Frustration in Beziehung, es kann so nicht mehr weitergehen

    Hallo,


    mein Problem, weshalb ich hier einen Thread eröffne ist vordergründig relativ einfach erklärt: Ich (m, 28) fühle mich in meiner Beziehung nicht mehr wohl. Gründe hierfür: nennt mich oberflächlich: zu wenig Sex...oder nennen wir es Leidenschaft seitens meiner Freundin mir gegenüber.


    Aber mal von vorne weg. Wir sind seit 1 3/4 Jahren ein Paar. Sie aus Deutschland, ich aus Österreich. Nach einem Jahr der Fernbeziehung, zog sie zu mir nach Wien. Die Fernbeziehungszeit war für mich nicht immer leicht – ich wohnte alleine, sie in einer WG. Da heißt, Einsamkeit war seitens ihrer Seite nie vorhanden. Ich freute mich auf das Zusammenziehen wahnsinnig, ehrlicherweise muss man sagen, gings seitdem bergab...


    Sie hatte anfangs schwer zu kämpfen, mit der neuen Stadt, neues Institut an der Uni, keine Freunde hier, und auch der Umstieg von WG auf PaarWohnen – aber sie wollte das alles, auch hätte ich den Schritt getan, zu ihr zu ziehen...


    Nja, eigentlich fällt es mit dem Zeitpunkt des Zusammenziehens zusammen, dass unser Sexleben massiv nachgelassen hat – quantitativ gesehen. Früher, als wir uns nur am Wochenende gesehen haben, hatten wir mind. einmal pro Tag Sex – eh klar. Dann ab Herbst letzten Jahres gings plötzlich auf 4 Mal pro Monat. Dann hatten wir leider einen Unfall – schwanger – wir entschieden uns beide für einen Abbruch. Dahinter stehen wir auch. Seit dem Abbruch, gehts Sextechnisch in Richtung max. 3 Mal pro Monat; Aktuell seit 10 Tagen kein Sex mehr. Sie kann es auch nicht mehr so wirklich genießen. Ich hab sie darauf angesprochen, sie meint: "Sie hat Angst wieder schwanger zu werden...", außerdem hat sie seit dem Abbruch oftmals Zwischenblutungen gehabt. Naja, zum Teil verhüten wir aktuell doppelt: Pille plus Kondom. Irgendwie auch strange.


    Für mich ist die Situation aktuell schwer – ich will sie nicht bedrängen einerseits, andererseits fühl ich mich total frustriert, irgendwie auch in meinem Selbstbewusstsein gedemütigt. Und dann entdeckte ich auch noch, dass sie regelmäßig (jede Woche...), wenn ich länger aus dem Haus bin Pornos auf ihrem Rechner schaut. Das hab ich bis dato nicht angesprochen. Ich mein, ich schau auch, es würde mich bei ihr auch nicht stören, aber wenn man hauptsächlich nur mehr mit Videos sich befriedigt – beiderseits – dann stimmt doch irgendwas gröberes nicht...


    Ich weiß grade nicht vor nicht zurück...


    Wollt mir das mal von der Seele schreiben. Vielleicht haltet ihr mich auch für egoistisch...?

  • 63 Antworten

    Ich weiß nicht ob ich dich als egostisch bezeichnen soll, ich würde dich eher als wenig verständnisvoll bezeichnen.


    Deine Freundin wohnt seit 9 Monaten bei Dir in einer neuen Stadt und hat auch noch einen Schwangerschaftsabbruch hinter sich. Sie hat ihre Freunde, ihr Wohnumfeld und ist in ein anderes, wenn auch deutschsprachiges, Land für Dich gezogen.


    Du erwartest nun, das mit diesem Alles so funktioniert, wie du Dir es vorstellst?


    Das ist zeimlich verständnislos.


    Was das Thema Prono schauen auf dem Rechner betrifft. Warum kontrollierst du das überhaupt? Das ist ihre Privatssphäre und so lange sie dort nicht mit anderen Männer Sexchats führt geht es Dich überhaupt nichts an.


