Gestern Trennung der Vernunft wegen... Richtig oder falsch?

    Hallo ihr lieben


    Ich habe mich gestern von meinem Freund getrennt und bin einfach nur unglaublich traurig. Es war ein Vernunftsentscheid und kein Herzensentscheid, weil ich einfach keine Zukunft mit ihm gesehen habe. Worum es im Kern ging, kann man auch schon in meinem vorangegangen Faden lesen... (wer nachlesen will: http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/746097/ )


    Ich bin w, 32 und er 10 Jahre älter. Ich habe mir viele Gedanken um die Zukunft gemacht. Vielleicht ein Kind, und wenns keins gibt dann ev. eine längere Reise, vielleicht Wohneigentum....


    Mit ihm wäre das alles schwer möglich gewesen :( Er hat nach der Schule eine Ausbildung zum Maler begonnen, diese dann allerdings nicht beendet da er in der Schule nicht mitgekommen ist. Er hat sich dann jahrelang in Temporärjobs als Maler und Pizzakurier durchgeschlagen und hat nun seit 10 Jahren eine Festanstellung als Plakatekleber. Der Job und die Leute gurken ihn allerdings an, kein Tag vergeht an dem er nicht über den Chef, die Kollegen oder den Job im allgemeinen motzt. Er hat sich drum für den gleichen Job allerdings bei einer anderen Firma beworben, hier bei mir in der Region.


    So weit so gut, nur sollte das nicht funktionieren dort hat er kaum mehr Alternativen... Als Maler ist er schon zu lange weg vom Beruf und eben auch keine abgeschlossene Ausbildung.... Sämtliche Weiterbildungen, Zweitausbildungen usw. haben auch die Voraussetzung einer abgeschlossenen Ausbildung. Klar, vielleicht irgendwo als Hilfsarbeiter... Wobei er da mit über 40 auch nicht mehr gefragt ist und man verdient nix. Sein Job als Plakatekleber ist auch zunehmend schwieriger für ihn, er schluckt fast permanent Schmerzmittel, immer tut ihm irgendwo was weh. Aber er hat keine Alternativen...


    Und da frage ich mich, muss ich wirklich dafür bezahlen weil er - man verzeihe mir den Ausdruck - die letzten 20 Jahre zu faul war um beruflich was zu machen? Er hat auch kein Erspartes, lebt quasi von der Hand in den Mund. Nachdem mein letzter Partner so ein Problemhaufen war, hab ich mir gewünscht einen Partner zu finden, der mit beiden Beinen im Leben steht und sich eine solide Basis aufgebaut hat. Dabei ist es mir wurscht was er beruflich macht, ob Koch, Schreiner, Elektriker, was auch immer.. Ich brauche auch keinen Mann der ein Vermögen heimbringt, als Sachbearbeiterin bei einer Bank bin ich auch nicht reich, verdiene aber genug für ein gutes Leben. Aber ohne Abschluss sieht seine berufliche Zukunft echt alles andere als rosig aus.


    Ich hab mir überlegt einfach mit ihm zusammenzuleben, ohne Kinder, jeder verdient sein eigenes Geld. Würde es ich es dann in einigen Jahren nicht vielleicht bereuen das ich es verpasst habe vielleicht jemanden zu finden mit dem eine Familie möglich ist? Oder bin ich einfach zu steif, er hätte eben wahnsinnig gerne ein Kind mit mir… Einfach machen und das geht dann schon irgendwie??


    Verliere ich nicht vielleicht irgendwann die Achtung vor ihm, weil er beruflich nie was auf die Reihe gebracht hat?


    Als weiterer Punkt nervt mich dass er so fahrlässig mit seinem Körper umgeht. Er raucht seit er 14 Jahre alt ist ist und hat starken Raucherhusten. Ich hab ihm vorgeschlagen einen Teil seiner Ziggis mit einer E-Zigarette zu ersetzen. Nö will er nicht... Er hat Parodontis und geht zwar alle 3-4 Monate zum Zahnarzt, müsste allerdings auch zuhause penibel auf Mundhygiene achten. Aber das Zähneputzen abends geht gerne mal vergessen wenn er müde ist und Zahnseide benutzt er nicht, obwohl ich ihn da auch schon mehrfach drauf angesprochen habe. Da komm ich mir wie Mutti vor...


    Nichtsdestotrotz kann ich meine Gefühle für ihn nicht einfach abstellen... Wir haben beide gestern sehr geweint und ich seh grad aus wie ein Zombie.


