@ DieSeherin

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    Manchmal weiß ich nicht so genau, was ich fühle, und kompensiere das dann mit Denken, was irgendwie nicht so gut zu funktionieren scheint

    ;-D nö, meist eher kontraproduktiv ;-D (passiert mir aber durchaus auch immer mal wieder!)

    Ja, haha ;-D ! Ich habe es jetzt mal total anders gemacht, was echt gut funktioniert hat:


    Ich habe einfach versucht, bei mir zu bleiben, und immer, wenn meine Gedanken zu "Oh Gott, was könnte der von mir denken!" geflutscht sind, habe ich sie einfach zurückgeholt und mir gesagt: "Es ist nicht so wichtig, was dieser eine Mensch von dir denkt." Das funktioniert ganz gut. Und halt einfach bei mir zu bleiben und zu schauen: Was will ICH denn machen?


    Ich glaube halt schon, dass ich manchmal in diese Rolle der extrem extrovertierten Person reinfalle, weil ich denke, dass das toll ankommt. Und dann komme ich Zuhause an, schaue auf die Situation zurück, und erkenne mich nicht mehr wieder. Das tut weh und ist nicht schön. Ich glaube, es hilft mir, wenn mein inneres Ich und mein äußeres Ich mehr zusammenfinden - dann bin ich auch weniger ängstlich und grüble weniger :-) !

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    Und was mache ich jetzt mit dem Stolz?

    den nimmst du als ansporn dafür, dass du deinen weg weitergehst und dich nicht abschrecken lässt, wenn eben nicht alles so läuft, wie du dachtest - nur weil es anders läuft, muss es ja nicht schlechter sein, oder?

    Das stimmt! Der Satz hier hat mir richtig viel bedeutet :)z ! Ich muss echt mal sehen, was ich schon erreicht habe! Ich meine, ey! Ich gehe raus, unter Menschen, und rede sogar hin und wieder mit ihnen. Das ist mehr als ich mir vor Monaten zugetraut habe. Das ist toll. Und der Rest kommt dann mit der Zeit, mit den unterschiedlichen Erfahrungen und Umfeldern, die man so durchläuft. Oder, anders gesagt: Von allein :-) .


    Ich habe festgestellt, dass es wichtig ist, dass ich wirklich ich selber bin und keine Rolle spiele. Ich bin halt etwas schüchtern, verpeilt und putzig und gleichzeitig irgendwie laut ^^. Aber ich muss nicht die eine Seite von mir spielen, wenn mir nicht danach ist in dem Moment. Das hilft :)z .

    @ DieDosismachtdasGift

    Danke auch dir @:) !

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    Hilfreich ist dabei, wenn man sich gegenseitig vom sexuell erotischen Beuteschema komplett ausschließt. Dann ergeben sich keine Versuchungen, die den Umgang unsicher, gehemmt und kompliziert machen. Auch mit den Partnerinnen gab es dies bezüglich keine Probleme. Ich habe eine klare direkte Art, und mir sind Freundschaft und Loyalität zu wichtig als gelebter Wert.

    Das würde, glaube ich, schwierig werden bei mir. Ich finde eigentlich die meisten Menschen auf die eine oder andere Art attraktiv. Aber das muss ja nicht schlimm sein, wie ich bei der letzten Gelegenheit erfahren durfte ^^.

    @ Shojo

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    Jo. Ich denke halt auch - nur wenn man sich vorstellen könnte, mit jemandem zu vögeln, will man ihn ja normalerweise nicht zwingend gleich heiraten? Also bei mir jedenfalls ist das nicht so. Wenn einer sich wirklich ernsthaft verliebt, mitsamt Seelenpein und allem Drum und Dran, ja, dann wird es schwierig. Aber da gibt es ja eine Milliarde anderer Möglichkeiten, die ich persönlich nicht als "Vorstufen" des Verliebens betrachten würde. Und man kann doch normalerweise auch mit seinem Hirn reden und ihm sagen, hör mal, schön, dass du da gerade so fröhlich rumfeuerst, aber du hast da was missverstanden, diesen Keks essen wir nicht. Und dann ist es ein bisschen maulig, kriegt sich aber wieder ein.