    Du solltest mal mit ihr darüber reden, was sie seit dem Schangerschaftsabbruch empfindet und dabei meine ich nicht nur sexuell.


    Manche Frauen plagen Schuldgefühle, sich vielleicht falsch entschieden zu haben. Das sie es auch gewollt hat bedeutet nicht, dass sie sich vielleicht nicht doch erhofft hatte, dass Du sagst, dass Du das Kind willst.


    Du bist leider gerade mal überhaupt kein Rückhalt für Sie. Stelle bitte mal deine Bedürfnisse hinten an für eine Frau die aus Liebe zu Dir grad Einiges durchmacht.

    Dem würde ich mich anschließen. Deine Freundin hat ne Menge hinter sich gelassen und ist zu dir gezogen, selbst wenn ihr das alles objektiv bewusst war, die subjektive Empfindung wenn es dann soweit ist kann eine völlig andere sein. Dazu kommt dann noch der Schwangerschaftsabbruch, auch hier kann sie sich auf Seiten des Verstandes absolut sicher gewesen sein, das die Gefühle danach komplett anders sind ist nichts ungewöhnliches.


    Die Pornos ? Ja, sicher irgendwie blöd für dich wenn du merkst das ihre Sexualität noch da ist, sie aber bloß hin- und wieder mit dir ausgelebt wird. Aber auch das kann mit ihrer Angst, erneut schwanger zu werden, zu tun haben. Natürlich kann praktisch nichts passieren wenn ihr mit Gummi und Pille verhütet aber wenn sie einmal so eine "traumatische" Erfahrung machen musste kann das lange hängen bleiben.

    also dieses Pornogedöns sagt schonmal gar nichts aus.


    Aber ein Abbruch, sei es gewollt oder nicht sollte eigentlich für beide belastend sein, aber sicherlich für die meisten Frauen. Ob man das zugibt oder nicht.


    Dann zieht sie nach Wien, das ist nicht so als wenn ein Münchner nach Salzburg zieht und auch dann ist alles anders. Das fängt bei allen Formularen und hört bei lokalen Gepflogenheiten nicht auf. Das die Sprache fast die gleiche ist hilf da auch nicht mehr viel. Wien ist nochmal eine Stück weiter weg, auch kulturell.


    Gib ihr Zeit, das wird schon. Sie ist zu dir gezogen, honoriere das und versteh sie.


    So ein Druck hilf ihr glaube ich gerade sehr wenig.

    Für mich klingt das auch so, als ob Du nicht gerade viel Einfühlungsvermögen hast. Deine Freundin hat, im Gegensatz zu Dir, seit ihrem Umzug nach Wien verdammt viel zu stemmen. Sie hat alles aufgegeben, Familie, Freunde, Uni, Wohnung, alles ist für sie neu, dann noch die Schwangerschaft und der Abbruch, beides fand in ihrem Körper statt, nicht in Deinem. Dass sie Pornos guckt ist für sie vielleicht momentan der einzige sichere Weg, Lust zu spüren ohne was zu riskieren. Oder sie möchte ihre Lust wiederfinden, auf eine erst einmal sehr private Art und Weise.


    Wie wäre es, wenn Du Deine Bedürfnisse jetzt mal eine gute Weile hintanstellst und ihr den Rücken stärkst? Wenn Du ihr Druck machst, und auch eine stumme Erwartungshaltung ist Druck, wird alles nur schlimmer. Wenn Dir etwas an ihr liegt, dann nimmst Du Dich ein Stück zurück, vielleicht schaut ihr euch auch mal zusammen Pornos an.

    Zitat

    Aber mal von vorne weg. Wir sind seit 1 3/4 Jahren ein Paar.

