Ich knüpfe mal bei Comran an:

    Zitat

    Andererseits hatte ich auch in jungen Jahren nie darüber nachgedacht, diese Beziehung als "zeitlich begrenzt" zu betrachten. Es hat sich für mich gut angefühlt, also denke ich doch nicht darüber nach, ob das für immer ist oder nicht. Es wurde halt nur nicht viel geplant, es war aber auch noch nicht notwendig.

    Das sind auch so meine Gedanken gewesen nach dem Lesen des Eingangsbeitrags.


    Ich habe mir in jungen Jahren keine Gedanken bezüglich "für immer" gemacht.


    Als ich schwanger mit meiner ersten Tochter war, da liebte ich ihren Vater, wir wollten Beide die Heirat - also haben wir geheiratet. Sicher mit dem Hintergrund, dass es auch hält - aber bewußt haben wir darüber nicht nachgedacht, warum auch? Das wäre doch (damals wie auch heute) reine Spekulation? Niemand kann wissen was in 10 Jahren sein wird, wie wir uns entwickeln, wie sich die/eine Beziehung entwickelt. Darüber haben wir uns in jungen Jahren keine Gedanken gemacht.


    Aber vielleicht ist man, wenn man älter ist, achtsamer? Weil man gewisse Anzeichen kennt (Stichwort: Erfahrung)?


    Insgesamt: ich sehe in meinem Umfeld bei jungen Leuten da auch keinen Unterschied zu früher und heute. Es gibt Beziehungen die halten und es gibt Beziehungen die das eben nicht tun. Es gibt damals wie heute Menschen, die da weniger ernsthaft herangehen, die nicht genug Respekt haben, die keine 'Arbeit' in die Beziehung stecken wollen sondern meinen das seien Selbstläufer, dann wieder Andere, die wirklich kämpfen usw.....auch die Geschichten die man hier immer wieder im Beziehungsforum liest - die gab es vor 30 Jahren auch schon. Nur gab es die Möglichkeit (des Internets) nicht, sie einer breiten Masse so darzustellen.

    Und noch ein Aspekt:


    'Damals' war es auch noch so, dass Trennungen wesentlich schwieriger waren als heute. Obwohl das Scheidungsgesetz '77 - bezüglich der 'Schuldfrage' - geändert wurde, dauerte es noch Jahre, bis in die späten 80er, dass es auch so halbwegs respektiert wurde. Somit war eine Trennung (vor allem wenn es Kinder gab) moralisch gesehen ebenfalls viel verwerflicher als heute.


    Sehr viele (Ehe)Paare blieben deshalb zusammen, heute werden sie nicht mehr in diesem Maße stigmatisiert.


    Wenn ich da an meine Eltern denke....meine Mutter hat sich 1983 getrennt - im Großen und Ganzen war es kein Rosenkrieg o.Ä. - aber sie wurde von so einigen Menschen (damals so im Alter um die 40 Jahre alt) tatsächlich geschnitten, noch nicht mal mehr gegrüßt. Nur weil sie sich getrennt hatte - sie war automatisch "Die Böse". Und das waren zum Teil lediglich Nachbarn oder Bekannte....heutzutage würden diese Leute von damals wegen so einer Trennung noch nicht mal mit der Wimper zucken.


    Ich will damit sagen, dass man diesen Aspekt auch nicht vergessen sollte. Dass Trennungen heute lange nicht mehr so stigmatisierend sind wie sie es damals waren.

    Mir kommt es auch so vor, dass der Trend eher zum Lebensabschnittspartner geht. Ich erlebe das im Freundes- und Kollegenkreis häufiger, dass eine Trennung erstaunlich schnell in Erwägung gezogen wird. Es scheint out zu sein, an Beziehungen zu arbeiten. Dieses Muster passt allerdings gut in die schnelllebige Konsumgesellschaft.