    Dieses Bild finde ich sehr schön ;-D ! Ja, ich fühle mich auch schon viel besser, seit ich das gelesen habe, haha. Ich glaube auch, dass das geht.

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    Ich frage mich gerade, inwieweit dieses ganze Problem eventuell mit einem ziemlich alten Bild von Sexualität zusammenhängt, beziehungsweise überhaupt von Männlichkeit und Weiblichkeit.

    Hm... das ist eine gute Frage. Ich glaube, bei mir zumindest ist es einfach der Erfahrungsmangel. Dass Männer immer wollen und können und Frauen so gar nicht, ja, das ist schon tief verankert bei mir, obwohl ich weiß, dass es nicht stimmt. Woher das kommt? Ich weiß es nicht. Erziehung? Falsche Vorbilder?


    Auf jeden Fall bin ich gespannt auf die Erfahrungen, die ich noch so machen werde, und hoffe, da auf viele bunte Lebensentwürfe zu treffen :-) .


    Ich denke, dass sexuelles Interesse nicht immer auch eine Beziehung oder gar eine lebenslängliche Bindung und lebenslängliches Schmachten hinter sich herziehen muss, lerne ich erst jetzt langsam. Ich bin in meiner ersten Langzeitbeziehung und hatte lange gar kein sexuelles Verlangen bei/nach anderen Männern. Jetzt kommt das langsam wieder und es hat mich erst sehr erschreckt, aber ich hoffe mal, ich lerne damit so cool umzugehen, wie du und DieSeherin :-) !

    @ DieSeherin

    Wo liegt denn für dich der Unterschied zwischen sexueller Spannung und Interesse?


    Danke auch an alle anderen, aber hier ist jetzt so viel geschrieben worden, dass ich bis um 3 hier sitzen würde, würde ich auf Alles eingehen wollen ^^.


    LG

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    Jo. Ich denke halt auch - nur wenn man sich vorstellen könnte, mit jemandem zu vögeln, will man ihn ja normalerweise nicht zwingend gleich heiraten? Also bei mir jedenfalls ist das nicht so. Wenn einer sich wirklich ernsthaft verliebt, mitsamt Seelenpein und allem Drum und Dran, ja, dann wird es schwierig. Aber da gibt es ja eine Milliarde anderer Möglichkeiten, die ich persönlich nicht als "Vorstufen" des Verliebens betrachten würde. Und man kann doch normalerweise auch mit seinem Hirn reden und ihm sagen, hör mal, schön, dass du da gerade so fröhlich rumfeuerst, aber du hast da was missverstanden, diesen Keks essen wir nicht. Und dann ist es ein bisschen maulig, kriegt sich aber wieder ein.

    Aus eigener Erfahrung kann ich versichern, dass es auch mit Seelenpein und allem Drum und Dran geht. Man muss vielleicht nur ein bisschen masochistisch eingestellt sein ;-) Und selbst dann kann es sich irgendwann wieder einpendeln und verfliegen.


    Grundsätzlich bin ich allerdings stark verwundert darüber, dass sich solche Fragen tatsächlich nach wie vor stellen ;-D

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    Grundsätzlich bin ich allerdings stark verwundert darüber, dass sich solche Fragen tatsächlich nach wie vor stellen ;-D

    Naja... ich weiß ja nicht, wie alt du bist, aber ich bin eben noch recht jung und jedes Jahr wächst eine neue Generation Teenager heran, die ihren Umgang mit solchen Fragen im Laufe ihrer Leben erst finden muss. Deswegen bin ich ja auch froh, auf den Erfahrungsschatz erfahrerener ??älterer schreibe ich jetzt mal nicht?? :=o ;-D Menschen zugreifen zu dürfen :-D !

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    Naja... ich weiß ja nicht, wie alt du bist, aber ich bin eben noch recht jung und jedes Jahr wächst eine neue Generation Teenager heran, die ihren Umgang mit solchen Fragen im Laufe ihrer Leben erst finden muss. Deswegen bin ich ja auch froh, auf den Erfahrungsschatz erfahrerener ??älterer schreibe ich jetzt mal nicht?? :=o ;-D Menschen zugreifen zu dürfen :-D !