    Gemessen, an dem was Du im Eingangsthread schilderst ist dies eine sehr kurze Paarzeit. Ihr habt beide sehr verschiedene Phasen durchlebt. Zuerst die Fernbeziehungszeit, die so denke ich automatisch mehr Lust und Leidenschaft produziert, weil sich die Möglichkeiten sich nahe zu sein, den anderen spüren, riechen und fühlen, auf eine kurze Kernzeit, das gemeinsame WE reduziert. Zudem belastet kein zusammen gelebter Alltag die Gefühle, all das was negative Stimmungen produzieren könnte, bleibt außen vor. Die Wiedersehensfreude überwiegt vordergründig, und somit idealisiert man die gemeinsame Zeit mit dem Partner viel mehr.

    Zitat

    Nach einem Jahr der Fernbeziehung, zog sie zu mir nach Wien.

    Gemessen an der Gesamtbeziehungszeit, habt ihr mehr getrennt als zusammen gelebt. Das kann eure Sichtweisen auf die jetzige Beziehung schon verändert haben, gelebter Alltag miteinander ist dann plötzlich etwas völlig anderes, als "nur" We-Beziehung, oder Semesterferien/Urlaub, wo man ohnehin in entspannterer Stimmung ist.


    Die WG-Zeit hat Deine jetzige Freundin mit Sicherheit ganz anders geprägt als Dich, der das Single wohnen für sich kannte, als seine Zeit auch mit sich allein ausmachen kann. Das kann für Deine Freundin schon anders erlebt sein. So von jetzt auf gleich zusammen ziehen, ist dann schon ein großer Schritt. Mann weiß nicht, wie es gewesen wäre, hättet ihr den Zwischenschritt versucht, in dem sie erst nur in Deine Stadt gezogen wäre, und die Annäherung des Alltags schrittweise statt gefunden hätte.

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    Sie hatte anfangs schwer zu kämpfen, mit der neuen Stadt, neues Institut an der Uni, keine Freunde hier, und auch der Umstieg von WG auf PaarWohnen – aber sie wollte das alles, auch hätte ich den Schritt getan, zu ihr zu ziehen...

    Das sind schon Faktoren, die euer Beziehungsleben auf eine neue Ebene stellen. Es gibt Menschen, die sich durchaus auf neue Lebenssituationen einstellen können, fast spielend, wenn ich an Lebensläufe der so genannten Globetrotter denke, die sich geografisch und beruflich vielfach neu erfinden. Den Reiz mögen sich oft zu verändern und darin spannende Herausforderungen für das eigene Leben sehen.


    So ticken allerdings nicht alle Menschen. Im Gegenteil, viele empfinden dies trotz Liebe zum Partner erst im Nachgang als für sich zu groß. Vorher kann man es nicht ermessen, wenn die Erfahrung fehlt.

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    Nja, eigentlich fällt es mit dem Zeitpunkt des Zusammenziehens zusammen, dass unser Sexleben massiv nachgelassen hat – quantitativ gesehen.

    Das bereits oben beschriebene spiegelt sich in diesem Satz wider. Sex oder Erotik miteinander zu erleben, ist mehr als eine anstehende "Hausaufgabe" zu erledigen. Es hat mit in meinen Augen u.a. auch viel mit dem inneren Sichwohlfühlen zu tun, Lebensfreue empfinden. Ausgelöst durch so viele kleine Mosaik-Steine, die sich aus beruflicher Erfüllung, anerkannt zu sein im sozialen Umfeld (Freunde, Familie, wichtige Bezungspersonen), gemeinsame Erlebnisse, einem positiven Ego beeinflusst werden.


    Jeder der schwierige Phasen im Leben durchlaufen musste, die Einschnitte in den Lebensalltag brachten/bringen, wird wissen, dass Sex dann manchmal nur Sackgasse/Nebenbaustelle wird. Oftmals nur noch "lieblos" durchgezogen, weil es dazu gehört. Aber nicht als schön empfunden, weil man mit sich selbst nicht im Reinen lebt. Wäre unsere Sexualität, die Libido davon völlig abgekoppelt, (gibt es bei einigen dennoch vereinzelt), dann könnte das Alles immer ein Event sein. Aber so nehmen es die wenigsten wahr.

