Es wäre naiv zu glauben dass alles wie früher bleibt, vor allem wenn sich die Freundschaft dadurch ausgezeichnet hat, dass man normalerweise sehr oft sehr viel Zeit miteinander verbracht hat. Einer meiner besten Freunde ist vor Jahren ans andere Ende von Deutschland gezogen (600/700 km) Mit der Zeit läuft sich diese Situation irgendwie ein. Wir sehen uns jetzt noch so 2-3 mal im Jahr und dann wenn wir zusammen sind ist es auch "fast" wie früher. Aber eben nicht so richtig und die Zeit dazwischen ist auch öfter mal Funkpause obwohl ja eigentlich jeder jederzeit anrufen oder ne WhatsApp schicken könnte. Aber so funktioniert dass einfach irgendwann nicht mehr. Nicht so viel reininterpretieren und lieber die wenigen Zeiten geniessen die man sich noch sieht. Und nicht vergessen, beide Seiten befinden sich ja in der gleichen Situation, nur eben auf entgegengesetzten Seiten der Landkarte.

    @ BongoFury

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    Nicht so viel reininterpretieren und lieber die wenigen Zeiten geniessen die man sich noch sieht.

    Das sollte ich mir auf die Fahne schreiben, ja. Das letzte Mal hat sich vor dem Treffen eine Situation ergeben, die mich dann echt heulend das Handy in die Ecke pfeffern hat lassen - hatte dann gar keine Lust mehr auf das reffen. Und dann wars doch nett... als wäre nix gewesen.

    Zitat

    Und nicht vergessen, beide Seiten befinden sich ja in der gleichen Situation, nur eben auf entgegengesetzten Seiten der Landkarte.

    Hm, das sehe ich ein wenig anders. Für die beiden geht das Leben weiter wie zuvor, nur dass halt die Theresia nicht mehr im Nachbarort wohnt sondern weiter weg. Den Spagat, das hinzubekommen, mache derzeit alleine ich. Also den Spagat, diese Freundschaft aufrecht zu erhalten (und andere) als auch hier einen Freundeskreis aufzubauen. Nicht so easy, wenn man nicht dasselbe Interesse dran hat.

    @ All

    Das ist es wohl auch, was mich stört. Es fehlt das Interesse. Wenn ich mich nicht melde, kommt auch nix. Vor Karneval wollten wir zu dritt mal telefonieren - mir kam was dazwischen, hab's verpeilt. Aber es hat auch keiner nachgefragt, hat sich einfach keiner gemeldet. Oder letztes Jahr hieß es noch, sie kommen mich besuchen. Aber es fehlt komplett die Eigeninitiative. Ja, ich bin manchmal verpeilt, das weiß aber jeder schon seit Jahrzehnten und es war nie ein Problem. Ich würde mir wünschen, dass sie mich halt mal anhauen, nach dem Motto "Mensch Theresia, Du wolltest uns doch mal freie WEs schicken wo wir Dich besuchen können. Wie schaut's denn aus?" oder "im Juni hab ich 2 WEs Zeit, soll ich nicht mal zu Dir kommen, haste Zeit?". Das fehlt. Vorgestern hab ich mich mal wieder gemeldet es gab ein wenig Geplänkel und ich hab doch echt mal gewagt, mal wieder was vertrauteres anzusprechen und zwar, dass ich gerne umziehen möchte und meinen Freund jetzt soweit habe und dass sie mir bitte die Daumen drücken sollen, dass wir was schönes finden. Darauf kam KEINE Reaktion, nix. Viel mehr wurde ich doch tatsächlich gefragt, wie der Urlaub war. Also ich sagte, dass es für die lange Flugzeit ein wenig zu kurz war, kamen von beiden blöde Sprüche. %:|


    Ich glaube, wir haben uns mehr auseinander entwickelt, als gedacht. Nachdem ich hier eine sehr enge Freundschaft habe, die noch mit aus der alten Heimat kam, werde ich da jetzt wohl nicht mehr krampfhaft dran festalten. Bringt nix. Und mit den anderen 3 Mädels von daheim klappt es ja toootaaal problemlos. Kann also nicht nur an mir liegen.


    Danke Euch

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    Ja, ich bin manchmal verpeilt, das weiß aber jeder schon seit Jahrzehnten und es war nie ein Problem.

    Also mich würde das schon stören. Abgesehen davon dass man "Verpeiltsein" durchaus als Desinteresse werten kann: Sowas mag vielleicht kein entscheidendes Problem sein, wenn man sich eh locker sehen kann. Aber wenn einer mal wieder was "verpeilt" hat kann man bei der Entfernung nicht mal eben sagen "Egal, treffen wir uns halt nächstes WE."


    Bei mir war sowas durchaus schon der Grund dafür dass Kontakte auslaufen. Deine Freundinnen haben vermutlich genug Leute um sich herum, warum sollen sie da jemandem hinterherlaufen der verpeilt ist? Wenn Einer von Vielen wegzieht, ist es schon eher an ihm, den Kontakt zu halten, die anderen haben ja noch sich.


    Und im Grunde haderst du ja immer noch mit deinem Wegzug. Vielleicht misst du diesen Dingen deswegen so eine Bedeutung bei, weil sie dich in deinem Hadern bestärken.