    Ich bin 28. Ist das noch jung oder qualifiziere ich mich schon für die Bezeichnung als "Alter Sack" ? :-D


    Intuitiv wäre meine Vermutung eigentlich eher, dass solche Probleme grunsätzlich mit jeder neuen Generation nebensächlicher, die Antworten offensichtlicher werden.


    Kommt aber natürlich auch auf gemachte Erfahrungen, das soziale Umfeld, etc pp an.

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    Ich bin 28. Ist das noch jung oder qualifiziere ich mich schon für die Bezeichnung als "Alter Sack" ? :-D

    Ganz klar: Alter Sack ;-D !

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    Intuitiv wäre meine Vermutung eigentlich eher, dass solche Probleme grunsätzlich mit jeder neuen Generation nebensächlicher, die Antworten offensichtlicher werden.

    Hm... meine Erfahrung spiegelt das nicht. Ich glaube, für jeden Menschen ist es immer wieder ganz neu, seine eigene Identität und auch Sexualität zu entdecken. Das macht es ja irgendwie auch so spannend :-) ! Ich glaube nicht, dass da jemals Alles gesagt sein wird. Und das würde es ja, wenn es wirklich immer leichter werden würde.

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    Kommt aber natürlich auch auf gemachte Erfahrungen, das soziale Umfeld, etc pp an.

    Ja, so ist da ja bei allen Erfahrungen, die man so macht.

    Witzigerweise habe ich nur eine Freundin, der Rest meines Freundeskreises besteht aus Männern. Allen ist klar, dass niemals etwas zwischen uns laufen wird. Mein Mann kommt gut damit klar, sein Kommentar: "Du bist halt kein Mädchen, und deswegen meine Traumfrau!"


    Ich hab diese Menschen überall kennengelernt und mich da ein bisschen auf mein Gefühl verlassen, bei dem einen hab ich sofort klargestellt, da wird nichts draus, bei dem anderen stellte sich die Frage nie. Mein bester Freund, auf den ich immer und überall zählen kann, der damit, wenn ich Hilfe brauche, sei es mit den Kindern, sei es, dass ich wen für die Toere brauche (ich betreibe eine nicht zu kleine Landwirtschaft) ist mein Ex-Mann ( und nein, die Kinder sind von meinem jetzigen Partner). Lass das alles einfach ganz entspannt Aufsicht zukommen, dann geht das auch.

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    Mal stellvertretend für alle Antworten dazu. Woher weißt du, dass er nicht gegen deinen Kerl arbeitet?

    Woher weiß man überhaupt jemals irgendwas? Da muss ich mich auf meine Einschätzung verlassen, so wie man das ständig tun muss. Oder soll ich auch nie Kinder bekommen, denn: "Woher weiß ich, dass mein Mann kein verkappter Pädophiler ist und sie missbrauchen wird?" Wenn man niemals etwas tut, bei dem man sich nicht vollkommen, absolut, hundertprozentig sicher ist, dann tut man tatsächlich nicht mehr allzu viel, also muss eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit reichen.

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    Ich finde in der Situation schwierig, dass es zwischen Männer und Frauen oder allgemeiner, wenn es romantisch wird, eine andere Sprache existiert, die indirekter und viel subtiler ist. Intention ist daraus oft nicht direkt erkennbar und man muss interpretieren.

    Wenn ich merke, dass es ein bisschen eigenartig wird, dann kann ich es doch direkt ansprechen - subtile, indirekte Kommunikation kann man nicht allein betreiben, dazu gehören zwei. Und wenn ich mir nicht sicher bin und mit meiner Interpretation allein nicht weiterkomme, dann frage ich beim anderen nach. Eine Freundin von mir hat im Studium einen Kommilitonen "adoptiert", den sie sehr mochte, und er war nicht sicher, wie er ihre sehr aufgeräumte Art zu verstehen hat, also hat er irgendwann zu ihr gesagt: "Hömma, ich muss wissen - bist du in mich verliebt? Das nämlich wäre ganz einseitig, ich mag dich sehr, aber als Kumpel." Sie war etwas verwirrt, weil es bei ihr genau so war, amüsiert, weil er so verunsichert war, und zackbumm, sie sind seit - öh. Fünfzehn Jahren befreundet? Zwanzig? Sehr gut, sehr eng, völlig unromantisch.

