Gemeinsames Konto und unterschiedliche Auffassungen!

    Hallo ihr Lieben!


    Mein Freund und ich sind unverheiratet und haben seit der Geburt unseres Kindes ein gemeinsames Konto. Das war damals meine Idee, um einfach die große Rechnerei zu umgehen, wenn ich dann in Elternzeit bin und weniger bekomme (Elterngeld bzw. im Anschluss erstmal nichts). Gesagt, getan. Nebenher hat jeder von uns ein Taschengeldkonto, und da fängt es schon an: Ich zahle davon einen Mädelsabend - er geht ins Kino und zahlt vom gemeinsamen Konto. Irgendwie ungerecht.


    Jetzt kommt es aber noch dicker. Gestern hatten wir einen riesigen Streit, in dem die Trennungsfrage im Raum stand - und abends überwies er sich sein Weihnachtsgeld sowie seine Steuerrückerstattung auf sein Konto, da es SEIN Geld sei. Wie würdet ihr jetzt reagieren?


    Viele Grüße!

  • 96 Antworten

    Trennt die Konten wieder und einigt euch über den Anteil den jeder auf das gemeinsame Konto packt egal ob 50/50 oder jeder xx% seines Nettogehaltes (gehe ich mal eher von aus, wenn du in absehbarer Zeit nichts verdienst), da müsst ihr drüber reden. Davon könnt ihr dann Fixkosten, Einkäufe usw. bezahlen und der Großteil des restlichen Gehaltes bleibt eben auf den eigenen Konten zur freien Verfügung.


    Fakt ist das ihr hier offenbar so unterschiedliche Vorstellungen vom Umgang mit Geld habt das es schwierig wird da auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

    Freunde von uns machen das so mit gemeinsamen plus Taschengeldkonten und ich fand das gut. Mein Freund sträubte sich damals aber schon bei den Taschengeldkonten, weil er meinte, so viel würde ja eh nicht übrig bleiben. Schlussendlich einigten wir uns drauf, wobei wir weniger Taschengeld haben als von mir erhofft. Er hat einen Betrag von 150 festgelegt, damit es nicht eng wird mit den Fixkosten. Würde man es umdrehen, also gemeinsames Konto nur für Fixkosten und den Rest behält jeder, müsste es ja genauso sein...

    Da ich es mit der Prozentlösung auch nicht fair fand ( wenn er sehr gut und sie später mal hausnummer 800 euro Kindergeld bekommt bleiben den Personen unterschiedlich viel Geld zur freien Verfügung) haben wir es so gemacht, dass sich jeder das selbe Taschengeld behält. Ob man es spart oder ausgibt, bleibt jedem überlassen.


    Bzgl. Weihnachtsgeld haben wir uns ausgemacht, dass man sich das doppelte Taschengeld behält.


    Ich würde ihn offen drauf ansprechen, was eure Vereinbarung war. Wenn es nicht funktioniert, das Haushaltskonto wieder auflösen und ihn darauf hinweisen, dass wenn ihr euch trennt er Unterhalt zahlen muss. Das kann er dir dann auch nicht so einfach vorbehalten.

    Zitat

    Da ich es mit der Prozentlösung auch nicht fair fand haben wir es so gemacht, dass sich jeder das selbe Taschengeld behält.

    Wie gesagt, da sind viele Lösungen denkbar. Extrem wichtig ist allerdings das es von beiden Partnern mit getragen wird. Wenn ich aber lese das der Freund sich damals schon vor dieser aktuellen "Lösung" gesträubt hat dann ist mir klar das er das alles so garnicht wollte und es im Prinzip von der TE "diktiert" wurde. Sowas kann beim Thema Geld niemals funktionieren.


    Setzt euch zusammen und sucht nach einem neuen Kompromiss.

    Mir kommt es ein wenig so vor, als will er möglich viel Vorteil/Geld für sich herausschlagen. Da gilt es einen Kompromiss zu finden.


    Wenn man eine Familie gründet, also Kinder bekommt, muß man meiner Meinung nach auch das Geld fair verteilen. Wenn einer daheim bleibt und der andere damit den "Luxus" hat, seinem Job weiter nachzugehen, dann muß er den, der kein oder wenig Geld bekommt, mit unterstützen, und das eben nicht nur für die familiären Fixkosten. Da geht es eher um eine Art bedingsloses Grundeinkommen. Bzw. wenn man Elterngeld bekommt, daß man dann eben weniger zu den familiären Fixkosten dazugibt und auch noch einen gewissen Betrag für sich übrig hat.


