Freundschaft zwischen Mann und Frau - kann das funktionieren...

    und wenn ja, wie?


    Folgende Frage stelle ich, weil ich mich nach einer Zeit sozialen Rückzugs (Leute, die meine Beiträge kennen, werden das wissen) wieder ins "Getümmel" stürze.


    Mir ist es im Prinzip total egal, ob ein Freund von mir weiblich/männlich/trans/inter oder sonst was ist. Trotzdem mag ich gerne durchmischte Gruppen mit allen möglichen Menschen und da ich nun schon ein paar weibliche Kontakte geknüpft habe, frage ich mich, ob ich eben auch männliche Kontakte knüpfen kann.


    Bevor ich wieder schlüpfrige Nachrichten erhalte - mir geht es wirklich nur um Freundschaft, rein platonisch. Ich bin vergeben und habe kein Interesse an Flirts oder gar unmissverständlichen Angeboten.


    Ich werde mein Umfeld eh noch erweitern und/oder nochmal wechseln, da mein jetziges total der Gruppenbildung unterliegt, sodass die Männer sich in einer Ecke zusammenrotten und die Frauen in einer anderen. Siehe dazu ein anderer Faden von mir.


    Trotzdem frage ich mich, wenn mein Umfeld irgendwann durchmischter ist - wird es dann unkomplizierter Kontakt zu Männern aufzubauen? Derzeit fühlt es sich schon so an, wenn man eben diese Gruppengrenze übertritt, als hätte man eindeutige Absichten. Diesen Eindruck möchte ich nicht erwecken, das verunsichert mich.


    Wie macht ihr das, wenn ihr Freundschaften zum anderen Geschlecht aufbaut? Geht das gut? Stellt ihr gleich klar, dass ihr in einer Beziehung seid und nur eine Freundschaft wollt oder wartet ihr ab, bis der andere evtl. sexuelle Signale sendet, um die Dinge zu klarzustellen? Habt ihr langjährige Freunde, mit denen sich nichts Sexuelles, keine Verliebtheit auf einer Seite, entwickelt hat? Wenn ja - worauf führt ihr das zurück?


    LG

  • 298 Antworten
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    Wie macht ihr das, wenn ihr Freundschaften zum anderen Geschlecht aufbaut? Geht das gut? Stellt ihr gleich klar, dass ihr in einer Beziehung seid und nur eine Freundschaft wollt oder wartet ihr ab, bis der andere evtl. sexuelle Signale sendet, um die Dinge zu klarzustellen? Habt ihr langjährige Freunde, mit denen sich nichts Sexuelles, keine Verliebtheit auf einer Seite, entwickelt hat? Wenn ja - worauf führt ihr das zurück?

    In meinem Freundeskreis gibt es einige männliche Freunde, die ich auch oder überwiegend nur alleine treffe. Darunter gibt es welche, mit denen früher mal was lief oder wo ich Interesse hatte und er nicht oder weniger und auch das haben diese Freundschaften überstanden und davon ist heute nichts mehr zu spüren. Falls sich bei einem also im Laufe der Zeit mehr entwickeln sollte, muss das nicht zwingend das Ende einer Freundschaft sein.


    Aber ich habe auch Freunde, wo nie was lief und keiner irgendeine Art von Interesse gehabt hätte. Das erkläre ich mir damit, dass wir uns zwar als Menschen mögen, aber so gar nicht dem gegenseitigen Beuteschema entsprachen/entsprechen. Es hatte/hat eher einen geschwisterlichen Touch. Und wenn ich mich recht entsinne, sind diese Freundschaften sogar in beidseitigen Single-Phasen entstanden.


    Gesprochen haben wir darüber nicht, also auch nicht den Rahmen abgesteckt. Es hat ja keiner von uns was versucht, also gab es aus unserer Sicht wohl keinen Anlass dafür. Die Freundschaften, von denen ich spreche, existieren mehrheitlich seit über zehn Jahren, zum Teil "erst" seit ca sechs Jahren.


    Wenn du dich wohler fühlst, finde ich, dass nichts dagegen spricht, den Rahmen klar abzustecken, indem du deutlich machst, dass du in deiner Beziehung glücklich bist, aber eben gerne auch andere Menschen einfach so und rein platonisch und ohne Hintergedanken und rein freundschaftlich ;-D kennenlernen willst.

