Freundschaft beenden?

    Hallo liebes Forum!

    Ich bin schon lange nicht mehr online gewesen hier. 😉

    In letzter Zeit denke ich oft ĂŒber eine Sache nach, die mich beschĂ€ftigt. Weil ich in meiner Familie oder bei Freunden das Problem nicht nicht ansprechen möchte, weil sie entweder „voreingenommen“ sind oder vielleicht in eine peinliche Situation kommen könnten ( z.B. durch GesprĂ€che mit gemeinsamen Bekannten) möchte ich es lieber erst mal relativ anonym in diesem Forum versuchen. Ich muss dafĂŒr weiter ausholen und hoffe, jemand liest meinen Kurz-Roman. Im Moment haben ja viele Menschen viel mehr Zeit zum Lesen. 😉

    Es geht um eine sehr enge, aber recht kurze Freundschaft mit einer Frau.

    Ich habe diese Frau vor einiger Zeit in der Arbeit kennen gelernt.

    Wir stellten fest, es passt einfach und wir sind jeweils fĂŒr die andere die Freundin, die im Leben noch gefehlt hat sozusagen.

    Diese Vertrautheit und „gern haben“ war von meiner Seite aus ganz plötzlich weg, ausgelöst unter anderem durch eine Verabredung, die irgendwie blöd gelaufen ist: es ging darum, dass eine 3. Person dabei war (diese Person war definitiv nicht das Problem, da recht sympathisch und freundlich) und ich fĂŒhlte mich wie das 5. Rad am Wagen, weil auch stĂ€ndig telefoniert wurde wĂ€hrend des Treffens und die beiden eigentlich noch anderweitig verabredet waren.

    Als ich das so herausgehört habe, habe ich mich verabschiedet, ganz normal und freundlich, nicht Ă€rgerlich oder so, war irgendwie viel zu sehr vor den Kopf gestoßen um zu fragen, warum sie nicht ehrlich gesagt hat, dass es an dem Tag eigentlich nicht passt.

    Jedenfalls war plötzlich alles weg, jegliche GefĂŒhle und Zuneigung. Einige andere Dinge haben spĂ€ter noch dazu beigetragen, dass wir nie wieder so „dicke“ waren, wie vor dieser Verabredung.

    Eigentlich kenne ich das von mir nicht, ich verzeihe sehr viel, bin recht geduldig und ĂŒberhaupt kein bisschen eifersĂŒchtig, wenn Freundinnen mal mehr Zeit mit anderen verbringen oder einfach keine Zeit fĂŒr mich haben. Schließlich bin ich nicht der einzige Mensch in deren Leben und umgekehrt gibts bei mir auch mal Zeiten, wo ich viel arbeite oder viele Termine mit Familie/Kindern habe und daher nur wenige Verabredungen treffen kann.

    Mittlerweile ist sie nicht mehr in unserer Firma beschÀftigt und so sehen wir uns fast nicht mehr.

    Wir schreiben uns ab und zu, meist schreibt sie mich an. Aber es ist immer das gleiche was wir uns schreiben, nur ganz oberflÀchlich hallowiegehtswasmachstduso....

    Ich bin der Meinung, wir leben doch irgendwie in recht unterschiedlichen Welten, wir hatten uns sehr gern damals, aber gemeinsam hatten wir definitiv nur die Arbeit, alles andere war ein ziemlicher Gegensatz. Keine gemeinsamen Hobbys, wenig GesprĂ€chsthemen außer ĂŒber die Arbeit oder halt mal ĂŒber unsere Familien oder Partnerschaftsprobleme.

    Das macht mich zunehmend unzufrieden und ich frage mich, ob ich diese Freundschaft noch möchte oder ob es besser ist, damit abzuschließen.

    Ich kann auch nicht mit ihr drĂŒber reden, sie ist mir einfach fremd geworden.

    Ich merke, dass mir das alles nicht gut tut, ich will ihr auch auf keinen Fall weh tun, daher ziehe ich mich bisher einfach zurĂŒck und ĂŒberlege immer wieder, ob und wie ich aus dieser unguten Halb-Freundschaft rauskommen kann oder muss.

    Lange Rede, kurzer Sinn:

    Hat jemand Àhnliche Erfahrungen?

    Wie seid ihr damit umgegangen, ewig lange rumgeeiert oder kurz und bĂŒndig „Schluss gemacht“? Oder einfach akzeptiert, dass eine sehr enge Freundin auch wieder zu einer Bekannten oder einfach ehemaligen Kollegin werden kann?

    Bin gespannt auf eure Erfahrungen und den Umgang damit!

    Schönen Sonntag!