    Mir ist aber auch klar, daß Geld in heutigen Zeiten oft ein sehr kontroverses Thema in Beziehungen ist, wo es mehr als früher um "mein" und "dein" geht.


    Wir hatten schon lange vor den Kindern immer so eine Art Taschengeldvereinbarung. Jeder hatte für sich einen Betrag zum Ausgeben (der war damals natürlich noch etwas höher, weil wir ja ganz gut verdient haben) und der Rest des Einkommens ging für Fixkosten und Sparen/Urlaub/gemeinsame Anschaffungen für den Haushalt drauf. Damit gab es auch nie wirklich Streß. Der Vorteil bei uns aber ist, daß wir recht ähnlich denken.


    Wenn es nun bei Euch so ist, daß er nicht einverstanden damit ist, daß jeder denselben Betrag für sich zum Ausgeben hat, weil er ja verdient und er damit auch mehr für sich haben sollte, dann wird es schwierig für Dich. Dann kannst Du wirklich nur noch auf der Basis argumentieren, daß Du ihm ja den Rücken freihälst, damit er arbeiten gehen kann und Dir damit quasi auch einen Betrag X für Dich verdienst.


    Und wenn ihm das nicht paßt, dann muß er eben in Haushalt und Kinderbetreuung mehr mit ran, damit Du auch arbeiten gehen kannst, um (mehr) eigenes Geld zu haben. Das wird nicht das sein, was Du willst, aber vielleicht öffnet ihm das ja die Augen.


    Aber letztlich ist es so. Entweder man teilt die Aufgaben 50/50 auf und findet eine Lösung, wo jeder noch sein Geld verdienen kann, oder einer bleibt daheim und muß eben vom anderen (in vernünftigem Rahmen natürlich) mitfinanziert werden.

    Meine Frau und ich haben sowohl getrennte als auch ein gemeinsames Konto. Gehälter gehen auf die getrennten Konten und über das gemeinsamme Konto laufen die Kosten fürs Haus, Ernährung, Pflegeartikel, gemeinsame Anschaffungen und gemeinsame Freizeitaktivitäten.


    Gehen wir alleine weg oder kaufen wir was nur für uns selbst, zahlt jeder von seinem Konto. Finden wir beide gut. So brauch ich kein schlechtes Gewissen haben wenn ich mal ein Spiel kaufe oder meine Frau keins, wenn sie was ausgibt.

    Hey Nordi, nein, so ganz stimmt das nicht. Mein Freund gehört leider zu den Menschen, die dann nach außen hin überzeugt von was sind, das dann auch machen (er hat sich um die Einrichtung der Konten gekümmert) und irgendwann kommt dann raus, dass er nicht dahinter stand. Erst fand ers nicht gut, dann war er plötzlich doch "überzeugt". Tja.


    Nala, wir hatten auch vereinbart, dass jeder das gleiche Taschengeld bekommt, eben auch aus dem Grund, da ich wegen des Kindes nicht arbeite.


    Würdet ihr an meiner Stelle nun auch Geld runternehmen? Ich denke, am liebsten würde er es jetzt einfach auf sich beruhen lassen, also das Geld nicht wieder draufpacken, aber so geht das nicht, finde ich. Entweder gemeinsames Konto ohne auf mein und dein rumzureiten oder eben nicht...

    Vielleicht würde es ihm helfen, wenn du ihm mal damit konfrontierst das er dir gegenüber Unterhaltspflichtig ist. Und das gar nicht mal so knapp. Dazu gibts Internetratgeber, wo du das mal nachlesen kannst.


    Vielleicht holt ihn das mal runter, wenn er sieht was im Falle eine Trennung noch "seins" ist. Das ist in der Regel eher wenig und mit Sicherheit viel weniger als er heute hat.


    Aber ehrlich gesagt: entweder findet ihr zusammen eine Lösung oder eben nicht - was bedeutet du akzeptierst das oder beendest es. Ist euer gemeinsammes Geld denn sehr knapp?