    @ CoteSauvage

    Zitat

    Also mich würde das schon stören. Abgesehen davon dass man "Verpeiltsein" durchaus als Desinteresse werten kann: Sowas mag vielleicht kein entscheidendes Problem sein, wenn man sich eh locker sehen kann. Aber wenn einer mal wieder was "verpeilt" hat kann man bei der Entfernung nicht mal eben sagen "Egal, treffen wir uns halt nächstes WE."

    Das hörte sich jetzt vielleicht schlimmer an, als es tatsächlich ist. Ich verpeile auf keinen Fall andauernd irgendwelche Absprachen oder Treffen. Tatsächlich ist es jetzt einmal vorgekommen und da war nichts fest ausgemacht, die anderen haben sich aber auch nicht gemeldet. Bin nämlich ganz bei Dir, dass das - gearde auf Distanz - ein Problem sein kann.

    Zitat

    Bei mir war sowas durchaus schon der Grund dafür dass Kontakte auslaufen. Deine Freundinnen haben vermutlich genug Leute um sich herum, warum sollen sie da jemandem hinterherlaufen der verpeilt ist? Wenn Einer von Vielen wegzieht, ist es schon eher an ihm, den Kontakt zu halten, die anderen haben ja noch sich.

    Wie gesagt, so ist es nicht. Und wenn jemand wem hinterherläuft, dann offenbar ich. Habe mal vorhin in der WA-Gruppe nachgesehen: die Freundin hat sich zweimal von sich aus gemeldet, der Freund gar nicht und ich 11 mal. ELF mal!

    Zitat

    Und im Grunde haderst du ja immer noch mit deinem Wegzug. Vielleicht misst du diesen Dingen deswegen so eine Bedeutung bei, weil sie dich in deinem Hadern bestärken.

    Nee, dann würde ich das bei den anderen auch. An den beiden hänge ich einfach. Selbst wenn ich hier mega happy wäre, könnte ich das nicht einfach so verlaufen oder es auf sich beruhen lassen.


    Sie hatte letzte Woche Geburtstag, habe gleich morgens gratuliert, kam auch ein Danke zurück und wie es mir geht. Schrieb dann, dass es nicht so toll läuft, es mir nicht so gut geht und wie es bei ihr ist. Keine Antwort... als ich 3 Tage später nachgehakt habe, kam nur, dass bei ihr alles bestens ist. Ehrlich, ich überlege seither ob ich nicht einfach mal sagen soll, dass wenn sie sich nicht mal mehr dafür interessiert, warum es mir nicht so gut geht, die Freundschaft offenbar echt auf dem Nullpunkt angekommen ist!!

    Ich spring hier mal so rein und teile meine Erfahrung.


    Bin neuerdings zurück nachdem ich über zwei Jahre 9000km entfernt von zu Hause war und ja, einige Freundschaften haben gelitten und die Rangfolge, die du erwähnt hast, kann ich definitiv nachempfinden.


    Viele Faktoren haben da einige Hindernisse dargestellt. Ein großer war der immense Zeitunterschied. Neun Stunden.


    Natürlich war der Nummer -Eins-Weg in Kontakt zu bleiben über whatsapp. Da hab ich nun mal einige Freunde, mit denen man einfach mehr klickt, wenn man sich wirklich gegenüber steht und sich unterhält und was zusammen unternimmt, aber nur übers Schreiben, ist es schwierig.


    So hat der Kontakt zu diesen Betroffenen während meiner Abwesenheit drastisch gelitten. Allerdings kann ich unter diesen Leuten auch wieder unterscheiden. Da gibt es die Sorte, mit der man es dann doch gelegentlich geschafft hat zu telefonieren und da war dann direkt die Chemie wieder da und die Zeit, die man ohne Kontakt verbracht hat, merkt man gar nicht.


    Die andere Gruppe sind die Freunde, die ich tatsächlich verloren habe. Ich habe keine Ahnung mehr, was in ihren Leben passiert, wie sie sich fühlen, etc... das ist natürlich traurig, aber ändern kann man es leider nicht.


    Allerdings habe ich auch Freunde, zwei genauer gesagt, mit denen mein Hauptkommunikationsweg schon immer Whatsapp war und obwohl ich anfangs fürchtete, dass wir uns entfremden würden, bin ich froh euch mitteilen zu können, dass wir über all die Zeit getrennt gleich eng befreundet geblieben sind. Die beiden sind weiterhin meine erste Quelle, wenn ich etwas zu berichten habe und die ersten, denen ich von meinen Sorgen und Gefühlen erzähle.


    Und dann wären da noch die Leute, die ich nicht mal mehr als Freunde bezeichnen würde, sondern als Bekannte, die immer mal wieder "vorbeischauen" und sehen, ob es einem gut geht und was es Neues gibt. Und die weiß ich definitiv auch zu schätzen, da ich das Gefühl habe, dass dieses gegenseitige Verständnis da ist, so "wir wissen, dass wir nicht super darin sind nen regelmäßigen Kontakt aufrecht zu erhalten, aber immerhin schaffen wir es Updates über die großen Sachen in unseren Leben auszutauschen und denken auch mal aneinander"


    Also es ist schwierig. Es hängt alles von der Natur eurer Freundschaft ab. Das habe ich definitiv während meiner Abwesenheit gelernt. Und die Wahrheit ist, während wir wachsen und altern kommen und gehen Leute und man merkt, welche langfristig dabei sind und welche nicht. Und die Menschen, denen man wirklich etwas bedeutet, werden sich definitiv immer stets melden und an dich denken und interessiert sein, was es Neues bei dir gibt.