Freundschaft mit der Ex - Killer für neue Beziehung?

    Ich schicke gleich voraus, daß die Überschrift im Detail nicht ganz zutreffend ist, aber es schien mir zunächst die beste Näherung an das Thema zu sein (ohne zum Roman zu verkommen *g*).


    Meine letzten drei "Beziehungen" (streng genommen waren es keine, "Affären" und "Beziehungsanläufe" würde es wohl eher treffen) ergaben sich aus eher ungewöhnlichen Umständen heraus. Und sie waren, wenngleich sie vorwiegend sexueller Natur waren, doch auch von viel gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Beides führte schnell zu tiefer Verbundenheit.


    Nun ist es so, daß man, allen Konflikten eingedenk, doch nicht im Zorn auseinander gegangen ist. Vielmehr pflege ich diese Kontakte (unterschiedlich stark) und ich nehme diese Kontakte auch ernst. Es sind/werden Freundschaften und damit verbunden sind stille Versprechen, auch füreinander da zu sein.


    Im letzteren Fall gab dieser Umstand bereits Anlaß für Mißstimmungen. Ich bin ehrlich, und scheinbar steht es mir auf der Stirn geschrieben, daß mich mit ihnen noch etwas anderes als Freundschaft verbindet, daher war es kein Geheimnis. Ich habe den großen Fehler gemacht, diese Verbindungen zurückzustellen, was ich inzwischen bereue und ich bin froh, daß ich zur Besinnung gekommen bin und mir verziehen wurde.


    Aber was soll ich daraus schlußfolgern? Ich werde diese Verbindungen kein zweites Mal riskieren, es hat mich Kraft gekostet, sie wieder aufzugreifen und umso mehr weiß ich sie zu schätzen, nachdem mir für mein Fehlverhalten so viel Verständnis entgegengebracht wurde. Sie verzeihen mir selbst schwere Fehler, es sind einfach wundervolle Menschen.


    Muß ich mich nun aber darauf einstellen, daß es schwer werden wird, jemanden zu finden, die dies auch verstehen wird? Die mir wird glauben können, daß das eben Freundschaften sind? Ich werde damit nicht hausieren gehen, aber ich werde es eben auch nicht verheimlichen, wenn es mir ernst mit jemandem werden wird und sie mich danach fragt. Werde ich sie alle verlieren, die ich damit konfrontiere?


    Ich bitte um ernstgemeinte Antworten. Manchen mag das vielleicht alles etwas naiv oder einfältig erscheinen, aber ich habe nunmal verdammt wenig Ahnung von Beziehungspflege. Und ich hoffe, ich kann mir über eingehendes Feedback vielleicht eine bessere Vorstellung davon machen, wie so etwas nach außen hin wirkt.


    Danke im Voraus für euer Interesse.

  • 19 Antworten

    Hast du keine anderen Freunde?


    Also, wenn ich jemanden kennenlernen würde, der mit jedem seiner "guten Freunde" schonmal im Bett war, fände ich das nicht wirklich prickelnd. Und jetzt bitte nicht missverstehen: Mich gibt es auch nur mit Exmann :)z Wir sind allerdings schon einige Jahre geschieden, waren selber zehn Jahre verheiratet, und er hat auch seit langem eine neue Frau(die mich leider gar nicht leiden kann).


    Aber um Freundschaften zu schließen, muss ich ja nicht erst mit denen im Bett gewesen sein.


    Wie gesagt, in deinem Fall käme es mir komisch vor.

    Hm, schwere Frage. Ich kann das aber irgendwie gut nachvollziehen. Mit zweien meiner Verflossenen verbindet mich nach wie vor eine gute Freundschaft, die ich mit Sicherheit nicht aufkündigen würde, nur weil irgendeine "Neue" das gerne so hätte.


    Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, daß das so dramatisch wäre, weil beide Beziehungen schon Jahre her sind und diese Freundschaften mit Ausnahme eines einzigen kleinen "Rückfalls" (der gleichfalls Jahre her ist) auch immer wirklich nur "rein freundschaftlich" waren.


    Ich würde das einfach mal offen ansprechen, wenn sich die Frage stellt... wenn die Neue derart eifersüchtig ist, daß sie damit nicht klarkommt, würde ich sowieso infragestellen, ob ich wirklich mit ihr zusammensein möchte.

    Es klingt schon ein wenig problematisch, weniger, dass es Exfreundinnen an sich sind, zu denen du mal Kontakt hast, sondern diese "tiefe Verbundenheit". Das wäre für mich das größere Problem daran, denn tiefe Verbundenheit ist das, was meine Beziehung ausmacht.

    Zitat

    Es sind/werden Freundschaften und damit verbunden sind stille Versprechen, auch füreinander da zu sein.

