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    Ich empfinde keine meiner Beziehungen als statisch, nicht die zu männlichen Freunden, nicht die zu weiblichen, nicht mal die zu meinem Hund. Und ich würde, wenn ich jemanden gernhabe, auch nicht gleich Hals über Kopf die Flinte ins Korn werfen, nur weil mal so eine leise sexuelle Spannung aufkommt. Die kann ja auch wieder abklingen oder sich auf total aushaltbarem Niveau einpendeln - das findet man nur natürlich nicht heraus, wenn man dann immer gleich panisch wegrennt.

    Wenn ich eine Beziehung zu einem Schwerpunkt kondensiere, dann ist es in einer platonischen Beziehung so, dass man sich um diesen Schwerpunkt bewegt. Ich empfinde dies als statisch, obwohl man tatsächlich nicht stillsteht, ähnlich wie sich Planeten um die Sonne auf konstanten Bahnen bewegen. Bei Beziehungen zwischen Mann und Frau sehe ich das nicht, weil immer ein Hauch Ungewissheit mitschwingt. Ich finde, dass das Gift für die Gedanken ist.


    Deswegen muss man nicht weglaufen, aber ich denke, dass solche Freundschaften dazu verdammt sind, oberflächlich zu sein. Oder um sich mal allgemein mit der Frage auseinanderzusetzen? Gibt es einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Freunden. Redest du mit einer weiblichen Freundin über die gleichen (intimen) Thema wie mit einem männlichen Freund?

    Ich bin zwar nicht Shojo, aber:

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    Redest du mit einer weiblichen Freundin über die gleichen (intimen) Thema wie mit einem männlichen Freund?

    Ja, definitiv. Mein bester Freund ist mein bester Berater bei jeglichen Beziehungsthemen, denn er kennt mich besser als die meisten anderen Menschen und zusätzlich ist er als Mann perfekt dazu geeignet, mir auch eine andere Sicht zu vermitteln.

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    Redest du mit einer weiblichen Freundin über die gleichen (intimen) Thema wie mit einem männlichen Freund?

    auch, wenn die frage an shojo gerichtet war: bei mir gibt es keine "männlichen oder weiblichen" themen - was vielleicht ein wenig daran liegen mag, dass ich gänsehaut bekomme, wenn ich von mädels-abenden höre, bei denen über nagellackfarben, diätwunder, oder netflixmädchenserien geredet wird (und deswegen jaaaa kein mannsvolk anwesend sein darf ) {:( genau wie ja auch männer nicht ständig über fußball, autos und das playboygirl des monats reden, oder?

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    Redest du mit einer weiblichen Freundin über die gleichen (intimen) Thema wie mit einem männlichen Freund?

    Das ist bei mir weniger geschlechts- als typabhängig und kommt sehr auf das Gegenüber an. Und natürlich auch auf die Definition von "intim". Wären das für Dich Gespräche über Sex oder eher emotional "tiefgehende" Themen?

    Bei näherem Nachdenken gibt es bei mir nur bedingt Themen, die überhaupt explizit an innige Freundschaft gekoppelt sind. Ich habe mich schon mit Fremden auf einer Zugfahrt über den G-Punkt und vaginale Orgasmen oder den Tod meines Vaters unterhalten, weils sich halt so ergeben hat. Bei mir ist da weniger das Thema entscheidend als die Frage, wie viel, hm, Resonanz im Sinne einer gemeinsamen Wellenlänge ich empfinde. Bei manchen Menschen empfinde ich nicht viel Übereinstimmung, bei anderen hingegen ganz intensive, und wenn ich über längere Zeit bei für mich entscheidenden Themen viel Resonanz empfinde, empfinde ich zunehmend Vertrauen in die Stabilität dieser Resonanz (die auch mal moment- oder themenabhängig entstehen kann). Das ist bei mir ein sehr viel wichtigerer Gradmesser der Freundschaft als nu ausgerechnet die Themenwahl.

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    Das ist bei mir weniger geschlechts- als typabhängig und kommt sehr auf das Gegenüber an. Und natürlich auch auf die Definition von "intim". Wären das für Dich Gespräche über Sex oder eher emotional "tiefgehende" Themen?

    Warum nicht beides? Beispiel: Du hast einen Partner und euer Sexleben ist eingeschlafen. Du fühlst dich damit sehr unwohl, weil es die Beziehung belastet und du dir daran die Schuld gibst.


    Würdest du darüber mit einem Mann reden wollen? Wie würde das bei deinem Partner ankommen und wie würde das bei deinem Freund ankommen? Ich fände es sehr verstörend wenn eine gute Freundin (wenn ich so etwas hätte) darüber reden wollen würde und würde mir sehr komisch vorkommen.

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    Warum nicht beides? Beispiel: Du hast einen Partner und euer Sexleben ist eingeschlafen. Du fühlst dich damit sehr unwohl, weil es die Beziehung belastet und du dir daran die Schuld gibst.


