Vielleicht wäre es auch gut wenn dein Geschäftspartner kein Mann und keine Frau mit sehr ähnlichen Vorstellungen von einem Mann wäre. Da bleibt dann nicht viel übrig aber bei so einem engen Zweierding gibts schnell mal Friktionen im privaten Bereich.

    Zitat

    Heiraten würde ich auch nicht wollen. Außerdem bevorzuge ich getrennte (oder zumindest leicht trennbare) Finanzen. Mit einer gemeinsamen Firma verknüpft man aber ja gerade die Finanzen.

    Ja eben, deswegen würde ich wem der nicht heiraten will auch keine Geschäftspartnerschaft empfehlen.


    Und was die Seitenprojekte angeht die einer alleine macht würde ich davon abraten. Das birgt Konfliktstoff - einer könnte Kunden abziehen, er setzt nicht seine volle Arbeitskraft für die FA ein usw

    @ NotMichaelCaine

    Zitat

    Ich kenne nur zwei Firmengründungen aus zweiter Hand ;-) - daher entspreche ich wohl nicht Deiner Ursprungsanfrage. Das vorneweg ;-).

    Doch, doch. Außenperspektive zählt auch. Tw. sieht man Probleme ja sogar von Außen deutlicher als von innen...

    Zitat

    Was ich für mich allerdings nach dem Studium schon mal diesbezüglich beschlossen hatte ( und was ich heute nachdem ich bei jemandem der mir nahe steht die Firmengründung miterlebt habe immer noch unbedingt tun würde) ist, dass ich vorher ein zeitlich begrenztes Projekt mit so jemandem als Probedurchlauf ob wir organisatorisch zusammenpassen starten würde.

    Ja, an sich kein schlechter Gedanke.

    Zitat

    Heute kann man solche kleinen Projekte ja einfach über Kickstarter oder eine ähnliche Plattform finanzieren. Dabei sieht man auch gleich, ob Nachfrage besteht und das Ganze hat einen "Anfang" und ein vordefniertes "Ende". Der finanzielle Aufwand ist auch beschränkt. Bevor ich mich mit jemandem auf eine investitionslastige Firmengründung einlassen würde, würde ich das auf jeden Fall machen.

    Investitionslastig wäre es in meinem Fall nicht.

    Zitat

    Dabei wächst man zusammen oder findet Differenzen und sieht, ob man dann mit denen umgehen kann oder nicht.

    Mit welchen Differenzen würdest du z.B. nicht umgehen können, denkst du?

    Zitat

    Wenns dann ans Eingemachte geht kann ein gemeinsames Vertragsgestalten eines Gesellschaftervertrages anhand von Vorlagen (damit meine ich noch nicht zwingend die Wahl der Unternehmensform, sondern erst mal wirklich die Einzelbedinungen) auch eine super Diskussionsgrundlage sein, um herauszufinden wie alle Beteilligten Entscheidungen treffen und wo Schwerpunkte und/oder Differenzen liegen.

    Ja, das denke ich auch, dass die Vertragsgestaltung schon ein wichtiger Prüfstein ist/wäre.

    Zitat

    Bei der Firmengründung die ich als Zuschauer miterlebt habe sind die Gründungsmitglieder darüber auseinander gegangen ( sie waren zu dritt) und mein enger Freund hat am Ende eine Einzelfirma gegründet.

    Das heißt, es ist gar nie zur Unterzeichnung eines Gesellschaftervertrages gekommen? Weißt du woran es gehakt hat? Worüber wurden sie sich nicht einig?

    @ CoteSauvage

    Zitat

    Vielleicht wäre es auch gut wenn dein Geschäftspartner kein Mann und keine Frau mit sehr ähnlichen Vorstellungen von einem Mann wäre. Da bleibt dann nicht viel übrig aber bei so einem engen Zweierding gibts schnell mal Friktionen im privaten Bereich.

    Wie meinst du das?

    Zitat

    Ja eben, deswegen würde ich wem der nicht heiraten will auch keine Geschäftspartnerschaft empfehlen.

    Ich habe überlegt, ob aus meiner Ablehnung der Ehe logisch auch die Ablehnung einer Geschäftspartnerschaft folgt.


