweise Pausen von einigen Monaten, sicherlich auch durch Zeiten bedingt wo wir Beziehungsprobleme hatten. Nun nun wo eigentlich wieder alles gut war, hat meine Freundin nach wie vor keine Lust.

    ...für mich liegt darin der Grund. Vielleicht ist eben nicht alles wieder gut. Schmerzen und sich nicht an den Brüsten berühren lassen wollen, deuten für mich zusätzlich darauf hin. Vielleicht kann/will sie deshalb nicht sagen (oder kann/will sie deshalb selbst nicht sehen), was der eigentliche Grund ist, denn so etwas kann auch für die Beziehung gefährlich sein ...

    An Mayflower: Es ist zu kurz gedacht zu sagen, psychologische Betreuung macht nur Sinn wenn es tief vergrabene Traumata gibt. Es kann auch ein total kurzfristiges psychologisches Problem geben, welches auch gut behandelt werden kann, da es etwas ist, was momentan in der Psyche nicht stimmig ist und auch etwas psychisches sein kann, das vielleicht vor ein zwei Jahren eine Unstimmigkeit ausgelöst hat. Es muss nicht mit grauer Vorzeit/Kindheit zusammenhängen um ein psychologisch zu betreuendes Problem zu sein.


    Ich finde es klingt alles sehr danach zumindest Mal einen oder mehrere Psychologen/Therapeuten zu befragen.