Das dachte ich mir schon, dass das Zocken für deinen Freund einen ziemlich hohen Stellenwert hat. Du hast ja weiter vorne im Text irgendwo auch mal was von Spielplänen geschrieben, an die dein Freund sich scheinbar hält. Weil das Spielen für ihn eine hohe Priorität hat.


    Ich muss sagen, dass mich sowas wie Zocken beim gemeinsamen Essen auch stören würde. Weil ich persönlich dann das Gefühl hätte, dass das Zocken wichtiger ist, als die aktiv gemeinsam verbrachte Zeit mit mir.


    Aber dabei geht es ja immer auch um individuelle Bedürfnisse und inwiefern diese vereinbar sind. Unabhängig von gleichen Hobbys ist es, denke ich, im gemeinsamen Leben sehr viel einfacher, wenn man Dinge ähnlich sieht und ähnliche Bedürfnisse hat. Ob und wie das bei euch unter einen Hut gehen kann, würde ich vor dem Zusammenziehen ausdiskutieren, das birgt meiner Meinung nach einiges an Konfliktpotential.


    Du willst mehr Zeit aktiv mit deinem Freund verbringen, während er das Gefühl hat, dass ihm durch das Zusammenziehen ein Stück seiner Freiheit genommen wird. Weil das Spielen für ihn eben eine sehr hohe Priorität hat.

    Zitat

    Das ist aus meiner Sicht nach 4 Jahren echt nicht zu viel verlangt...

    Offensichtlich ist dein Partner in dieser Hinsicht anderer Meinung. Deine solche Erwartungshaltung kann ordentlich Druck auslösen.

    @ CoteSauvage:

    Wir haben da sicher eine gewisse Schieflage... ihm ist bei mir zu Hause langweilig, da er sich dort nicht beschäftigen kann... und wie bereits geschrieben fahre ich manchmal freitags alleine nach Hause da er irgendwas zockt was wieder neu rausgekommen ist, Erweiterungen oder was auch immer... teilweise ist dass ich zu ihm fahre aber auch dem geschuldet dass meine Arbeit einfach näher bei ihm ist, sodass ich beispielsweise von Sonntag auf Montag fast immer bei ihn schlafe oder wir eben was Unternehmen das näher an seinem Wohnort liegt da er in der Nähe der Hauptstadt wohnt. Insgesamt ist es aber sicher so, dass ich mehr auf ihn zukomme als er auf mich. Er hat sich zb nicht dazu durchringen können, in einen anderen Ort zu ziehen, auch wenn der nur 15min entfernt gewesen wäre...

    Zitat

    Er hat sich zb nicht dazu durchringen können, in einen anderen Ort zu ziehen, auch wenn der nur 15min entfernt gewesen wäre...

    naja, dann frag ich mich eben irgendwo, wieso du dir das antust? ":/


    ich meine, liebe und kompromisse sind ja sicher die eine sache. aber er legt seine prioritäten ja anscheinend ganz anders fest, als du. und er scheint ja auch relativ stark in seinen abläufen und routinen gefangen zu sein.


    ganz ehrlich - menschen sind so, wie sie sind. du kannst sie lieben oder kannst es lassen. aber ich frage mich eben ernsthaft, welchen sinn es macht, nun bei euch ein fass auf zu machen, um zusammen zu ziehen, wenn er sich so dagegen sträubt?


    letzten endes muss ihm dann eben die konsequenz klar sein: dass du dir irgendwann einen partner suchst, der etwas weniger ich-zentriert ist und der auch mal dazu bereit ist, für die beziehung einen kompromiss oder ein opfer einzugehen. damit muss er dann eines tages eben leben - im moment lesen sich deine beiträge für mich so, als sei ihm diese folge einerseits bewusst, aber gleichzeitig auch vollkommen egal. denn sonst würde er ja mal darüber nachdenken, sein verhalten ein klein wenig zu verändern.

