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    Ein Freund von mir hat es mal erlebt, dass seine Freundin von Anfang an immer ausreden hatte, warum sie gerade diesmal kein Analsex haben konnte. Bei jedem Sex war etwas anderes. :-D Irgendwann hat sie ihm dann gesagt, dass sie das nie machen wird. Sie dachte wohl, dass er verliebt genug war, war er aber nicht und hat dann ziemlich bald Schluß gemacht.

    Da muß die Frau aber ehr froh drüber sein! ??...da laut dieses Freundes ihr A****loch anscheinend Stellenwert Nr. 1 in der Beziehung war. :-X ??

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    Vielleicht will sie nichts festes, aber hat auch keinen Bock auf dich

    Aber dann trifft sie sich sicherlich nicht Wochen oder Monate mit ihm.

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    Gegenfrage: Würde ein Mann sofort nach dem Kennenlernen die Karten auf den Tisch legen und sagen, dass er Errektionsstörungen hat?

    Wenn es zum Sex kommt, muss der Mann das ansprechen oder es fällt auf. Es gibt also eigentlich eine gute Art, Frigidität bei einer Frau zu testen. Man setzt sich einfach selbst ein Datum, an dem man erwartet, dass es zum Sex kommt und wenn sie das überschreitet, lässt mans halt sein. Das kann man ja aufgrund von Vorerfahrungen festlegen. Also mir persönlich wäre es zu blöde, einen Mann z.B. jeden zweiten Tag zu daten und nach vier Wochen gäbs immer noch keinen Sex. Da wäre mir Sex zu wichtig und ich würd mich dann wieder anderweitig umschauen. Man hat es ja selbst in der Hand, wie lange man wartet. Man ist auch irgendwie selbst dran schuld, wenn man Lebenszeit verschwendet auf Leute, wo nix bei rumkommt. Ich lasse mich eben einfach nicht monatelang täuschen, das tue ich mir nicht an. Ich stehe auch dazu, dass ich mit niemandem eine Beziehung eingehe, wo ich nicht weiß, wie das im Bett ist und das ist auch ein Grund, warum ich nicht lange warte.


    Ich meine wenn du den Faden startest, nehme ich an, du würdest mit Frigidität nicht klarkommen. Dann handle doch einfach entsprechend und warte nicht Monate ab, um dich dann noch "verarscht" zu fühlen.

    Vielleicht meinst Du eher asexuelle Menschen?


    Wenn ich jemanden kennenlerne im realen Leben weiss ich normalerweise nichts über seine Sexualität. Klar gibt es Menschen denen man schnell anmerkt wenn sie beispielsweise schwul oder lesbisch sind, aber über sonstige Vorlieben weiss keiner etwas. Es geht doch eigentlich auch keinen was an oder?


    Wenn sich eine Verbindung entwickelt wird es komplexer:


    Geht es wirklich sicher Richtung Liebesbeziehung? Oder meint nur einer es geht in die Richtung während der andere eigentlich glaubt das ist eine (asexuelle) Freundschaft wird? Hier scheint es öfter mal das Missverständnis zu geben, dass Frauen eben Männer nicht grundsätzlich ablehnen, nur weil sie sie nicht zum sexuellen Beziehungspartner haben wollen? Frauen scheinen da mehr interesse an Kontakt prinzipiell zu haben - auch ohne Partnerschaftshintergedanken. Das kannst Du Frauen natürlich vorwerfen, aber ändern wird das nichts.


    Es läuft also darauf raus:


    Was thematisiert wer und wann? ;-) Das kommt eben auf die Interessenlage an. Wenn Du schon willst, aber sie noch nicht soweit ist von selbst dazu was zu sagen hast Du den schwarzen Peter das Thema aufzubringen (oder umgekehrt). Es gibt da kein: Du bist defekt Du musst mir das sagen. Es wäre ja Blödsinn wenn z.B. eine asexuelle Frau ihre Asexualität als Defekt empfände?! Diese Denke überwinden wir doch gerade gesellschaftlich? Die kann ja genauso auf dem Trip sein, dass Du Dich jetzt zu rechtfertigen hast, weil Du nicht asexuell bist?!


    Worum gehts also: Es geht um Kommunikation. Wer das nicht drauf hat, hats schwer. Zwangsläufig. Auch sexuell.


    Heute kannst Du diesen Tanz theoretisch umgehen in dem Du Dich Internetpartnerschaftbörsen bedienst und da z.B. nach Deinen sexuellen Vorlieben gezielt suchst und die eben Priorität 1 setzt. Wird ja wohl auch so praktiziert.

    xpunkt


    "Würde ein Mann sofort nach dem Kennenlernen die Karten auf den Tisch legen und sagen, dass er Errektionsstörungen hat?"


