• Freundschaft zwischen Mann und Frau - kann das funktionieren...

    und wenn ja, wie? Folgende Frage stelle ich, weil ich mich nach einer Zeit sozialen Rückzugs (Leute, die meine Beiträge kennen, werden das wissen) wieder ins "Getümmel" stürze. Mir ist es im Prinzip total egal, ob ein Freund von mir weiblich/männlich/trans/inter oder sonst was ist. Trotzdem mag ich gerne durchmischte Gruppen mit allen möglichen…
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    Übrigens wurde besagte beste Freundin ein halbes Jahr später wieder von dem gleichen Mann schwanger, und dieses Mal trug sie die Schwangerschaft aus. Jetzt zahlt er für vier Kinder ;-D. Und er zahlt wirklich.

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    Platonische Freundschaften sind eher statisch, die Beziehung/Freundschaft ist gesetzt, wohingegen Spannung charakteristisch für eine dynamische Beziehung ist, also einen Zustand der nicht in Ruhe ist und in eine bestimmte Richtung strebt.

    Ich empfinde keine meiner Beziehungen als statisch, nicht die zu männlichen Freunden, nicht die zu weiblichen, nicht mal die zu meinem Hund. Und ich würde, wenn ich jemanden gernhabe, auch nicht gleich Hals über Kopf die Flinte ins Korn werfen, nur weil mal so eine leise sexuelle Spannung aufkommt. Die kann ja auch wieder abklingen oder sich auf total aushaltbarem Niveau einpendeln - das findet man nur natürlich nicht heraus, wenn man dann immer gleich panisch wegrennt.

    Bin mit einer Freundin sozusagen groß geworden, da gab's ne sehr kurze romantische Phase da waren wir fast noch Kinder, später mal ne sexuelle Phase, und danach Jahre nichts mehr dergleichen, für sie gab's laut ihrer Aussage dann auch keine sexuelle Spannung mehr, für mich ein wenig, aber was soll's (ist doch nett ;-D)? ":/ Sowas funktioniert doch nur dann nicht wenn der nicht-ungeneigte auf penetrant macht und da muss man dann zumindest an diesen schlicht und einfach "selber schuld" sagen.


    Rhetorische Frage an die "geht nicht"-Fraktion zum begrübeln: Glaubt ihr Bisexuelle haben keine Freundschaften?

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    Rhetorische Frage an die "geht nicht"-Fraktion zum begrübeln: Glaubt ihr Bisexuelle haben keine Freundschaften?

    Oh, das ist wunderhübsch! :-D

    Ich kenne eine Frau (die Freundin meines besten Freundes), die hat einen besten Freund. Die beiden sind miteinander aufgewachsen, weil die Eltern entsprechend befreundet waren. Sie sehen sich auch eher wie Geschwister.


    Ansonsten haben Freunde von mir auch platonische Freundinnen; dennoch würden sie sich sexuell auf sie einlassen, wenn es dazu käme. Und dies entspricht wohl eher nicht dem Begriff der Freundschaft.


    Ich bin verheiratet, und habe keine weiblichen Freunde. Klar, ich mag die Freundinnen meiner Frau und würde Ihnen jederzeit helfen oder sowas, aber uns verbindet nicht so eine Art Freundschaft, wie die zu meinen männlichen Freunden.

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    Ansonsten haben Freunde von mir auch platonische Freundinnen; dennoch würden sie sich sexuell auf sie einlassen, wenn es dazu käme. Und dies entspricht wohl eher nicht dem Begriff der Freundschaft.