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    Du fragst "Wo bleibt da Platz für ihn?" Da könnte ich jetzt genauso fragen "Wo bleibt da Platz für mich?"

    wie gesagt - aus meiner fernbeziehungszeit kann ich diese frage absolut verstehen. ;-D


    man fährt hin und her, opfert sein WE, das man ja auch irgendwo zur erholung braucht, nur um dann zur bespassung eines anderen zu dienen.


    da sind dann aber abgrenzung und selbstbewusstsein auch wichtige begriffe. z.b. opferst du dein WE, um bei ihm zu sein, also könnte er ja auch seines opfern, damit ihr beide was schönes zusammen machen könnt, was euch beiden gefällt. stattdessen liest es sich jetzt so für mich, dass du dann eben in seine wochenendpläne irgendwie integriert wirst. ist natürlich nicht so doll.


    letzten endes scheint es so, dass ihr dadurch, dass ihr beide absolut null schnittmenge habt, was freizeitaktivitäten angeht permanent in einem zustand der subjektiven bedrohung gefangen seid. will sagen: er denkt, du willst ihm das zocken verbieten und will es daher umso mehr - du denkst, mit dem kann man eh nix schönes zusammen machen, also möchtest du es erst recht. ihr beide habt da irgendwo angst, euch selbst zu verlieren und das wird letzten endes dazu führen, dass ihr die beziehung gegen die wand fahrt. ":/


    ich würde euch daher raten, es doch mal so zu versuchen, in punkto freizeit irgendwo bei null anzufangen. sucht euch irgendein interesse, ein hobby, das ihr beide bisher noch nicht kanntet oder betrieben habt und betreibt es gemeinsam. was genau ist doch vollkommen wurscht. ihr könntet sport zusammen machen oder irgendeine fernsehserie suchten oder zusammen kochen oder, oder, oder. der möglichkeiten sind da ja vieler. ;-)


    so, und das betreibt ihr dann eben regelmässig und habt da dann eben gemeinsame quality-time. dann läuft es nicht darauf hinaus, dass ihr einander unterschwellig vorwerft, kein interesse füreinander zu haben, wenn ihr mal wieder euren individuellen interessen nachgeht.

    Zitat

    Es geht halt immer um das Ausmaß.

    das stimmt. da kann ich auch nach deinen neueren schilderungen absolut verstehen, dass dir das zu viel ist. ist ja wurscht, ob er nun zockt, briefmarken sammelt oder bierdeckel mundbemalt - wer sich so intensiv mit seinem hobby beschäftigt leidet unter einer sucht und da leidet dann eben auch das sozialleben drunter.


    was ich dir da aus meinem eigenen zocker-umfeld sagen kann ist, dass er sich von sich aus nicht ändern wird. die meisten, die so drauf sind, haben sich in ihrem leben mehr oder weniger so eingerichtet, dass es passt. freundliches einreden oder auch gemecker des umfelds wird ausgeblendet und ignoriert. was da oft nur noch hilft, ist ein schuss vor den bug. bei einigen, die ich da so kenne, ist es aber so schlimm, dass ihnen selbst das wurscht ist. die haben dann eben keine freundin, haben sich damit abgefunden. denen ist die zock-sucht dann eben so wichtig, dass sie auch die freundin dafür links liegen lassen würden.


    ich drücke dir auf jeden fall die daumen, dass dein freund keiner von letzterer sorte ist. :)*


    wie schon gesagt sollte es für dich aber eben auch um abgrenzung und selbstbewusstsein gehen: du solltest genug selbstbewusstsein haben, um zu wissen dass du eigtl. eine bessere behandlung durch deinen partner verdient hast und solltest lernen, dich abzugrenzen, wenn er dir diese nicht angedeihen lässt.


    das hat dann nix mit manipulieren oder gar mit trennung zu tun, sondern schlicht und einfach, dass du einforderst dass ihr auf einer augenhöhe bleibt und dass er den respekt und letzten endes die liebe, die du ihm entgegen bringst erwiedert.

    Vielleicht sehe ich das als Viel-Zockerin auch einfach anders, aber ich würde noch nicht von Zocker-Sucht sprechen, wenn jemand an zwei Tagen in der Woche einem Hobby ganztägig nachgeht. Wenn der Freund eben ein Spiel spielt, dessen volle Funktion nur am Wochenende, wenn die anderen Spieler auch online sind, genutzt werden können, dann finde ich es normal, dass er an diesen Tagen dann richtig viel spielen will. Es geht doch auch kein Mensch in der Mitte des Tages in ein Tanzlokal, wenn man da dann alleine rumhängt - nein, man geht, wenn alle anderen auch da sind.