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    Früher, als wir uns nur am Wochenende gesehen haben, hatten wir mind. einmal pro Tag Sex – eh klar. Dann ab Herbst letzten Jahres gings plötzlich auf 4 Mal pro Monat.

    Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, habt ihr während euer Fernbeziehungszeit nicht wesentlich öfter miteinander Sex gehabt, nur hast Du dies ganz anders und intensiver wahrgenommen. Zu einen frisch verliebt, dadurch die Leidenschaft auf einen Höchstlevel. Aber gerechnet auf den Gesamtzeitraum, gibt es keinen so wesentlich großen Unterschied.


    Die einzige Tatsache, die heute eine andere ist, die realisierbare Möglichkeit auf ein regelmäßiges Sexleben wäre, wenn man sie wahrnehmen wollte/würde (könnte) täglich gegeben. Du hast dahin gehend sicher auch positive Erwartungen gehabt, dass sich dies nach einem Umzug deutlich verändern würde. Bist nun jedoch überrascht, dass dies so nicht eingetreten ist.


    Die Frage wäre also, war ihre Libido schon vorher so wie Du sie jetzt wahrnimmst, sie vermisst dabei nicht so viel Du. Oder sind all die vorher gehend genannten Faktoren jene, die das überlagern.

    Zitat

    Dann hatten wir leider einen Unfall – schwanger – wir entschieden uns beide für einen Abbruch. Dahinter stehen wir auch.

    Das ihr beide in der Ratio für diesen Schritt gewesen seid, muss mit ihren inneren Empfindungen nicht einher gehen. Für einen Mann ist dies alles eine andere Ebene. Er erlebt den Schreck "oh ich bin schwanger" anders, er hat die Hormonumstellung im Körper nicht. Auch die Verantwortung über Leben und Tod zu entscheiden, denn nichts anderes ist dieser Schritt, wird anders aufgenommen und verarbeitet. Für einige Männer ist die Anerkenntnis "Leben" erst dann gegeben, wenn (s)ein Kind schreit, atmet, strampelt, also physisch sichtbar ist. Dies ist bei vielen Frauen deutlich anders.

    Zitat

    Sie kann es auch nicht mehr so wirklich genießen. Ich hab sie darauf angesprochen, sie meint: "Sie hat Angst wieder schwanger zu werden...",

    Zeigt sich in diesem Verhalten für mich sehr deutlich. Es ist noch nicht verarbeitet, sitzt wir ein Traum im Kopf Deiner Freundin fest. Die Angst, all das noch einmal durchleben zu müssen. Vielleicht auch das "schlechte" Gewissen, dass nicht wenige Frauen nach einem Eingriff plagt. Während Du es als Mann vielleicht als abgeschlossenen Vorgang der Vergangenheit ansiehst. Nach mancher Männerart (ich weiß es gibt ganz andere Fälle dahin gehend, wo es umgekehrt verläuft), Problem gelöst.

    Zitat

    aktuell doppelt: Pille plus Kondom. Irgendwie auch strange.

    Du als Mann magst dies durchaus so empfinden. Im Detail gibt es aber die Fälle, wo eine Pille versagt, und ein Kondom verrutscht, reißt etc. In ihrem Kopf sind real empfundene Ängste. Die solltest Du nicht so leicht abtun.

    Zitat

    Und dann entdeckte ich auch noch, dass sie regelmäßig (jede Woche...), wenn Porich länger aus dem Haus bin Pornos auf ihrem Rechner schaut.


    Letzteres zufällig entdeckt oder Recherche, um zu gucken, was sie treibt, wenn Du nicht da bist? Ist es üblich zwischen euch, dass jeder Zugriff auf den PC des anderen hat?