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    Wenn du dich wohler fühlst, finde ich, dass nichts dagegen spricht, den Rahmen klar abzustecken, indem du deutlich machst, dass du in deiner Beziehung glücklich bist, aber eben gerne auch andere Menschen einfach so und rein platonisch und ohne Hintergedanken und rein freundschaftlich ;-D kennenlernen willst.

    Du wirst lachen - aber hier im Forum muss man das teilweise wirklich, ohne auch nur die Mehrheit der User hier über einen Kamm scheren zu wollen. Aber das Leben ist ja auch nicht das Forum, also begegnet mir das in freier Wildbahn hoffentlich noch seltener ^^.


    Trotzdem werde ich es wohl klarstellen, weil ich mich dann wohl fühle. Ich erwähne meinen Freund ja eh immer früher oder später...


    Danke auch für deine Erfahrungen, FaSoLa. Wenn ich fragen darf - wie/wo hast du diese Kontakte denn geknüpft?

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    Du wirst lachen - aber hier im Forum muss man das teilweise wirklich, ohne auch nur die Mehrheit der User hier über einen Kamm scheren zu wollen. Aber das Leben ist ja auch nicht das Forum, also begegnet mir das in freier Wildbahn hoffentlich noch seltener ^^.

    ;-D Ich drück dir die Daumen.


    Ich hab meine Freunde auf ganz unterschiedliche Art kennengelernt. Zwei über einen damaligen Arbeitskollegen, weil wir gemeinsam auf einem Konzert waren und die auch wen kannten, die wiederum den Kollegen kannten... Dann über die beiden zwei weitere über ein gemeinsames Hobby, über einen von denen dann einen weiteren über häufigere, aber unregelmäßige Begegnungen (Partys, ausgehen, ...). Irgendwie war das eine Kettenreaktion merke ich gerade. ":/


    Einen anderen über den Job, wir hatten denselben Job bei unterschiedlichen Arbeitgebern und haben uns auf Veranstaltungen kennengelernt und im Laufe der Zeit angefreundet. Einen weiteren im Auslandssemester. Noch nen anderen über einen Mit-Azubi, mit dem ich befreundet war. Seinen Kumpel hab ich auch öfter getroffen, weil wir eben auch privat was gemacht haben, also der Azubi, Kumpel und ich. Und mit dem Kumpel bin ich heute noch befreundet, mit dem Azubi nicht mehr.

    Ah, okay, danke FaSoLa @:) ! Dann werde ich einfach mal die Augen offen halten und mich nach Leuten umschauen, die da auch einfach zwanglos drauf sind. Macht ja auch keinen Sinn, sich irgendwo reinzudrängen, wo das Klima einfach komisch ist.

    Also nach meiner Erfahrung gibt es so wirklich innige, tiefe Freundschaften eigentlich nur zwischen Menschen des gleichen Geschlechts.


    Sowas wie eine "echte Männerfreundschaft" oder "beste Freundinnen", die wie Pech und Schwefel zusammenhalten und schon sowas wie Seelenverwandte sind. Sowas kenne ich in meinem Bekanntenkreis viel.


    Zwischen Mann und Frau habe ich sowas (ausserhalb von Beziehungen) noch nicht erlebt.

    Ja DieZauberfee, mein Partner ist eh mein bester Freund, also suche ich auch nicht unbedingt nach einem Seelenverwandten. Ich suche eher nach Menschen, mit denen ich mich mal nett unterhalten kann und was unternehmen kann. Und wenn dann daraus mehr, also eine echte Freundschaft, wird, ist es schön, wenn nicht, ist es aber auch kein Ding.

    Zitat

    Wie macht ihr das, wenn ihr Freundschaften zum anderen Geschlecht aufbaut? Geht das gut? Stellt ihr gleich klar, dass ihr in einer Beziehung seid und nur eine Freundschaft wollt oder wartet ihr ab, bis der andere evtl. sexuelle Signale sendet, um die Dinge zu klarzustellen?

    Ist die Frage, ob eine Klarstellung Missverständnisse verhindert oder es eigentlich schon ein schlechtes Zeichen ist, wenn man das ausdrücklich klarstellen "muss".


