Ich habe die Frauen erst sogar erobert. Und nachher gemerkt, dass ich zuviel projiziert habe. Aber weil ich sie ja so unbedingt wollte anfangs, habe ich mich verpflichtet gefühlt, durchzuhalten. Jetzt gehe ich alles viel langsamer an.

    Oft nicht nein, liegt daran das ich doch sehr gut auswähle bzw. ich wohl wählerisch bin. So gehe ich dann Beziehungen ein, wo ich verliebt bin, aber der Mann ist es nicht. Aber wie gesagt, es kam erst einmal vor, dauerte auch längere diese Beziehung. Da ist der Mann wohl mit mir einen Kompromiss eingegangen, ich jedoch nicht. Kann man drehen und wenden wie man will. Du scheinst nicht alleine sein zu können und wenn du so weiter machst, dann verfeuerst du dich total ja! Solltest du nicht machen.

    Hallo, danke erst mal für eure Antworten.


    Ich weiß nicht so recht, ob das typische Nicht-allein-sein-Können wirklich auf mich zutrifft. Bevor ich diese Beziehungen eingegangen bin, habe ich mich meist monatelang dagegen gesträubt und dem anderen immer wieder gesagt, wir passen nicht zusammen, ich will generell keine Beziehung.. Und das meinte ich auch so. Aber irgendwann kam ich an den Punkt, wo ich dachte, vielleicht hat der andere doch recht und es passt und ich mache einen großen Fehler, wenn ich es nicht mal versuche. :-X Manchmal spielte auch etwas Mitleid eine Rolle, muss ich gestehen. Ich war teilweise mit Männern zusammen, die noch nie eine Freundin hatten, die generell nicht so gut ankamen und etwas eigenbrötlerisch waren.. Dann habe ich versucht, da was Liebenswertes und Beziehungsfähiges zu sehen, obwohl eine Freundschaft viel passender gewesen wäre.


    Irgendwie habe ich den wahren Wert einer Beziehung auch aus den Augen verloren.. Für mich waren viele Männer mehr wie ein Freund oder eine Affäre, nur dachte ich, wenn man sich so oft sieht, kann man auch gleich offiziell sagen, dass man zusammen ist. Aber Beziehung/Verliebtsein/Liebe ist ja so viel mehr als nur, dass man jemanden regelmäßig sieht und "gern" hat.


    Die einzig erfüllende Beziehung damals ging auseinander, weil wir noch recht jung waren und weiter auseinander wohnten. Aber vieles war so, wie ich es mir gewünscht habe. Ich war richtig stark verliebt, es fühlte sich von beiden Seiten wie etwas sehr Besonderes an, wir hatten viel und intensiven Kontakt.


    Ich fühle mich teilweise auch schuldig gegenüber einigen Exfreunden. Die hatten vor mir keine und nach mir dann auch keine Beziehung mehr, nur mich, die die Beziehung sogar bereut. :(


    Und sonst ist mir generell auch peinlich gewesen, alle paar Jahre einen neuen Partner von mir vorzustellen, wo für Außenstehende (Familie, gute Freunde) vielleicht auch schon offensichtlich war, dass es nicht passt. Auch wenn es nicht unbedingt ausgesprochen wurde, hatte ich das Gefühl, sie spüren das auch schon direkt, dass es (wieder mal) eigentlich nicht passt.

    Dann hast du wohl ein Helfersyndrom, liest sich zumindest so. Du solltest das abstellen, dieses Verhalten tut dir in erster Linie nicht gut und den Männern auch nicht wie du gemerkt hast, sie wünschen sich eine Beziehung und du erfüllst ihnen den Wunschtraum von dieser..obwohl du gar nicht wirklich liebst. Vielleicht hast du auch einfach Angst davor Dinge zu beenden, mancher Mann reagiert eben nicht grade besonnen, wenn er abgelehnt wird, wenn die Männer noch keine Freundin gehabt haben, es wahrscheinlich schon bei einigen probiert haben zu landen, dann reagieren sie unter Umständen nicht ruhig. Das tut dem ganzen aber keinen Abbruch das du NEIN sagen sollst. Schliesslich möchtest du doch auch nicht zu hören bekommen von deinen Bekannten, Verwandten: Die nimmt jeden? Passiert aber leicht, wenn man dauernd mit neuen antanzt, die nicht die richtigen sind.

    Wenn man sich selbst entfremdet ist, passt es auch mit den Beziehungen nicht - jedenfalls ging es mir so. Aehnlich wie Du Deine Beziehungen beschreibst, ging es mir ein wenig. Ich habe jeweils schräge Frauen ausgesucht, Künstlerinnen meistens - vermutlich mit dem Kopf vor allem.

    Und ja, dann ging es nicht mehr und ich habe sie verlassen. Und ich habe gesehen, dass es ihnen nicht gut tat, und mir auch nicht wirklich.