  • 11 Antworten

    Ja, das habe ich sogar mit meiner ehemals besten Freundin seid der Schulzeit so erlebt.


    Es gab zwar auch eine SchlĂŒsselsituation dazu, aber auch einfach viele kleine Situationen die darauf hingewiesen haben "es passt nicht mehr"


    Kein Drama... Ich habe die Freundschaft auch nicht "gekĂŒndigt" aber einfach von mir aus keinen Kontakt mehr gesucht und es gibt durchaus "Smalltalk" zwischen uns (da sie durch Heirat mittlerweile sogar zur Familie gehört) - aber ich kann, so hart das auch klingt, einfach nichts mehr anfangen, empfinde sie als unreif und irgendwie "ewig-Zwanzigjahrig" geblieben - wir sind beide Mitte 40.


    Das hat sich in vielem gezeigt.


    Ich habe da kein Thema draus gemacht, es ist eben deutlich, dass unser gesamtes Leben nicht zusammenpasst... Sie beschĂ€ftigt sich mit Dingen, die ich mit Mitte 20 auch gemacht habe... Ziehe einen fast schon Teenager groß und betreue Teenager in Schulen wĂ€hrend sie sich wie einer verhĂ€lt und auch nur "Freundschaften" mit Teenagern hat...


    Aber das wĂŒrde ich ihr nie so sagen. Ich will ihr nicht wehtun. Ich merke nur, dass es fĂŒr mich einfach so ist, dass ich nichts mehr mit ihr gemeinsam habe und ich sie auch nicht mehr verstehe.


    Freundschaften "kĂŒndigen" wĂŒrde ich nie, solange nicht wirklich was sehr Schlimmes passiert. Dieses "Du bist nicht mehr meine Freundin!!!" Getue empfinde ich als Kindergartentheater.

    Paritu schrieb:

    Aber das wĂŒrde ich ihr nie so sagen. Ich will ihr nicht wehtun. Ich merke nur, dass es fĂŒr mich einfach so ist, dass ich nichts mehr mit ihr gemeinsam habe und ich sie auch nicht mehr verstehe.


    Freundschaften "kĂŒndigen" wĂŒrde ich nie, solange nicht wirklich was sehr Schlimmes passiert. Dieses "Du bist nicht mehr meine Freundin!!!" Getue empfinde ich als Kindergartentheater.

    Eben, meine Art ist das eigentlich auch nicht, jemandem so vor den Kopf zu stoßen und zu sagen: das wars, wir sind keine Freunde mehr.

    Lieber wĂ€re mir, ich wĂŒrde lernen, einen fĂŒr mich gesunden Abstand zu finden und mich nicht mehr ĂŒber mich selber Ă€rgern, wenn ich wieder alles mögliche bei Whatsapp geschrieben habe und von ihr nur zwei Wörter als Antwort kommen.

    Denn möglicherweise geht es ihr ja Àhnlich und sie merkt auch, dass es nicht mehr so ist wie damals.

    Es war einfach so, dass wir sehr eng befreundet waren, uns alles erzĂ€hlt haben, aber dadurch, dass ich viel von einigen Schwierigkeiten bei ihr mitbekommen habe, war ich oft auch ziemlich belastet, ich fĂŒhlte mich immer irgendwie verpflichtet, ihr zu helfen.

    Auf der Arbeit musste ich ein paar mal fĂŒr sie beim Chef "die Kohlen aus dem Feuer holen". Es gab öfter schwierige Situationen, was auf Fehlverhalten von ihr zurĂŒckzufĂŒhren war und andere hatten dadurch kurzfristige PlanĂ€nderungen.

    Seit wir nicht mehr zusammen arbeiten, ist diese Belastung nicht mehr da und ich merke einfach, wie ich mich mit gewissem Abstand weniger belastet fĂŒhle.

    Es war natĂŒrlich auch meine Entscheidung, mich so schnell auf eine so enge Freundschaft einzulassen, im Nachhinein sehe ich es als sehr unausgeglichene Freundschaft, weil sie jemand ist, der bei vielen Dingen UnterstĂŒtzung braucht und ich jemand bin, der seine Angelegenheiten selber regelt und andererseits auch sehr hilfsbereit bin.

