Fühle mich ungeliebt

    Liebes Forum,


    ich fühle mich nicht geliebt von meinem Freund und das schon länger, wobei es immer mal phasenweise besser ist. Manchmal glaube ich, meine Erwartungen sind zu groß und dass ich mir zu viel Druck mache – aber es macht mich ehrlich traurig und so recht abstellen lässt sich dieses Gefühl nicht.


    Wir sind noch nicht lange zusammen, 2.5 Jahre. Und am Anfang war es ganz großartig. Er war mega verliebt in mich und es ging alles wahnsinnig schnell, inklusive Heirat (Ende letzten Jahres mit Feier vor einigen Monaten). Wir haben immer viel gekuschelt (Arm in Arm geschlafen, aber auch unterwegs Händchen gehalten, oft Küsse auf Stirn und Wange etc.) und es kamen oft wahnsinnige Liebesbekundungen. Ich hatte nie Zweifel an seinen Gefühlen. Bis es eben aufhörte. Und so früh darf es doch einfach nicht abkühlen, oder?


    Es kam, zumindest glaube ich das, schleppend. Erst hörten die Küsse auf. Dann wurde der Sex weniger (wir hatten im ersten Jahr zwischen 2-4 Mal täglich). Mir ist klar, dass das in einem bestimmten Maß normal ist – bloß ist ihm (und mir!) Sex wahnsinnig wichtig und er macht auch keinen Hehl daraus, dass es immer noch so ist. Dann hat das kuscheln aufgehört, die kleinen Zärtlichkeiten zwischendurch, und mittlerweile gibt es auch kein ich liebe dich mehr. Nicht mal, wenn ich es sage. Frage ich ihn direkt - liebst du mich - sagt er ja. Aber es nervt ihn.


    Ich habe ihn mehrfach drauf angesprochen: Küssen – mag er nicht, auch nicht mir zu liebe. Es sei langweilig. Zum Kuscheln und Liebesbekundungen etc tut er meine Bedenken ab – ich bilde es mir ein. Sex – er bräuchte Abwechslung. Okay, kein Ding. Dreier gehabt, ich versuche ihn zu verschiedenen Stellungen motivieren: nichts. Im Endeffekt haben wir nun alle 3-4 Tage Sex (immer selbe Stellung, immer ich oben) und sonst "verwöhne" ich ihn täglich mit Hand und Mund. Ich geh dabei leer aus. Kritik, Gespräche werden abgeblockt. Gleichzeitig will er aber dreier und ich komme mir irgendwie verarscht vor.


    Im vorvorletzten Gespräch dazu, dass ich mich nicht geliebt fühle, hat er es darauf geschoben, dass wir viel streiten. Im vorletzen Gespräch hat er es auf Arbeit/Stress geschoben und mir versichert, dass es im Urlaub besser werden würde. Jetzt sind wir im Urlaub und wir streiten nicht mehr, schon länger, und es ist schlimmer denn je. Ich habe es immer mal wieder angemerkt (ich weiß, ich bin nervig), ohne Erfolg. Dann habe ich mich zurück gezogen, ohne Erfolg.


    Gestern ist es dann explodiert und wir haben gestritten: Mir hat es gereicht, dass ich fühle das etwas nicht stimmt oder ich doch zumindest zu kurz komme – ihm mein Beschweren, für ihn ist es dumm und Drama.


    Und jetzt weiss ich nicht weiter. Ist das wirklich alles nur in meinem Kopf und eigentlich ist alles super? Wieso fühle ich es dann nicht? Erwarte ich zu viel, wenn es mir zu wenig ist, wenn er mich alle paar Tage mal in den Arm nimmt? Er ist eigentlich ein sehr körperlicher Mensch... außerdem sind das hier doch sowas wie unsere Flitterwochen, wenn auch nicht offiziell.


    Danke fürs lesen...

  • 8 Antworten
    Zitat

    Und so früh darf es doch einfach nicht abkühlen, oder?

    So etwas darf nie abkühlen. Wenn man sich liebt, küsst und kuschelt man auch nach 50 Jahren Ehe noch miteinander. Der Sex wird mal weniger, ja, aber auch der sollte nie ganz einschlafe, nie zur Pflicht werden, nie einseitig sein.