    Hm. Weshalb schleudert denn die grundsätzliche Vorstellbarkeit von Sex mit jemandem für viele hier die Freundschaft so komplett aus der Bahn? Liegt das daran, dass für viele Sexualität so absolut mit einem Exklusivanspruch des Partners verknüpft ist?
    Ich lebe in einer monogamen Beziehung, weil ich mich drauf eingelassen habe. Ich halte das aber nicht für den natürlichen Urzustand von Beziehungen und keinesfalls für das einzig denkbare Modell. Für mich ist Sex nichts grundsätzlich auf exklusive Weise Verbindliches. Die Verlegenheit, die da oft draus resultiert, hängt doch vor allem mit ungeklärten Fragen zusammen. Zwischen mir und einem langjährigen guten Bekannten kam es neulich auch zu so einer Situation, dass auf einmal eine nie dagewesene sexuelle Spannung in der Luft lag, das hat uns beide ziemlich durcheinandergebracht, wenngleich es auch schön war. Ich habe dann ein paar Tage später gesagt, sag mal, das war komisch, oder? Ich hab dich nie sexuell wahrgenommen, und auf einmal ziemlich intensiv. Schön, aber sehr lästig. Da hat er gelacht und gesagt, ja, genau so.
    Wir machen da nichts draus, wir sind beide glücklich liiert, aber in einem anderen Leben hätten wir einander da wohl flachgelegt, obwohl wir beziehungsmäßig echt nicht gut zueinander passen würden. So what? ich habe ihn doch trotzdem noch gern, und er mich auch. Und man ist seinen eigenen Trieben ja nicht hilflos ausgeliefert. Wenn es nur ab und an lästig ist, aber für keinen von beiden zur Qual wird, steht das für mich einer Freundschaft kein bisschen im Weg, ich finde allein schon die Vorstellung ganz albern. Meiner Erfahrung nach hilft offenes Ansprechen ganz gut - funktioniert aber natürlich nur, wenn beide gelegentliche sexuelle Anziehung als was Natürliches sehen. Es gibt ja auch Wichtigtuer, die aus "der oder die hat mich mal aus einem sexuellen Blickwinkel beguckt" gleich so ein hysterisch-übersteigertes "Waaaah, der oder die steeeeeeeht auf mich!" machen und dann tatsächlich ihr ganzes Leben lang nicht mehr davon wegkommen - eine ehemalige Mitschülerin beispielsweise fühlt sich immer noch als die unerreichbare Traumfrau eines ehemaligen Mitschülers, weil der in der elften Klasse mal ein paar Wochen lang in sie verknallt war. Mit solchen selbstreferenziellen Egomanen (also ihr, nicht ihm) kann man tatsächlich schlecht befreundet sein.

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    Weshalb schleudert denn die grundsätzliche Vorstellbarkeit von Sex mit jemandem für viele hier die Freundschaft so komplett aus der Bahn?

    Weil meistens der mit dem sexuellen Interesse auch noch Gefühle entwickelt und damit ist die Freundschaft gegessen. Dann wirds kompliziert oder man lässt sich darauf ein. Meistens haben sich ja die Männer dann zurückgezogen, wenn mein Interesse rein freundschaftlich war und ihres nicht. Mit einem gings dann in eine Beziehung über, die nie wirklich funktionierte. Naja..

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    Und wie bringe ich jetzt einem halben Dutzend Männer bei, mit denen ich zum Teil seit vielen, vielen Jahren befreundet bin, ohne dass je was lief, dass das so nicht funktionieren kann und wir uns somit seit Ewigkeiten volle Kanne irren? Puh, das wird schwierig. Aber muss ja - und am besten, ich sage es ihnen, bevor da bei einem von ihnen oder bei mir selbst irgendwas voll Sexuelles erwacht und auf einmal die Freundschaft zerstört, die ich jetzt lieber vorgreifend zerstöre, damit der hässliche alte Sextrieb sie nicht kaputtmachen kann! So!

    Hmm, Mist, muss ich wohl auch machen.


    Um da gerecht zur bleiben sollte ich gleich noch meine bisexuelle beste Freundin und meine mir unglaublich verbundene lesbische Freundin mit informieren, dass das soll nicht geht.


    Obwohl ich zu denen gehöre, die Sex und Liebe nicht wirklich trennen können, so kann ich sexuelle Anziehungskraft und Liebe trennen.


    Mein seit 19 Jahren bester Freund ist gleichzeitig ein Ex von mir.


    Klar gab es auch mal Rappeleien, wenn ich nach Single-Zeiten wieder in eine Beziehung kam und bei meiner Partnerwahl schaut er strenger hin, als es vielleicht andere täten.