    Ich selbst bin Anfang 30 und seit fast über einem Jahrzehnt mit meinem Freund zusammen. Zuvor hatte ich nur zwei Frösche geküsst. Ich kannte meinen Freund schon länger über die Schule und irgendwann verknallte er sich in mich und ich mich in ihn und das so richtig. Ich ging wochenlang wie auf Wolken und ihm ging es genauso x:)


    Es war die Jahre nicht immer einfach. Wir durchliefen viele Lebensphasen gemeinsam, in der sich Singles nur auf sich konzentrieren können und wir "mussten" bzw. wollten noch Rücksicht auf den anderen nehmen, da wir die Beziehung aufrecht erhalten wollten. Als wir zusammen kamen waren wir quasi noch Kinder. Es gab die Jahre viel Konfliktpotential, aber wir wuchsen jeder für sich und gleichzeitig gemeinsam zu Erwachsenen heran. Wir haben uns nicht nur als Mensch, sondern auch optisch stark verändert, aber seltsamerweise wuchs die Liebe und die gegenseitige Anziehung immer mit. Mein Freund ist nach wie vor der attraktivste Mann für mich |-o (geshoppte Schauspieler mal außen vor ;-) ). Er ist nicht nur mein Partner, sondern gleichzeitig auch mein bester Freund.


    Ich wusste schon mit 18, dass er die Liebe meines Lebens ist, weil ich total überwältigt von meinen Gefühlen war. Damals dachte ich noch nicht großartig darüber nach, wie lange dieses Glück halten wird. Ich bezog diese Aussage mehr darauf, dass alle folgenden Partnerschaften anders sein werden bzw. anders sein müssten, weil die aktuelle einfach so "filmreif" war.


    Wir lebten in den Tag hinein und versuchten einfach das Beste aus unserer Beziehung zu machen (widrige Umstände führten z.B. zur temporären Fernbeziehung). Erst seit 2 Jahren planen wir die Zukunft verbindlich(er) und es geht an die Familienplanung.


    Es gibt natürlich keine Garantie, dass unser Glück bis zum Lebensabend fortbesteht, aber ich bin doch sehr zuversichtlich.


    Ich schätze, wir haben einfach Glück mit unserer Charakterkonstellation. Wir sind beide sehr reflektiert, nicht nachtragend und umgangssprachlich einfach "treue Seelen". Wir haben viele Gemeinsamkeiten, aber auch genug Differenzen, um für den anderen "spannend" zu bleiben und sich im Alltag zu ergänzen.

    Naja, die einzige Person aus deren Mund ich jemals das Wort "Lebenabschnittspartner" gehört habe war zu dem Zeitpunkt gut 60 und ist inzwischen um die 70. Ich würde das daher nicht direkt als "Jugendphänomen" nennen.

    Teller(r)and


    Hmm...vielleicht solltest Du Deinem Nick einen Sinn geben indem Du über ebendenselben mal hinausschaust? ;-) (Sorry, nicht böse gemeint, bot sich so an... :=o @:) )

    Zitat

    Es scheint out zu sein, an Beziehungen zu arbeiten. Dieses Muster passt allerdings gut in die schnelllebige Konsumgesellschaft.

    Man kann auch an einer Beziehung arbeiten und es funktioniert trotzdem nicht.


    Das hier:

    Zitat

    Ich selbst bin Anfang 30 und seit fast über einem Jahrzehnt mit meinem Freund zusammen. Zuvor hatte ich nur zwei Frösche geküsst. Ich kannte meinen Freund schon länger über die Schule und irgendwann verknallte er sich in mich und ich mich in ihn und das so richtig. Ich ging wochenlang wie auf Wolken und ihm ging es genauso

    Passiert sehr Vielen und es klappt dennoch nicht auf Dauer.


    Ihr hattet das Glück:

    Zitat

    Ich schätze, wir haben einfach Glück mit unserer Charakterkonstellation. Wir sind beide sehr reflektiert, nicht nachtragend und umgangssprachlich einfach "treue Seelen". Wir haben viele Gemeinsamkeiten, aber auch genug Differenzen, um für den anderen "spannend" zu bleiben und sich im Alltag zu ergänzen.