    Bei mir ist so eine Freundschaft mal entstanden, weil es an der Uni eine kleinere gemischte Gruppe gab, die sich schon angefreundet hatten, als ich dazu gekommen bin. Das war sehr angenehm und da musste zum Glück auch nie was klargestellt werden. Genauso wie in der Schulzeit. Das hat sich immer so zusammengefunden/ergeben. Es passte einfach mit den jeweiligen Charakteren (so wie es umgekehrt oft auch einfach nicht passt ohne greifbaren Grund). Ich weiß, dass das für dich keine befriedigende Antwort ist. Wie man gezielt eine Freundschaft zu einem Vertreter des anderen Geschlechts "forcieren" könnte außerhalb von solchen offenen Gruppen, weiß ich nicht. Schätze das hat oft für mindestens einen von beiden zu schnell eine Datingkomponente und endet entweder als undefinierbare Geschichte irgendwo zw. Freundschaft/Bekanntschaft und platonisch-sexuell (ok bei dir ja nicht, weil du vergeben bist) oder wenns richtig schlecht läuft damit, dass sich einer von beiden verliebt und das als Beziehung sieht.

    Zuschauer, du schreibst immer so kluge Sachen:

    Zitat

    Ist die Frage, ob eine Klarstellung Missverständnisse verhindert oder es eigentlich schon ein schlechtes Zeichen ist, wenn man das ausdrücklich klarstellen "muss".

    Da hast du wirklich Recht! Eigentlich sollte das gar nicht nötig sein. Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass ich so eben gar keine falschen Signale senden kann. Ich bin ein relativ offener, herzlicher Mensch, der gerne Komplimente macht und freundlich ist. Ich denke halt, dass man das missverstehen könnte - gerade, wenn so eine Gruppe sich nicht von sich aus durchmischt.


    Und es hilft mir ja auch nicht, wenn mir jemand sagt, was ich hören will. Das kann ich auch alleine ;-D .


    Ich halte ja jetzt eh Ausschau nach Gruppen, die eben auch untereinander zwangloser agieren, aber bis dahin bin ich eben wo ich bin und will da das Beste draus machen :)z .


    Manchmal sind meine Erwartungen vielleicht auch zu hoch? Zumindest frage ich mich da gerade in meinem anderen Faden...

    P.S.: Ich will übrigens keine Freundschaften forcieren! Das geht ja eh nicht. Was ich aber an mir merke: Manchmal will ich trotz innerer Widerstände, die vielleicht auch Signale vom Gegenüber sind, den Kontakt suchen. Vielleicht sollte ich es da schon bleiben lassen, artet ja sonst auch für mich in Stress aus.

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    Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass ich so eben gar keine falschen Signale senden kann.

    Du vergisst die dir unbekannte Seite deines Gegenübers. ... Jemand will nicht nur deshalb mehr von dir, weil du entsprechende Signale gesandt oder abweisende Signale nicht gesandt hast.


    Damit fängt es doch schon an: Was ist das für ein Kontakt, gerade wenn es freundschaftlicher Art sein soll, in dem man nicht unbefangen freundlich und aufmerksam zu dem anderen sein, zusammen scherzen und etwas unternehmen kann, weil immer die Befürchtung im Raum steht, dass das beim anderen "falsch ankommen" könnte?


    Auch soweit erstmal egal, ob die eine Person zu recht diese Befürchtung hat.


    Wenn jemand deine Art:

    Zitat

    Ich bin ein relativ offener, herzlicher Mensch, der gerne Komplimente macht und freundlich ist.

    nicht nur (freundschaftlich) sympathisch findet, sondern sich davon auch romantisch oder sexuell angezogen fühlt, kannst du am Anfang so viel verbal klargestellt haben, wie du willst. Wie der andere dein Verhalten deutet, hast du dummerweise nicht in der Hand. Die Eigenschaften, die eine gute Freundschaft ausmachen bzw. einen als platonischen Freund, können einen auch als Partner/Partnerin attraktiv machen für andere. Das kann man nicht verhindern. ... Deshalb hilft bei solchen Fällen von einseitiger Verliebtheit üblicherweise auch nur der Kontaktabbruch anstatt zu versuchen eine Freundschaft miteinander fortzusetzen. (Ich will nicht behaupten, dass es in Einzelfällen auch mit einer Freundschaft miteinander klappen kann, nur denke ich, dass die meisten nicht so ticken, dass das funktioniert.)


