Ich beantworte es ganz klar mit ja. Meine zwei besten Freunde seit über 10 Jahren sind wie Brüder für mich, ich vertraue ihnen zu 100%, es war nie was zwischen uns und ich liebe es, die männliche Perspektive zu erfahren.

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    Ich würde mir wünschen, dass sich irgendwer findet der zu dem Blödsinn sagt: "Ähm, also "alle" und "immer" möcht ich mal streichen.

    war ja so (ja, auf Protest bzgl mangelnden Protests aber das war ja grad erst mal 2h später oder so^^), wenn da aber wirklich 99 Leute protestieren verkommt das doch zu sonstwas und ein guter Teil davon sind dann zwangsläufig gegenreaktive Ausgrenzung, draufhau-Lust und Selbstaufwertung, das ist immer so, menschlich vllt. Wäre sein Beitrag ein Eingansposting gewesen wär der Faden ganz bestimmt so gelaufen wie ihr euch das wünscht. Nur egal wie schlimm ein Trigger war und dementsprechend berechtigt sein Gegenwind eigentlich wäre, er pervertiert sich mit zunehmender Heftigkeit selbst, vllt erreicht er tatsächlich einige Leute, aber auf eine Art die, von der zwangsläufigen Häßlichkeit der Shitstormerei völlig abgesehn, weitere Probleme schafft (siehe unten). ??(Man könnte mir da übrigens durchaus berechtigt Doppelmoral vorwerfen, ich kann auch mal Gegenwindfreudig sein oder mich über den sehr heftigen anderer freuen, selbst über echte ausgewachsene Shitstorms hab ich mich schon gefreut (grimmig-freudig irgendwie und vermut-ahnend dass sowas auch einen Preis hat) ist halt jetzt nur ein möglicher und sinnvoller Standpunkt (find ich halt, eigentlich generell aber ich hab natürlich auch jede Menge Subjektivitäten))??


    Ihr meint sozusagen es ging um's falsche Verallgemeinern, die kruden Rückschlüsse und Ideologie-Aufbauten und das seh ich natürlich auch net anders (offene Tür und Vollgas sozusagen). Zu sagen es gibt keinen Maßstab, finde dich selbst, ist, so richtig auch immer, aber doch leider nur vage Theorie die zwar einzelne verwirklichen (und wohl nicht selten aus Problematiken heraus) aber bisher ist da noch gar nix großflächig, sondern Geschlechter, Sex und eben dieses Thema ??(sexuelle Gefühle und Gedanken die auftauchen wo sie vermeintlich nicht aufzutauchen haben oder eben doch, oder die man bei anderen vermutet/befürchtet oder bei sich selbst und wo man vermeintlich meint oder auch mal tatsächlich feststellen muss (das kann man niemand absprechen) der andere kann damit net umgehen oder eben man selbst)?? sind immer noch ein einziger großer großer Krampf im Arsch. Da ändert auch eine heutzutagige eventuelle Häufung von Freundschaft+ nichts dran (find ich vllt trotzdem ne gute Entwicklung aber mir scheint das oft noch mit einer ziemlich Schauspielerei und geringer emotionaler Selbstwahrnehmung einherzugehen auch wenn mein Einblick wie der jedes anderen da naturgemäß natürlich witzig ist, ist ja privat). Und ein wiegroßauchimmerer Faktor für die Krampfigkeit bzgl sexuellen Wahrnehmens/Fühlens/Denkens ist eben meiner Meinung nach wirklich dass der alte Schmarrn nach Herzenslust getreten wird. Da gibt's zwar kaum neue "Richtlinien" aber eins ist klar, das alte ist nicht nur einfach Schmarrn, es ist ganz entsetzlich falsch, verachtenswert und muss getreten werden. Grad jungen Leuten "eröffnet" das meiner Meinung nach nur zu gern einen von zwei Wegen:


    1. Einfach erstmal Mittreten. Aber das Alte war simpel, das Neue in seine Vagheit (oder so) ist es nicht, nur klar ist: alt = schlecht, und was macht da der menschliche Geist allzugern: das Gegenteil muss richtig sein, wo dann vorher sexuelle Übergriffigkeit und Co fast normal waren ist jetzt vermutlich immer öfter Leugnung, Selbstunterdrückung oder, wenn die nicht funktioniert, Selbstablehnung. Vor z.B. dem Arschgrabscher steht der sexuelle Gedanke also muss der ja schlecht sein.