    Zudem kommt da oft noch die soziale Komponente dazu - auch Online-Freundschaften sind Freundschaften und wenn man diese Freunde nunmal nicht immer erreichen kann, dann nimmt man sich halt die Tage, an denen alle Zeit haben, eben dafür frei. Hier weiß ja auch keiner, auf was für Servern der Freund zockt. Ich selbst spiele z.B. ganz viel auf amerikanischen Servern, wo die Leute alle sechs Stunden mit der Zeitzone hinterhersind, also sitze ich, wenn ich die Zeit habe, auch mal bis vier Uhr am PC, um mich mit den Leuten zu unterhalten.


    So ganz pauschal von "Sucht" zu sprechen finde ich daher nicht okay. Aber klar, anscheinend hat der Freund schlichtweg ein anderes Bedürfnis als die TE. Der TE reicht das Wochenende nicht und sie möchte zusammenziehen. Dem Freund ist schon das Wochenende teilweise zuviel bzw. er sieht die TE am Wochenende nicht zwingend als höchste Priorität an, schlichtweg weil sie seine Interessen nicht teilt und er daher mit ihr nicht rund um die Uhr "etwas anfangen kann".


    Ich finde daher seine Einwände total okay. Er merkt ja schon jetzt, wo er die TE nur zwei Tage die Woche sieht, dass ihm seine Zocker-Freunde, die seine Interessen teilen, teilweise wichtiger sind als seine Freundin, die seine Interessen nicht teilt. Da man ja eigentlich denkt, dass der Partner an erster Stelle steht, verstehe ich, dass seine Alarmglocken im Hinblick auf die ganze Beziehung klingeln. Also jetzt nicht nur dahingehend, ob man jetzt zusammenziehen sollte, sondern ob es überhaupt passt. Er merkt, dass ihm Menschen, die seinen Interessen näher sind, mehr bedeuten, als seine Freundin. Die logische Schlussfolgerung für ihn ist, dass er eine Freundin hätte, die auch so tickt wie er. Das ist erstmal stimmig.


    Es gibt Menschen, bei denen heißt es "Gleich und Gleich gesellt sich gern" und es gibt die, bei denen heißt es "Gegensätze ziehen sich an" und es gibt die Menschen, die irgendwo in der Mitte davon sind. Der Freund scheint da eher an einem Extrem zu sitzen als die TE, die sich im Mittelfeld bewegt. Und ob das auf die Dauer gutgehen kann...?


    Ich würde also noch nicht einmal sagen, dass das Nähebedürfnis unterschiedlich ist. Ich würde eher sagen, dass in diesem Fall wirklich das Bedürfnis nach Gemeinsamkeiten nicht passt.


    Wir alle fühlen doch anders. Für die einen ist es wichtig, hauptsächlich Zeit mit jemandem zu verbringen. Für andere ist es wichtig, mit welchen Aktivitäten man seine Zeit füllt. Und für noch andere muss beides passen. Mal ein Beispiel einer Freundschaft.


    - Person A unternimmt am liebsten etwas mit einer Freundin. Egal was, die Freundin kann ruhig entscheiden. Es kommt auf die Gesellschaft an.


    - Person B liebt es, schwimmen zu gehen. Dass das keinen anderen aus ihrem Umfeld interessiert, ist ihr egal - sie fühlt sich einfach dabei wohl und entspannt und wenn sie ungestört schwimmen kann, dann ist sie am glücklichsten.


    - Person C liebt es auch, ins Schwimmbad zu gehen, findet es aber alleine total doof und öde. Wenn aber eine Freundin mitgeht, dann gibt es für Person C nichts schöneres, als schwimmen zu gehen und einen Tag im Freibad Spaß zu haben.