    Die Tatsache, dass sie Erotikfilme schaut, würde ich anders als Du, generell eher positiv sehen. Zum einen zeigt es, dass sie eine Libido hat, zum anderen, dass sie eigene Lust durchaus genießen kann, jedoch eher im Kontext, dass die Angst schwanger zu werden entfällt. Letzteres hat dann wiederum etwas mit Deiner physischen Präsenz zu tun. Ersteres nicht.

    Zitat

    Das hab ich bis dato nicht angesprochen. Ich mein, ich schau auch, es würde mich bei ihr auch nicht stören, aber wenn man hauptsächlich nur mehr mit Videos sich befriedigt – beiderseits – dann stimmt doch irgendwas gröberes nicht...

    Deshalb die Frage oben, ob es üblich ist, dass ihr freien Zugang auf dem PC des anderen habt. Wäre es nicht normal in eurem Umgang, ist es eine heikle Situation, die Fingerspitzengefühl erfordert es zu kommunizieren. Hätte dann etwas von der Situation, heimlich "Tagebuch" gelesen zu haben, die Gedanken und Motive auf das Tun des anderen durchleuchten.


    Wäre es jedoch euer normal täglicher Umgang, kann man dies durchaus ansprechen, weil weniger von Geheimniskrämerei vor dem anderen hat. Natürlich ist es schade, dass Du dieses Wissen um ihre Lust hast, ihr derzeit darüber jedoch nicht offen redet.


    Du bist derzeit aktuell ohnehin frustiert, weil Du andere Vorstellungen hattest, Dir viel mehr Aktivität und häufiger gelebte Erotik wünschst. Da kann es gut sein, dass eure Kommunikationsebene nicht gut übereinstimmt. Sie weicht vor Dir aus, kann es mitunter selbst nicht benennen, was sie im Umgang mit Dir nicht aussprechen kann.


    Es geht auch nicht darum, sich aus Deiner Postition in ewiger Rücksichtnahme zu üben. Denn Dein Bedürfnis nach mehr Nähe und Sex ist ein real erlebtes. Nicht wofür Du Dich rechtfertigen müsstest oder schlecht fühlen.


    Die Frage könnte eher sein. Ist euer Alltag vielleicht zu eintönig, sodass neben all den oben angesprochenen Punkten, zu wenig Abwechslung da ist. Wenn ihr miteinander redet, außerhalb von Sex und Lust, kommt ihre momentane Gefühlslage als Thema zwischen euch vor?


    Was erlebst Du aus ihrem Alltag? Redet sie über ihre Arbeit? Wie findet Nähe zwischen euch überhaupt statt? Nehmt ihr euch in den Arm? Küsst ihr euch spontan? Erotik baut sich durch viele kleine Dinge zwischen 2 Menschen auf. Ein nur strukturierter Lebenalltag, wo jeder seinen Stiefel durchzieht, abends Glotze, wenig gemeinsames lachen, schäkern, ausgelassen sein – bringt ohne sich dem bewusst zu sein, ebenso Lustlosigkeit hervor. Vielleicht schreibst Du dazu mal etwas.

    Zitat

    Vielleicht haltet ihr mich auch für egoistisch...?

    Ja. Und ich frage mich, was euch außer Sex zusammenhält. Davon schreibst du gar nichts. Keine Gefühle, keine gemeinsamen Interessen, gemeinsame Ziele?


    Zu dem Abbruch haben andere schon geschrieben, das brauche ich nicht zu wiederholen.

    Zitat

    Für mich ist die Situation aktuell schwer – ich will sie nicht bedrängen einerseits, andererseits fühl ich mich total frustriert, irgendwie auch in meinem Selbstbewusstsein gedemütigt.

    Wieso ist dein Selbstbewusstsein davon abhängig? Damit überfrachtest du die Beziehung, versuche es zu trennen.