    Man kann evtl. versuchen an seinem eigenen Verhalten zu feilen und z.B. keine Komplimente machen, weil das ja womöglich flirtig und "an mehr interessiert" rüberkommen könnte und sich manchmal extra unfreundlich und distanziert geben böse gesagt, aber das finde cih etwas unglücklich & verkrampft. Das ist dann auch keine gute Bekanntschaft oder Freundschaft, wenn man da so sehr aufpassen muss auf sein Verhalten und auf den anderen (was der denken könnte). Dass man mal solche Befürchtungen hat, würde ich auch soweit als normal einschätzen. Wichtig ist, ob du vom Gefühl her dem anderen vertraust und dich wegen dieses Vertrauens darin, dass du freundlich etc. sein kannst ohne gleich die platonisch-freundschaftliche Schiene zu riskieren, dem anderen gegenüber unbefangen verhalten kannst. Dass kannst du aber nur herausfinden darüber, was du im Kontakt mit der Person spürst.


    Wenn du jemanden neu kennenlernst, hast du immer das Grundrisiko, dass der andere etwas anderes will als du. Das ist trivial als Erkenntnis, ich weiß. Ich schreibe es, weil bei dieser Sache mit den Signalen, die man sendet und empfängt und die der andere sendet und empfängt, oft unbewusst hintersteht, man könnte es steuern, was der andere empfängt und letztlich will.


    (Ok, man kann durch sein Auftreten Einfluss nehmen, mehr oder weniger, aber man es nicht alleine in der Hand, welches Interesse sich bei dem anderen entwickelt oder nicht. Stichwort "falsche Signale" senden => kommt auch drauf an, was der andere empfangen will).

    Zitat

    Was ich aber an mir merke: Manchmal will ich trotz innerer Widerstände, die vielleicht auch Signale vom Gegenüber sind, den Kontakt suchen.

    Was sind das für Widerstände? ... Das Gefühl, dass der andere keinen (näheren) Kontakt mit dir will oder dass du dir nicht sicher bist, ob du näheren Kontakt zu dem möchtest?

    Also ich habe zwar im realen Leben diverse Kontakte zu Männern, schon alleine beruflich bedingt. Von meinen aktuellen Kollgen würde ich aber keinen als "richtigen" Freund bezeichnen. Ich komme mit allen gut klar, mit dem einen mehr und dem anderen weniger.


    ABER früher haben sich daraus schon Freundschaften ergeben. Ich war lange mit einem Kollegen (und später Ex-Kollegen) befreundet, wir haben uns auch außerhalb des Jobs getroffen, dann aber eigentlich immer mit Partner (er war auch vergeben). Da war auch nie was klarzustellen und es gab auch keine Signale, wir haben uns einfach gut verstanden und waren anfangs auch so eine 3er-Gruppe (zwei Frauen ein Mann - wir haben auch viel zusammenarbeiten müssen).


    In meiner aktuellen Firma und meiner alten Abteilung gibt es noch einen Kollegen, mit dem ich immer noch freundschaftlich verbunden bin, wir (also mein Mann und ich) haben bei ihm und seiner Frau mal vor Jahren auch beim Umzug geholfen und er dann später auch mal bei uns, er war letztes Jahr zur Feier unserer beiden 40. Geburtstage eingeladen. Sonst treffen wir uns privat eigentlich nie, sondern eher auf einen Kaffee oder mal mittags. Als ich in einem anderen Gebäude/Ort gearbeitet habe ist er auch vielleicht einmal im Jahr hingekommen, um mal essen zu gehen. Auch da gab es nie irgendwas zu klären oder Signale irgendwelcher Art.


    Und so ging es mir bisher immer mit näheren männlichen Kontakten. Allerdings mache ich auch niemals ein Geheimnis aus meinem Beziehungsstatus. Und trage auch meinen Ehering immer wenn ich unterwegs bin.


    Allerdings ist dieser Kontakt auch immer persönlicher Art, ich schreibe weder mit Kollegen noch mit besagten Freunden regelmäßig Mails oder Whatsapp. Mann trifft sich (mal mehr mal weniger häufig), man redet über Gott und die Welt und fertig.


    Und da ich selten ausgehe (außer mit meinen Mann gemeinsam) ergeben sich die Kontakte nun mal über den Job als über andere Aktivitäten. Oder auch mal über die Kinder.


    Außerdem hat sich hier übers Forum der eine oder andere Kontakt ergeben, aber das sind alles nur virtuelle Kontakte.