    All diese Sichtweisen sind ganz normal - und häufig hat jeder Mensch, je nach Aktivität, auch nicht zu allem die gleiche Position. Der Freund der TE merkt, dass er wie Person C tickt, aber im Moment durch die fehlende Gemeinsamkeit eher versuchen muss, Spaß wie Person B zu empfinden. Das schafft er teilweise, indem er am Wochenende durchzocken möchte, weil da immerhin andere Leute im Spiel sind, mit denen er das Erlebnis teilen kann. Mit der Person, die ihm aber eigentlich am wichtigsten ist und die er wirklich dabeihaben will, geht das nicht, da das gemeinsame Interesse fehlt.


    Die TE ist in der ähnlichen Situation, was das Zusammeziehen angeht. Sie will einfach einen Alltag teilen (Person A), aber der Freund ist aufgrund seiner Zweifel hier klar wie Person B, die ungestört leben möchte, weil die Bereicherung durch die TE einfach nicht für ihn ausreicht. Da sie seine Interessen nicht teilt, sieht er, dass er mehr Dinge verlieren als gewinnen würde, da für ihn der Gewinn "Jemand, mit dem ich mein Leben (=Interessen!) teilen kann" einfach nicht in dem Maße erfüllt sieht, dass ihn glücklich machen könnte.

    @ Anfangmitfreude

    Danke erstmal für deinen langen Beitrag! Es ist nicht so dass er sich generell gegen das zusammenziehen sträubt, wie konnten und bisher eben nur auf keinen Ort einigen. Er ist hier sehr verwurzelt und da es wirtschaftlich und von meiner Arbeit her mehr Sinn macht zu ihm zu ziehen habe ich zugestimmt dass ich umziehe.


    Aber du hast in einem sicherlich recht, ich investiere bei weitem mehr in die Beziehung als er... Ich sehe aber dennoch dass er sich bemüht und ihm etwas bedeute, so legt er zb ab und zu spielpausen ein und legt sich dann ein paar Minuten zu mir. Es sind Kleinigkeiten, aber ich weiß dass ich ihm nicht egal bin. Dennoch habe ich, wie du es sehr gut beschreibst, oft das Gefühl dass ich nicht die Priorität Nummer 1 bin. Er kommt zwar auch immer wieder mal ein Stück auf mich zu oder tut Dinge mir zuliebe, aber es kommt mir dann tatsächlich manchmal vor als würde er ein "Opfer" für mich bringen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter... Ich wünsche mir so sehr eine gemeinsame Zukunft mit ihm und Gefühle kann man ja auch nicht einfach abstellen... Ich will ihn eigentlich nicht verlieren, aber so ist es halt auch nicht optimal :�( möglicherweise funktioniert der Tipp mit dem gemeinsamen Hobby das wir uns erst noch suchen müssen... wir werden sehen. ich danke dir jedenfalls für deine netten Worte!

    @ Morwena:

    Er spielt ja nicht nur am Wochenende. Er spielt IMMER wenn er zu Hause ist. Spöö heißen unter der Woche täglich ab ca. 15 Uhr bis cs 23 Uhr und am Wochenende wie ich's oben beschrieben hab. Ich kann schwer einschätzen wo die sucht anfängt... Er sagt halt immer das macht ihm Spass und bevor er in den Fernseher schaut der ihn eh nicht interessiert macht er lieber das.


    Das was er sich vorstellt kann ich bei allem Wollen nicht erfüllen. Ich werde nie die "animeliebende Zockerin" werden die er sich offenbar wünscht. Und es ist für mich auch kein gemeinsames Hobby wenn jeder an seinem PC sitzt, über Headset verbunden ist und die Avatare sich in einer virtuellen Welt treffen... und ich denke da liegt das Problem... Er hat letztens gesagt wenn er zb schlecht gelaunt von der Arbeit nach Hause kommt kann er seine Laune mit Spielen und übers Headset mit seinen Freunden reden sofort verbessern - was ich alleine nicht könnte. Und das gibt ihm halt zu denken. Wobei ich mich hier wieder Frage ob das nicht zu viel erwartet ist , ganz im Ernst, ich komm auch nicht von der Arbeit bei der Tür rein, hatte einen blöden Tag und bin sofort Happy sobald ich meinen Partner sehe...

    Zitat

    Ich kann schwer einschätzen wo die sucht anfängt... Er sagt halt immer das macht ihm Spass und bevor er in den Fernseher schaut der ihn eh nicht interessiert macht er lieber das.