    Würdest du darüber mit einem Mann reden wollen? Wie würde das bei deinem Partner ankommen und wie würde das bei deinem Freund ankommen? Ich fände es sehr verstörend wenn eine gute Freundin (wenn ich so etwas hätte) darüber reden wollen würde und würde mir sehr komisch vorkommen.

    Mein Sexleben schläft nicht ein, und wenn, wäre ganz sicher nicht ich dran schuld. ;-D

    Okay. Das fiktive eingeschlafene Sexleben mal imaginiert:

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    Würdest du darüber mit einem Mann reden wollen?

    Nicht mit irgendeinem, aber mir fielen auf Anhieb drei Männer ein, bei denen ich mir das gut vorstellen könnte, ja. Und nur eine Handvoll, bei denen es gar nicht infrage käme, mit denen bin ich aber nicht befreundet.

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    Du hast einen Partner und euer Sexleben ist eingeschlafen. Du fühlst dich damit sehr unwohl, weil es die Beziehung belastet und du dir daran die Schuld gibst.


    Würdest du darüber mit einem Mann reden wollen? Wie würde das bei deinem Partner ankommen und wie würde das bei deinem Freund ankommen?

    Habe ich schon häufiger gemacht und war immer dankbar für die differenzierte Sicht.


    Meinen Partner juckt das nicht, er vertraut mir und da mein bester Freund objektiv ist und daher auch schon meinen kerl in Schutz genommen hat, weiß er auch, dass da nicht gegen ihn gearbeitet wird.


    Mein letzter Ex hatte eine beste Freundin, fand ich nie schlimm. Im Gegenteil.

    Ergänzung: ich würde mit niemandem - gleich welchen Geschlechts - drüber reden, bei dem ich davon ausgehe, dass er mit solchen Themen und Informationen nicht umgehen kann. Beispielsweise eben nicht mit jemandem, der sehr indiskret ist, mit jemandem, der in irgendeiner Konkurrenzsituation zu meinem Partner steht oder ein sonstwie sehr angespanntes Verhältnis zu ihm hat, ebenfalls Geschlecht egal, oder mit jemandem, der in meinen Augen ein dummes Stück Brot ist und das Problem nicht versteht und mir deshalb nicht zu neuen Einsichten verhelfen kann. Dabei geht es mir vor allem darum, dass auch mein Partner das Thema als intim empfindet, und er ist verschlossener als ich. Das würde ich mit berücksichtigen. Ganz grundlegend weiß er aber, dass ich auch mit Freunden und Freundinnen über Sex rede.

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    Meinen Partner juckt das nicht, er vertraut mir und da mein bester Freund objektiv ist und daher auch schon meinen kerl in Schutz genommen hat, weiß er auch, dass da nicht gegen ihn gearbeitet wird.

    Danke, genau das ist der Punkt, den ich da eben nicht zu packen gekriegt habe - ich würde nicht mit jemandem darüber reden, dem ich zutraue, dass er in irgendeiner Form gegen meinen Kerl arbeitet.

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    Danke, genau das ist der Punkt, den ich da eben nicht zu packen gekriegt habe - ich würde nicht mit jemandem darüber reden, dem ich zutraue, dass er in irgendeiner Form gegen meinen Kerl arbeitet.

    Mal stellvertretend für alle Antworten dazu. Woher weißt du, dass er nicht gegen deinen Kerl arbeitet? Ich finde in der Situation schwierig, dass es zwischen Männer und Frauen oder allgemeiner, wenn es romantisch wird, eine andere Sprache existiert, die indirekter und viel subtiler ist. Intention ist daraus oft nicht direkt erkennbar und man muss interpretieren. Wenn du jetzt Probleme hast mit deinem Sexleben und dich das belastet, dann kann das durchaus so aufgenommen werden, dass du dich einfach ausheulen möchtest, nach einem guten Rat suchst oder einfach einen anderen Blickwickel brauchst. Aber man kann es auch so verstehen, dass du dich damit offen für Avancen erklärst. Das muss nicht zwangsläufig dazu führen, dass die Freundschaft umschlägt, aber dieses Thema (nach dem mehr) beginnt dadurch mitunter zu leben und wird zu einer Idee, die sich im Kopf manifestiert, eben Gift für die eigenen Gedanken. Was ist wenn die Freundschaft nur oder ursächlich dadurch besteht, dass der Freund denkt, dass du glücklich mit einem anderen zusammen bist und kein Interesse an ihm hast? Durch unser Beispiel hast du wohlmöglich beides negiert, indem du direkt gesagt hast, dass du unglücklich bist und indirekt signalisiert haben könntest, dass da mehr laufen könnte.

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    Blade, hättest Du ein Problem damit, wenn eine lesbische Freundin, die Du unattraktiv findest, mit Dir über Sex reden wollte?

    Nein, hätte ich nicht. Weil ich die Intention (welche stören könnte) kategorisch ausschliessen kann. Wenn hier z.B. harmlos geflirtet wird, weiß ich, dass es harmlos ist. Ich muss auch nicht alles interpretieren was gesagt wurde, weil bestimmte Interpretationspfade einfach wegfallen.