    Etwas Feedback von aussen würde mir guttun, was denkt ihr drüber? Ich bin sehr in Versuchung, ihm vorzuschlagen es nochmals zu probieren, obwohl das ja an den Umständen nichts ändert. Ich weiss grad gar nix mehr..


    Vielen Dank!

  • 12 Antworten
    Zitat

    Ich bin sehr in Versuchung, ihm vorzuschlagen es nochmals zu probieren,

    Zitat

    obwohl das ja an den Umständen nichts ändert

    Zitat

    Etwas Feedback von aussen würde mir guttun

    Ok - Ist vielleicht aber nicht nett


    Frag Dich mal ernsthaft, ober er sich je wird ändern können/wollen ? Frag Dich, was er an sich hat/haben könnte, was Dich an ihn bindet. Also ich lese da nichts, was Dich an ihn binden sollte. Die Finanzen stimmen nicht, sein Selbstbildnis anscheinend auch nicht (Stichwort Zahnpflege, Zigaretten).


    Er ist jetzt knapp Mitte 40, vermutlich sind seine Bahnen so eingefahren, dass sich da nichts mehr ändern wird.

    Zitat

    Da komm ich mir wie Mutti vor...

    Willst Du das wirklich.. SEINE Mutti sein ?

    Zitat

    Nichtsdestotrotz kann ich meine Gefühle für ihn nicht einfach abstellen

    Echtes Gefühl, oder doch Mitleid auf Grund der gestrigen Trennungssituation ?

    Ella, danke für dein Feedback!


    Eigentlich ist nichts vorhanden was mich an ihn bindet. Er ist ein herzensguter Mensch (sind aber andere auch) und liebt mich wirklich. Ich gehe eben auch davon aus dass er sich nicht mehr ändern kann und will, dafür ist es wohl zu spät....


    Bezüglich den Gefühlen, vielleicht ist es auch Mitleid, das könnte schon sein. Vielleicht auch Selbstmitleid, ich weiss es nicht so recht. Ich weiss dass er jetzt sehr leidet, und das tut mir schon sehr weh da ich ihn ja niemals verletzen wollte.

    Natürlich leidet er, Dir ist ja auch nicht nach Jubelgesängen zumute. Das ist normal. Ihr habt euch getrennt, das Gewohnte ist weg, der geordnete Tagesablauf. Jetzt kommt was neues, anderes, eben ungewohnt.


    Herzensgut ist eine schöne Eigenschaft, aber eben allein nicht ausreichend für eine stabile und alltagstaugliche Beziehung.


    Lenk Dich ab, hast Du Freunde/Freundinnen, mit denen Du reden kannst ?


    Den Kontakt zu ihm solltest Du eher meiden, das reißt die Wunden nur immer wieder auf.

    Zitat

    Herzensgut ist eine schöne Eigenschaft, aber eben allein nicht ausreichend für eine stabile und alltagstaugliche Beziehung.

    Da hast du völlig Recht!


    Ich treffe mich morgen Abend mit meiner besten Freundin und heute geh ich wohl noch zu meiner Mutter (die übrigens die gleiche Meinung hat wie du).


    Dankeschön @:)

    Überdenke für dich selbst was dir wichtiger ist:


    Die Liebe zu diesem Mann oder deine materialistischen Ziele (Wohneigentum.....)


    Ein Kind würde ich nicht mit ihm bekommen, dafür wäre der finanzielle Background seinerseits zu schlecht.


    Auch seine Gesundheit lässt aufgrund seines Lebensstils (rauchen, zu wenig Zahnpflege....) jetzt schon rapide nach.


    Zusammenleben ohne Kind und jeder auf eigene Kassa, das wäre natürlich möglich.


    Wenn du dafür auf große Wünsche wie Wohneigentum, große Reisen und eben ein Kind verzichtest.


    Du musst für dich entscheiden was dir wichtiger ist, dieser Mann oder deine anderen Wünsche.


    Mit ihm wirst du es nicht umsetzen können dir diese Ziele zu erfüllen.


    Aber vielleicht ist dir doch die Liebe zu ihm wichtiger und ein bescheidenes Leben mit ihm reicht dir.


    Das musst du für dich entscheiden.

    Jemand, dem schon die Ausbildung als Maler zu schwer ist.. Jemand, der seine Gesundheit ruiniert, indem er raucht, jemand, dem Hygiene fremd ist - als Raucher nicht Zähne zu putzen, das ist ja widerlich! Ich glaube, Deine Entscheidung ist nachvollziehbar. Die Gefühle mögen da sein, man mag eine schöne gemeinsame Zeit verbringen, aber für eine langfristige Planung hat man doch konkrete Vorstellungen, was ein Partner so mitbringen sollte. Und wenn das dann schon am elementarsten scheitert...