    Das kann ich nachvollziehen - ich habe auch seit Jahren keinen Fernseher mehr. ;-) Ich finde es nur interessant, dass du als Beispiel für seine Liebe zu dir anführst, dass er Spielpausen macht und sich dann zu dir legt. Ich nehme an, du meinst, er legt sich zu dir, wenn du wie von dir beschrieben auf der Couch liegst und Fernsehen schaust? Für mich wäre z.B. gemeinsames Zocken über Headset, wo man zusammen einer Aktivität nachgeht, miteinander redet und irgendwie emotional im Spiel dabei ist, viel intensiver, als stumm nebeneinander in die Glotze zu starren. Klar, dabei hat man dann Körperkontakt, aber für mich wäre das andere viel intensiver, weil ein gemeinsames Erlebnis.

    Zitat

    Er hat letztens gesagt wenn er zb schlecht gelaunt von der Arbeit nach Hause kommt kann er seine Laune mit Spielen und übers Headset mit seinen Freunden reden sofort verbessern - was ich alleine nicht könnte.

    Beim Spielen kann er abschalten. Kann er das bei dir auch? Also so wirklich. Weißt du, der Vorteil von Online-Freunden ist, dass man vorm PC sitzen kann wie der letzte Depp. Von mir aus mit Unterhose auf dem Kopf und Hasenpantoffeln und ansonsten nackt, wenn das einem beliebt. Aber du bist die Frau, die er liebt. Und gerade, wenn er dich nicht so oft sieht, dann hat er vielleicht das Gefühl "Okay, jetzt ist sie wieder zwei Tage da, dann kann ich mich jetzt nicht wirklich gehenlassen, sondern muss irgendwie zumindest einigermaßen einen guten Eindruck hinterlassen". Verstehst du, was ich meine? Zusammenziehen heißt irgendwie, dass man eben nicht nur Kompromisse im täglichen Umgang miteinander machen muss, sondern dass man eben auch irgendwie immer "unter Beobachtung" steht.


    Das meine ich gar nicht im negativen Sinne. So, wie man nicht im Schlafanzug auf die Arbeit geht, so will man eben, wenn einem der Partner nicht egal ist, dem liebsten Menschen gefallen. Und das ist dann immer irgendwie "Verpflichtung". Gerade, wenn der Partner nicht so tickt wie man selbst, denn je unterschiedlicher man ist, desto weniger kann man absolut man selbst bleiben - ganz offensichtlich. Wenn du so ein zockender Animefan wie er wärest, dann würdest du genauso wie er bis spätnachts zocken wollen und er könnte rund um die Uhr so sein, wie er ist. Da du das aber nicht bist, kann er das nicht. Und wenn man das Gefühl hat, man müsse sich irgendwann in seiner Freizeit noch mehr verbiegen als jetzt schon - und wenn er wirklich auch unter der Woche so viel zockt, dann wird er das ja müssen, wenn du zu ihm ziehst - dann kann das für jemanden ganz arg ätzend sein. Das kann man mal eine Woche machen (im Urlaub), aber nicht dauerhaft. Das gilt für alle Lebensbereiche. Jemand, der jeden Tag Fleisch ist, kann vielleicht mal einem Besuch zuliebe eine Woche vegetarisch essen. Aber dauerhaft wird derjeniger dann nicht glücklich sein.


    Ich will gar nicht sagen, dass du nicht den Anspruch haben darfst, mit ihm zusammen in einer Wohnung zu leben. Viele Menschen haben das nach vier Jahren. Aber andere eben gar nicht (wie ich) oder nur, wenn man das Gefühl hat, dass das Zusammenwohnen auch wirklich gut funktionieren würde. Und das Gefühl hat dein Freund nunmal leider nicht und ich weiß auch nicht, wie du es ihm geben könntest... denn ich sehe das Problem eigentlich genauso wie er. :-/

    @ morwena:

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    Vielleicht sehe ich das als Viel-Zockerin auch einfach anders, aber ich würde noch nicht von Zocker-Sucht sprechen, wenn jemand an zwei Tagen in der Woche einem Hobby ganztägig nachgeht.