    Aber vietnamesin, was sind schon die richtigen? Die meisten reden sich auch einfach ein, dass die andere die Richtige sei. Die meisten wollen sich selbst belügen, um jeden Preis. Sie ertragen die Wahrheit nicht, dass es nicht passt, dass die Missverständnisse weit grösser sind als die gegenseitige Bereicherung.

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    Ich weiß nicht, wie und wo ich jemanden finden kann, der wirklich zu mir passt.

    Ich warte und vertraue. Seit ich diese Einstellung habe, gab es schon ein paar Möglichkeiten, die sich viel besser angefühlt haben im Vergleich zu den früheren. Aber das richtige war noch nicht dabei.


    Ist das nichts für Dich?


    Ist damals, bei dieser einen schönen Beziehung, etwas passiert?

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    Und das meinte ich auch so. Aber irgendwann kam ich an den Punkt, wo ich dachte, vielleicht hat der andere doch recht und es passt und ich mache einen großen Fehler, wenn ich es nicht mal versuche. :-X Manchmal spielte auch etwas Mitleid eine Rolle, muss ich gestehen. Ich war teilweise mit Männern zusammen, die noch nie eine Freundin hatten, die generell nicht so gut ankamen und etwas eigenbrötlerisch waren.. Dann habe ich versucht, da was Liebenswertes und Beziehungsfähiges zu sehen, obwohl eine Freundschaft viel passender gewesen wäre.

    NEIN ist ein NEIN. Das ist in diesem nicht Deine Schule, wenn die Herrschaften das nicht kapiert haben. Was aber eindeutig dein Fehler ist, dass du doch nachgegeben hast. Mitleid ist keine Grundlage für eine Beziehung, das hast du ja selber erkannt. Wenn du Angst hast, wieder eine Beziehung einzugehen, von der du nicht überzeugt bist, dann hol dir halt psychologische Hilfe. Das ist definitv keine Schande. :)^

    Das was du beschreibst, war bei mir auch schon genauso. Außer dass er vor mir schon andere Fauen hatte. Aber er war so lieb und ich hab mich letztendlich überzeugen lassen, obwohl ich genau wusste, dass meine Gefühle nicht ausreichen. Wenn man sich auf so eine Beziehung einlässt, wird es am Ende immer für alle Beteiligten sehr unangenehm und traurig. Da führt kein Weg dran vorbei und vielleicht hilft es, wenn man sich das von Anfang an vor Augen hält. Eine Abfuhr gleich zu Beginn ist sicher viel weniger schmerzhaft, als eine Trennung von einem Partner mit dem man lange zusammen war. Letztendlich ist es also für dich selbst und die Männer besser, wenn du dich nicht auf sowas einlässt.

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    Irgendwie habe ich den wahren Wert einer Beziehung auch aus den Augen verloren.. Für mich waren viele Männer mehr wie ein Freund oder eine Affäre, nur dachte ich, wenn man sich so oft sieht, kann man auch gleich offiziell sagen, dass man zusammen ist.

    Diese oben von Dir gemachte Aussage ist eine klare Erkenntnis und Botschaft für Dein Leben. Ich finde es erstaunlich, wie sortiert und relektiert Du Deine eigene Lage analysieren kannst.


    Das fällt vielen Menschen, manchmal eher Frauen viel schwerer. Vorallem dann, wenn sie tief emotional überfordert sind aufgrund ihrer zum Teil ausgeprägten "Beziehungssucht".


    Es wäre ein guter Weg für Dich, wenn Du Dir eigene Wünsche und Bedürfnisse klar machst. Mehr hinterfragst, warum Du schneller bereit bist für Dich aussichtslose Beziehungen einzugehen, wenn keine Liebe von Deiner Seite aus im Spiel ist.


    Ja, aus einer anfänglichen Freundschaft kann auch eine romantische Liebe entstehen. Aber dieser Weg ist meist weniger wahrscheinlich, wenn keine deutliche Anziehung und sexuellen Wünsche damit verbunden sind, sowie eine tiefe emotionale Bindung im Spiel ist.

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    Aber Beziehung/Verliebtsein/Liebe ist ja so viel mehr als nur, dass man jemanden regelmäßig sieht und "gern" hat.

    Auch hier eine klare Erkenntnis, die Du triffst. Das ist ein guter Anfang, weil Du auf die Art vermeiden kannst Dich aus falscher Motivation wieder in so eine Situation bringen zu lassen.

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    Aber vieles war so, wie ich es mir gewünscht habe. Ich war richtig stark verliebt, es fühlte sich von beiden Seiten wie etwas sehr Besonderes an, wir hatten viel und intensiven Kontakt.

    Was soll dem im Wege stehen, dass Du nachdem Du es einmal für Dich im Leben kennengelernt hast wieder zu erleben?