    Wenn man aber eine so enge Freundschaft hat, dann kann man eben auch darüber reden. Wir haben ja auch noch Verstand und freien Willen, die dafür sorgen, dass wir Grenzen einhalten und blöde Situationen klären können.

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    Weil meistens der mit dem sexuellen Interesse auch noch Gefühle entwickelt und damit ist die Freundschaft gegessen.

    Hm. Meine Erfahrungen sind da tatsächlich anders, aber vielleicht definieren wir "sexuelles Interesse" auch unterschiedlich.

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    Weil meistens der mit dem sexuellen Interesse auch noch Gefühle entwickelt und damit ist die Freundschaft gegessen.

    Diese Situation hatte ich genau einmal. Ein wirklich enger Freund, der mir nach zehn Jahren gestand, er hätte immer nur gewartet, dass ich lange genug Single bin, damit er mich davon überzeugen kann, dass wir zusammen gehören.


    Da war dann das Vertrauen meinerseits so weg, dass die Freundschaft hinfällig war.

    Jo. Ich denke halt auch - nur wenn man sich vorstellen könnte, mit jemandem zu vögeln, will man ihn ja normalerweise nicht zwingend gleich heiraten? Also bei mir jedenfalls ist das nicht so. Wenn einer sich wirklich ernsthaft verliebt, mitsamt Seelenpein und allem Drum und Dran, ja, dann wird es schwierig. Aber da gibt es ja eine Milliarde anderer Möglichkeiten, die ich persönlich nicht als "Vorstufen" des Verliebens betrachten würde. Und man kann doch normalerweise auch mit seinem Hirn reden und ihm sagen, hör mal, schön, dass du da gerade so fröhlich rumfeuerst, aber du hast da was missverstanden, diesen Keks essen wir nicht. Und dann ist es ein bisschen maulig, kriegt sich aber wieder ein.


    Ich frage mich gerade, inwieweit dieses ganze Problem eventuell mit einem ziemlich alten Bild von Sexualität zusammenhängt, beziehungsweise überhaupt von Männlichkeit und Weiblichkeit. Der Mann, der alles flachlegen will, die Frau, die eher Gefühle will als Sex, die Sexualität als Hauptverbindung zwischen den Geschlechtern. Das sind ja auch so mit einem mitgewachsene Modelle, die erstens nicht jeder klar reflektiert und die zweitens auch einen gewissen Einfluss auf die Identität nehmen können. Also beispielsweise in der Form, dass ich bei vielen Männern denke: Sie glauben, ein "richtiger Mann" hätte seine Triebe nicht im Griff und wolle ständig Sex, also glaubt er, ständig Sex zu wollen, und kultiviert ein Selbstbild, das sich um dieses Zentrum formiert, und viele Frauen gehen ebenfalls davon aus, dass ihr männliches Gegenüber selbstverständlich so tickt Und wenn man mit so einem Bild vom Verhältnis der Geschlechter durch die Gegend läuft, hat man erstens eine "Brille" auf, die alles entsprechend einfärbt, und zweitens wirkt sich ja auch das eigene Verhalten auf den anderen aus, mal davon abgesehen, dass sich häufig Leute mit relativ ähnlichen Weltbildern zusammentun.

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    Meine Erfahrungen sind da tatsächlich anders, aber vielleicht definieren wir "sexuelles Interesse" auch unterschiedlich.

    sexuelle spannungen und der luft sind ja nun auch was ganz anderes, als sexuelles interesse ;-)

    Ich sehe das eher so:


    Mit einem/r platonischen Freund/in will ich nicht vögeln. Das käme mir nicht in den Sinn.


    Bzw. wenn ich sexuelles Interesse an einer Frau hätte, dann wäre ich mir sicher, dass ich sie nicht als platonische Freundin sehe...


    Ist vielleicht merkwürdig, empfinde ich jedoch so.


    Aber gut, wenn andere Leute das anders empfinden, dann gibt es wohl auch bei dem Thema - wie so häufig - kein "normal"... :)^