    echt jetzt? sagen wir mal, ich würde jeden tag - echt ausnahmslos jeden! - nach der arbeit von 15 bis 23 uhr angeln gehen und dann ebenfalls auch noch am wochenende von morgens bis um 4 uhr nachts. und das fast jedes wochenende und jeden tag.


    wenn ich DANN nicht verstehen kann, dass meine partnerin auch mal zeit mit mir verbringen möchte und vielleicht nicht unbedingt mit mir zusammen 8 stunden am tag sowie jeweils über gut 16-18 stunden an samstagen und sonntagen mit mir angeln gehen möchte, sondern auch mal irgendwas anderes mit mir zusammen machen möchte, stimmt doch irgendwas nicht. dann sind wir ja grob überschlagen bei gut 72 stunden in der woche, die der freund der TE nur am PC hängt. wohlgemerkt auch, während sie entweder essen bestellen oder während sie kocht. wohlgemerkt auch, während dann das essen gegessen wird.


    ich will damit gar nicht sagen, dass ich so einen lebensstil verurteilen würde. bin ja selbst ein zocker und hatte auch meine phasen im leben, wo ich genau so gelebt habe. der wesentliche unterschied zum freund der TE war eben nur, dass mir bewusst war, dass mein sozialleben darunter litt. ich hatte halt keine partnerin damals, freundschaften waren auch eher mau oder eben online. so what - wenn man nichts zu verlieren hat, warum soll man dann sein leben ändern?


    irgendwann kam aber bei mir der punkt, wo real-life-freunde und -partnerin in mein leben getreten sind. und ganz ehrlich, auch da hab ich noch viel gezockt. ich hab mir aber auch zeit für die leute und für gemeinsame unternehmungen genommen, eben weil real-life-freunde ebenso wichtig sein sollten, wie online-freunde.

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    Der TE reicht das Wochenende nicht und sie möchte zusammenziehen. Dem Freund ist schon das Wochenende teilweise zuviel bzw. er sieht die TE am Wochenende nicht zwingend als höchste Priorität an, schlichtweg weil sie seine Interessen nicht teilt und er daher mit ihr nicht rund um die Uhr "etwas anfangen kann".

    aber dann ist doch die frage, die mitschwingt, warum er denn dann die freundin überhaupt hat? es zwingt ihn ja keiner, mit ihr zusammen zu sein.


    für mich klingt das ein wenig nach einer narzisstischen liebe.



    @ schneeflocke:

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    Es ist nicht so dass er sich generell gegen das zusammenziehen sträubt, wie konnten und bisher eben nur auf keinen Ort einigen. Er ist hier sehr verwurzelt und da es wirtschaftlich und von meiner Arbeit her mehr Sinn macht zu ihm zu ziehen habe ich zugestimmt dass ich umziehe.

    hm, das ist aber schon bedauerlich, dass ihr euch da in 4 jahren nicht einigen konntet. ":/


    es klingt jetzt für mich ein bisschen so, dass er auf gar keinen fall umziehen möchte - nichtmal ins nachbardorf. ;-D


    aber ich kenn ja eure lage nicht, womöglich hat er ja ein haus und kann deshalb nicht so einfach weg ziehen oder hat dort viele angehörige oder, oder, oder.


    wobei ich mich schon frage, wie er dort stark verwurzelt sein kann, wenn er so viel zockt? ":/

    @ Morwena:

    Danke für deine Einschätzung, es ist interessant die Sache aus Sicht einer weiblichen zockerin zu sehen! Ich weiß was du meinst damit dass man sich nicht so "gehen lassen" kann wenn der Partner mit in der Wohnung wohnt.... aber ich glaube nach 4 Jahren sind wir über diese Phase hinaus und das spielt keine Rolle. Er läuft zu Hause generell immer in kurzer Hose und Shirt herum und solange er sich duscht soll mir das recht sein ;-)