    Einerseits könnte man das argumentieren, aber ich sehe es eigentlich nicht so. Es gibt ja auch massenweise Menschen, die sich eine Ehe vorstellen können/wünschen, die aber niemals ein Unternehmen gründen wollen. Wieso sollte es also nicht auch den umgekehrten Fall geben: Jemanden, der keine Ehe eingehen wollen würde, sich eine Geschäftspartnerschaft aber schon vorstellen kann.


    Wenn eine Geschäftspartnerschaft nicht aufgeht, dann muss das ja nichts Schlimmes sein (zumindest wenn daraus kein finanzielles Desasters folgt). Ich sehe das nicht gleich als Lebensentscheidung.

    Zitat

    Und was die Seitenprojekte angeht die einer alleine macht würde ich davon abraten. Das birgt Konfliktstoff - einer könnte Kunden abziehen, er setzt nicht seine volle Arbeitskraft für die FA ein usw

    Das müsste man eben regeln, wie man das macht. Ich denke jedenfalls, dass es besser ist, wenn beide Seiten Nebenprojekte haben, als wenn das nur einer machen wollen würde.

    Zitat

    Wie meinst du das?

    Im Job kann man selten sein Leben lang rein professionell bleiben. Wenn du auf Gedeih und Verderb mit jemandem zusammengekittet bist (Geschäftspartnerschaft), kann es dann zu unangenehmen Situationen kommen. Wenn dein Geschäftspartner ein Mann ist: Eifersucht deines Lebenspartners (falls du einen hast oder künftig einen haben wirst) auf deinen Geschäftspartner, oder einer von euch beiden bekommt andere als kumpelhafte Gefühle für den Geschäftspartner usw. Wenn deine Geschäftspartnerin eine Frau ist: Neid auf den Geschäftspartner/ das Leben des anderen. Neutral: Einer von euch beiden lernt "den Partner seines Lebens" kennen und vernachlässigt die Firma. Oder es gibt privat eine schwierige Trennung, die Zeit und Nerven kostet.

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    Wenn eine Geschäftspartnerschaft nicht aufgeht, dann muss das ja nichts Schlimmes sein (zumindest wenn daraus kein finanzielles Desasters folgt). Ich sehe das nicht gleich als Lebensentscheidung.

    Das ist bei einer Ehe ja dasselbe. Für mich ist beides vergleichbar, weil ich mich ziemlich intensiv, wenn auch nicht unabänderlich, an einen anderen Menschen binde.- Und wie willst du sicherstellen, dass es zu keinem finanziellen Desaster kommt?

    Zitat

    Im Job kann man selten sein Leben lang rein professionell bleiben.

    Naja, hängt vielleicht schon vom Charakter ab. Impulsive Typen tun sich da sicher schwerer bzw. können es sicher nicht. Natürlich lernt man Leute mit der Zeit auch privat kennen. Aber ich sehe jetzt nicht, warum das prinzipiell einem (dauerhaft) respektvollem und professionellem Umgang im Weg stehen sollte.

    Zitat

    Wenn du auf Gedeih und Verderb mit jemandem zusammengekittet bist (Geschäftspartnerschaft), kann es dann zu unangenehmen Situationen kommen.

    Ich sehe das nicht so, dass man "auf Gedeih und Verderb zusammengekittet" wäre. Im Gegenteil, ich würde von vornherein auch Exit-Szenarien mitplanen und vorsehen. In einem Unternehmen sind Menschen letztenendes Funktionsträger und man kann Funktionen auch durch andere Personen besetzen. Für manche ist das Gefühl der "Unersetzbarkeit" vielleicht wichtig, aber ich sehe es eher so, dass man soweit wie möglich auch "Ersetzbarkeit" einplanen sollte.

    Zitat

    Wenn dein Geschäftspartner ein Mann ist: Eifersucht deines Lebenspartners (falls du einen hast oder künftig einen haben wirst) auf deinen Geschäftspartner, oder einer von euch beiden bekommt andere als kumpelhafte Gefühle für den Geschäftspartner usw. Wenn deine Geschäftspartnerin eine Frau ist: Neid auf den Geschäftspartner/ das Leben des anderen. Neutral: Einer von euch beiden lernt "den Partner seines Lebens" kennen und vernachlässigt die Firma. Oder es gibt privat eine schwierige Trennung, die Zeit und Nerven kostet.