    Zitat

    wieso ist dein Selbstbewusstsein davon abhängig? Damit überfrachtest du die Beziehung, versuche es zu trennen.

    ich verstehe ihn. irgendwann nagt es und man kommt zur frage. liegt es an mir?


    wie isn das, wenn die eigene freundin nicht mit einem schlafen will?


    das zu trennen ist sicherlich nicht einfach.

    Das ist aber ein Teufelskreis, denn das wird ihre Lust noch mehr in den Keller gehen lassen. Wie sollte man Leidenschaft empfinden für einen Mann, der das für sein Selbstwertgefühl braucht?? Umgekehrt wird eher ein Schuh draus, vorhandener Selbstwert ist anziehend.


    Ich weiß, dass das einfacher gesagt ist, als umgesetzt, aber vielleicht hilft es ja, wenn man sich das wenigstens bewusst macht. Ich glaube, dass ein still vor sich leidender Mann, der sich abgelehnt fühlt, aber dennoch hofft, mal wieder Sex zu bekommen wenig Anziehungskraft hat.

    Wow danke für die vielen Antworten...nunja ich versuche mal allgemein darauf zu entgegnen:


    Was den Zugang zum Rechner des anderen betrifft: bin ich nicht zuhause, steht mein mac herum, den sie dann auch benutzt. Ihr Rechner ist aktuell an ihrem Schreibtisch, das Problem ist, dass ich derzeit über meinen nicht drucken kann, und somit über ihren drucke. Was ihr auch nichts ausmacht. Blöd war nur, dass ich mir Druckfiles per e-Mail schicke, dann übern Explorer bei ihr abrufe, mich da nur um einen Buchstaben vertippt habe, und somit besuchte Seiten gesehen hab. Dass ich daraufhin die Chronik angeschaut hab, spricht natürlich nicht für mich...leider.


    Vielleicht muss ich das alles mal auch ein wenig abschwächen. Unsere Beziehung sonst ist eigentlich toll. Wir empfinden füreinander, sagen uns das auch. Kuscheln fast jeden Tag im Bett miteinander, küssen und umarmen uns mehrfach täglich. Unser Alltag ist abwechslungsreich. Wir machen viel miteinander (in der Freizeit), Wandern, Museen, Essen gehen, sehr gerne zuhause gemeinsam kochen, Radfahren, was mit Freunden unternehmen, etc... Beruflich halten wir zusammen Kurse für Kinder (ca. 1 Mal im Monat), sie hat alleine an der Uni zu tun (kennt mittlerweile dort auch schon Menschen, was ich höchst begrüße); ich selbst studiere auch noch bzw. bin Musiker und Instrumentalpädagoge, unterrichte regelmäßig, bin bei Band-Proben oder im Studio oder auf der Bühne. Soweit passt ja alles. Wir haben uns viel zu erzählen, haben meist Spaß miteinander – nur merke ich halt dass ich immer trauriger werde, mich auch ein bißchen – emotional – zurückziehe.


    Tja, dann fährt sie halt nächste Woche nach Hause bis Anfang August, ich könnte zumindest eine Zeit lang mitkommen; werde das aber nicht machen. Ihre Freunde sind sehr auf sie fixiert und meine Freundin verhält sich in Gegenwart ihrer ehemaligen WG Kollegen auch komplett anders, als wenn wir zu zweit sind. Das gefällt mir nicht, daher bleib ich lieber hier. Hinzukommt, dass ich (von ihr) weiß, dass sie früher mit ihrem ehemaligen WG-Kollegen und jetzt besten Freund Sex hatte; sie stand wohl ne zeitlang ziemlich auf ihn – ich bilde mir auch ein, dass sie versucht mich auch ein bisschen dahingehend zu verändern. (dass ich ähnliche Klamotten tragen soll, sie auf seine Brillen steht, und so kleine subtile Dinge...). Das alles zusammen, lässt in mir auch irgendwie die Eifersucht aufkommen – unbegründet rational, ich weiß, aber mein Gefühl kocht doch manchmal ein wenig auf. Tja das sind aber natürlich Eindrücke, die jetzt nicht unbedingt mit meinem Eröffnungsthread zu tun haben; vielleicht aber auch doch...