    Auch da weiß ich nicht, was das nun konkret bedeutet. Wieviel Zeit und innere Ressourcen bedeutet das "füreinander da sein"? Würde das auch heißen, dass du dich im Falle eines Problems mit deiner Freundin bei ihnen ausweinst oder sie sogar vor der Tür stehen? Welchen Raum nehmen sie in deinem Leben ein und welchen deine wirkliche Beziehung? Wieviel Zeit'?


    So wie du das schilderst, fällt die Abgrenzung schwer.

    Zitat

    Muß ich mich nun aber darauf einstellen, daß es schwer werden wird, jemanden zu finden, die dies auch verstehen wird?

    Kurz gesagt: Ja.


    Für mich wäre ein Mann nichts, der "tiefe Verbundenheit" zu seinen Exfreundinnen empfinden würde, mit ihnen befreundet wäre und immer für sie da sein möchte. Ich denke die meisten Frauen sehen das ähnlich, aber einige gibt es sicher schon denen soetwas nichts ausmachen würde.

    Ich stimme Aurora voll und ganz zu :)^ Ich könnte meinem Partner niemals vertrauen, wenn er noch ein supergutes Verhältnis zur Ex haben würde. In umgekehrter Situation denke ich genauso.

    Wie meine Vorschreiberin es bereits erwähnt haben..


    Mein Mann hat auch keinen Kontakt mehr zu seinen Affären, seine Ex-Frau bekommt wie alle anderen in seiner Kontakt Liste eine Weihnachts -Silvesterglückwünsche SMS ab und an ruft sie in an wenn ein Brief versehentlich bei ihr gelandet ist aber sonst... nichts, nichts persönliches und verbundenes...


    Damit kann ich Leben aber mit allen anderen von dir beschriebenen Sachen, nicht. ":/ :-/

    ich hätte damit kein problem. warum auch?


    wenn ehrlich damit umgegangen wird, ist das doch in ordnung.


    ich bewundere nur dich und die frauen. ich hab auch immer gedacht, ich hätte kein problem mit einer freundschaft mit meinem ex, allerdings bin ich nach nun 3 monaten trennung immer noch nicht in der lage, freundschaftlich auf ihn zuzugehen. ich bin einfach viel zu verletzt, daher lieber keinen kontakt.


    warum sollte man menschen aufgeben, die einen kennen, die wissen, was in einem vorgeht und die einem zur seite stehen? und ich finde es für die frauen, die daraus so ein riesenproblem machen, ziemlich schade. ich meine, hallo, wen kann man denn besser ausfragen als die ex des liebsten? ;-D die hat doch alles schonmal durch mit ihm...

    Zitat

    ich meine, hallo, wen kann man denn besser ausfragen als die ex des liebsten? ;-D die hat doch alles schonmal durch mit ihm...

    Ich frage doch nicht andere Menschen über den Mann aus, mit dem ich gerade etwas anfange. :-o :-o :-o Wenn ich etwas über eine Person wissen will, dann frage ich diese Person oder ziehe meine Schlüsse aus meiner Wahrnehmung dieser Person.

    Zitat

    wen kann man denn besser ausfragen als die ex des liebsten?

    Ja dann kann man fragen was er denn im Bett am liebsten hat und was man ihm zum Geburtstag schenken könnte....

    Zitat

    Ich bin ehrlich, und scheinbar steht es mir auf der Stirn geschrieben, daß mich mit ihnen noch etwas anderes als Freundschaft verbindet

    Also solche Aussagen wären mir mit Sicherheit auch zu viel. Sowohl ich als auch mein Freund sind beide noch mit allen(!) unseren Expartnern befreundet und das sind auch zum Teil sehr gute/enge Freundschaften mit viel Kontakt. Aber so wie Du darüber redest, ich würde ich mir als Deine Freundin glaube ich auch ziemliche Gedanken darüber machen, es würde mir Angst machen und mich verunsichern ...


    Das wichtigste ist aber Ehrlichkeit und wenn Du so empfindest, dann solltest Du das natürlich auch so kommunizieren. Von "tiefer Verbundenheit" würde ich selbst nicht mehr sprechen, was meine Freundschaften zu früheren Partnern betrifft. Man kennt sich eben lange und sehr gut, hat vielleicht lange zusammengelebt, aber tiefe Verbundenheit empfinde zu meinem Partner, sonst niemandem. Und der wundervollste Mensch in meinem Leben ist ebenfalls er. Ich denke, sobald bei Deiner (eventuellen) Freundin das Gefühl aufkommt, dass die Freundschaften zu Deinen Exfreundinnen wichtiger sein könnten als sie selbst, und sei es auch nur, dass es sich für sie durch Deine Äußerungen so anfühlt, obwohl es gar nicht so ist, wird es für sie schwierig ...

