Also, wenn es wäre (was ich weder bestätigen noch bestreiten kann. Obwohl gefühlt eher bestreiten), dann fände ich das gar nicht so schlecht. Ist doch eine realistischere Sicht auf Beziehungen. Auf immer und ewig zusammenzubleiben, klar, das hat auch seine positiven Seiten, aber kann auch zu einem Käfig werden und das ist ja eigentlich (mMn) nicht Sinn der Sache. Gerade wenn ich mir Familien mit Kindern anschaue, gibt es da nach meinem Gefühl nicht wenige Elternpaare, die eher aus Pflichtgefühl und Gewohnheit zusammen sind als aus tatsächlicher Liebe. Da würde so ein bisschen Mut zur "seriellen Monogamie" nach meinem Empfinden nicht schaden (obwohl natürlich jede*r so leben kann, wie gewünscht).

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    Da würde so ein bisschen Mut zur "seriellen Monogamie" *

    * oder auch zum Allein leben.


    Ich denke, das könnte ein Punkt sein - heute kann glücklicherweise fast jeder Mensch für sich selber sorgen. Eine Versorgungsgemeinschaft zu gründen, war ja die längste Zeit überhaupt der Grund für feste Partnerschaften.

    Ich hatte mit 18 meine erste Freundin, wir haben nach 7 Jahren geheiratet und ich dachte wir werden ein Leben lang zusammenbleiben, haben 2 Kinder ein Haus...


    ...und letztes Jahr nach 15 Jahren Ehe bekomme ich dann zu hören, dass sie nicht mehr glücklich mit mir ist und sich in einen anderen Mann verliebt hat...


    Ja, wir haben uns auseinander gelebt, es hat nicht mehr gepasst zwischen uns, das sehe ich aber auch erst jetzt im Nachhinein, ich hätte von meiner Seite die Beziehung wohl nicht aufgegeben. Inzwischen weiß ich aber, dass es so besser ist für uns; aber eben nicht für die Kinder :-/


    Sie ist mit den Kindern zu ihrem neuen gezogen.


    Ich bin inzwischen auch wieder in einer Beziehung und hoffe, dass wir lange zusammenbleiben, wer weiß, vielleicht sogar nochmal heiraten.


    Es ist einfach so, damit eine Beziehung ein Leben lang hält, muss man eben auch viel investieren, man muss sich um den Anderen bemühen und auch Kompromisse eingehen. Aber auch das ist keine Garantie!


    Jeder entwickelt sich im Leben weiter, aber eben auch für sich, und manchmal entwickelt man sich dadurch auch auseinander...

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    Meine Vermutung: Das ist bei vielen Mädchen eine Altersfrage. Ab einem gewissen Alter wollen sie nämlich geheiratet werden, wie die Freundinnen.

    Da bin ich absolut der selben Meinung. Heiraten geht für Mädchen (aber auch Frauen) weit über reine Liebe hinaus. Es ist der Event im Leben einer Frau, den sie nie vergessen wird....so zumindest wird es suggeriert. Alles um einen herum hebt warnend den Zeigefinger: "Wehe Du verpasst diesen Moment, du wirst es Dein ganzes Leben bereuen!" Ausserdem....alle anderen machen es ja auch, da gibt's nicht mehr viel zu hinterfragen. Frau will schliesslich nicht von den anderen Frauen bemitleidet werden. Das gleiche gilt auch beim Kinderkriegen. Hat eine der Freundinnen mal angefangen, wächst der Neid der anderen. Kein Wunder eigentlich, ist die Scheidungsrate derart hoch.

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    Die meisten Mädels in meinem Umfeld würde gerne direkt den Traumprinzen ergattern, aber das ist nunmal nicht leicht.

    Ja der Traumprinz der seine Angebetete auf Händen trägt. Haben die Gebrüder Grimm gut hingekriegt und ganzen Generationen von Mädchen einen Flo ins Ohr gesetzt. Selbst nach 20 werden sie diesen nicht los und leben in einem Märchen, das später meist in einem Desaster ändert.

    Ich glaube das die Phase des Ausprobierens bei jungen Menschen heute einfach länger ist als bei uns. Was mit Sicherheit auch damit zusammenhängt, dass die Möglichkeiten Partner(innen) kennenzulernen einfach viel, viel größer geworden sind


    Als ich jung war gab es kein Internet, kein Tinder, kein Paarship etc.Dadruch wird die Entscheidung einfach heute schwieriger und man wird anspruchsvoller.


    Das ist wie beim Bäcker. Früher gab es eben nur weiße Brötchen, Mohnbrötchen Sesambrötchen und Kümmelbrötchen. Da hatte man sich schnell entschieden. ;-D


    Hinzu kommt, dass die Partnerbindung auch etwas mit dem Einstieg ins Berufsleben zusammenhögt. Dadurch das der Anteil der Studenten, die dann zum Teil auch noch zu Hause wohnen, viel größer ist bindet man sich eben später.

