gehen - oder mit meinem Mann untergehen?

    Hallo liebes Forum


    nach langem überlegen, schreib ich euch hier mein Problem da ich weder ein noch aus weis.


    Mein Mann, er ist selbstständig - hat den Betrieb seiner Eltern übernommen - damals schon sehr desolat und unrentabel und nur dadurch aufrecht erhalten werden konnte da er die Pension seiner Eltern auch teilweise zur Verfügung hatte da sie ohnehin bei ihm hier am Hof lebten. Sein Eltern leben nun schon länger nicht mehr und durch verschiedene Erhöhungen ging es stetig bergab. Da er aber seinen Eltern immer hörig war - wurde auch am Betrieb nichts verändert oder modernisiert - die wollten das nämlich nicht - brauche man ja alles nicht.

    Jedoch, jeder der selbstständig ist weis, es geht nur mit Fortschritt - oder man bleibt über. Letzteres ist wohl eher der Fall.


    Ich hatte anfangs nicht viel Ahnung von seinen Zahlen aber ich liebte ihn und machte ihm die Buchhaltung und half auch sonst mit (ohne eigenes Gehalt) Miteinbringen war allerdings bis vor wenigen Jahren unerwünscht, da hieß es nur, dies sei sein Betrieb man hätte nichts zu melden.


    Da ich in all den Jahren durch die Buchführung die Zahlen kannte und schon lang prognostizierte wovor er jetzt steht - aber keine Einsicht zeigt muss ich mir zwangsläufig Gedanken machen.


    Beruflich hab ich mich nach diesen ersten 10 Jahren abgewendet da ich auch meine Dinge zum Leben brauch und die auch irgendwie finanziert werden wollten. Aber auch weil ich sah das er irgendwann bankrott laufen würde - hab ich mich, beruflich zumindest - abgeseilt. Umschulung gemacht, Prüfungen abgelegt ect. Könnte mich selbstständig machen in dem was ich gelernt hab.

    Mein Mann machte weiter wie ewig, wie er es von den Eltern übernommen hatte ohne je über die Sinnhaftigkeit nachzudenken oder zu hinterfragen oder gar mal anfangen zu rechnen.

    Mittlerweile hat er Zahlen, wenige tausend Euros am Konto die kaum noch reichen seine Sozialversicherung zu bezahlen, von anderen Fixkosten mal nicht zu reden.

    Ich spreche ihn drauf an was er sich vorstellt, da kommen Vorschläge wie, sich zb. über Kredite am laufen zu halten zumindest solang bis er in Pension gehen kann - so ca in 6-8 Jahren um dann Kredite abzuzahlen von seiner mini Pension (wenige hunderte Euro s da er nie dran dachte mal vorzusorgen oder von der selbstständigkeit einzuzahlen. Die Pflichtversicherung war zu wenig - daraus ergibt sich nun seine mini Pension. ) ja und unselbstständig arbeiten zu gehen "erlaubten" ihn seine Eltern nie - emotional konnte er sich nie über sie hinweg setzen - ja übrig blieb am Ende des Tages - er selbst. Wenn ihr nun fragt ob das nicht unsere Ehe auch belastet hat - das tat es in der Tat und nicht zu wenig aber das ist ein anderes Kapitel.


    Da mein Mann den Kopf in den Sand steckt und von einem Tag zum andern lebt ohne zu überlegen wie es vielleicht in einem Monat oder in einem halben Jahr aussieht - muss ich eben nachdenken, denn ich will nicht mit untergehen.


    Mein Sohn (Anf. 30) will meinem Mann schon Werkzeug bzw. Werkstattausrüstung ect. kaufen - ich will das nicht und finde das absolut ein Unding - nur weil man Mann das nicht schaffte sich ordentlich aufzustellen? Nein seh ich gar nicht ein. Ich bin da eher dafür das mein Sohn sich seine eigene Zukunft aufbauen sollte und nicht in ein Fass ohne Boden zu investieren.


    im Grunde bin ich ziemlich ratlos wie das ganze weitergehen soll? ???


    was meint ihr? engültig und komplett gehen und ihn untergehen lassen oder mit ihm weiterkämpfen?

  • 66 Antworten
    Alias 972934 schrieb:

    was meint ihr? engültig und komplett gehen und ihn untergehen lassen oder mit ihm weiterkämpfen?

    Klingt mir eher nach Kampf gegen Windmühlen. Du glaubst doch selbst nicht daran, dass er dir nach all den Jahren nun ein echtes Mitspracherecht einräumt? Das wäre nämlich die erste Voraussetzung für alles andere. Das Problem ist weniger ein finanzielles, sondern umso mehr ein menschliches. Wie leicht man einen Menschen ändert weißt du ja wohl sicher auch.

    Wenn du deinen Mann behalten willst, dann muss der alte Mist komplett weg. Dein Mann wird sich entscheiden müssen, was von beiden er behalten will...

    wieso gehst Du mit ihm unter, wenn Du wirtschaftlich selbständig bist?


    Ich würde mich mal fragen, wie es vom Geld abgesehen ist. Man kann auch zusammen sein, aber finanziell getrennt, dann geht er eben alleine pleite.