    Aber es ist nun mal nicht Jedem vergönnt, genau das in jungen Jahren zu finden.


    Und heute gibt es im Gegensatz zu früher eben viel eher die Möglichkeit hier eine Reißleine zu ziehen wenn die Erkenntnis kommt "Mist, irgendwie passt es doch nicht.....".

    ":/


    Nix neues.


    Damals mit 16 meinte meine Tante (und wirklich jeder!) dass Beziehungen nicht ewig sind, erst recht nicht mit 16 und erst recht nicht der erste Mensch mit dem man lange zusammen ist/zusammen sein möchte. Das wurde, Zitat, "uns damals schon gesagt, das haben sie deiner Oma (ihrer Mutter) gesagt und das haben sie bestimmt auch deren Mutter gesagt". (Haben sie...)


    Sie ist seit weit, weit, weiiiitt über dreißig Jahren mit ihrem Mann zusammen. Und auch andere die seit gefühlt 100 Jahren zusammen sind reden eher davon dass Beziehungen normalerweise nicht für die Ewigkeit sind.

    Zitat

    Das allerdings hat sich meinem Eindruck nach inzwischen völlig gewandelt, die heute jungen Leute halten die serielle Monogamie für so normal, dass sie schon beim Eingehen einer Beziehung überhaupt nicht davon ausgehen, dass die Beziehung von Dauer ist. "Keine Sorge, Mama," meinte die Tochter einer Nachbarin, ihren neuen Freund werde sie ganz gewiss nicht heiraten.

    Eigentlich sind es immer nur die älteren die davon sprechen dass das sowieso nix wird. Und das dürfte eigentlich schon immer gewesen sein. Wenn also die junge Tochter der Nachbarin das erzählt, dann eigentlich nur weil Mutti (und alle Welt) das bestimmt schon vorher so gesagt hat. Würde ich mal stark vermuten.


    Überhaupt nichts neues dass davon gesprochen wird dass Beziehungen üblicherweise nicht für die Ewigkeit sind. Vor allem die, die schon seit Ewigkeiten zusammen sind. Es sind eher die Kurzzeitbeziehungen die an den Traumpartner glauben.

    Ich behaupte auch nicht, dass jede Beziehung funktionieren kann. Ich selbst habe das ja auch schon erlebt. Meine erste Beziehung hielt sage und schreibe 6 Monate. Nach dem die erste Aufregung verflogen war, stellte ich fest, dass nicht mehr viel Gefühl über war und mich viele Eigenschaften meines Ex furchtbar zu nerven begannen. Hier hätte es nichts gebracht an der Beziehung zu arbeiten.


    Aber auch in meiner aktuellen Beziehung habe ich in schwierigen Phasen von Freundinnen häufig gehört, dass ich Schluss machen sollte, dass es entweder passt oder nicht und Menschen sich nicht ändern. Die beiden letzten Punkte stimmen so aber einfach nicht. Es gibt keine Beziehung, die "einfach so" ohne Aufwand längere Zeit funktioniert und in gewissem Rahmen können sich Menschen ändern bzw. für einen anderen "aus Liebe" Verhaltensweisen ändern.


    Ich stimme dir aber zu, dass es heute einfacher ist Beziehungen zu beenden. Früher war man als Frau häufig finanziell abhängig vom Mann. Heutzutage sind in der Regel beide Beziehungspartner finanziell unabhängig und es geht "nur", um die Entscheidung, ob man sein Leben weiterhin gemeinsam leben will, oder nicht. Finanzielle Aspekte sind unbedeutend (es sei denn das alte Rollenmodell wurde übernommen).

    Tellerand

    Zitat

    Ich behaupte auch nicht, dass jede Beziehung funktionieren kann.

    So hatte ich Dich auch nicht verstanden.