    Ich habe fast das Gefühl, dass Du eher in ein Vermeidungsverhalten gegangen bist, weil es Dir damals zu wehgetan hat, weil sich diese Liebe nicht erfüllt hat.


    Die Affären und "Scheinbeziehungen" konnten Dir emotional nicht so viel anhaben, wie bei eigenem Verliebtsein und intensivem JA, ich will Dich. Dort gab es für Dich als schmalen Kompromiss an Dich selbst "nur" das schlechte Gewissen den Partnern gegenüber. Aber Dich selbst konnte es nicht so runter reißen und verletzen, wie in dieser jungen unerfüllt geblieben Liebesbeziehung.


    Ich kann es nur vermuten, weiß es aber nicht genau. Vielleicht ist es gerade das, was die Motivation dieses destruktiven Beziehungsmusters bei Dir ausmacht.


    Du kannst in so einer "Beziehung" nicht verletzt werden, musst keinen Verlustschmerz fühlen/durchleben und überträgst die Verantwortung auf den Partnern, den Du innerlich ablehnst. So bleibt vor Dir selbst die Entschuldigung, ich wollte DAS so alles gar nicht, dass war Deine Entscheidung.


    Wie gesagt von mir an dieser Stelle vorsichtige Spekulation, aber irgendwie ist das für mich naheliegend, nach Deiner eigenen Darstellung wie Du in diese von Dir ungewollten Beziehungen rein gerätst.

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    Und sonst ist mir generell auch peinlich gewesen, alle paar Jahre einen neuen Partner von mir vorzustellen, wo für Außenstehende (Familie, gute Freunde) vielleicht auch schon offensichtlich war, dass es nicht passt.

    Ich denke peinlich sein sollte es Dir nicht sein. Es passiert häufiger, dass Menschen erst auf einem längeren stolprigen Weg für sich raus finden können, was möchte ich leben. Welches Lebensmodell bevorzuge ich, welcher Partner passt zu mir mit dem ich das umsetzen kann.


    Ja, es gibt Menschen denen das leichter fällt. Die entweder aus ihrer sozialen Prägung heraus - gutes paarorientiertes Elternhaus schon sehr jung wissen, so möchte ich es für mich auch. Aber das ist denke nicht so häufig, dass es dann sofort auf Anhieb mit dem/der richtigen Partner/in klappt.


    Du hast heute mit 30 die Fähigkeit erworben durch die Beziehungen, die Dich nicht erfüllen konnten zu wissen, was Du auf keinen Fall mehr willst. Eine Beziehung, in der Du kein Verliebtheitsgefühl empfindest.


    Das sollte es Dir eventuell künftig leichter machen, im Vorfeld nein zu sagen, wenn Du weißt in diesen Mann werde ich mich nicht verlieben können. Die Gründe dafür sind zu vernachlässigen, weil sie bei jedem Mann anders sein können. Aber ohne Funkenflug nützt Dir das einseitige Engagement des Mannes nichts, weil das Ergebnis einer einseitigen Liebesbeziehung bereits feststeht für Dich.


    Ein Gedankenansatz wäre, die Frage nach dem Warum Du Dir selbst im Wege steht, Du unbewusst Ängste davor hast eine echte beidseitige Liebesbeziehung aufzubauen.

    Man muss einfach lernen auf sein Herz zu hören. Das ist oft nicht so einfach. :)*


    Ich war tatächlich auch schon in der Situation und bin eine Beziehung eingegangen, obwohl ich von anfang an eine Stimme in mir drin hatte, die laut "NEIN" geschrien hat. Das war auch der Grund dafür, dass es letztlich wieder auseinander ging.


    Ich finde, dass gesellschaftliche Erwartungen eine große Rolle spielen. Leute führen eben eine Beziehung, es wird irgendwie angenommen, dass man als Paar glücklicher ist und dass alle das anstreben müssten etc.


    Zudem habe ich offensichtlich Probleme zu Leuten "Nein" zu sagen. Aus Angst sie zu verletzen. Letztlich entsteht diese Angst aber auch aus einem selbst, aus irgendwelchen übertriebenen Schuldgefühlen und dem Gefühl kein "Recht" zu haben, anderen wehzutun etc... Ich habs noch nicht ganz ergründet, aber den Fehler auf jeden Fall kein weiteres Mal gemacht. ;-D Trotzdem lasse ich mich desöfteren auf Dates ein, auf die ich eigentlich schon von Anfang an, kein Bock habe. Angst, etwas zu verpassen vielleicht. Oder irgendne andere Angst.


    Auf jeden Fall Angst. Und Angst sollte niemals eine Handlungsgrundlage sein! :)z

    Auf das Gefühl "Verliebtsein" kannst du dich auch nicht unbedingt verlassen. Ich jedenfalls war schon öfter stark verliebt, obwohl ich wusste und dann merkte, dass es nicht passt. Und übrigens umgekehrt auch.