    Zum Thema Selbstbewusstsein: Ich sage ja nicht, dass ich keines habe, nur weil ich sexuell mit meiner Partnerin nicht ganz auf nen grünen Zweig komme. Ich bin ein Mensch, der sehr starke Momente in seinem Leben hat und hatte: zB. Ich habe ab 2011 knapp 40kg abgenommen, von einem Tag auf den anderen meine Ernährung hinterfragt und neue Ernährungsweise durchgezogen; aktuell hab ich Normalgewicht, und das halte ich seit über 2 Jahren. Ich bin ein Mensch, der auf der Bühne steht; der Musik komponiert und improvisiert; Ich hab Selbstbewusstsein, weiß um meine Stärken.


    Nur wenn der Partner sich einem verweigert, denkt man halt auch über sich nach; dass es körperlich möglicherweise doch nicht passt. Weiters weiß ich von meiner Freundin, dass sie früher One-Night Stands bzw. mehrfach Sex mit WG-Kollegen hatte (sie nannte es freie Liebe), ohne für die wirkliche Gefühle gehabt zu haben. Mir bezeugt sie ihre Liebe, kann aber nicht mit mir schlafen. Diese Divergenz find ich dann irgendwie komisch.


    (sorry, dass ich da jetzt soviel verschiedenes in einen Topf werfe..)

    Zitat

    , wenn ich länger aus dem Haus bin Pornos auf ihrem Rechner schaut. Das hab ich bis dato nicht angesprochen.

    Dann besprech', das doch mal mit ihr. So wie du schreibst ist euer Umgang doch so, dass du sie darauf ansprechen könntest.


    Der Grund für die Pornoguckerei könnte, wie hier schon angesprochen wurde, mit der Abtreibung zusammenhängen. Also Lust auf Sex scheint bei ihr schon vorhanden zu sein und vom Pornoschauen wird man garantiert nicht schwanger.

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    Weiters weiß ich von meiner Freundin, dass sie früher One-Night Stands bzw. mehrfach Sex mit WG-Kollegen hatte (sie nannte es freie Liebe), ohne für die wirkliche Gefühle gehabt zu haben. Mir bezeugt sie ihre Liebe, kann aber nicht mit mir schlafen. Diese Divergenz find ich dann irgendwie komisch.

    Auch ein wunderbares Gesprächsthema.

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    Mir bezeugt sie ihre Liebe, kann aber nicht mit mir schlafen. Diese Divergenz find ich dann irgendwie komisch.

    Für mich nicht. Distanz erzeugt oft mehr Leidenschaft als die Wärme einer Beziehung..

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    Nur wenn der Partner sich einem verweigert, denkt man halt auch über sich nach; dass es körperlich möglicherweise doch nicht passt.

    Dein Selbstbewusstseinsproblem ergibt jetzt mehr Sinn, nachdem du näher erläutert hast. Was mich schon nachdenklich stimmt, ist ihre Veränderung im Freundeskreis und diesem speziellen Freund gegenüber, der für dich eine Art körperliches Vorbild abgeben soll.

    Deine nun ergänzenden Zeilen zeigen schon, dass Du Dir viele Gedanken machst. Dafür ist so ein Forum gut, dass man, wenn man aufeinander eingeht, Blickwinkel verändert und zwar gegenseitig. Es ist nicht so, dass wenn man hier liest, Meinungen äußert, dass dies nicht eine Rückwirkung auf eigene Standpunkte und Sichweisen hat.


    Die Situation ist schwierig. Weil ich beide Seiten verstehen kann. Lieben und Begehren muss zwar nicht immer auf gleichem Level zusammen treffen, aber irgendwo, irgendwie wünscht man es sich doch. Das Du nicht unnötig Druck aufbauen willst, verstehe ich. Ebenso, sich nicht selbst verleugnen zu müssen, in seinen Bedürfnissen. Gäbe es denn die Möglichkeit zwischen euch, die Erotik anders zu beleben.