    2. Je weiter das Alte gewaltsam bekämpft wird desto größer der Widerstand, es dreht sich langsam um, man kann praktisch jetzt schon ein mutiger Rebell sein indem man sich für's Alte entscheidet, das ist doch irre!^^ Und ich glaube es wäre vermeidbar mit ein wenig Toleranz für die Traditionellen, vllt sterben sie dann aus. So scheint mir die Gefahr einer bloßen Hinundherschwankung riesig. (übrigens glaub ich dass da bei beiden Wegen Mechanismen wirken die nicht nur in der Gesellschaft als Ganzes ablaufen sondern auch in den persönlichen Entwicklungen Einzelner)


    Das betrifft Jungs wohl mal wirklich geschlechtsspezifisch in größerem Umfang was das Thema "Sexualisierung = böse" betrifft, aber auch die Mädels sind heute natürlich mehr zur Selbstfindung genötigt als früher, das hat für beide wahnsinnige Vorteile aus meiner Sicht, aber eben auch Nachteile, z.B. potentielle Verunsicherung und kaum handfeste Identifikationsmöglichkeiten. Ich weiß nicht wo ich, was das Geschlechtsthema betrifft, heute stehen würde ohne das Forum :-/ Was das Thema böse sexuelle Gedanken betrifft muss(te) ich ehrlich gesagt trotzdem größteils selber schaun wo ich bleib, da fehlt(e) es an genereller Offenheit und Differenzierung, Mut (meinerseits) und der so oft vorhandenen Gradwanderungshaftigkeit und der schwergleichzeitigalleszuberücksichtigenden Vielfaktorigkeit psychologischer Themen.

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    die Mehrheit hier behauptet doch gar nicht, dass es die nicht gibt (geben darf), sondern dass sie kein Hindernis und pfuiböse sein müssen und man einfach darüber reden kann :-)

    find ich jetzt schon etwas schön-gefärbt^^ Mal unabhängig davon wie das Gesamtbild/Stimmung des Faden nach außen vllt sein mag und auf Mitleser wirken könnte usw (weiß nicht?), im RL ist das eben eine außerordentlich Ausnahme dass man da mal "einfach darüber reden kann" :-D Vllt kannst du es und dein jeweiliges Umfeld, für "alle" wär ich da wenig optimistisch.


    Cinnamon4s Verunsicherungen sind glaube ich absolut nicht so überaus selten und die der Jungs ganz sicher auch nicht was nun gerade eben nicht zu Offenheiten und befanglosem Umgängen mit solchen Angelegenheiten verleitet. Noch dazu ist es leider ein totales Geister-die-ich-rief-Thema und vllt oft auch wirklich nicht ratsam es anzusprechen. Einseitige Offenheit und Unbefangenheit reicht da ja nicht, bringt auch nix offen zu sein aber sich z.B. in seinen Empfindungen völlig zu verlieren (das wär dann der (oder die) der dann das leiden anfängt und/oder penetrant wird) oder z.B. net in der Lage sein zu können bei sich zu bleiben sondern drüber nachzudenken was jetzt beim anderen vermeintlich abgeht (das wär dann der (die) der bei eigenem Desinteresse panisch das weite sucht wenn auch nur ein Funke Sex in der Luft liegt oder der/diejenige (ich z.B.) der es eher sorgsam versteckt weil der andere damit ja möglicherweise nicht umgehen kann).


    Eher bzgl Nicht-Freundschaften (um solche geht's zwar laut Überschrift aber kennenlernen steht halt mal zwangsläufig vorher aufm Plan, ich find das wird mit zunehmender Freundschaftlichkeit (oder so) eher leichter das Thema):


    Für mich ist es schwerer wenn es ein Mann ist wo meinerseits sexuelle Spannung da ist, da achte ich dann so gut ich kann darauf dass es hoffentlich nicht merkbar ist. Bei Frauen i.d.R. auch aber da ist keine so große Sorge da dass es schlimm wäre wenn was durchblitzt. Dass da mal was ist finde ich gar nicht schlimm, an sich, so rein vom bloßen Gefühl her, sogar nett.


    Die umgekehrte Nummer, dass jemand anders michbezüglich sexuelles Interesse hat und umgekehrt nicht ist seit einigen Jahren eher kein Problem mehr (solang net übergriffig usw (da Grenzen zu stecken missfällt mir höllisch aber ich mach's immerhin)), aber grad die letzten Jahre hab ich das natürlich auch nicht wirklich oft erlebt (unglaublicherweise doch ne handvoll mal^^ und möglicherweise vllt paar mal wo ich's halt net gecheckt hab).


    Naja, ich finde jedenfalls, dass das Ganze geht heißt net dass es nicht seine Fallstricke hätte.