    1. Sehe ich da kaum ein Risiko in diese Richtung(en), 2. Sind das ja alles ganz normale Dinge des Lebens, mit denen man dann eben umgeht, wenn sie auftreten. und 3./Außerdem: Alle diese Dinge, können einem auch mit ganz normalen Arbeitskollegen oder Chefs passieren.


    Risiken gibt es immer, und sie interessieren mich auch sehr. Deswegen frage ich ja z.B. hier nach konkreten Erfahrungen...


    Die Frage ist eben, ob man im Leben vorallem Risiken minimieren will, oder ob man auch Chancen maximieren will. Letzteres wird nicht gehen, wenn man nicht auch bereit ist, Risiken zu tragen...

    Zitat

    Das ist bei einer Ehe ja dasselbe.

    Das sehe ich nicht so. Bei einer Beziehung ist es für mich schon ganz klar so, dass eine lebenslange Beziehung das/mein Ideal ist (natürlich nur, wenn es eine gute Beziehung ist, aber trotzdem...).


    Bei Unternehmen finde ich z.B. Leute, die 5 Unternehmen (nacheinander oder auch tw. parallel) gegründet haben, viel beeindruckender als Leute, die einmal ein Unternehmen gegründet haben und das dann ihr ganzes restliches Leben führen...

    Zitat

    Für mich ist beides vergleichbar, weil ich mich ziemlich intensiv, wenn auch nicht unabänderlich, an einen anderen Menschen binde.-

    Wenn beide auch noch andere Standbeine hätten, ist es ja vielleicht gar keine sooo intensive Bindung.

    Zitat

    Und wie willst du sicherstellen, dass es zu keinem finanziellen Desaster kommt?

    Naja, 100%-Garantie wird man diesbezüglich keine bekommen. Aber mit guter Planung kann man da schon sehr viele Risiken minimieren. Insbesondere wenn es für das Geschäft kaum Investitionen braucht...

    Zitat

    Investitionslastig wäre es in meinem Fall nicht.

    Ok - wenns sowieso eher in Richtung Ideenschmiede / Berater-/ Schulungsleistungen geht und nicht die Haupteinnahmequelle für alle werden muss würde ich gut über einen Kooperationsvertrag nachdenken und den auf den Skills basieren, den die Beteilligten haben. Solche Konstellationen gibts z.B. auch immer mal wieder im Gutachterbereich.

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    Dabei wächst man zusammen oder findet Differenzen und sieht, ob man dann mit denen umgehen kann oder nicht.

    Mit welchen Differenzen würdest du z.B. nicht umgehen können, denkst du?

    Bei mir wären das allgemein so Dinge wie unterschiedliche Qualitätsanforderungen, unrealistische Zeitplanungen und fehlendes ähnliches Abstraktions- /Differenzierungsvermögen wie ich es selbst habe. Wenn der oder die Partner/innen da noch besser drauf wären, hätte ich kein Problem. Das finde ich für verkürzte Kommunikation gerade dann wichtig, wenn jeder seinen eigenen Aufgabenbereich hat und ich vom Aufgabenbereich des Partners / der Partner nicht viel verstehen würde. Kommunikation kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen und wenn da sehr unterschiedliche Voraussetzungen in der Führungsebene vorhanden sind wirkt sich das auf die Effizienz und das Leistungsvermögen der gesamten Firma aus. Das ist zumindest meine Angestellten Erfahrung.


    Bei Kooperationsverträgen (s.o.) fände ich speziell das jetzt wieder nicht sooo ungeheuer wichtig, weil die ja nur Projektbezogen wären und es da keine Angestelltenstruktur gäbe. Aber wenn man eine Firma mit Angestellten als Ziel hat wäre das ähnliche Abstraktionsvermögen für mich zentral. Die Gewichtung würde für mich also von der Zielsetzung abhängen.