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    Was ist wenn die Freundschaft nur oder ursächlich dadurch besteht, dass der Freund denkt, dass du glücklich mit einem anderen zusammen bist und kein Interesse an ihm hast? Durch unser Beispiel hast du wohlmöglich beides negiert, indem du direkt gesagt hast, dass du unglücklich bist und indirekt signalisiert haben könntest, dass da mehr laufen könnte.

    Ich habe damit nichts signalisiert, sondern er hätte irrtümlicherweise mein Verhalten als derartiges Signal verstanden. Wer mich kennt, weiß aber, dass ich nicht subtil herumsignalisiere, wenn mir wichtig ist, dass eine Botschaft ankommt. Ich hätte es also mit einem "Freund" zu tun, der mich sehr, sehr schlecht kennt und der zudem gewissermaßen auf das Scheitern meiner Beziehung wartet. Das empfinde ich beides als sehr unangenehm, und wenn diese "Freundschaft" dann scheitert, dann tut es sicher weh, aber ich kann damit gut leben. Vielleicht wird es aber auch eine Weile unangenehm und seltsam, aber wir bekommen es sortiert, das wird man dann sehen.

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    Nein, hätte ich nicht. Weil ich die Intention (welche stören könnte) kategorisch ausschliessen kann. Wenn hier z.B. harmlos geflirtet wird, weiß ich, dass es harmlos ist. Ich muss auch nicht alles interpretieren was gesagt wurde, weil bestimmte Interpretationspfade einfach wegfallen.

    Ich habe ja insgesamt so ein klein wenig den Eindruck, Du solltest weniger interpretieren und mehr reden. Dir ist schon klar, dass dieses ganze lästige Heruminterpretieren als typisch weiblich gilt und auch als ein bisschen neurotisch? Oder wie war der Ausdruck, der da zu Freuds Zeiten gebraucht wurde? Ach ja - hysterisch. Das Weib ist von Natur aus hysterisch. Ich finde Dich da ein bisschen hysterisch, Blade. Wenn man sich nicht über ungelegte Eier aufregt und nicht über verschüttete Milch klagt, funktionieren männlich-weibliche Freundschaften durchaus ganz gut, aber ganz offenbar muss man halt auch selbst in der Lage sein, sie zu führen - nach dem, was Du schreibst, würde ich durchaus zustimmen: Für Dich ist es derzeit nicht möglich. Das ist aber nicht generalisierbar.


    Was wäre übrigens, wenn Du einen besten Kumpel hast, ihr redet über nahezu alles miteinander, und dann eröffnet er Dir eines Tages, er sei schwul? Ist er dann weg vom Fenster, weil Du auf einmal so viel zu interpretieren hättest?

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    Hm... das ist eine gute Frage. Ich glaube, bei mir zumindest ist es einfach der Erfahrungsmangel. Dass Männer immer wollen und können und Frauen so gar nicht, ja, das ist schon tief verankert bei mir, obwohl ich weiß, dass es nicht stimmt. Woher das kommt? Ich weiß es nicht. Erziehung? Falsche Vorbilder?

    Zu viel BRAVO? Oder was liest man heute so? ;-D


    Im Ernst, das ist offenbar noch ganz erstaunlich tief verankert. Es ist ja auch ein urururururaltes Bild, so was wird man nicht so schnell los, und momentan schwappt es gerade eher wieder zurück als voran. Ziemlich hässlich und albern, aber so isses.

    @ Shojo

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    Wenn ich merke, dass es ein bisschen eigenartig wird, dann kann ich es doch direkt ansprechen - subtile, indirekte Kommunikation kann man nicht allein betreiben, dazu gehören zwei.