    Nein! Von "sofort nach dem Kennenlernen" ist hier auch nicht die Rede, das habe ich ausdrücklich betont und wiederhole es hier nochmals. Es geht um längere Zeiten, um Wochen und Monate. Und nehmen wir an, weil das ja wohl naheliegend ist, denn sonst würde ein Mann ja nicht bleiben, daß die Frau in dieser Zeit NICHT zu erkennen gibt, daß sie frigide ist und daß sie auch niemals zu Sex bereit ist. Wir reden also hier von Fällen der kompletten Täuschung. Zu sagen "das gibt es nicht", würde ich nicht wagen.

    Ich verstehe, daß ich hier konkreter werden muß, das konnte ich vorher nicht recht einschätzen. Aber es wird nicht eine ganze Geschichte und schon gar nicht "eine Anklage" werden. Ich muß hier nichts "loswerden", brauche kein Ventil, um Druck abzulassen. Ich will nur "verstehen". Also sollen andere es auch verstehen, warum ich frage.


    Da ich schon älter bin, kann ich auf einiges zurückblicken. Ich habe beides erlebt. Daß es ganz problemlos verlief, was die Sexualität betrifft, ebenso auch das Gegenteil. Das hält sich die Waage. Dazu kommen zwei Fälle von eindeutiger Frigidität. Im einen Fall eine relativ junge Frau, die mir das so erklärte, daß sie wohl durch Marihuana ausgelöst, eine Persönlichkeitsveränderung erfahren mußte. Das sollte genügen, solche Fälle sind ja belegt. Im zweiten Fall war Sexualität immer ein offenes Thema zwischen uns beiden. Aber es kam nicht dazu. Wir haben uns bei Lablue kennengelernt, das ist ja nun nicht direkt ein Verein für Enthaltsamkeit. Sie berichtete dann später, als wir miteinander verkehrten, offen von ihrer "wundervollen Sexualität", die nun, da sie schon 52 ist, auf Grund der hormonellen Umstellung nachgelassen hat. Sie berichtet aber auch von früheren Zeiten, daß sie es als "Rammeln wie die Hasen" empfunden habe. Das war ihre erste Ehe. Von ihrer zweiten Ehe weiß ich, daß sie sich dort relativ schnell ein eigenes Schlafzimmer einrichtete. Gar nicht im Sinne des Mannes. Was da sonst vorgefallen ist, bleibt im Dunkeln, die Ehe endete mit Krieg. Ich bin inzwischen zum Schluß gekommen, daß sie niemals ein normales Sexualleben hatte. Aus unseren vielen Gesprächen und aus meiner Einschätzung heraus meine ich zu wissen, daß sie auch danach seit vielen Jahren keinen Sex mehr hatte. Die Tatsache, daß sie es dennoch so darstellt, betrachte ich als eine große Selbstlüge. Anfangs hat sie zum Thema Sex nur immer auf später vertröstet. Später, als ich konkreter wurde, hat sie dann Nein gesagt. Ich weiß jetzt auch, daß sie nicht Nein sagt, weil sie nicht will, sondern weil sie nicht kann. Und die Lüge steht nun einsam da und unübersehbar, wie ein Pfahl in einer Wüste, wo nichts ist. Sie hat gelogen, vor allem hat sie sich selbst belogen. Und mich auch. Wenn sie ein verlogenes Aas wäre, dann wäre es ja einfach. Aber das ist sie nicht. Sie hat nie auf ihren Vorteil hin gearbeitet. Ich würde ihr alles anvertrauen und sie mir vielleicht auch. Schade!

    Mh - ist das nicht im Grunde genommen ein ganz anderes Thema?


    Selbstlügen allgemein, egal ob bewusst oder unbewusst, wirken sich mittel- oder langfristig eigentlich immer auf das Umfeld aus. Das ist dann tragisch für alle Beteilligten. Trotzdem kann nur der, der sich selbst belügt damit aufhören. Das ist eine universale Geschichte und hat nichts mit der Ausprägung - hier Frigidität zu tun. Die Frigidität ist nur ein Beispiel für diesen grundlegenden zwischenmenschlichen Mechanismus.


    Du schreibst selbst, dass Du eher zur älteren Generation gehörst. Vielleicht siehst Du dann, dass die Entwicklung in der keiner sich mehr für seine Sexualität oder Asexualität schämen muss solange er keinen anderen zu etwas zwingt, langfristig die gesündeste Entwicklung für Menschen ist. Selbstlüge ist in einer Gesellschaft in der sich keiner mehr für Asexualität oder Homosexualität rechtfertigen muss schlicht nicht mehr nötig, es käme keiner mehr auf die Idee.