    Zitat

    Ich selbst habe das ja auch schon erlebt. Meine erste Beziehung hielt sage und schreibe 6 Monate. Nach dem die erste Aufregung verflogen war, stellte ich fest, dass nicht mehr viel Gefühl über war und mich viele Eigenschaften meines Ex furchtbar zu nerven begannen. Hier hätte es nichts gebracht an der Beziehung zu arbeiten.

    Ja, so ging es mir auch bei meiner ersten Beziehung - 1,5 Jahre, im Alter von 15,5 bis 17.


    Obwohl mir schon damals in diesem doch sehr jungen Alter klar war, dass es nur mich nervte, nur mir eben nicht reichte. Ich lasse bis heute im Grundsatz auf ihn als Person (Charakter) nichts kommen.

    Zitat

    Aber auch in meiner aktuellen Beziehung habe ich in schwierigen Phasen von Freundinnen häufig gehört, dass ich Schluss machen sollte, dass es entweder passt oder nicht und Menschen sich nicht ändern. Die beiden letzten Punkte stimmen so aber einfach nicht. Es gibt keine Beziehung, die "einfach so" ohne Aufwand längere Zeit funktioniert und in gewissem Rahmen können sich Menschen ändern bzw. für einen anderen "aus Liebe" Verhaltensweisen ändern.

    Sehe ich etwas anders.


    Ich denke nämlich schon, dass an diesem "es passt oder es passt nicht" etwas dran ist. Sicher nicht exakt in allen Punkten, aber in der Schnittmenge muß es passen. Wenn nicht, dann nützt auch sämtliche "Arbeit" an der Beziehung nichts.


    Und auch das mit dem "aus Liebe" sehe ich etwas zwiegespalten. Hier muß man sehr aufpassen inwieweit man etwas von sich selbst (auf)gibt, was -vielleicht auch erst Jahre- später wie ein Bumerang zurückkommt. Weil das Füllhorn ausgeschöpft ist.

    Zitat

    Ich stimme dir aber zu, dass es heute einfacher ist Beziehungen zu beenden. Früher war man als Frau häufig finanziell abhängig vom Mann. Heutzutage sind in der Regel beide Beziehungspartner finanziell unabhängig und es geht "nur", um die Entscheidung, ob man sein Leben weiterhin gemeinsam leben will, oder nicht. Finanzielle Aspekte sind unbedeutend (es sei denn das alte Rollenmodell wurde übernommen).

    Ich denke dennoch, dass finanzielle Aspekte heute noch genauso eine Rolle spielen in vielen Beziehungen. Denn wenn Beide verdienen, so dass mehr Geld da ist als im "alten Rollenmodell", dann gibt man es auch genauso aus, bzw. verplant es auch ebenso. Stichwort: Hausbau z.B. Weißt Du was ich meine? Es ist lediglich eine Verlagerung. Aber sobald man sich zusammentut (Wohnung und Co.) entsteht eine gegenseitige finanzielle Abhängigkeit. Zumindest dann, wenn nicht Beide so gut verdienen, dass sie den aktuellen Lebensstandard auch autark halten können.

    Ich bin 21 und seit 3 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir waren beide für den jeweils anderen der erste Partner überhaupt. Ich hätte davor auch schon "Übergangspartner" haben können, aber wozu? Ich wusste, dass er der Richtige war und natürlich bin ich nicht mit dem Gedanken in die Beziehung mit ihm Gedanken gegangen "Den nehm ich jetzt mal für drei Jahre und dann tausche ich ihn um". Wer tut denn das schon? Wäre mir niemand bekannt und erst recht könnte ich nicht sagen, dass diese Denkweise in letzter Zeit inflationär häufig geworden wäre.


    Wenn ich eine Beziehung eingehe, dann doch mit dem Gedanken, dass diese, vom jetzigen Standpunkt gesehen, auch "für immer" hält. Dass das dann nicht immer klappt, nicht immer klappen kann, ist natürlich klar, aber dann auch kein Beinbruch.