    Nicht dieses nervige nun mal los Kondom über und dann los. Sondern mehr in Richtung, OV einfach mal spontan los lassen, ohne das es dann im Anschluss in die gerade geht. Spielerisch andere Orte, nicht zu strigente Zeiten, eben mehr Spontanität, sodass dieser innere Druck entfällt da muss nun was passieren.


    Nachdem Lesen vieler Fäden hier, zeigt sich das in meinen Augen als häufige Ursache, dass jemand sich dann lieber ganz verweigert, als den anderen anzuheizen, um dann zu sagen ,nee geht gerade nicht. Vielleicht käme auch eine andere Verhütungsmethode für euch in Frage, aber ohne Hormonwirkung auf die Frau.


    Ich selbst kenne den Unterschied nicht, wie es mit oder ohne Hormonverhütung ist, da ich diese nie angewandt habe. Deshalb kenne ich diese Schwankungen von hoher und fast keiner Libido nicht. Selbst Schwangerschaften, Geburten incl. Stillzeit haben daran bei mir nichts verändert. Deshalb glaube ich schon, dass künstliche Hormone in der Libido der Frau vieles massiv verändern, selbst die Art der Partnerwahl bleibt davon nicht unbeeinflusst. Nur so als Anregung in eine andere Richtung.


    Gib nicht zu schnell auf, was Du jetzt gerade geschrieben hast, zeigt das es zwischen euch eine breite Palette gibt, was euch als Paar verbindet. Ersetzt aber das miteinander reden nicht.

    Zitat

    Hinzukommt, dass ich (von ihr) weiß, dass sie früher mit ihrem ehemaligen WG-Kollegen und jetzt besten Freund Sex hatte; sie stand wohl ne zeitlang ziemlich auf ihn – ich bilde mir auch ein, dass sie versucht mich auch ein bisschen dahingehend zu verändern. (dass ich ähnliche Klamotten tragen soll, sie auf seine Brillen steht, und so kleine subtile Dinge...).

    Ersteres würde ich nicht zu hoch hängen in der Bedeutung. Sie wäre nicht zu Dir gezogen, hätte all diese Probleme des Neuanfangs in Österreich auf sich genommen, wenn das noch eine Bedeutung für sie hätte. Das sie sich im Beisein alter WG-Bewohner anders benimmt als in eurer Zweisamkeit, halte ich mehr oder weniger für normal. Die anderen verbindet eine intensiv gelebte Vergangenheit. Je nachdem wie lange die WG-Zeit war, auch bedeutsame Schritte zum erwachsenwerden. Das ist schon eine tiefe zwischenmenschliche Ebene. Aber auch etwas, dass Du eher als Außenstehender wahrnimmst, weil Du in diese Zeit nicht involviert bist.


    Dich jedoch vom Typ/Style her verändern zu lassen, würde ich ablehnen. Du bist Du, dass muss sie akzeptieren, so hat sie Dich kennen- und lieben gelernt. Da würde ich mich deutlich abgrenzen.


    Vielleicht tut es eurer Beziehung sogar gut, wenn ihr räumlich für eine Weile getrennt seid. So stellt ihr fest, was ihr am anderen vermisst, welche Bedeutung seine Nähe für einen selbst hat. Sie vielleicht in Familie und alten Freunden eine Gesprächsbasis für all das findet, was in ihr an Fragen lebt. Was es ausmacht, warum man mit einigen Menschen eigene tiefe Empfindungen besser aussprechen und diskutieren kann, weiß ich nicht. Aber ich erlebe es sehr häufig, dass dies so sein kann. Gib ihr die Zeit dafür, es gut sein, dass ihr/euch das massiv hilft. :)^ :)^ :)* :)*