    Ich bin kein Freund davon, nach nur 2 Jahren Beziehung schon zu heiraten. Im Prinzip übertünchen die Schmetterlinge im Bauch anfangs vieles und der Blick auf die Realität ist getrübt. Der Blick wird mit der Zeit klarer und man merkt nach und nach erst so richtig, ob das mit dem Partner passt oder nicht. Zu diesem Zeitpunkt seid ihr schon verheiratet...


    Die Ehe wie auch eine lange Beziehung machen es schwer, spontan zu sein. Das Herz sagt - das ist nichts mehr, aber der Verstand weigert sich, eine Beziehung einfach so zu beenden, noch dazu eine Ehe. Aber wenn Dir Dein Herz doch recht eindeutige Botschaften übermittelt, dann muss da ja etwas dran sein. Was das bei Euch ist, weißt nur Du, niemand kann über Deine Schilderungen in das Herz Deines Freundes hineinhorchen. Aber nach der großen Liebe seinerseits kling das in der Tat nicht. Und dann muss man sich fragen, wieviel Zeit seines Lebens man an einen Menschen verschwendet, der einen nicht liebt.

    Warum nennst du ihn deinen Freund? Er ist dein Mann!


    Es klingt tatsächlich so als wäre dein Freund anfänglich sehr verliebt gewesen und würde jetzt spüren, dass da nicht mehr viel ist. Allerdings lässt in vielen Ehen nach der Zeit die Liebe nach oder wird zu Freundschaft - manche können damit Leben. Aber nach 2 einhalb Jahren? Mir wäre das nicht genug.


    Hat er vielleicht eine andere? Würde dafür sprechen das er plötzlich so kalt ist dir gegenüber.


    Was will er denn? So weiterleben? Scheidung?

    Danke euch beiden für die Rückmeldungen!


    Ich nenne meinen Mann meinen Freund, weil ich mir doof vorkomme ihn meinen Mann zu nennen. Weil es so schnell ging und weil ich auch nicht so wahnsinnig überzeugt von dem Konzept Ehe bin, ich mich zu jung fühle und außerdem sehe ich keinen großen Unterschied :)


    Was er denn will, tja. Das ist eben das, was ich nicht weiß und was ich mich frage/ was mich wahnsinnig macht, es nicht zu wissen. Sobald ich ihn darauf anspreche, das ich ein Problem sehe, reagiert er genervt und zumeist streiten wir. Er sieht kein Problem, für ihn kreeire ich Drama aus nichts. Wenn ich beharrlich bleibe, stimmt er irgendwann genervt zu, dass es ein Problem gibt und gibt mir die Schuld für die Situation. Alles in allem scheint es für ihn okay zu sein oder zumindest will er nicht drüber reden.


    Eine andere hat er nicht, da bin ich mir sehr sicher. Wir verbringen recht viel Zeit zusammen (vielleicht ist auch das ein Problem) und sind auch grade im Prozess von einer Stadt in die andere zu ziehen.... ich habe keine Anzeichen.


    Er hat immer (also vor mir) viele verschiedene Frauen gehabt. Ich denke, da musste er sich nie langfristig engagieren und keine Ahnung, vielleicht ist es dann auch sexuell abwechslungsreicher. Nur, ich alleine kann unser Sexleben ja nicht aufpeppen. Ich fordere ihn schon zu anderen Stellungen, Orten, etc auf - und werde in 90 Prozent der Fälle abgewiesen. Obwohl outdoorsex etc früher immer von ihm gewünscht war. Mit ihm auf dem Rücken liegend kann ich halt nur begrenzt variieren :-D


    Ich könnte mich arrangieren, wenn ich wüßte, woran es liegt. Aber so qualt mich, dass intensives küssen während eines Dreiers (oder in Anbahnung dessen) zB funktioniert, mit mir den Sonnenuntergang anguckend nicht - und er gar den Kopf wegdreht, wenn ich ankomme. Es verletzt mich.


    Und, wie gesagt, ich bin sehr sensibel. Ich nehme Veränderungen schnell wahr und denke dann viel zu viel darüber nach. Deswegen kann es gut sein, dass ich mich reinsteiger. Aber.. am Anfang war mir seine Aufmerksamkeit fast zu viel (ich habe nichts gesagt!) und jetzt ist es mir viel, viel, viel zu wenig.


    Er engagiert sich halt mMn auch sonst zu wenig in der Beziehung - ich habe immer wieder den Eindruck, dass alles irgendwie an mir hängen bleibt. Ich habe da nicht zwangsläufig ein Problem mit, aber es gibt mir in Konstellation mit oberem zu denken.