    Die Frage sollte sein, ob Du rein emotional bei ihm bleiben willst, oder nicht. Aber so ein egozentrisches, verdrägnendes, vermeidendes Verhalten höhlt das auf Dauer ja auch aus.


    Ausserdem hat Dein Mann auch keine Chance zu lernen, wenn da immer eine Frau ist, die ihm letztlich doch den Allerwertesten rettet (und sei es nur indem sie verhindertr dass er Hunger leidet und obdachlos wird). In so einem System sind immer zwei - eine Partnerin, die knallhart ist, hätte auch mehr erzieherische Wirkung auf ihn. Manche lernen eben nur wenn der Leidensdruck erheblich ist, oder auch gar nie.

    Ehevertrag aufsetzen lassen und die Betriebe getrennt auf den jeweiligen laufen lassen, um abgesichert zu sein.


    Ansonsten sehe ich es so: in guten wie in schlechten Zeiten. Ein Trennungsgrund wäre das nach so vielen gemeinsamen Jahrzehnten nicht.

    in der tat, seltsame situation. ich fände es fatal, wenn du mit deinem einkommen, für die misswirtschaft deines haften musst.


    ich würde da mal ansetzen und rat holen.


    ist bei euch noch mehr im argen als nur die finanzielle situation?

    criecharlie


    er ist nicht der Vater meiner Kinder nein, er ist mein 2. Ehemann, ich hab mein eigenes Geld ja wie oben geschrieben, hab ich mich nach anfangs voller Mitarbeit ohne Gehalt dann abgeseilt um mir eben meine Dinge die ich zum Leben brauch selbst leisten zu können

    rr2017


    meiner gehört dann wohl eher zur zweiten Variante, das Thema das ich geh wenn er nichts ändert - hatten wir schon. Versuche zu Änderungen gab es für wenige Wochen - jetzt wieder alles wie vorher - ohne Aussicht auf Besserung eher Gegenteil

    rr2017


    gute aber auch schwere Frage


    ich würd mir einen erwachsenen verantwortungsvollen Mann an meiner Seite wünschen der vor allem Verantwortung für sein eigenes Leben übernimmt.

    Da das nicht der Fall ist - gerade ein Zwist in mir selbst was und ob ich noch eine Zukunft noch mit ihm will überhaupt unter diesen Bedingungen.

    Also wenn Du Dir emotional nicht sicher bist,

    ist das natürlich noch ein Tacken drauf, ansonsten bin ich ehrlich gesagt kein Freund vom Aufrechnen und kenne das weder in meiner, noch in der Ehe anderer Freunde/Familie etc.

    Der, der Geld hat, gibt es für die gemeinsame Familie/den Partner. Mal der eine, mal der andere und manche haben einfach nie Glück oder das passende standing und die Beziehungen bleiben diesbezüglich asynchron. Manche stört es nicht, manche schon. Das muss man halt klären.....

    Dich scheint es zu stören für den Mann, den Du liebst, Geld aufzuwenden und ihm seine Werkstatt als Hobby zu überlassen. Viele Leute haben kostspielige Hobbies.

    criecharlie


    nun so wie du meinst ist die Sache nicht!


    Er war es der meinte, es ist SEIN Haus - ich hab hier mal gar nichts zu melden - wortwörtlich!! weshalb ich auch nicht gewillt bin auch nur 1 Cent hier zu investieren - klar mir gehört ja auch nichts - logisch oder?

    Und auch er war es, der, obwohl ich damals Vollzeit für ihn arbeitete (entgeltlos) - nicht für MICH aufkommen wollte, also werde ich das umgekehrt wohl auch nicht tun?

    Für mich sind Krisen und Notsituationen auch kein Trennungsgrund nach langer Beziehung. Einen Partner zu haben, der unbelehrbar ist, unzugänglich und unbeirrbar WISSENTLICH ins Verderben rennt, wäre schon ein Grund.


    Ich würde mich an Deiner Stelle rechtlich beraten lassen, wie Du DICH absichern kannst. Dass Du eben nicht noch für SEINE Schulden den Kopf hinhalten musst. Ihn im Alter ggf. "mit durchfüttern" wegen geringerer Rente: Alles okay. Aber Dich schlimmstenfalls krummzulegen und selber NICHTS mehr zu haben, weil er überschuldet, in der Insolvenz,... ist: DAVOR solltest Du Dich schützen. Und DEIN Eigentum (sofern vorhanden).


    Wer macht bei Euch die Steuererklärung? Steuerberater? Dann hole den ins Boot, dass er mal die Probleme neutral aufzeigen soll. Sich über Kredite finanzieren: Die Bank fragen, welche Unterlagen man haben will. Die verschenken nämlich nichts.

    criecharlie


    Nachsatz : für mich war Ehe oder Beziehung immer der Begriff von beiderseitiger Gleichberechtigung, das dass hier nicht so gesehen und gehandhabt wurde - lernte ich erst hier kennen !

    kann es sein dass es Dir eigentlich alles extrem stinkt, auch emotional, aber Du es Dir nicht eingestehen magst? Vielleicht weil Du selber so geprägt bist dass man dem Partner ja beizustehen habe etc.?


    Ich seh hier nix wo ich herauslese "aber es ist schön mit ihm und eigentlich will ich zusammen bleiben".