    Ich pflege zu einigen Frauen sehr innige Freundschaften und rede mit besagten Frauen über wirklich alles, sogar über intime Dinge. Klarzustellen gab es nie was, da von beiden Seiten einfach nie sexuelle Anziehung da war und auch nie da sein wird. Insofern: Aus meiner Sicht definitiv möglich.


    Sobald eine(r) den/die andere(n) grundsätzlich als attraktiver empfindet, als umgekehrt, wird es aus meiner Sicht schon etwas schwieriger. Unmöglich wird es aber erst, wenn tatsächlich Gefühle da sind - ich schließe mich in diesem Punkt _Zuschauer_ an: Bei unerwiderten Gefühlen lieber sofort den Kontakt abbrechen.


    Was die 'Klarstellung' an sich angeht, schließe ich mich ebenfalls _Zuschauer_ an und bin da sogar ein Stück pessimistischer - sobald man das Gefühl hat, was klarstellen zu müssen, ist das schonmal kein gutes Zeichen.

    Also ich bin der Meinung solche Freundschaftten gibt es NICHT!


    Jedenfalls nicht wenn einer der beiden Beteiligten einen Partner hat.


    Das habe ich schon so oft mitgemacht... dass männliche gute Freunde auf einmal


    bei einem neuen Partner geeifert haben...


    Oder dass die Freundinnen meinen Mannes auf einmal einen Keil reintreiben wollten.


    Eine Situation in der es harmonisch zuging zwischen Partner und bestem Freund/ Freundin kenne ich ehrlich gesagt nicht.


    Egal in welcher Hinsicht spielen schon alleine der Zeitfaktor und Verlustängste mit rein.


    Von aufkommenden Gefühlen ganz zu schweigen...

    Zitat

    Damit fängt es doch schon an: Was ist das für ein Kontakt, gerade wenn es freundschaftlicher Art sein soll, in dem man nicht unbefangen freundlich und aufmerksam zu dem anderen sein, zusammen scherzen und etwas unternehmen kann, weil immer die Befürchtung im Raum steht, dass das beim anderen "falsch ankommen" könnte?

    Genau das ist das Problem, so einfach ist es eben nicht. Ich hatte nur wenige Freundschaften mit Männern, die länger gehalten haben. Hat fast nie wirklich geklappt, außer in den eher selteneneren Fällen, wo auf beiden Seiten keine Erotik aufkam. Ansonsten kippte es immer. Am ehesten noch mit 1 oder 2 Exfreunden, aber auch da gabs dann Probleme, weil Exfreunde nicht immer zum "Freund" taugen. Die Befürchtung, die hier diskutiert wird, ist meiner Erfahrung nach absolut berechtigt.

    Zitat

    Ich will übrigens keine Freundschaften forcieren! Das geht ja eh nicht.

    ;-D gut, dass du das selber sagst, sonst hätte ich dir das "um die ohren gehauen" ;-D


    im grunde solltest du vielleicht versuchen, ein wenig gelassenheit zu gewinnen - gerade bei diesem thema. freundschaften kann man nämlich eben nicht erzwingen, sondern sich entwickeln lassen. offen auf neue menschen zugehen und vor allem ohne die erwartung, dass das nun die freunde fürs leben werden müssen.


    ich habe interessanterweise (bis auf eine ausnahme) nur männliche freunde - was allerdings an unserem gemeinsamen hobby liegt. wir kennen uns seit 26 jahren, haben hochzeiten, kinder, scheidungen, todesfälle, neue lieben, arbeitslosigkeit, studienabschlüsse, neuorientierungen, umzüge... miteinander erlebt und durchgestanden.


    und das männer-frauen-ding genießen wir sehr. wir haben eine wundervolle flirtige, gelassene beziehungsbasis (mein mann ist auch in der gruppe dabei und darf das mann-fra-ding mit deren frauen genießen ;-) ), lieben uns auf eine ganz tiefe gewachsene art - aber irgendeine gefahr für die beziehung zwischen meinem mann und mir birgt es nicht in sich - und die frauen "meiner jungs" wissen das auch genau.