    Hm... das empfinde ich aber schon als mutig. Also, gut mutig, aber ich weiß noch nicht, ob ich mir sowas schon zutrauen kann ;-D ! Das aber immer zwei dazu gehören, stimmt. Man kann so Kommentare ja auch einfach links liegen lassen, schätze ich - hoffe ich ;-D !

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    Das empfinde ich beides als sehr unangenehm, und wenn diese "Freundschaft" dann scheitert, dann tut es sicher weh, aber ich kann damit gut leben. Vielleicht wird es aber auch eine Weile unangenehm und seltsam, aber wir bekommen es sortiert, das wird man dann sehen.

    Vielleicht muss ich lernen, solche unangenehmen und seltsamen Gefühle auch einfach mal auszuhalten. Ich bin manchmal nicht so gut darin, diese Art von Gefühlen auszuhalten. Ich kann es ja mal üben ^^.

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    Zu viel BRAVO? Oder was liest man heute so? ;-D

    Wozu LIEST man denn die BRAVO? Sieht man sich die nicht in erster Linie an ;-D ?

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    Im Ernst, das ist offenbar noch ganz erstaunlich tief verankert. Es ist ja auch ein urururururaltes Bild, so was wird man nicht so schnell los, und momentan schwappt es gerade eher wieder zurück als voran. Ziemlich hässlich und albern, aber so isses.

    Ob es wirklich so uralt ist? Ich finde es immer witzig, wenn sich dann auf die "Höhlenmenschen" bezogen sind. Wir wissen ja doch recht wenig von früheren Zeiten, zumindest, was vor den geschichtlichen Aufzeichnungen lag wissen wir nicht und die niedergeschriebene Geschichte ist ja bisweilen auch aus ziemlich subjektiven Quellen.


    Was denkst du denn, woher das kommt, dass dieses Rollenbild heute wieder mehr Beachtung erhält? Und wann war das anders? Denkst du da an die 70er?

    @ Vampy77

    Danke auch für deine Worte @:) ! Ich denke, ich muss wirklich ein bisschen entspannter werden und es einfach auf mich zukommen lassen. Am Ende kann man ja eh nicht entscheiden, auf wen man so trifft.

    Also ich stecke wie gesagt grade in so einem Dilemma drinne. Ich kriege täglich Nachrichten von meinem Kumpel, ob ich mich wieder mit einem Mann treffe, würde und wenn er sieht ich bin online und schreibe ihm nicht postwendend zurück, dann schreibt er gleich wieder, ich würde mich ja mit einem anderen unterhalten usw usw. Sowas geht einfach überhaupt NICHT! Und das wurde einfach immer schlimmer. So kann man keine Freundschaft aufrecht erhalten. Alles was ich ihm dazu sagte stösst auf taube Ohren und mittlerweile antworte ich gar nicht mehr. Es gefiel ihm auch nicht das ich eine Affäre hatte, er findet sowas ja total doof und sowas gehört sich ja nicht, er wäre enttäuscht usw. ich glaube es hakt.

    Nochwas, ein anderer langjähriger Freund reagiert nicht ganz so extrem, aber er reagiert, deutlich anzumerken-wie was du triffst dich mit xyz, und beleidigt den anderen dann gleich mit. Nur bei ihm kann ich es immer in die richtige Richtung lenken, es kommt mal ein Satz dazu, aber dann wars das auch für Monate. Nicht wie bei dem anderen, wo ich täglich damit konfrontiert werde.

    Natürlich kann das funktionieren, eine Nurfreundschaft zwischen Mann und Frau. Oft wird behauptet, dass sich Mann oder Frau früher oder später verknallen, aber das ist nicht so. Es gibt viele gute platonische Freundschaften zwischen Mann und Frau.


    Mir fällt irgendwie gerade Harry und Sally ein..... :=o

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    Aus eigener Erfahrung kann ich versichern, dass es auch mit Seelenpein und allem Drum und Dran geht. Man muss vielleicht nur ein bisschen masochistisch eingestellt sein ;-) Und selbst dann kann es sich irgendwann wieder einpendeln und verfliegen.

