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    Die stammt aber doch gar nicht von mir. Alias hatte geschrieben "Ich reiße mir ein Bein aus, wasche Wäsche ..." und es hat sich für mich so gelesen, als würde daraus ein Anspruch auf das Geld entstehen

    Comran... Ja, natürlich entsteht da ein Anspruch. Nicht aus sich selbst heraus, sondern weil man es so vereinbart hat. Es ist die klassische Rollenverteilung der Generation unser Eltern, einer geht arbeiten, der andere versorgt (Vollzeit 24/7) das Kind. Natürlich gehört das Einkommen dann beiden ebenso wie das Kind und der Haushalt beiden gehört auch wenn sich nur einer drum kümmert. Mit der Heirat ist das gesetzlich so geregelt, ohne Heirat muss man sich halt absprechen, wie man das gemeinsam regelt. Nur im Haushalt von kinderlosen Paaren würde ich sagen, ist der Anspruch dann in der Tat antiquiert.

    Das ist Charaktersache, wie ich finde.Ich könnte es vor mir selbst nicht ertragen, wenn ich mir ohne Rücksprache etwas gönne und meine Partnerin könnte das nicht - ich käme mir schäbig und wie ein Verräter vor. Wir stimmen uns da ab. Wenn der Geschirrspüler ersetzt werden muss, hat das Vorfahrt, wenn es die Kassenlage erlaubt, ist auch mal wieder ein Mikrofon für mich drin; das ist dann aber bekannt, und dadurch ist es auch geteilte Freude. Das klappt sogar mit getrennten Konten.


    *:)

    Grob gesagt: Ich zahle die Miete und sie den Rest. Aber darüber haben wir nie wirklich gesprochen bzw. es so explizit vereinbart. Hat sich einfach so ergeben. Und es kommt dennoch vor, dass ich mal den Einkauf zahle oder sie den Sprit von meinem [oder doch unserem? :P] Fahrzeug.

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    Na in gewisser Weise schon. Wenn er sich zur Hälfte auf Erziehung und Haushalt konzentrieren müsste, weil seine Frau auch arbeitet, hätte er sich womöglich beruflich nicht so engagieren können. Er kann ja auf der Arbeit nur so viel leisten, weil ihm die Frau den Rücken frei hält.

    Als ob man beruflich nur erfolgreich sein könnte, wenn einem zuhause jemand den Rücken freihält. ;-)


    Da man sich immer auf die Empörungsthemen stürzt, fasse ich nochmal zusammen, was meine Meinung dazu ist und was aber kaum bis gar nicht weiter thematisiert wird:


    Wenn es einem an nichts mangelt (der Hauptverdiener sogar zwei Urlaube vorschlägt!) und der Hauptverdiener am Ende des Monats noch Geld übrig hat, finde ich es kleinlich zu sagen, dass einem 50% des Überschusses zustehen.


    Wenn man dem Hauptverdiener hinterherrechnet, dass er einen Kinoeintritt nicht von seinem "Taschengeld" genommen hat, finde ich das auch kleinlich.


    Wenn in der Beziehung einige Dinge schief laufen und man sich nur noch Ansprüche vorrechnet, sich streitet und dann auch noch die Miete rückwirkend unfair findet, dann lässt sich diese Missstimmung nicht mit getrennten Konten retten, sondern das Problem liegt ganz woanders. Es wundert mich, dass sich fast alle Beiträge immer nur darauf stürzen, was der TE "zusteht".

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    Ich zahle die Miete und sie den Rest.

    So ähnlich habens meine Eltern auch. Papa bedient den Kredit, und meine Mama war immer für Essen und Schulsachen zuständig.


    Ich denk die Entstehungsgeschichte war auch bissl anders weil sie bereits jung zusammenkamen. Wenn man sich erst mit 30 verheiratet und sich erstmal zuvor alles allein aufgebaut hat, achtet man irgendwie mehr drauf. Mir waren klare Regeln immer lieber als jeder zahlt mal irgendwas. In einer jungen Beziehung, empfand ich es immer als sinnvoll, da genau drauf zu schauen, z.b nur eine Wohnung zu mieten die man im Fall der Trennung auch allein zahlen könnte, soviel zu verdienen, dass man auch allein auskommt. Und dann hat man diese Beziehung mal 10 Jahre gelebt, entscheidet sich zu heiraten und jetzt sind wir halt auch nicht von einem auf den anderen Tag andere Menschen und jedem gehört alles ;-D Da haben wir uns eben neue Regeln ausgemacht.

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    Als ob man beruflich nur erfolgreich sein könnte, wenn einem zuhause jemand den Rücken freihält.

    Als kinderloser Single nicht, aber er würde zumindest nicht gleichzeitig daheim sein können und sein Kind großziehen, während er voll verdient.

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    nur eine Wohnung zu mieten die man im Fall der Trennung auch allein zahlen könnte

    Pessimistin. :P

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    soviel zu verdienen, dass man auch allein auskommt

    Oh, das ist für viele sicher interessant. Wie macht man denn sowas?

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    Mir waren klare Regeln immer lieber als jeder zahlt mal irgendwas.

    Habe ich doch oben schon geschrieben: Komplett entgegengesetzte Herangehensweisen. Jetzt auch korrekt geschrieben. :D

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    Als ob man beruflich nur erfolgreich sein könnte, wenn einem zuhause jemand den Rücken freihält.