    @ Zuschauer

    Hm... vielleicht sollte ich aber noch dazu schreiben, dass ich Sozialphobikerin bin/war. Es ist schon viel besser als früher; ich traue mich wieder raus, spreche mit Menschen, habe Kontakte. Aber zu meinen "Symptomen" gehört halt auch, dass ich die Dinge oft viel negativer einschätze, als sie sind. Ich mache gedanklich aus vielem ein Drama und denke, dass ich mich blamiert habe z.B., was für andere gar kein Problem war. Auch deute ich Blicke manchmal als Ablehnung, obwohl es (vielleicht) nicht so gemeint ist. Früher habe ich auch gedacht, ein Streit wäre das Ende der Welt, haha, heute bin ich da schon gelassener.


    Worauf ich hinaus will: Ich bin mir eben nicht ganz sicher, ob ich meiner Wahrnehmung uneingeschränkt trauen kann. Wenn ich so Negativannahmen überprüfe, ist es meist nur halb so schlimm, wie ich dachte. Aber halt auch nicht immer, sondern nur meist.


    Mein Problem ist so ein bisschen, dass Fremd- und Selbstwahrnehmung total auseinander klaffen bei mir. Ich weiß auch nicht, woher das kommt.

    Zitat

    Man kann evtl. versuchen an seinem eigenen Verhalten zu feilen und z.B. keine Komplimente machen, weil das ja womöglich flirtig und "an mehr interessiert" rüberkommen könnte und sich manchmal extra unfreundlich und distanziert geben böse gesagt, aber das finde cih etwas unglücklich & verkrampft.

    Ja... so fühle ich mich im Moment... unglücklich und verkrampft ^^.

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    Das ist dann auch keine gute Bekanntschaft oder Freundschaft, wenn man da so sehr aufpassen muss auf sein Verhalten und auf den anderen (was der denken könnte). Dass man mal solche Befürchtungen hat, würde ich auch soweit als normal einschätzen. Wichtig ist, ob du vom Gefühl her dem anderen vertraust und dich wegen dieses Vertrauens darin, dass du freundlich etc. sein kannst ohne gleich die platonisch-freundschaftliche Schiene zu riskieren, dem anderen gegenüber unbefangen verhalten kannst. Dass kannst du aber nur herausfinden darüber, was du im Kontakt mit der Person spürst.

    Hm... ich spüre eben meist eher nicht so gute Sachen zu Anfang und muss mich etwas überwinden, deswegen ist das wohl so schwierig für mich. Ich kann schwer einschätzen, wann ich mich einfach überwinden muss, und wann es wirklich ratsam wäre, nichts zu sagen.

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    Wenn du jemanden neu kennenlernst, hast du immer das Grundrisiko, dass der andere etwas anderes will als du. Das ist trivial als Erkenntnis, ich weiß. Ich schreibe es, weil bei dieser Sache mit den Signalen, die man sendet und empfängt und die der andere sendet und empfängt, oft unbewusst hintersteht, man könnte es steuern, was der andere empfängt und letztlich will.


    (Ok, man kann durch sein Auftreten Einfluss nehmen, mehr oder weniger, aber man es nicht alleine in der Hand, welches Interesse sich bei dem anderen entwickelt oder nicht. Stichwort "falsche Signale" senden => kommt auch drauf an, was der andere empfangen will).

    Ja, das stimmt schon. Manchmal checkt man ja selbst bei "Ich bin vergeben." nicht, dass der andere kein Interesse hat, weil man selbst so verknallt ist.

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    Was ich aber an mir merke: Manchmal will ich trotz innerer Widerstände, die vielleicht auch Signale vom Gegenüber sind, den Kontakt suchen.

    Was sind das für Widerstände? ... Das Gefühl, dass der andere keinen (näheren) Kontakt mit dir will oder dass du dir nicht sicher bist, ob du näheren Kontakt zu dem möchtest?

    Beides, irgendwie. Also wie ich ja schon schrieb, sehe ich bei anderen sehr schnell Ablehnung, was eigentlich entweder neutrales Verhalten oder sogar Sympathie bedeutet. Das passiert mir aber auch umso mehr, umso seltsamer das Umfeld strukturiert ist - das hatten wir ja schon in meinem letzten Faden. Vielleicht bin ich auch zu hart zu mir. Vielleicht würde es ja jedem in meinem Umfeld so gehen?


    Ich schätze mich ja selbst als eher phobisch und schüchtern ein, gespiegelt bekomme ich aber oft, dass ich mutig und selbstbewusst wirke. Das macht mich echt fertig %:| !


