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    Ich hätt ihm halt das Kind in die Hand gedrückt und gesagt: So hier. Er hat gespuckt. Komm deinen Vaterpflichten nach, während ich alles für DEINE Familie vorbereite.

    Er hätte dann gesagt..." Das mache ich später", und es dann nicht gemacht. Oder gesagt das war nicht so schlimm und das trocknet wieder.


    Hätte ich keine Vorbereitungen für den Besuch getroffen hätte er es auch nicht gemacht.


    Was mich trifft, ist dass er es nicht für nötig hält mich in die Zeitplanung mit einzubeziehen.


    Das mit den schlimmen Nächten ist leider kein Argument.


    Er sagt da relativ klischeehaft dass er schließlich arbeiten gehen muss und deswegen seine Nachtruhe braucht.


    Und auch seinen Mittagsschlaf.

    Aber was gibt es da noch zu klären? Also du hast dich geärgert, er findet du stellst dich an. Was will man da noch debattieren? Man kann ihm ja seine Sicht ebenso wenig absprechen wie dir deine sondern nur daraus lernen und dafür sorgen, dass man sich das nächste Mal nicht abhetzt und sich darum auch nicht ärgern muss. Wenn er aufräumen muss wird ihm vermutlich ad hoc klar, weshalb die Frage des "wanns" interessant ist.

    Da brauchst Du nichts zu klären. Klar ist es für ihn einfacher, Dir den schwarzen Peter zuzuschieben indem er Deinen Ärger "überhaupt nicht nachvollziehen" kann. Denn dann bist ja Du diejenige, die komplett unverständlich überreagiert.


    Und ich wette, auch nach hundert Erklärungsversuchen deinerseits, warum genau es Dich geärgert hat, wird er es immer noch nicht verstehen :=o


    Jemandem, der ganz genau versteht, aber halt schlichtweg nicht verstehen WILL, brauchst du nichts erklären....

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    Jemandem, der ganz genau versteht, aber halt schlichtweg nicht verstehen WILL, brauchst du nichts erklären....

    Das ist wahr. Kann ich aber ehrlich gesagt kaum fassen, falls das wirklich so wäre. :-(

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    Ein Klärendes Gespräch brauche ich nicht zu der Angelegenheit wegen der Arbeit/Zeitpunkt des Besuchs/SMS, sondern wegen seiner Reaktion auf meinen Ärger.

    Aber Dein Ärger liegt mit in Deiner Verantwortung und in SEINEM Verhalten IN der Situation, die dann bei Dir zum Ärger führte. Da musst (meiner Meinung nach) eher ansetzen.


    Wir haben keine Kinder, mein Kerl ist lieb, aber manchmal auch ein ziemlicher Depp. Wenn ich da nicht brühwarm IN der Situatin direkt reagiere, dann schnallt er es nicht. Sein IQ liegt deutlich über dem eines Toastbrotes, aber einen Tag später zu diskutieren ruft ziemlich authentische Verwunderung, Nichtverstehen und Nichtbereitschaft hervor. Wenn er direkt IN der Situation eine Ansage bekommt, dann macht es klick. Nicht immer wird dann mein Wunsch erfüllt, aber er merkt, WAS falsch läuft. Am Tag später ist das in den Tiefen seine Männerhirns verschollen.


    Ich habe auch lange geschluckt, hinterher diskutiert (leider meist gekoppelt an Ausraster meinerseits, die nicht nachvollziehbar waren, weil es nur im mir brodelte und sich staute). Mittlerweile bin ich kompromissbereiter, spreche Dinge aber eher an - und ziehe Konsequenzen durch. Ist dann auch blöd und nicht das, was man wollte - aber dann merkt Besuch halt, dass es geknallt hat, weil er nix gemacht hat außer einzuladen. Kenne ich nämlich auch.

    Vielleicht noch zur "Vorgeschichte" und zu meiner Reaktion am Ende.


    Ich wollte den Besuch seiner Eltern eigentlich nicht schon wieder. Seine Mutter ist unglaublich unfreundlich, arrogant und verletzend zu mir; schneidet mir das Wort ab, lässt Spitzen wo ist nur geht lässt, mich einfach stehen im Gespräch ...also sie verhält sich mir gegenüber wirklich ganz scheußlich. Habe ich noch nicht so erlebt.


    Mein Freund sagt zwar dass er das auch so sieht, allerdings hilft mir auch nicht. Seine Meinung ist, dies könnte ich ja selbst mit erklären und außerdem wäre sie zu viele Menschen so.


    Also ich wollte den Besuch im Vorfeld eigentlich nicht, habe dann aber zu verstehen bekommen wir unglaublich wichtig es ihm ist unten alles extra schön für seine Mutter vorBereitet.