    @ Milky_e77

    Ich glaube, dafür ist die Liebe wohl nicht gross genug von meiner Seite. Ich mag ihn richtig gerne, aber ich denke wenn mir das schon jetzt nach so kurzer Zeit stört, wie sieht es dann in einigen Monaten/Jahren aus? Ich glaube, ich hätte dann wohl das Gefühl was verpasst zu haben....

    @ Ralph_HH:

    Danke für deine klaren Worte! Ich bin ein sehr rational denkender Mensch und trotzdem ist es schwierig wenn man gefühlsmässig so drin steckt. Aber ich muss sagen, mir gehts schon besser als gestern :)z

    In jeder Beziehung muss man Kompromisse eingehen, auf beiden Seiten!!! Hier wäre es so, dass nur Du Kompromisse eingehst: Du würdest Deine Träume nach Kind, Wohneigentum, Reisen aufgeben. Du müsstest zusehen, wie Dein Partner seine Gesundheit ruiniert (Rauchen, keine Hygiene, Schmerzmittelmissbrauch) und Du müsstest ihn im Zweifelsfall auch noch finanzieren, wenn er mal nicht mehr arbeiten kann bzw seinen Job los wird 8das kann zwar jedem passieren, aber bei den meisten ist zumindest eine Basis da, auf die man dann irgendwie wieder aufbauen kann).


    Wie die anderen hier schon gesagt haben: Du musst für Dich prüfen, was genau Deine Gefühle sind, was Du an ihm liebst und ob das so belastbar ist, dass Du dafür die o.g. Kompromisse eingehen magst.


    Übrigens: für mich wäre mindestens das Hygiene-Thema ein absolutes No-Go!


    Ich wünsche Dir Mut und Kraft, Deine Entscheidung zu treffen und ein Leben, wie Du es Dir wünschst zu führen.

    Hallo du,


    ich hatte dir beim letzten Mal auch schon geschrieben und dir Mut gemacht, deinen Gefühlen nachzukommen und den Kopf erst mal in den Hintergrund zu stellen. Das hast du getan und nun ist der Kopf wieder da. Denn alles, was dabei hilft, den Kopf "zu parken" – also die Verliebtheit, die starken Gefühle und vor allem die wirkungsvollen Hormone – ist durch. Dahinter scheint der Verstand die ganze Zeit auf seinen Einsatz gewartet zu haben. Vor diesem Hintergrund ist deine Trennung logisch. Und mehr kann sie ja auch nicht sein, denn sie ist ja mit Logik gefällt worden, also ist sie logisch.


    Sie ist aber auch nicht mehr als das, nur logisch. Sie passt nicht mit deinen Gefühlen überein, sie passt nicht mit deiner Lebensplanung überein, sie passt nicht mit deinem Bedürfnis überein, einen guten Freund und Vertrauten an deiner Seite zu haben. Aber du bist ja auch Bankkauffrau, also ist es für dich normal, den Kopf zu benutzen, auch für komplexe Gedankengänge. Und du vertraust auch deinem Kopf, das hat sich bewährt.


    Die nächste Aufgabe deines Verstandes ist also nun, dein Herz davon zu überzeugen, dass es still zu sein hat, das kann etwas dauern. Und es wird wohl nicht dauerhaft schweigen, vor allem, wenn du nicht so bald eine neue Beziehung hast und beim Alleinsein deinen herzensguten Partner vermisst.

    Zitat

    Es war ein Vernunftsentscheid und kein Herzensentscheid, weil ich einfach keine Zukunft mit ihm gesehen habe.

    Ich sag es mal so: Die Zukunft kommt von selber, man muss sie nur kommen lassen und ihr eine Chance geben. Die Formulierung "Ich habe mit ihm keine Zukunft mehr gesehen" bedeutet also genau genommen: "Ich habe nicht gesehen, wie diese Zukunft MEINEN Planungen, Neigungen und Bedürfnissen entsprechend gelingen sollte" Ist das korrekt?


    Und wenn das so ist, und bei dir der Kopf mehr zu sagen hat als das Herz, dann war die Entscheidung gut.

    Zitat

    Ich bin w, 32 und er 10 Jahre älter. Ich habe mir viele Gedanken um die Zukunft gemacht. Vielleicht ein Kind, und wenns keins gibt dann ev. eine längere Reise, vielleicht Wohneigentum....

    Das ist alles sehr konkret, und so sollte deine Partnerwahl demnächst auch diesen sehr konkreten Vorstellungen entsprechen. Das war nun offensichtlich schon zwei Mal nicht der Fall.