    Achso und womit ich in meiner Firma in der Führungsebene auch nicht zurecht käme ist der Typus Mensch, der bei jeder Projektplanung alte Kamellen auspackt und vor jedem neuen Projekt wieder in Länge und Breite diskutieren muss. Für mich sind alte Fehler ( und deren Lösung, oder wenns noch keine Lösung gab deren Lösungsideen) eine Liste über die man natürlich bei der Projektplanung informiert und vielleicht auch noch an der einen oder anderen Stelle des neuen Projektes daraufhinweist, dass hier die Gefahr alter Fehler besonders groß sein könnte und wie man das eindämmen kann, aber das ist es dann auch.


    Wenn ich also merke jemand neigt zu so etwas (fachliches rumjammern über abgeschlossene Projekte) oder kann auch nicht mit einer getroffenen Entscheidung leben, die sich nachher als Fehlentscheidung herausstellt, sondern muss das langfristig ständig wieder aufs Tapet bringen (egal ob es die eigene Fehlentscheidung war oder nicht) ist das für mich kein potentieller Partner. So jemand würde in meinen Augen Entwicklung verlangsamen, weil er oder sie zukunftsgerichtete Kommunikation nicht drauf hat. Für Unternehmerische Ideenentwicklung fände ich das tödlich. Bei potentiellen Angestellten fände ich es dagegen nicht schlimm, wenn die fachlichen Qualifikationen stimmen, aber in der Führungsebene haben solche Haltungen nichts zu suchen.


    Das sind so ein paar, die mir spontan einfallen, die auch nicht einfach zu ändern wären für ein Gegenüber selbst wenn der oder die das wollten, was ja nicht der Fall sein muss.


    Was natürlich immer passen muss ist die gemeinsame Zielsetzung, aber ohne das geht eine Diskussion über Firmengründung wohl kaum los.

    Zitat

    Das heißt, es ist gar nie zur Unterzeichnung eines Gesellschaftervertrages gekommen?

    Genau.

    Zitat

    Weißt du woran es gehakt hat? Worüber wurden sie sich nicht einig?

    Verkürzt war mein Fazit damals: Unterschätze nie persönliche Verhältnisse wenns um Geschäftsentscheidungen geht ;-). Ich denke gerade Startups lassen sich am leichtesten gründen solange die Betreffenden materiell nur Verantwortung für sich selbst und nicht auch noch für andere (Familie) tragen und in ähnlichem Umfang risikobereit sind.


    In dem Fall war mein Freund - nennen wir in Paul - die treibende Kraft zusammen mit einem langjährigen Kollegen - nennen wir ihn Klaus. Der Dritte war ein älterer Externer den beide von Branchenveranstaltungen über mehrere Jahre kannten - nennen wir ihn Sven.


    Paul und Klaus im gleichen Alter - Klaus gerade frisch verheiratet. Sven älter erfahrener verheiratet 2 Teenager Kinder. Investitionsvolumen war mit 35 000 pro Kopf angeplant und es ging um eine Berater/Schulungsfirma. Als die Diskussionen konkreter um den Gesellschaftervertrag gingen haben Klaus und Sven ihre Frauen dazugeholt. Ich fungierte als neutraler Beobachter für Paul.


    Die drei hatten zu diesem Zeitpunkt ihre Geschäftsziele und ihre persönlichen Aufgabengebiete definiert, schriftlich festgehalten und es gab einen Vorvertrag eines Auftraggebers für ein Projekt im darauffolgenden Jahr (Umsatzvolumen unterer 5stelliger Bereich) unter u.a. der Voraussetzung, dass die Firmengründung zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgt sein würde. Ich erinnere mich nicht mehr an das geplante genaue Zeitaufkommen für dieses Projekt, nur daran das es ein umfangreiches Projekt für 3 Personen war und das bereits besonders seitens Svens Frau für Diskussionen sorgte. Einig waren sich die Drei über Entscheidungskompetenzen und darüber wie sie Aufträge planen würden. Sie hatten eine Palette Leistungsbeschreibungen für Angebote, solide Entwürfe für Schulungsunterlgen und eine Preisstruktur. Sie hatten sich auf eine Hand voll Arbeitstools geeinigt und erste verkürzte Ablauforganisationen für Auftragsplanung angelegt.