    Ja, oder? Mein Ex beispielsweise hat mir jahrelang hinterhergetrauert, und wenn wir uns mal begegnet sind, dann hat er mich bei der Begrüßung ein bisschen zu lange festgehalten und an meinem Haar geschnuppert und so, das war alles ein bisschen, hm, an der Grenze, für ihn und für mich - und inzwischen ist er SO entspannt, dass ich wiederum fast ein bisschen beleidigt bin, weil ich es ja lange gewohnt war, mein Ego da auf seine Kosten ein bisschen gefüttert zu bekommen. Menschen ändern sich, Beziehungen ändern sich, Liebe kommt und geht und wandelt sich - da ist nichts statisch.

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    Hm... das empfinde ich aber schon als mutig. Also, gut mutig, aber ich weiß noch nicht, ob ich mir sowas schon zutrauen kann ;-D ! Das aber immer zwei dazu gehören, stimmt. Man kann so Kommentare ja auch einfach links liegen lassen, schätze ich - hoffe ich ;-D !

    Manchmal ist das sogar besser - mitunter kanns einer Sache auch mehr Gewicht verleihen, als ihr eigentlich angemessen ist, wenn man sie zum Thema macht. Du schriebst, es täte Dir gut, da ganz bei Dir zu bleiben und eher zu schauen, wie Deine eigenen Gefühle so sind, als über die des anderen zu grübeln, das sehe ich ganz genau so, und hier hilft es auch - da kannst Du dann einfach schauen: Bereitet Dir irgendetwas wirklich anhaltendes Unbehagen, oder ist es nur so ein Momentgefühl, das auch wieder verfliegt? Häufen sich Momente, in denen Dir unwohl ist, oder renkt sich alles wieder ein?
    Falls Du Dich unwohl fühlst, erfordert es ganz klar Mut, das anzusprechen. Ich bin gerade in einer nicht unkomplizierten Situation mit meiner (zugegebenermaßen auch recht komplizierten) Schwester, wo ich ungewohnt zögerlich bin, obwohl meine eigene Position mir inzwischen hinreichend klar ist, sodass ich es eigentlich ansprechen könnte, aber ich weiß, dass es das Potenzial hat, in einer recht bequemen Situation ein höllisches Drama zu entfachen, und ich habe keine Lust darauf und fürchte mich auch davor. Ich spreche also auch nicht immer alles sofort direkt an. Manchmal ist es gut so herum, mal besser so, und letzten Endes weiß mans hinterher manchmal besser und kann dann nicht mehr zurück. Ich habe aber wirklich sehr viel bessere Erfahrungen mit Direktheit gemacht als mit Herumraterei. Klar, manchmal trennen sich dann Wege - aber die Menschen, die einem nahestehen, wissen, woran sie sind.


    Ganz grundlegend denke ich: Wenn ich versuche, am Verhalten des anderen übermäßig herumzuinterpretieren und mein Verhalten dann drauf abzustimmen, dann schustere ich ihm in gewisser Weise die Verantwortung für meine Gefühle zu und tu absurderweise zugleich so, als könnte ich ihm die Verantwortung für sein eigenes Verhalten ein Stück weit abnehmen. Und dann werden Freunde, statt einander zu kennen und zu mögen, wie sie halt sind, schnell zu reinen Projektionsflächen des jeweils anderen. Das ist wie Spiegelfechten, und das ist nicht das, was ich möchte. Außerdem habe ich es ganz gern unkompliziert, weil das langfristig eine Menge Zeit und Nerven spart. Das heißt keinesfalls, dass ich gleich die Flinte ins Korn werfe, sobald es mal komplizierter wird, aber ich sehe halt zu, dass ich meine Beziehungen nicht unnötig komplizierter mache, als zwischenmenschliche Beziehungen oft genug eh schon sind. Das funktioniert für mich ziemlich prima.

    Achso, zum eigentlich Thema: ich habe mir da nie Gedanken drüber gemacht und keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Freundschaftsanbahnung oder Freundschaft selber gespürt.


    Ich finde diese Fixierung auf Sex und die Andersbehandlung anderer Menschen abhängig davon, ob man sie als fickbar ansieht oder nicht, absurd.