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    Allerdings wurden zumindest in meiner Generation meinem Eindruck nach die meisten Beziehungen noch in der (unrealistischen?) Hoffnung eingegangen, dass sie auf Dauer halten. Man hoffte und plante also, mit dem Partner dauerhaft zusammenzubleiben.

    Was ist denn deine Generation? ;-)


    Bei mir und meiner Frau war es umgekehrt: ihre Mutter hat ihr anfangs laufend eingeredet, dass ich bestimmt nicht ihr letzter Freund sei. Sie war damals 17. Nun, nächstes Jahr sind wir 30 Jahre zusammen und 2018 haben wir Silberhochzeit. o:) x:)

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    Ich vergess nie die Reaktion einer vielleicht 19-jährigen, die erfuhr, dass ich nach 30 Jahren noch mit meiner ersten Liebe zusammen bin. "Es geht also doch!" meinte sie sichtlich sehr bewegt und für sich selbst und ihre Liebe Hoffnung schöpfend.

    Interessant, ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht. Ein guter Freund, der 2x Pech mit Frauen hatte, hatte mir mal gesagt: "Ihr beide seid der einzige Grund, warum ich immer noch an die wahre Liebe glaube.".


    Aber wir haben in vielen Dingen auch sehr viel Glück gehabt. Das war vor allem am Anfang der Beziehung nicht so klar, es hätte sich auch anders entwickeln können. Es war aber so, dass sich unsere menschliche Fortentwicklung in die gleiche Richtung entwickelte und wir uns nicht nur lieben, sondern immer stärker als Team an einem Strang ziehen und wirklich aktiv eine Zukunft aufgebaut haben. Das war so die Planung, die mit Ende 20 immer mehr Gewicht bekam, da das Gefühl der Sicherheit so stark wurde, dass wir sogar sehr weit in die Zukunft blickten und auch heute noch tun.


    Andererseits hatte ich auch in jungen Jahren nie darüber nachgedacht, diese Beziehung als "zeitlich begrenzt" zu betrachten. Es hat sich für mich gut angefühlt, also denke ich doch nicht darüber nach, ob das für immer ist oder nicht. Es wurde halt nur nicht viel geplant, es war aber auch noch nicht notwendig.

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    Mir gehts nur um die Frage, ob hier tatsächlich eine Entwicklung weg von auf ewig geplanten Beziehungen hin zu von vorneherein nur als befristet angesehenen Beziehungen stattgefunden hat, ob das eine Generations- oder vielleicht eher eine Altersfrage ist, oder vielleicht nur Einbildung meinerseits.

    Eine auf ewig geplante Beziehung würde ich zunächst der älteren Generation zuordnen. Das hielt sich bis ca. 1975. Bis zu diesem Zeitpunkt durfte keine Frau ohne Einwilligung des Vaters oder des Ehemannes ein eigenes Konto führen. Nach der Heirat mussten viele, wenn sie denn einen Beruf ausübten, diesen sofort aufgeben.


    Somit waren Frauen bis dato immer abhängig. Bei den Scheidungen ging es immer um das Schuldprinzip. Konnte der Frau nachgewiesen werden....was auch immer, wurde sie zum Sozialfall und gesellschaflich geächtet. Kinder die unehelich geboren wurden, nannte man "Bastard" und hatte ebenfalls keine oder nur sehr eingeschränkte Rechte, z.B. beim Erbrecht. Sicher wurden viele Ehen geschlossen mit dem Wunsch und der Hoffnung, für immer und ewig. Und es gibt Ehen, die auch wirklich 25 bis 50 Jahre und länger hielten, weil bei gegenseitigem Respekt Lösungen gesucht und gefunden wurden. Oder es wurde still hingenommen...was auch immer. Die ältere Generation war da noch anders "gestrickt".


    Nach 1975 änderte sich vieles für Frauen. Es gab die Pille, das Schuldprinzip bei einer Scheidung gab es nicht mehr, der Versorgungsausgleich wurde eingeführt. Die Frauen konnten ohne Einwilligung einer männlichen Person eine Beschäftigung aufnehmen, ein eigenes Konto eröffnen usw.


    Ich habe den Eindruck, dass auch die jetzige Generation bei Heirat den Wunsch und die Hoffnung hat...für immer und ewig. Nur ist es leichter, aufgrund der Versorgungsleistungen eine Ehe zu beenden. Und keine Frau muss es bei einem notorischen Fremdgänger, Misshandlungen usw. mehr in einer Ehe "aushalten".


    An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich hier keinen Kampf gegen die Männer führe, sondern meine Sichtweise als Frau in Bezug auf "Damals und Heute" mitteile.