    Davon sind wir noch etwas entfernt, aber es ist doch zentral das es in diese Richtung weiter geht.

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    Ich würde sagen das ist menschlich, bei Frauen und bei Männern.

    Ich halte es für eine charakterliche Schwäche, wenn man nicht offen und ehrlich die Karten auf den Tisch legt und versucht, wichtige Informationen für das Kennenlernen zurückzuhalten. Und wenn man eher wenig oder keinen Sex mag sollte man das zeitnah klar sagen. Es bringt ja auch längerfristig nichts (außer pure Zeitverschwendung), diese Information zurückzuhalten. Letztendlich hält man den Kennenlernpartner zeitlich nur damit auf, den passenden Partner/die passende Partnerin kennenzulernen. Unser Leben ist zeitlich zu stark begrenzt, als dass man Mitmenschen damit wichtige glückliche Lebenszeit rauben sollte und Hoffnungen enttäuscht.

    Es könnte auch daran liegen, dass sie auf den Mann nicht richtig steht, aber sich als Mensch von ihm angezogen fühlt. Daraus könnte die Hoffnung entstehen, dass der sexuelle Reiz sich noch einstellt, was er aber meistens nicht tut. Mit Frigidität muss das keinesfalls immer zu tun haben.

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    Ich sehe übrigens keinerlei Grund, warum sie damit "herausrücken" soll, wenn sie es nicht will. Ihre Sache und seine.

    Wieweit man sich und anderen das Leben leicht oder schwer machen will, ist jedem selbst überlassen- ich würde aber eine Person, die mich damit verarscht, sowas von zurückweisen und ihr deutliche und direkte Worte entgegnen- insbesondere, wenn ich mich längst offenbart habe ... (OK, das hatte ich als junger Mann nur einmal in meinem Leben).

    Sowas würde ich in jedenfall schon beim kennenlernen ansprechen. Alles andere wäre doch Beschiss. Immerhin handelt es sich hier nicht um eine Kleinigkeit.


    Ich finde es sogar generell wichtig das Thema Sexualität anzusprechen. Das gehört für mich dazu. Denn es gibt Menschen die passen da einfach nicht zusammen, mir ist das schon selbst so passiert, ein Mann der bestimmte Dinge mochte, die für mich nicht in Frage kämen unter anderem Anal mit diversen Spielzeugen.


    Habe auch schon Männer kennengelernt die sagen sie wollen keinen Oralverkehr aktiv. Das sind wichtige Dinge, warum immer verstecken, es hat doch nichts mit billig, oder leicht zu haben zu tun, man spricht es ja auch nicht sofort an, aber das Thema kommt, Niveauvoll, geht alles.

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    Ich sehe übrigens keinerlei Grund, warum sie damit "herausrücken" soll, wenn sie es nicht will. Ihre Sache und seine. Da gibt es keine Regeln.

    Eben.


    Der Hintergrund scheint ja im Beispiel eher zu sein, dass sie ihn über ihre Asexualität aktiv belogen hat.


    Deshalb geht eigentlich nicht um die Asexualität / Frigidität sondern darum dass im Beispiel aktiv gelogen wurde. Dann ist das Thema falsch gewählt. Wenn man das allgemein diskutieren will wie der TE das anfangs ankündigte, muss man dann eigentlich diskutieren inwieweit Lügen /Selbstlügen anderen schaden. Dann ist es natürlich geschlechterneutraler und die Frage wer den anderen aktiv über etwas aufzuklären hat erledigt sich. Es geht dann einfach nur noch um Offenheit und Wahrhaftigkeit mit denen Menschen unterschiedlich umgehen.

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    Da muß die Frau aber ehr froh drüber sein! ??...da laut dieses Freundes ihr A****loch anscheinend Stellenwert Nr. 1 in der Beziehung war. :-X ??

    Warum sollte es? Er war ehrlich und hat gesagt was ihm sehr gefällt, sie dagegen hat sich verstellt, um ihm zu gefallen und zu binden. Warum sollte eine sexuelle Spielart nicht von Wichtigkeit sein? Immer dieses Liebe geht über alles und man würde dafür dieses und jenes sein lassen, warum sollte man das tun WENN es da draussen Menschen gibt die genau diese Extras erfüllen und mit denen man genauso eine tolle Beziehung führen kann. Warum also sich etwas nehmen lassen? Vor allem wenn man es von vorne herein weiß und anspricht.


    Ist ja etwas anderes als wenn man schon lange zusammen ist und deswegen einen Aufstand probt.


    Und jetzt kommt mir nicht mit der Nummer die eine, der eine. Jeder von uns ist Austauschbar, ob man es glaubt oder nicht ;-D ;-)