    Wo du aber sicher recht hast ist unsere unterschiedliche Auffassung von gemeinsam Zeit zu verbringen... Ich denke er wünscht sich genau so was wie du schilderst, eine Partnerin die mit ihm zockt, streams anschaut und im allerbesten Fall mit auf Hardcore Festivals geht... und das werde ich ihm leider nie geben können... Ich glaube einfach wir sind an einem Punkt an dem ich nicht mehr machen kann als ich schon tue, ich bin durchaus bereit ihm seinen Freiraum zu lassen, aber ich kann auch nicht nur zurückstecken ohne jemals das einzufordern, was für mich zu einer glücklichen Beziehung dazu gehört... es wird daher wohl seine Entscheidung sein müssen ob er sich so sehr eine Partnerin wünscht die das gleiche Hobby hat wie er dass er dafür die Beziehung beendet oder ob die Gefühle und die gemeinsame Zukunft doch größer sind von der Wichtigkeit her.... :°(

    @ morwena:

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    Jemand, der jeden Tag Fleisch ist, kann vielleicht mal einem Besuch zuliebe eine Woche vegetarisch essen. Aber dauerhaft wird derjeniger dann nicht glücklich sein.

    im prinzip stimme ich dir da natürlich zu. ich zocke selbst auch und wäre meine freundin da nicht so tolerant, dass sie dann in der zeit eben selbst was macht oder manchmal auch das ein oder andere spiel mit mir zusammen spielt - ich glaube, ich könnte nicht mit ihr zusammen sein.


    ist aber ziemlich lieblos, wenn man sich erst 4 jahre lang von seiner freundin besuchen und bekochen lässt, sie unter druck setzt, weil sie die eigenen interessen nicht teilt und ihr dann nach 4 jahren mal andeutet, dass man gar nicht zusammen ziehen möchte. ":/


    ich schätze mal, ihm war auch schon vor 4 jahren klar, dass er eben seine interessen hat und nur am PC abschalten kann und dort eben auch viel zeit verbringt. warum haben die beiden das also nicht gleich zu anfang geklärt?


    ich würde deinen vergleich daher ein bisschen umformulieren - der freund der TE isst gern jeden tag fleisch und hat sich im vollbesitz seiner geistigen fähigkeiten (!) eine vegetarische freundin gesucht, die ab und an sogar ihm zuliebe widerwillig in ein schnitzel beisst - und nun macht er ihr einen vorwurf daraus, dass sie vegetarierin ist und sagt ihr, dass ihm nach 4 jahren beziehung mal eben klar geworden ist, dass es doch viel besser mit einer freundin wäre, die keine vegetarierin ist.


    wie gesagt - ziemlich lieblos und ich-fixiert. ":/

    @ Anfangmitfreude

    Er hat seine Großeltern hier die wichtige Bezugspersonen für ihn sind und einen Wald, in dem er immer wieder mal Holz schlägert... dass wir so lange gebraucht haben liegt auch daran dass ich damals noch einen Job in der Nähe von meinem Wohnort hatte und es daher unter der Woche für mich von meinem Zuhause weg kürzer war in die Arbeit (von mir weg ca 10min, von ihm ca 35min). Jetzt habe ich meinen Job durch Zufall in der Nähe von seiner Wohnung...


    Ich finde es übrigens toll dass du es geschafft hast das Zocken zu minimieren und zu erkennen, dass auch echte freundschaften und vor allem deine freundin wichtig ist! :)^

    Du hast mich jetzt trotz meiner Lage zum Lachen gebracht- ich bin nämlich tatsächlich Vegetarierin ;-D


    Aber im Grunde genommen hast du Recht... die Situation ist für mich gerade wirklich schlimm, mir geht's nicht besonders gut in letzter Zeit, er hat mir damit den Boden unter den Füssen weggezogen... wir waren bereits gemeinsam Möbel schauen und mit dem Vermieter ist bereits alles geklärt zwecks Sanierung, und dann kommt so was! Selbst für den Fall dass er nicht Schluss macht weiß ich gerade nicht wie ich jemals das Vertrauen aufbringen soll mit ihm jetzt die Wohnung gemeinsam einzurichten! Und andererseits hat er mich mit seinen Zweifeln und Aussagen natürlich auch sehr verletzt... Er sagt zwar einerseits, er weiß was er an mir hat und wie viel ich ihm bedeute, andererseits weiß er mich ob es reicht... Das ist ziemlich schlimm wenn man davon ausgegangen ist dass einen der andere liebt und eine gemeinsame Zukunft will...