    Zitat

    Und da frage ich mich, muss ich wirklich dafür bezahlen weil er - man verzeihe mir den Ausdruck - die letzten 20 Jahre zu faul war um beruflich was zu machen?

    Diesen Ausdruck kann man dir natürlich "verzeihen", aber entspricht nicht den Tatsachen. Jeder Mensch hat seine Möglichkeiten und die werden von sehr vielen Parametern festgelegt. Die meisten entstehen in Kindheit und Jugend. Und mit 40 kann man sich nicht "einfach mal verändern", indem man sich selber in den Hintern tritt. Du siehst das ganz realistisch, dass da keine großen Veränderungen mehr zu erwarten sind, aber das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern mit einem ganzen Paket von Vorgaben - Erfahrungen, Ängsten und fehlender Kraft für Veränderungen – das sein Handeln bestimmt. Er KANN also nicht anders, sonst hätte er es dir zu Liebe ziemlich sicher versucht zu verändern, denn er wusste ja sicher von deinen Bedenken.


    Es wäre also gut für dich (und für ihn) in Sachen "Abschließen mit der Beziehung", wenn du ihm nicht "Faulheit" vorwerfen würdest, sondern ihn in seiner Ganzheit mit seiner Geschichte und seinen Möglichkeiten respektieren würdest.

    Zitat

    Ich hab mir überlegt einfach mit ihm zusammenzuleben, ohne Kinder, jeder verdient sein eigenes Geld. Würde es ich es dann in einigen Jahren nicht vielleicht bereuen das ich es verpasst habe vielleicht jemanden zu finden mit dem eine Familie möglich ist? Oder bin ich einfach zu steif, er hätte eben wahnsinnig gerne ein Kind mit mir… Einfach machen und das geht dann schon irgendwie??

    Ja, es gäbe sicherlich solche Frauen, bei denen diese Methode (einfach machen und das geht dann schon irgendwie) erfolgreich wäre. Sie können ihr Leben auch mit solch einem Menschen meistern und sind sogar noch glücklich dabei. Sie sind anders als du. Also hat nicht nur er Defizite, sondern auch DU hast deine Einschränkungen durch das, was du gelernt hast und als Prioritäten ansiehst. Beides darf so sein, es ist halt nur nicht kompatibel.

    Zitat

    Verliere ich nicht vielleicht irgendwann die Achtung vor ihm, weil er beruflich nie was auf die Reihe gebracht hat?

    Bei deiner Sicht der Dinge scheint das nur eine Frage der Zeit zu sein.

    Zitat

    Als weiterer Punkt nervt mich dass er so fahrlässig mit seinem Körper umgeht.

    Auch das ist Bestandteil seines Lebens. Er könnte es mit hohem Leidensdruck zwar ändern, aber dieser Leidensdruck müsste aus ihm und das kann er nicht dir zu Liebe.

    Zitat

    Nichtsdestotrotz kann ich meine Gefühle für ihn nicht einfach abstellen... Wir haben beide gestern sehr geweint und ich seh grad aus wie ein Zombie.

    In solchen Fällen leidet der "Aktiv-sich-Trennende" meist noch mehr als der Verlassene, denn bei dir kommen ja die Schuldgefühle noch hinzu.

    Zitat

    Ich bin sehr in Versuchung, ihm vorzuschlagen es nochmals zu probieren, obwohl das ja an den Umständen nichts ändert.

    Es würde in dem Moment an den Umständen etwas ändern, in dem er dir zu Liebe – um die Trennung zu verhindern – genügend Leidensdruck für eine Veränderung aufbauen würde. Also das Rauchen aufgeben oder eine andere Stellschraube, die ihm schwer fällt, aber zu dem Paket der Trennungsgründe bei dir zählt. Das ist dann zerbrechlich, aber es ist nicht ausgeschlossen. Manchmal ist eine solche Situation genau "der kleine Schmerz zu viel", der den Anstoß für eine Veränderung geben kann. Aber das macht ihn dann nicht zu einem "Partner auf Augenhöhe" für dich. Wenn du den suchst, solltest du versuchen abzuschließen und weiter suchen.

    @ Oldie,

    ich kann mich noch gut an deinen Beitrag in meinem letzten Faden erinnern :)

    Zitat

    Ich sag es mal so: Die Zukunft kommt von selber, man muss sie nur kommen lassen und ihr eine Chance geben. Die Formulierung "Ich habe mit ihm keine Zukunft mehr gesehen" bedeutet also genau genommen: "Ich habe nicht gesehen, wie diese Zukunft MEINEN Planungen, Neigungen und Bedürfnissen entsprechend gelingen sollte" Ist das korrekt?