    So, erstmal danke für das viele Feedback. Genauso hatte ich mir das auch gewünscht, daß einfach geradeheraus formuliert wird, wie das auf einen wirkt. Ich möchte nun auf die Fragen antworten:

    @ Monika65:

    Zitat

    Wieviel Zeit und innere Ressourcen bedeutet das "füreinander da sein"?

    Im Grunde vergleichbar mit dem Aufwand, den ich generell für jeden Freund aufbringen würde. Und Freunde können so ziemlich alles von mir verlangen, solange sich ihr Anliegen nicht gegen andere Freunde richtet.

    Zitat

    Würde das auch heißen, dass du dich im Falle eines Problems mit deiner Freundin bei ihnen ausweinst oder sie sogar vor der Tür stehen?

    Nein. Denn ich vertrete ich die Philosophie, daß man Probleme mit dem Partner auch mit dem Partner selbst ausmachen kann und nicht mit irgendjemand anderem. Wenn einmal der Punkt erreicht ist, an dem das nicht mehr funktioniert, würde ich eine Beziehung als gescheitert ansehen.

    Zitat

    Welchen Raum nehmen sie in deinem Leben ein und welchen deine wirkliche Beziehung? Wieviel Zeit'?

    Ich kann das nicht beziffern und nicht einmal genau definieren.


    Eine Beziehung aufzubauen und zu erhalten bedeutet für mein Empfinden mehr Aufwand als eine bestehende Feundschaft zu erhalten. Daher verbringe ich automatisch mehr Zeit mit meiner Partnerin als mit jedem anderen. Soviel kann ich zumindest sagen.


    Hierzu wollte ich auch noch etwas schreiben:

    @ Solancita

    Zitat

    Also solche Aussagen wären mir mit Sicherheit auch zu viel.

    Um das zu präzisieren - wenn ich "[...] noch etwas anderes als Freundschaft verbindet", meine ich damit die gemeinsame Vergangenheit. Und damit sowohl die Liebesbeziehung als auch das, was wir gemeinsam durchlebt hatten. Das bedeutet aber nicht, daß ich noch partnerschaftlich-sexuelle Liebe für sie empfinden würde.

    Zitat

    Man kennt sich eben lange und sehr gut, hat vielleicht lange zusammengelebt, aber tiefe Verbundenheit empfinde zu meinem Partner, sonst niemandem.

    Das trifft nicht ganz mein Empfinden.


    Tiefste Verbundenheit habe ich zu meinem besten Freund, den ich schon seit 27 Jahren kenne und keine Frau der Welt wird diese Tiefe je bei mir erreichen können.


    Ansonsten empfinde ich sogar ähnlich wie du. Deshalb spreche ich ja von tiefer Verbundenheit zu diesen Frauen, denn es waren ja mal meine Partner. Und diese Verbundenheit verschwindet ja nicht einfach, wenn die Beziehung nicht funktioniert. Und es hat ja auch seine Gründe, weshalb man für diesen Menschen so empfunden hat. Ich weiß, daß es nicht einfach Geilheit war, die mich anzog, sondern weil es für mich ganz besondere Menschen sind. Und sie sind es weiterhin, ich kann nur keine Partnerschaft mit ihnen führen, weil wir dafür nicht geschaffen sind. Und weil es nicht gepasst hat, sind die Liebesgefühle allmählich verschwunden und was blieb, war eben diese Freundschaft. So jedenfalls empfinde ich es.

    Das klingt alles nicht so schlecht, aber im Alltag kommt es dann auf dein Zeitmanagement an. Letzten Endes kann es ja dann sein, dass deine Freundinnen Probleme haben und nach dir rufen, dein Freund, (dem niemand das Wasser reichen kann :-X ) wünscht sich deine Gesellschaft für was auch immer ihr miteinander macht und deine Freundin fühlt sich womöglich zum Schluss als das letzte Glied in der Kette. Ganz zu schweigen davon, wie das alles abläuft, wenn du Familie haben solltest.


    Aber im Großen und Ganzen gehe ich davon aus, dass auch deine Freunde irgendwann von ihren eigenen Familien und Partnern in Anspruch genommen werden, erfahrungsgemäß reduziert sich dann das alles von allein.


    Aber soweit ist es jetzt noch nicht. Du hast am Anfang den Begriff Beziehungspflege ins Spiel gebracht. Das würde konkret heißen, so wie ich das verstehe, dass deine Freundin und du primär an eurer Verbundenheit "bastelt" und du dir das auch zur Piorität machst. Dann dein Freund und die Exfreundinnen. Das muss auch spürbar sein, nicht nur ein Konzept im Kopf. Und du solltest von Anfang an darauf achten, dass du nicht an eine zur Eifersucht neigende Frau gerätst, sonst gibts mit Sicherheit Feuer unterm Dach.