    Wie viele Männer von den Konstellationen, die angedacht sind, tun mehr im Haushalt, als gelegentlich den Geschirrspüler auszuräumen oder am Wochenende eine kleinere Reparatur zu machen? Putzen, einkaufen, kochen, waschen, spülen usw., das macht in den meisten Konstellationen alles die Frau. Ohne sie ginge es nicht mit den Kindern und Karriere für den Mann.


    Angenommen, er wäre plötzlich alleinerziehend mit Kindern und Arbeit - oder angenommen, die Frau möchte im Haushalt nur noch denselben geringen Einsatz leisten wie er und die ersparte Zeit ebenfalls für ihren Beruf aufwenden?


    Dann wären erhöhte Kosten für Haushaltshilfen usw fällig. Das (bzw. den anteiligen Beitrag daran) erspart die Frau ihm, indem sie im Beruf aussetzt. Also kann sie doch auch von ihm einen finanziellen Zuschuß für Vergnügen oder Sparen bekommen?

    Comran, Du hast leider ein Beispiel gebracht,

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    Als ob man beruflich nur erfolgreich sein könnte, wenn einem zuhause jemand den Rücken freihält. ;-)

    Wenn unser Kind mal wieder über Nacht krank wird, fahren wir die Laptops hoch, checken die Terminkalender und entscheiden dann, wer wann die nächsten 1-5 Tage mit dem Kind daheim bleibt oder wann wir wie halbe Tage arbeiten können. Das heißt nichts anderes, als dass der mit den unwichtigeren Terminen dem anderen den Rücken frei hält.


    Angenommen, einer von uns würde auf Dauer weniger arbeiten und wäre im Gegenzug dann mehr für Haushalt, krankes Kind etc. zuständig, wär das dann eben ein dauerhaftes Rücken frei halten.


    Wir könnten uns derzeit beruflich gar nicht so reinhängen, dass eine Gehaltserhöhung oder Prämie dabei raus kommen würde. Zumindest ginge das nur auf Kosten des Kindes oder des Partners. Viel mehr sind wir froh, wenn wir mit unserem dauerkranken Kind zumindest unseren Dienst nach Vorschrift hin kriegen.


    Wenn also jemand mit Kleinkind zu Hause einen größeren Karriereschritt macht, dann Wohl oder Übel auf die Kosten der Karriere des Elternteils, der dafür mehr zu Hause ist. Und dann ist eine etwaige leistungsorientierte Prämie durchaus auch durch beide verdient.


    On Topic


    Mit einem Kind hat man meiner Meinung nach ein Familieneinkommen und sollte nichts gegeneinander aufrechnen. Davon wird das Geld nicht mehr und die eh schon knappe Zeit ist für solche unnützen Diskussionen zu schade. Wichtig ist, dass jeder sich ausreichend einbringt und die Belastung mehr oder weniger gleich verteilt ist. Wenn dann am Ende keiner völlig überarbeitet ist und insgesamt ausreichend Geld in der Kasse ist, dann sollte eigentlich alles gut sein.

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    Wenn in der Beziehung einige Dinge schief laufen und man sich nur noch Ansprüche vorrechnet, sich streitet und dann auch noch die Miete rückwirkend unfair findet, dann lässt sich diese Missstimmung nicht mit getrennten Konten retten, sondern das Problem liegt ganz woanders. Es wundert mich, dass sich fast alle Beiträge immer nur darauf stürzen, was der TE "zusteht".

    Tja, wer weiss schon, was da noch so alles schief läuft. Wir kennen hier nur den kleinen Aussschnitt, der uns gezeigt wird, und der dreht sich ums Geld. Und ja, Geld kann durchaus Anlass für große Krisen sein. Ist das Geld knapp oder einer geht verantwortungslos damit um oder beide haben sehr konträre Ansichten über die Verteilung, dann gibt's halt Streit. Klar ist das Kinderkram, sich über die Kosten von Kinokarten aufzuregen - wenn man das Geld denn locker hat. Hat nicht jeder!

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    Als ob man beruflich nur erfolgreich sein könnte, wenn einem zuhause jemand den Rücken freihält

    Ich hab zwei Kinder und arbeite 40h, sehr erfolgreich. Das ist nur möglich, weil meine Frau im Gegenzug nur halbtags arbeitet und damit auf die schnelle Karriere und viel Geld verzichtet. Zwei Vollzeitstellen wären nicht machbar. Wir haben keine Kinder in die Welt gesetzt, um sie von 7-18 Uhr im Hort zu parken. Allerdings erwachsen aus der gemeinsamen Lebensführung irgendwann gemeinsame große Pläne wie ein Haus, so dass sich das Thema dass einer Reichtum für sich allein anhäuft von selbst erledigt.

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    Seid ihr selbstständig oder wieso macht ihr nicht einfach "Kindkrank"?

    Machen wir natürlich. Aber erstens deckt das ja lange nicht alles ab und wir versuchen es halt so zu machen, dass es unsere Arbeit möglichst wenig beeinflusst. Es gibt ja Tage, wo man "besser" fehlen kann als an anderen. Wenn ich zu einer Besprechung mit 10 Leuten eingeladen habe, versuche ich diese auch durchzuführen. Da bleibt dann eben besser mein Mann zu Hause.


    Wem 20 Kinderkrank-Tage im Jahr locker reichen, kann sich sowieso glücklich schätzen. Bei 16 Infekten im Jahr und ohne Oma vor Ort ist das nicht viel.