    Derzeit kann ich mir keinen anderen Mann an meiner Seite vorstellen, als meinen Freund. Heiraten will ich ihn, vom jetzigen Standpunkt aus gesehen, zwar nicht, aber nur da ich den Sinn in einer Ehe nicht sehe.


    Wie das in 5,10,15 Jahren aussieht, keine Ahnung, ich bin doch schon froh wenn ich morgen noch lebe und den Tag genießen kann, mit Lebensplanung ist da mal gar nichts, aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir auch dann noch zusammen sind. Wenn wir beide noch damit glücklich sind, warum nicht?

    Spannender Faden! :)= Interessanter als der gelöschte, wobei natürlich der den Anstoß gab. (Mich stört die übertriebene Löscherei hier nach wie vor sehr. Da würde ich mir deutlich mehr "für immer" wünschen, aber das ist ein anderers Thema.)


    Ich habe mich bei dem gelöschten Faden auch gewundert, dass so starker Gegenwind kam, da ich den Eindruck teile, dass es heute durchaus normal und häufig ist, nicht gleich bei jeder Beziehung von einem "für immer" auszugehen. Aber der Gegenwind muss nicht unbedingt repräsentativ sein. Oft fühlt man sich ja besonders dann zum Antworten animiert, wenn man etwas dezidiert anders sieht und/oder das Geschriebene negativ empfindet.


    Ich beobachte auch, dass sich die Leute, alle möglichen Bezeichnungen einfallen lassen, um Beziehungen zu Nicht-Beziehungen zu erklären. ONS, Affairen, Friends-with-benefits etc. Manche legen größten Wert darauf, dass das was sie da mit jemandem am Laufen haben ja keine Beziehung sei. (Denn eine Beziehung ist es für sie nur, wenn vieles passt und möglicherweise auch der Wunsch nach "für immer" da ist.) Das sind für mich irgendwie Spitzfindigkeiten. Entweder man lässt sich mit jemandem ein oder nicht. Aber was ist schon ein Label wie Beziehung der Ehe wert?


    Sieht man doch an den vielen Trennungen und Scheidungen, dass die "Fixierungsversuche" nicht wirklich taugen.




    Ich bin irgendwie in der Mitte zwischen dem Wunsch nach einem "für immer" und dem bewussten Eingehen von Beziehungen mit Ablaufdatum.


    Ich wünsche mir nicht per se ein "Für immer". Denn "für immer" will ich ja nur, wenn auch gut bleibt. Es gibt ganz viele mögliche Entwicklungen, die mich eine Trennung vorziehen lassen würden. Insofern gehe ich am Anfang auch nicht wirklich davon aus, dass es für immer sein wird oder sein soll.


    Ich wollte auch nie heiraten, weil mir das völlig nutzlos, ja sogar schädlich (da eine Sicherheit suggerierend, die es nicht gibt.) erscheint. Sein Leben kann man auch ohne Ehe miteinander verbringen.


    Eine Beziehung soll für mich so lange gehen, wie beide das wollen und schön finden. Daraus kann ja auch ein gemeinsames Leben werden! :-) Aber im Zweifel sind mir andere Dinge wichtiger als die Dauer (z.B. Respekt und körperliche Treue). Wenn diese nicht mehr gewährleistet sein sollten, will ich die Dauer auch nicht mehr.


    Ich würde aber auch keine Beziehung anfangen, wenn ich ein "für immer" von vornherein ausgeschlossen sehen würde.


    Ich schließe mich der Meinung an, dass es heute einfach viel mehr Freiheit gibt. Mir gefällt das auch sehr gut. Ich mag auch in gewissen Sinn diese Unsicherheit: Ich will nicht, dass mein Gegenüber mich für selbstverständlich hält.


    Und ich mag es auch nicht, wenn Leute das, was sie schon haben, nicht oder weniger zu schätzen wissen.