    Ich fĂŒhle mich keineswegs ausgenutzt von ihr. Ich habe nur halt selber nicht die fĂŒr mich nötigen Grenzen gesetzt, die die meisten anderen von mir bekommen, wenn es zum Beispiel darum geht, beim Chef was zu vertuschen oder durch Fehlverhalten mehr Arbeit zu haben. Daher habe ich immer mal wieder ĂŒberlegt, ob es besser wĂ€re, das Thema abzuhaken, schöne Erinnerungen zu haben und im Leben weiter zu machen, sprich, sich nicht mehr zu melden, oder aber aktiv zu verstehen geben, dass ich mich zurĂŒckziehen möchte. Aber es ist schwierig, das auf eine faire, erwachsene Art ohne durchzuziehen, wie man zum Beispiel einen Job kĂŒndigt, mit der BegrĂŒndung, sich verĂ€ndern zu wollen.

    Vielleicht ergibt das ja auch mal, dass man drĂŒber spricht, dass wir eine tolle Zeit hatten und ich sie immer noch gern hab, aber das wir eben akzeptieren mĂŒssen, dass wir doch völlig unterschiedlich sind und unterschiedlich leben.

    Danke auf jeden Fall fĂŒr deinen Beitrag, Paritu!

    So was habe ich schon hĂ€ufig erlebt, mal in Freundschaften, die ĂŒber Jahre gingen, mal in Freundschaften, die kĂŒrzer waren. Mal mit einem großen Knall, wo man sich richtig zerstritten hat, mal ist es einfach so ausgelaufen. Es sind einfach nicht alle Freundschaften dazu gedacht, ein Leben lang zu halten, manche sind einfach auf bestimmte Phasen begrenzt. Ich finde auch nicht, dass man das offiziell „kĂŒndigen“ oder „beenden“ mĂŒsste. Lass es von Deiner Seite einfach auslaufen. Es scheint mir so, dass sie dich einfach warmhĂ€lt, falls sie Dich nochmal brauchen kann, sonst wĂ€re von ihr schon lĂ€ngst nichts mehr gekommen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben.

    Ich wĂŒrde auch sagen, einfach locker auslaufen lassen.

    Schreib sie von selber nicht mehr an und wenn von ihr was kommt, dann nur ganz oberflÀchlich antworten.

    Ja, ich glaube, es ist das beste, wenn ich mich einfach nicht mehr großartig melde.

    Das stimmt, manche Freundschaften halten ewig und drei Tage, auch wenn man sich zwischendurch lange nicht sieht. Aber man hat halt einiges gemeinsam, was irgendwie zusammenschweißt.

    Bei anderen Freundschaften hat man wenig gemeinsam, einiges ist doof gelaufen und man hat sich irgendwann nicht mehr viel zu sagen.

    Noch vor wenigen Monaten hÀtte ich es nicht geglaubt, dass wir so schnell auseinander gehen und vor allem, dass es mir nicht mal mehr besonders weh tut.

    Wenn ich selber merke, die/der andere ersetzt Menschen schnell durch jemand anders, wird es einfach nicht mehr so wie vorher. Ich habe es aus beiden Perspektiven erlebt. Zu erst hat sie jemand anderes durch mich ersetzt, spĂ€ter wurde ich dann eben ersetzt. Offensichtlich dreht sich vieles in ihrem Leben nur darum, wie sie es gerade braucht und mittlerweile bin ich zu der Einsicht gekommen, dass sie in mir wohl (in einer fĂŒr Sie schwierigen Zeit) irgendwie einen „Mutter-Ersatz“ gesucht hat. Aber das kann und will ich nicht ĂŒbernehmen. Aber ich habe mich da irgendwie reinziehen lassen, bzw. natĂŒrlich auch selber aktiv mitgemacht und meine Grenzen selber nicht gesehen.

    Aber es ist am besten, wenn auf lange Sicht diese Freundschaft einfach auslĂ€uft. Man hat ja auch schöne Erinnerungen an die Zeit und vieles ĂŒber sich selber dazu gelernt Und kann aus dieser Erfahrung was fĂŒrs weitere Leben mitnehmen.

    genau, du hast es gut zusammengefasst :)


    Leider halten nicht alle Freundschaften fĂŒr immer. Mit manchen Leuten geht man nur eine kleine Strecke gemeinsam. Die schönen Erinnerungen bleiben.

    Besser es rechtzeitig sanft auslaufen lassen als es weiterlaufen zu lassen, bis man sich dann so richtig verkracht.


    Ein Ende im Streit tut viel mehr weh und kostet Nerven.


    Auslaufen lassen ist besser, vor allem wenn es dir jetzt schon nicht mehr weh tut, dass die Freundschaft zuende ist.

    FĂŒr mich las sich das leider so als wĂŒrdest Du zu viel erwarten, reininterpretieren ...

    Ich kenne das. Da hofft man auf was und das hat dann manchmal gar nichts mit der Person direkt zu tun, sondern eher mit der Situation.