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    Wallisii in Wallung

    ;-D :-p (klangs denn echt so? :-D)

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    Es geht doch nur darum, dass das Geschlecht eben kein Maßstab ist, um jemanden in seinen Interessen und seinen Neigungen, grundsätzlich: seiner Persönlichkeit weiträumig zu klassifizieren.

    ja, und diese angestrebte Ideal der Nichtfestgelegtheit will außerordentlich behutsam gehegt werden (es ist richtig nicht festzulegen, anders kommen wir als Menschheit vermutlich nicht weiter, es ist aber schwer), der bisherige Mensch ist im Großen und Ganzen einfach erstmal anders, der will sich nicht selbst finden. Ich will das weil ich Probleme hatte und habe und es dumm wäre es nicht zu tun und vielen anderen geht's wohl genauso. Anderen macht es vllt grundsätzlich Spaß selbst zu finden. Aber den meisten wohl eher nicht.


    Einer alten überholten Struktur einfach nur feindseelig zu begegnen ist nicht behutsam genug, weder in sich selbst noch in der Gesellschaft. (Es ist ja auch nicht mal frei und unfestlegend, sogesehn sind die "Rebellen" vom 2. Weg vllt sogar "die Guten" :-o ) Leute wollen doch überwiegend schnelle klare Identifikationen und die werden damit geliefert, nicht so wie vorher aber wenn da Leere und Identifikationslosigkeit droht ist jeder Strohhalm recht.


    (ohne Witz, manchmal geh ich mir mit meinem endlosen Gelaber echt selber auf den Sack ;-D %-| würd wohl platzen ansonsten, trotzdem sorry, weil ihr müsst's ja ausbaden)

    boah... nun hat der Kerl einfach mein Mausrad geschreddert. :-o :-o :-o Nein, schon klar, aber erfahrungsgemäß (ich hab ziemlich lange in einer Kneipe gearbeitet und die Männer unter sich belauscht, Personal ist ja meist unsichtbar...) sagt eben keiner auch nur ein Wort. Wenn dann nur drei oder so über sind, dann sagt mal einer:"Mensch, was hat der Peter heute wieder für nen scheiß erzählt..." "Na, kennst ihn doch, der muss immer ne Rede halten." Hmpf.

    Hallo,


    ich sehe das Ganze auch eher kritisch.


    Ich hatte bisher zwei beste Freunde und bei beiden ist es im Endeffekt soweit gekommen, dass einer von beiden sich verliebt hat.


    Eigentlich sehr schade, es teils über Jahre hinweg problemlos lief.


    Sollte einer der beiden Gefühle zeigen, steht der andere ganz beschissen da und es ist meistens vorbei.


    So war es leider bei meinen beiden Freundschaften zu wirklich guten Freunden.


    Nadine

    Hi Nadine,


    das ist genau das Paradebeispiel, weswegen ich ebenfalls große Skepsis bei dem Thema habe. Auch genau aus solchen gemachten Erfahrungen. Es kann zwar auch gut gehen, wie es dazu einige Bsp. hier gibt, aber die Regel wird das nicht sein bin ich der Meinung.


    BTW . warum ist denn dein nick blau ? Du bist doch F und der müsste doch dann rot sein ???


    *verwirrt bin*

    Das ist aber der Stolperstein, der auch bei mir immer im Weg lag. Es war schon fast die Regel, außer bei einem Ex oder bei Männern während des Studiums, mit denen ich nicht so lang Kontakt hatte, weil sich dann die Wege irgendwie trennten. Das waren dann auch weniger Freundschaften als gute Bekanntschaften.