    Eine Entwicklung über das Alter kann ich bei mir nicht feststellen. Ich hatte aber auch nie das Bedürfnis mich "auszutoben". Dafür hätte ich auch gar nicht den Geist gehabt. Soviele Trennungen und Sexpartner, wie sie heute viele schon erlebt haben, wären nichts für mich. Da hätte ich längst schon kapituliert und mit dem Thema abgeschlossen, wenn ich da mehrere bis viele Fehlgriffe getan hätte.

    Meine aktuelle Beziehung hat als ONS angefangen.


    Geheiratet haben wir Jahre später weniger aus romantischen Gründen, sondern weil ich mit dem Wunschkind schwanger war und wir das für praktischer gehalten haben und es auch steuerlich bei uns sehr günstig ist.


    Ich hoffe das wir noch lange als Team unterwegs sind, aber das Leben ist unberechenbar und leider oft auch ein Arschloch. Verlassen kann ich mich da also auf nix. Auch nicht das es "für immer" ist.

    Also für mich war schon immer das Ziel, "den Einen" zu finden, und mit dieser Hoffnung bin ich meine Beziehungen auch eingegangen. Kenne einige, denen das genauso geht, und einige, die sich noch lange nicht so fest binden wollen...


    Denke also nicht, dass das an der Generation oder am Alter liegt, sondern dass das einfach eine individuelle Sache ist.

    Ich hab nicht den ganzen Faden gelesen und bestimmt sind ähnliche Beiträge dabei, doch möchte ich auch kurz etwas beitragen.


    Ich ertappe mich mit nun Anfang 30, dass ich mich auch mit dieser Frage befasse. Ich hatte seit meinem 17. Lebensjahr vier 3- bis 5-jährige Beziehungen, welche ich jedesmal eingegangen bin, um mit diesem Mann mein restliches Leben zu verbringen. Gescheitert ist es meistens meinerseits aus verschiedenen Gründen, aber schlussendlich war immer ausschlaggebend, dass die Liebe abhanden gekommen ist. Und wieso passiert das? Ich glaube, es waren einfach nicht die richtigen Männer für mich. Denn, Probleme sind doch oftmals nicht der Grund. Im Gegenteil, Beziehungen werden doch durch diese Erfahrungen gefestigt. Die Erfahrung, dass man mit dem Partner eine Einheit, ein Team bildet! Und das Gefühl mit dem Partner alles schaffen zu können, ist etwas sehr wertvolles und schweisst ungemein zusammen (sofern es Probleme sind, die zusammen lösbar sind natürlich).


    Bei der letzten Beziehung (fast 5 Jahre) haben wir es nicht geschafft die emotionale Nähe zu behalten. Sprich, wir haben uns auseinandergelebt - der Klassiker eben. Ich war in meiner 3-jährigen Weiterbildung stark absorbiert und er hat ein intensives Hobby gepflegt. Ist das der Grund oder nur die Auswirkung? Ich bin überzeugt, wenn die Liebe da ist, meistert man solche Phasen im Leben. Es ist einem wichtig, die emotionale Nähe zu pflegen, den anderen zu spüren. Wenns zwischen zwei Partnern nicht richtig passt, schleicht sich dieses Phänomen des Auseinanderlebens schneller ein. Es ist einem nicht mehr so wichtig Zeit miteinander zu verbringen...die Emotionen verändern sich...man entliebt sich.


    Die Enttäuschung war jedesmal gross, da es mein Wunsch war, den richtigen Partner fürs Leben zu finden. Im Nachhinein bin ich für jede Erfahrung dankbar und hatte somit doch die Möglichkeit mich zwischen den Beziehungen auszuleben... ]:D


    Verschiedene Beziehungen sind nicht verkehrt. Man lernt jedesmal dazu um eine weitere Partnerschaft gelassener und besser zu führen. Die einen finden den richtigen Partner früeher, die anderen später. Für die einen gibt es einen richtigen Partner nur für eine bestimmte Lebensphase, für die anderen für immer. @:)