    Sven wollte seine Risken minimieren und erst Vollzeit einsteigen, wenn die Firma genügend Aufträge aquiriert hätte, um sein bisheriges Gehalt zu stemmen. Sein Fokus war also auf jeden Fall auf "gleichbleibenden Einnahmequellen". Alle 3 gingen davon aus, dass das frühestens nach einem Jahr, eher nach zwei Jahren der Fall wäre. Bis dahin wollte er seinen Job behalten, während die anderen beiden Vollzeit in die neue Firma einsteigen würden - mit hohen Gehaltseinbußen am Anfang. Sven ist Spezialist für einen bestimmten Teil und war mit wenig und hauptsächlich Seminarzeit eingeplant. Für ihn hätte das bedeutet anfangs quasi für jeden Arbeitstag in der neuen Firma ein oder zwei Tage Urlaub in der alten (+ Vor und Nachbereitung an den Wochenenden) nehmen zu müssen. Es wurde sehr schnell klar, dass er das seine Frau in diesem Umfang noch nicht kommuniziert hatte und sie war vollkommen gegen diese Lösung. Sie wollte statt dessen, dass er in der alten Firma auf eine maximal 4 Tage Woche umsteigen sollte und einen Tag für die neue arbeitet. Sie würde ihrerseits in ihrem Job Zeit aufstocken um die Gehaltseinbußen mitzutragen. Das wollte er wiederum nicht und so trugen die beiden ihre Eheuneinigkeit sehr viel in diesen Treffen aus, was nicht auf soo viel Verständnis stiess.


    Klaus Fokus lag auf seiner freien Arbeitsgestaltung in seinem Bereich und wie sich später herausstellte eben auch auf einer gewissen Flexibilität, die Firma wenn es nötig werden doch recht zeitlich recht zügig und mit so wenig Verlust wie möglich wieder verlassen zu können. Er war bereit anfangs sehr viel Zeit und aktuelle Gehaltseinbußen zu investieren, aber je länger die Diskussionen gingen, desto mehr kristalisierte sich heraus, dass er mittelfristig eher auf Verkauf seiner Anteile hoffte und sich nicht wirklich vorstellen konnte sich langfristig zu binden.


    Pauls Fokus lang auf der langfristigen Vision des Unternehmens. Er konnte sich zwar vorstellen eventuell zusätzliche Partner aufzunehmen, aber der Fokus war eindeutig auf "unsere Firma".


    In ihrem Fall hat erst die Vertragsdiskussion diese Einstellungen sehr deutlich werden lassen, was ich interessant fand.


    Vertraglich gab es eben unterschiedliche Vorstellungen darüber wie die Nachschusspflichten gehandhabt werden sollte und was passiert wenn jemand aussteigen will, bzw wie die Auflösung der Gesellschaft geregelt werden sollte. Paul wollte -verkürzt gesagt - eine beschränkte Nachschusspflicht, geregelt im Gesellschaftervertrag, Sven wollte die unbeschränkte, gesetzliche, nicht spezifisch geregelte. Klaus war anfangs uneins und folgte schliesslich Svens Argumentation. Es gab noch andere kleinere Unstimmigkeiten, aber die Nachschusspflicht war ein zentraler Punkt der eher ergebnislos diskutiert wurde. Am Ende hätte Paul hier wohl nachgegeben.


    Das so als Rahmen.


    Gescheitert ist es im Endeffekt aber daran, dass Sven die wohl mündlich zugesicherte Zustimmung seines bisherigen Arbeitgebers, die er aus Vertragsgründen brauchte, am Ende doch nicht schriftlich bekam und sich während der Diskussion über den Vertrag für seinen alten Arbeitgeber entschied.


    Die anderen beiden wurden sich dann zwar über die beschränkte Nachschusspflicht einig, aber nicht über andere Gesellschafter Ausstiegs-/ Auflösungsregelungen und dann auch nicht über die neue Finanzierung als klar war, dass Sven raus war. Paul wollte mit einem geringeren Budget starten, Klaus wollte das große Budget behalten und einen Kredit anstreben.