    Nachdem dann alle das war was ich oben schon beschrieben habe, und er sich dumm gestellt hat und so getan hat das überhaupt mein Problem nicht verstehen kann, war ich so verletzt,


    dass ich den kleinen geschnappt habe und gegangen bin.


    Er hat dann seine Familie wieder ausgeladen, wirft mir vor das Kind zu instrumentalisieren.


    Ich ging aber, weil ich schlicht nicht mehr konnte.


    Wirklich.

    Mal so eine Idee, wie man das machen könnte, wenn der Mann einem "mach Du dies" nicht zugänglich ist...


    Wenn SEINE Familie zu Besuch kommt, würde ich mir an Deiner Stelle den Kleinen schnappen und dem Mann den Küchendienst zuschieben. Und wenn die Familie dann kommt und nichts ist gemacht, kann man ja achselzuckend sagen - ich musste den kleinen wickeln, ER sollte eigentlich die Küche machen. Wäre peinlich... Die Frage ist, ob ihm das auch peinlich ist. Dann irgendwann kommt der Punkt, wo man lieber gar keinen Besuch mehr empfängt, das kann's auch nicht sein. Und wenn man das weiter denkt... Dann stellt sich irgendwann die Frage, ob ein Mann, der nicht mitarbeitet ein geeigneter Partner ist, um ein Kind mit ihm groß zu ziehen.


    Daher meine Frage, wie läuft das sonst so bei Euch im Haushalt?

    Aber Sheilagh.


    Eure Beziehung, so wie du sie hier schilderst, ist doch gar nicht so, dass das auf Augenhöhe wäre.


    Wieso erwartest du dann, dass er - wo er doch über all sonst nicht so agiert - gerade im Bereich von Konflikten plötzlich ganz anders drauf ist?

    Das nächste Mal würde ich ohne Kind gehen - dann darf er mal die Pflichten übernehmen. Ich kenne das mit dem "gehen müssen". Ich bin so auch, wenn es wirklich eskaliert. Ich muss dann einfach raus, weg, Kopf freikriegen - sonst werde ich wirklich gemein, und das klärt nichts. Das hasse ich hinterher selber.


    Ansonsten: Du bist nicht sein Hausmädchen. Wenn ER seine Familie zu Besuch will, dann soll er mit anpacken. Dann knall ihm nächstes Mal eine Liste hin, was er zu tun hat.


    Und was die Klärung angeht: Traurig, dass er Dich da so hängenlässt, statt seiner Mutter mal ein paar Takte zu sagen. Hypothese meinerseits: Lässt er sich auf keine Diskussion ein, weil er von Mama nur kennt, eh unkonstruktiv abgebügelt zu werden? Dann muss er lernen, dass es auch anders gehen kann.


    Und grundsätzlich: Warum lässt DU so viel mit Dir machen? Warum forderst DU so wenig; ziehst so wenig Grenzen?

    Sheilagh, wenn ich dann mal aufdröseln darf:


    1. Wenn seine Mutter stichelt, lässt er dich damit alleine, sagt du kannst das alleine klären, aber wenn du Konsequenzen ziehen möchtest wie sie nicht einzuladen, dann ist ihm das auch nicht recht. -> Wo ist dein Wohlgefühl da in seiner Prioritätenliste? Und in deiner?


    2. Das Kind ist alleine dein Job, weil seine Pflichten in seinen Augen weit wichtiger sind.


    3. Seine Faulheit ist auch wichtiger als die Bequemlichkeit und Gesundheit eures Sohnes, sonst würde er ihn ja immerhin mal umziehen, wenn er sich vorgespien hat. Er selbst würde wohl kaum in einem T-Shirt voller Erbrochenem rumlaufen wollen, unter dem Motto: "Trocknet ja" oder?


    4. Auch wenn es sein Besuch ist, der dir noch dazu generell unangenehm ist, auch wenn es dir schlecht geht, so bleibt die ganze Arbeit bei dir.


    5. Wenn du dich wehrst in dem du gehst, dann ist der Besuch plötzlich unwichtig, wird gar ausgeladen? Wollte er seine Mutter also gar nicht sehen sondern nur den Kleinen vorführen? Wollte sie IHN nicht sehen sondern nur ihren Enkel?


    6. Wenn du das Kind, dass er zuvor nicht bereit was adäquat zu versorgen, mitnimmst, dann instrumentalisiert du ihn.


    Alles in allem: Wo bist du in diesem Konstrukt? Und wieso regt dich bitte bei derartigem Verhalten erst auf, dass er nicht sagt wenn sie später kommen? Findest du es nicht weit wichtiger, dass dem Mann völlig egal ist wie es dir geht und dir die Lösung all deiner Probleme, selbst wenn sie von ihm verursacht wurden, selbst überlässt und dir dann noch in den Rücken fällt?