    Wir ziehen jetzt zB von einer Stadt in die andere, weil ich dort einen besseren Job bekomme. Er will mit seinem Doktor anfangen. In der Stadt gibt es eine sehr gute Uni - aber aus für mich unerfindlichen Gründen ist sie für ihn die uninteressanteste in ganz Deutschland. Das kommt bei mir so an als würde er gerne von mir weg wollen. im Gespräch sagt er dann aber, dass wir eine Lösung finden würden, um uns alle paar Tage zu sehen. Egal wo er ist. Ich weiß es nicht.

    Ich habe den Eindruck, dass eure Beziehung in erster Linie auf Körperlichkeiten basiert hat, die inzwischen stark nachgelassen haben - und ansonsten ist da nicht wirklich viel zwischen euch. Für mich ist die unabdingbare Basis einer langjährigen Ehe/Beziehung in erster Linie eine tiefe Freundschaft mit großer gegenseitiger Zuneigung. Irgendwelche Stellungen oder Dreier können dies nicht ersetzen, ebenso wenig kannst Du mit Deinen Gesprächsversuchen etwas erzwingen, das bei ihm nicht da zu sein scheint. Für mich klingt das nicht so, als ob ihr eine große Zukunft hättet.

    Ich würde an deiner Stelle das ungute Gefühl nicht unterdrücken, wahrscheinlich liegst du nämlich richtig in der Annahme, dass da etwas nicht stimmt.


    Dein Mann nimmt sich, was er will. Er lässt sich von dir befriedigen, Dreier sind auch gut (mit einem zweiten Mann oder einer zweiten Frau?) und auch sonst ist es natürlich ganz angenehm, dass du ziemlich viel Verantwortung und Aufgaben übernimmst. Aber was gibt er dir zurück außer schlechten Gefühlen und Unsicherheit?


    Auch wenn es weh tut, aber ich würde mich stark zurück ziehen und die ganzen Annehmlichkeiten sein lassen und schauen, ob er es dann kapiert. Aber allzu viel Hoffnungen würde ich mir nicht machen. Ziemlich egoistisch der Gute. :(v

    Zitat

    Sex – er bräuchte Abwechslung. Okay, kein Ding. Dreier gehabt,

    Klingt so banal, als wäre das alltäglich... Es wundert mich, dass Du schreibst "kein Ding". Für eine Frau, die an der Liebe ihres Mannes zweifelt, ist ein Dreier mit einer zweiten Frau normalerweise ein rotes Tuch. Schon die Erwähnung an den Gedanken daran ist ein Grund, die Beziehung in Frage zu stellen. Oder wars ein zweiter Mann?

    Es waren mehrere drei mit unterschiedlichen Damen. Er hat früh mit dem Wunsch angefangen, schon als noch alles okay war. Und er ist so wahllos mit den Damen, dass klar ist, es ist nichts emotionales.


    Was die Vermutung angeht, dass zwischen uns nur körperliches besteht. Nein. Wir verbringen wie gesagt viel Zeit zusammen. Haben den selben Freundeskreis, ähnliche Interessen.


    Aber mir ist das körperliche nunmal sehr wichtig.

    Zitat

    Was die Vermutung angeht, dass zwischen uns nur körperliches besteht. Nein. Wir verbringen wie gesagt viel Zeit zusammen. Haben den selben Freundeskreis, ähnliche Interessen.

    Das habe ich nicht gemeint. Ich rede von einer tiefen, inneren Verbundenheit, dem gegenseitigen Bedürfnis, sich mit dem anderen abzugeben, mit ihm zu sprechen und ihm nahe zu sein (neeein, nicht unbedingt sexuell).


    Sorry, aber nach Deiner Beschreibung

    Zitat

    Okay, kein Ding. Dreier gehabt, ich versuche ihn zu verschiedenen Stellungen motivieren: nichts. Im Endeffekt haben wir nun alle 3-4 Tage Sex (immer selbe Stellung, immer ich oben) und sonst "verwöhne" ich ihn täglich mit Hand und Mund. Ich geh dabei leer aus.

    klingt das einer sehr einseitigen, lieblosen Kiste. Nenn mich spießig, aber mir kommt es einfach seltsam vor, wenn jemand schon nach so kurzer Zeit unbedingt Dreier will. Da schwingt so was von "mein Partner genügt mir nicht" mit, dass mir ganz anders wäre.