    Durch die 1975 eingeführten Veränderungen wurde das bis dahin geprägte Leben in einer Ehe für Mann und Frau auf den "Kopf" gestellt. In den letzten 40 Jahren haben weder Mann noch Frau ihre eigene Rolle in der Ehe gefunden, so mein Eindruck. Teilweise bedingt durch bestehende Gesetze, teilweise durch eigene Verantwortungslosigkeit auf beiden Seiten, je nach "Strickmuster". Hinzu kommen die ständigen Berieselungen, was denn nun richtig oder falsch ist. Werte vermitteln ist out oder unerwünscht, Rat wird oft nicht angenommen oder erst dann, wenn das "Kind" schon in den Brunnen gefallen ist.


    Das war früher auch nicht anders, nur führte die Prägung in der damalige Zeit zu mehr Ausdauer. Gespräche fanden statt mit engen Freunden oder in der Familie. Heute ist alles anonymer und niemand weiss, ob alles echt ist oder nur gespielt. Direkte Hilfen, die auch zu Ergebnissen führen - egal in welche Richtung - gibt es m. E. immer seltener.


    Deshalb würde ich sagen, dass es sich bei der heutigen Entwicklung um eine "Frage der Zeit" handelt.


    Erst wenn Männer und Frauen ihre eigene Rolle gefunden haben durch persönliche Reife, wird sich vieles ändern. Ich hoffe zum positiven für beide Geschlechter.

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    In den letzten 40 Jahren haben weder Mann noch Frau ihre eigene Rolle in der Ehe gefunden, so mein Eindruck.

    Die Ehe ist halt eine komische Chimäre aus rechtlicher und privater Einrichtung. Welche andere Vertrag ist mit so viel Symbolkraft aufgeladen. Ich habe auch den Eindruck, dass wir uns als Gesellschaft überhaupt nicht einig sind, was die Ehe nun eigentlich sein soll.


    Aber darum ging es Fe. ja gar nicht, denke ich, sorry.

    Fe.

    Nun es gibt wie immer solche und solche. Die meisten gehen Beziehungen ein, weil sie denken, dass es der eine ist. Da können auch Jahre als Single vergehen, wenn keiner kommt, der passt.


    Eine andere hat ihren ersten Freund mit 18/19 gefunden, weil es vorher einfach nicht gepasst hat.

    Juan76

    Traumprinz, Seelenverwandter, Traummann, der Eine, Liebe des Lebens...ist doch egal.


    Mein Traumprinz ist sicherlich kein Prinz. Kann ziemlich gemein sein und pupst dank LI gerne mal. Bin aber auch keine zuckersüße Prinzessin. Er ist ein Mensch mit Ecken und Kanten, wie wohl auch jeder andere.

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    Das allerdings hat sich meinem Eindruck nach inzwischen völlig gewandelt, die heute jungen Leute halten die serielle Monogamie für so normal, dass sie schon beim Eingehen einer Beziehung überhaupt nicht davon ausgehen, dass die Beziehung von Dauer ist.

    Das drückt sich auch in der Sprache aus. In Begriffen wie "Lebensabschnittsgefährte", "jetziger Mann" ...


    Wenn mich eine Frau als "jetziger Mann" bezeichnen würde, wäre sie ab dem Zeitpunkt meine zukünftige Ex.

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    Die meisten Mädels in meinem Umfeld würde gerne direkt den Traumprinzen ergattern, aber das ist nunmal nicht leicht.

    Den Fehler, den die Mädels, und nicht nur die, mMn dabei begehen ist der, dass viel zu viel nach einem Traumpartner gesucht wird und viel zu wenig nach jemanden, der zu einem passt. So lange man einen Partner nur nach allgemeinen Auswahlkriterien und Modeerscheinungen bewertet, kriegt man vielleicht jemanden, mit dem man angeben kann, mit dem man aber nicht unbedingt für ein Leben lang glücklich wird.


    Heutzutage kann man es sich i.d.R. leisten, sich von jemanden zu trennen, mit dem man nicht (mehr) glücklich wird, das war früher anders. Darüber hinaus sind heutige Beziehungsformen allein das Ergebnis eines anerkannten gesellschaftlichen Konsens. Beziehungstechnisch könnte es aber auch ganz anders aussehen. Dieses Vater-Mutter-Kind Ding und die Liebe bis das der Tod euch scheidet, hat uns allein die Kirche als einzige Lösung so verkauft. Manche fahren damit ganz gut, für andere passt es eben weniger.

    Beziehungen wie sie Männer leben, sind meist Beziehungen, wie zu ihrem Auto. Autos werden, wenn sie ganz neu sind, mit 'Putzikatzi', 'Heißes Eisen' und 'Liebling' und was weiß ich bezeichnet. Wenn sie älter werden dann werden sich auch die Namen ändern. Bei Reperaturen heißen sie dann 'alte Schäsn', 'lahme Kuh' und 'du_kommst_bald_weg'. Bei manchen Männern hält die Liebe aber, bis dass der TÜV es scheidet. Oder aber die Schäsn wird als Oldie behalten...aus Liebe.


    Beziehungen wie sie Frauen leben:...Liebe, Therapie,...,....,......und den guten Rat von Freundinnen: 'Lauf so schnell du kannst!' und du hast Besseres verdient!