    Ich wüsste gerne, woran es liegt, dass viele Menschen es als so problematisch empfinden und viele als nahezu gar nicht. Wenn ich grüble, dann fallen mir auch viele Konstellationen ein, bei denen was in die Richtung mitschwang/so deutlich wurde, dass ich die Reißleine gezogen habe, allerdings waren das bei mir immer Bekannte, keine Freunde. Eine Freundschaft hat es mir noch nie zerschossen, glaube ich. Mit meinem Mann war ich anderthalb Jahre lang oder so befreundet, ehe eine Beziehung draus wurde, aber da war mir relativ früh klar (und ihm auch), dass es keine reine Freundschaft ist. Ich war damals noch mit meinem Ex zusammen und erinnere mich gut dran, dass ich ein halbes Jahr, ehe ich mit ihm Schluss gemacht habe, wusste, dass ich mich in meinen jetzigen Mann verknallt habe. Da ich aber schon recht früh die Erfahrung gemacht habe, dass Verliebtsein kommt und geht, habe ich das erst mal "laufen lassen", ohne es aktiv zu befördern, und abgewartet, wie es sich entwickelt. Als ich dann irgendwann gemerkt habe, dass ich beim Sex mit meinem Freund nicht an ihn denke, sondern an meinen heutigen Mann, dass ich den Treffen entgegenfiebere und dass es nicht verklingt, sondern immer intensiver wird, habe ich dann die Beziehung zu meinem Ex beendet. Für mich wäre aber auch vorstellbar gewesen, dass es wieder abklingt, wenn es eben nicht so massiv und bestimmend geworden wäre. Das hatte ich schon ein paar Mal, und ab und zu ein klein wenig verknallt sein finde ich relativ normal, das passiert bei mir öfter mal, schon immer. Dass ich mir vorstellen könnte, mit jemandem in die Kiste zu hopsen, eh, das geht bei mir sehr schnell (dass ichs mir vorstellen kann, nicht, dass ichs mache).
    Ich finde fast alle meine männlichen Freunde auf ihre jeweils eigene Art attraktiv. Für mich steht das einer Freundschaft nicht im Weg. Stünde es für Dich denn im Weg? Also wenn beide sagen, klar, in einem von jeglichem Kontext losgelösten Universum, immer druff, aber wenn so ein bisschen Vögeln so viel Blut und Tränen kostet, ist es das nicht wert? Oder wäre das für Dich denkbar?

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    Ich wüsste gerne, woran es liegt, dass viele Menschen es als so problematisch empfinden und viele als nahezu gar nicht.

    Vielleicht liegt es ja an der eigenen Einstellung gegenüber solchen Dingen wie Sex oder allgemeiner gehalten sexueller Anziehen. Gibt ja Leute für die sowas im Idealfall nur auf den Menschen bezogen sein soll. Wenn sich dass dann plötzlich unter Leuten manifestiert, die man zwar attraktiv und anziehen findet, für die man gleichzeitig aber keine tieferen Gefühle hegt die über eine Freundschaft hinausgehen, dann mag das für diese Menschen eine Freundschaft ganz sicher unnötig verkomplizieren.

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    Also wenn beide sagen, klar, in einem von jeglichem Kontext losgelösten Universum, immer druff, aber wenn so ein bisschen Vögeln so viel Blut und Tränen kostet, ist es das nicht wert?

    Nein, darum geht es auch weniger, zumindest von meiner Seite. Reine sexuelle Anziehung ging von meinen männlichen Freunden eher nicht aus, das von mir aus gesehen kein Problem. Es geht auch nicht um ein bisschen Vögeln, es ging jeweils immer um Verliebtsein, es hat gedauert bis ich kapiert habe, dass die Freundschaft nur eine Freundschaft war, weil die Hoffnung bestand, dass eine Beziehung daraus wird.

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    Es geht auch nicht um ein bisschen Vögeln, es ging jeweils immer um Verliebtsein, es hat gedauert bis ich kapiert habe, dass die Freundschaft nur eine Freundschaft war, weil die Hoffnung bestand, dass eine Beziehung daraus wird.

    Also lief es bei Dir immer so, dass die Männer in Deinem Leben nicht an einer Freundschaft (oder gegebenenfalls "Freundschaft+"), sondern ausschließlich an einer Beziehung mit Dir interessiert waren?

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    Eigentlich sehr schade, es teils über Jahre hinweg problemlos lief.

    Die Frage ist doch: War es dann die Sache nicht wert? Also, wenn man wirklich jahrelang befreundet war und gute Zeiten zusammen hatte, will man das alles wirklich lieber nicht gehabt haben, nur weil es irgendwann endet? Ich geh das Risiko das eine Freundschaft endet doch immer ein, eigentlich finde ich das verhältnismäßig normal, die meisten Freundschaften laufen ja irgendwann aus, aber deshalb würde ich sie ja nicht gleich ganz streichen wollen. ":/ ":/ Gilt ja auch für Beziehungen, so ganz grundsätzlich.


    Monika


    Das ist für mich tatsächlich etwas anderes. Also wenn die Freundschaft nur aus dieser Verliebtheit raus besteht, finde ich das ganz schwierig, weil dann von Anfang an keine Offenheit herrscht. Wenn sie besteht, dann ist das für mich kein K.O. Kriterium, hab ich auch so einen Freund, aber es erfordert viel mehr Fingerspitzengefühl und sehr viel achtsamkeit. Aber wenn da jemand nur mein Freund ist, weil er in Warteposition ist.. ne danke.