    Du wĂŒnscht Dir eine gute Freundin und das war die XY eben nicht. Also Strich drunter, gut gehen lassen und vielleicht findet Du bald jd der wirklich gut zu Dir passt ;)

    chipsy

    Das kann ich nachvollziehen, wie es bei dir ankam, ich wollte nicht zu detailliert auf einzelne Situationen eingehen, da ich nicht weiß, wer hier eventuell mit liest.

    Ich bin aber nicht auf der Suche nach einer Freundin, ich habe durchaus andere Freunde/innen, die ich sehr sehr gern habe und nicht missen möchte. Aber manchmal ergibt sich ja einfach, dass man noch jemanden kennen lernt.

    Mit dieser Frau war es anders, so eine Verbundenheit habe ich vorher nicht erlebt, jetzt bin ich ĂŒberrascht, dass es dann doch so schnell zu Ende ging mit meinen GefĂŒhlen und dass mir dieser oberflĂ€chliche Kontakt, den wir noch haben, nicht mehr gut tut.

    Offensichtlich habe ich es zu Anfang nicht wahrhaben wollen oder einfach nicht gesehen, dass das im Grunde keine Zukunft haben kann.

    Ich erwarte eigentlich nicht viel.

    Ich habe in der Zeit, als sie private Probleme hatte, einige Menschen und auch meine eigenen BedĂŒrfnisse sehr vernachlĂ€ssigt.

    Dann kam diese Verabredung, wo ich offensichtlich total fehl am Platz war und es war, als hĂ€tte mir jemand plötzlich alle GefĂŒhle fĂŒr diese Freundin abgestellt.

    Ich denke, jeder erwartet von seinen Freunden, dass sie ehrlich sind und sagen, wenn ein Treffen mal nicht passt, anstatt sie fĂŒhlen zu lassen, dass sie eigentlich nur so dazwischen geschoben wurden.

    Sollte es passieren, dass sie mich demnĂ€chst wieder anschreibt und fragt, warum ich mich nur noch selten melde, wĂ€re es vermutlich fair, ihr mitzuteilen, dass ich festgestellt habe, dass wir so gut wie nichts gemeinsam haben und dass meine GefĂŒhle sich geĂ€ndert haben und ich fĂŒr mich etwas Abstand brauche.

    Wenn sie Dir egal ist und Du Dir da sicher bist musst Du Dich auch nicht groß erklĂ€ren ABER wenn Du noch Zweifel hast, dann wĂ€re reden gut. Vll wollte Sie Dich lieber mitnehmen, statt ganz abzusagen oder oder..

    Aber Du sagst ja es passt nicht. Also sind das 2 paar Schuhe und eh abgeschlossen so wie es sich liest.


    Sei froh, dass Du Freundinnen hast. Ich habe es nie geschafft..immer wieder enttÀuscht worden. Alles Gute!

    Das tut mir sehr leid, dass du keine Freundinnen hast, Chipsy.

    Gib trotzdem nicht auf, vielleicht lernst du irgendwann einen lieben Menschen kennen und es entwickelt sich eine Freundschaft. Ich wĂŒnsche es dir sehr! :)*:)*:)*


    Egal ist sie mir nicht, schließlich hatten wir eine schöne Zeit zusammen.

    Im Grunde hab ich abgeschlossen damit, weil ich gemerkt habe, es tut mir nicht gut und die GefĂŒhle kommen nicht wieder. Aber mir ist halt wichtig, und dafĂŒr brauchte ich ein paar Meinungen, ob und wie ich aus dieser Freundschaft, die keine richtige mehr ist, heraus komme, ohne sie unnötig zu verletzen.

    Denn das möchte ich nicht und das hat sie ja auch nicht verdient.

    In der Vergangenheit hatte ich nie diese Situation, entweder waren Freundschaften oder Bekanntschaften von Anfang an so locker, dass es ok war, nur sporadische Kontakte zu haben, oder man ist eben sozusagen beidseitig auseinander gegangen, wenn sich die LebensumstÀnde geÀndert haben.

    Abgesehen davon habe ich seit Jahren zwei enge Freundinnen, wo ich nie drĂŒber nachgedacht habe, ob ich mal in so eine Situation kommen könnte.

    Uns verbindet vieles und wir kennen uns gut genug, um ehrlich miteinander zu sein und auch gegenseitig zu verzeihen wenn man mal blöd war.

    Ich vermute, bei dieser bestimmten Frau ging es zu schnell, ich habe sie und ihre „LebensumstĂ€nde“ gar nicht richtig kennengelernt, bevor ich sie so „ins Herz geschlossen“ habe.

    Man sagt nicht umsonst, dass Freundschaft wachsen muss.