    Nebenbei: wenn du euer gemeinsames Konto überziehst, haftet er mir dafür :) Wenn also notwendige Anschaffungen anstehen, läuft das Konto halt mal ins Minus. Oder es gibt 2 Wochen nur Pfannkuchen weil billig.

    Zitat

    Ich zahle davon einen Mädelsabend - er geht ins Kino und zahlt vom gemeinsamen Konto. Irgendwie ungerecht.

    Also hast du den Mädelsabend von deinem Taschengeldkonto bezahlt und er seinen Kinoabend vom gemeinsamen Konto?

    Zitat

    Gestern hatten wir einen riesigen Streit, in dem die Trennungsfrage im Raum stand

    Ein Geldstreit oder ein anderer Streit?


    Wegen dem blöden Konto wird man sich ja nicht trennen. Wenn es bei euch so scheppert, dann hat das entweder noch andere Gründe, oder die Differenzen wegen dem Geld werden aufgebauscht. Das ist nun wirklich nicht nötig.


    Bei euch hat sich durch das Kind viel verändert. Weniger Zeit, weniger Geld. Und auf gewisse Weise seid ihr beide nun mehr aufeinander angewiesen als früher. Ihr solltet euch da dringend zusammenraufen und ein paar Dinge verbindlicher gestalten. Es ist aber auch so, dass er nun die Haupteinkommensquelle ist. Das bedeutet für dich, dass du zwar einen Anspruch hast, dass euer gemeinsames Leben und das Kind auch von diesem Einkommen bestritten wird (dafür opferst du ja auch deine Zeit und kümmerst dich mehr). Aber es bedeutet nicht, dass du darüber hinaus eine "Verfügungsgewalt" über den Rest seines Einkommens hast. Ich kann mir vorstellen, dass es ihn wurmt, als Hauptverdiener selbst nur ein "Taschengeldkonto" zu haben. Ehrlich gesagt halte ich es auch für kindisch :)z .


    Mein Vorschlag: macht ein ordentliches Haushaltsbuch mit den nötigen Kosten (auch Rücklagen für Einmalkosten pro Jahr wie Versicherungsbeiträge o.ä.). Und dann schaut ihr, was am Ende übrig bleibt. Von dem, was übrig bleibt, vereinbart ihr dein Taschengeld, was dir im Monat zur Verfügung steht. Und dann lass ihn von seinem Konto machen, was er will, solange eben die Ausgaben beglichen werden. Dann muss er auch nicht Rechenschaft darüber ablegen, was er von seinem restlichen Geld alles noch bezahlt.


    Ich kenne jetzt seine Gehaltsgruppe nicht, aber 150 Euro für freien Konsum finde ich jetzt im Monat durchaus in Ordnung, wenn man berücksichtigt, dass Wohnen, Unterhalt und Betriebskosten voll auf seine Kappe gehen.

    Gestern sagt er eben, es sei sein Geld. Heute verabschiedete ich ihn ins Büro mit der Bitte, mal darüber nachzudenken, wie er zum gemeinsamen Konto steht. Ich bin gespannt. Nein, es ist nicht knapp. Und wenn alles harmonisch ist, spricht er gern von unserem Geld. Wenn es kracht, ist es plötzlich seins. Ich hingegen reiß mir jeden Tag ein Bein aus und wasche seine Wäsche, räume seine Sachen auf etc...

    Zitat

    Also hast du den Mädelsabend von deinem Taschengeldkonto bezahlt und er seinen Kinoabend vom gemeinsamen Konto?

    Ja genau.


    Nein, es war kein Streit ums Geld. Aber seine Reaktion auf den Streit.


    Noch bekomme ich Elterngeld, insofern ist er finanziell noch nicht für alles alleine verantwortlich. Und seit das Kind da ist, habe ich vom gemeinsamen Konto nichts bezahlt, was nicht nötig war. Eigentlich kaufen wir eh alles gemeinsam. Er muss also wirklich keine angst haben, ausgenommen zu werden. Die Vereinbarung war, sein Vorschlag übrigens, seine Rückerstattung für Krippenkosten zu verwenden und Geld, was über ist, für Urlaub oder mal ein größeres Taschengeld. Naja. Jetzt ist es erstmal weg.