    Was ich aber weiß, ist, dass ich manchmal sehr hart zu mir bin. Das könnte das dann erklären.


    Vielleicht sehe ich das Alles zu sehr als Wettbewerb an, in dem ich bestehen will?


    Hm...

    @ DieSeherin

    Zitat

    ;-D gut, dass du das selber sagst, sonst hätte ich dir das "um die ohren gehauen" ;-D

    Erstaunlich, dass ich überhaupt so rüberkomme, als würde ich etwas forcieren wollen. Vielleicht bin ich im Moment wirklich etwas zu verbissen. Ich weiß ja selber nicht mal genau, worum es mir eigentlich geht. Eigentlich weiß ich ja, wie Kontakte zu anderen Menschen funktionieren (auch wenn ich es eine Weile nicht gemacht habe und so etwas aus der Übung bin), ich hatte auch früher männliche Freunde. Und mir ist es auch total schnurz, was für ein Geschlecht jemand hat! Ich will ja nur auf Menschen zugehen können, die ich sympathisch finde, egal ob Mann oder Frau, aber gelingen tut mir das nur bei Frauen bisher. Vielleicht ist es wirklich das Umfeld... Aber es juckt mich einfach so >-<!

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    im grunde solltest du vielleicht versuchen, ein wenig gelassenheit zu gewinnen - gerade bei diesem thema. freundschaften kann man nämlich eben nicht erzwingen, sondern sich entwickeln lassen. offen auf neue menschen zugehen und vor allem ohne die erwartung, dass das nun die freunde fürs leben werden müssen.

    Die Erwartungen habe ich auch nie! Ich lerne wirklich gern neue Menschen kennen, rede mit ihnen, checke dann auch erstmal selber ab, ob ich sie nach ein paar Gesprächen noch leiden kann, und schaue dann, was sich entwickelt. Ich bin wirklich normal nicht verkrampft, auch wenn es hier so rüberkommt. Deswegen bin ich vielleicht auch von mir selbst so irritiert.

    Zitat

    ich habe interessanterweise (bis auf eine ausnahme) nur männliche freunde - was allerdings an unserem gemeinsamen hobby liegt. wir kennen uns seit 26 jahren, haben hochzeiten, kinder, scheidungen, todesfälle, neue lieben, arbeitslosigkeit, studienabschlüsse, neuorientierungen, umzüge... miteinander erlebt und durchgestanden.


    und das männer-frauen-ding genießen wir sehr. wir haben eine wundervolle flirtige, gelassene beziehungsbasis (mein mann ist auch in der gruppe dabei und darf das mann-fra-ding mit deren frauen genießen ;-) ), lieben uns auf eine ganz tiefe gewachsene art - aber irgendeine gefahr für die beziehung zwischen meinem mann und mir birgt es nicht in sich - und die frauen "meiner jungs" wissen das auch genau.

    Das klingt wirklich schön :)z . Auch danke an alle anderen, die mir ihre Geschichten und Gedanken geschrieben haben @:) !

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    Habt ihr langjährige Freunde, mit denen sich nichts Sexuelles, keine Verliebtheit auf einer Seite, entwickelt hat? Wenn ja - worauf führt ihr das zurück?

    Ich habe 1 Kumpel, der mein bester Freund ist, seit über 20 Jahren. Ich kann dir leider nicht sagen, worauf ich zurückführe, dass sich zwischen uns nie die Frage gestellt hat, ob sich da was entwickeln könnte bzw. sich einer in den anderen verliebt hat. Wir kennen uns seit der frühen Jugend, waren immer ein Herz und eine Seele, haben uns gegenseitig unterstützt, waren für uns da, wenn unsere Beziehungen auseinander gingen. Er ist wie meine beste Freundin, nur eben in männlich x:)


    Mit anderen männlichen Freunden hab ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass diese sich durchaus etwas sexuelles mit mir vorstellen konnten bzw. einer von beiden sich sogar in mich verliebt hatte. Danach war es eine Zeit lang recht schwierig, die Freundschaft aufrechtzuerhalten. Nachdem wir einige Monate auf Abstand waren und er sich bewusst gemacht hat, dass da nie mehr als Freundschaft zwischen uns sein würde, hat es dann auch mit unserer Freundschaft wieder geklappt ;-D