    Das ist so sicher korrekt. Aber ist es so falsch Pläne für die Zukunft zu haben und sich einen Partner zu wünschen mit dem Zukunft auch etwas rosig aussieht? Vielleicht bin ich wirklich zu sehr Kopfmensch und niemand weiss, was in 10 Jahren ist. Aber aufgrund der Lebensumstände zeichnet sich der Weg ja auch ab?

    Zitat

    Jeder Mensch hat seine Möglichkeiten und die werden von sehr vielen Parametern festgelegt. Die meisten entstehen in Kindheit und Jugend. Und mit 40 kann man sich nicht "einfach mal verändern", indem man sich selber in den Hintern tritt. Du siehst das ganz realistisch, dass da keine großen Veränderungen mehr zu erwarten sind, aber das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern mit einem ganzen Paket von Vorgaben - Erfahrungen, Ängsten und fehlender Kraft für Veränderungen – das sein Handeln bestimmt.

    Ich stimme dir bis zu einem bestimmten Punkt zu. Er hatte mit Sicherheit durch seine Eltern kaum Unterstützung. Seine Eltern sind Einwanderer, seine Mutter spricht bis heute kaum deutsch und beide Elternteile waren so gut wie Analphabeten. Dennoch finde ich man macht es sich sehr einfach, alles aufs Elternhaus und die Umstände zu schieben. Irgendwann ist man erwachsen, nimmt sein Leben selbst in die Hand und geht selbst seinen Weg. Ich meine, man hat doch Träume und Ziele im Leben. Er wollte schon immer Kinder haben. Wieso hat er sich nicht irgendwann den Weg geebnet um einer Familie auch was bieten zu können?

    Zitat

    Ja, es gäbe sicherlich solche Frauen, bei denen diese Methode (einfach machen und das geht dann schon irgendwie) erfolgreich wäre. Sie können ihr Leben auch mit solch einem Menschen meistern und sind sogar noch glücklich dabei. Sie sind anders als du. Also hat nicht nur er Defizite, sondern auch DU hast deine Einschränkungen durch das, was du gelernt hast und als Prioritäten ansiehst. Beides darf so sein, es ist halt nur nicht kompatibel.

    Ich frage mich, ist es wirklich ein Defizit wenn man sich eine solide Basis wünscht um eine Familie gründen zu wollen? Wenn man will dass der Partner beruflich gefestigt ist? Um finanziell nicht irgendwann ins Schlingern zu geraten und vielleicht auch für das Kind ein Vorbild zu sein?

    Zitat

    Auch das ist Bestandteil seines Lebens. Er könnte es mit hohem Leidensdruck zwar ändern, aber dieser Leidensdruck müsste aus ihm und das kann er nicht dir zu Liebe.

    Und da frage ich mich auch, sind meine Ansprüche so hoch dass es für ihn einen Leidensdruck bedeuten würde, sein Rauchverhalten und seine Mundhygiene etwas zu ändern und anzupassen? Oder ist es nicht schlichtweg Bequemlichkeit und Phlegma?


    Er postet auf FB momentan traurige Sprüche (die ich mir durch den Google übersetzer jagen muss da ich kein italienisch kann..) die so in etwa heissen "eine echte Frau verlässt ihren Mann nicht nur weil es ein Problem gibt"...


    Ja was sagt man dazu ":/

    Zitat

    Ich frage mich, ist es wirklich ein Defizit wenn man sich eine solide Basis wünscht um eine Familie gründen zu wollen? Wenn man will dass der Partner beruflich gefestigt ist? Um finanziell nicht irgendwann ins Schlingern zu geraten und vielleicht auch für das Kind ein Vorbild zu sein?

    Es geht hier doch nicht um ein Defizit sondern um unterschiedliche Typen/Einstellungen. Ich bin so jemand, der eher weniger plant und die Dinge nimmt wie sie kommen. Meine Schwester dagegen war schon immer viel planvoller als ich z.B. bei der Berufswahl und der Reihenfolge Mann kennenlernen - Zusammenzug - Hochzeit - Kinder. Ich bin trotzdem nicht unglücklicher oder schlechter dran als sie.

    Zitat

    Und da frage ich mich auch, sind meine Ansprüche so hoch dass es für ihn einen Leidensdruck bedeuten würde, sein Rauchverhalten und seine Mundhygiene etwas zu ändern und anzupassen?

    Auch hier: Steh doch zu Deinen Ansprüchen. Es hilft Dir nichts, wenn hier jemand schreibt, dass es ihn nicht stören würde.


    Für mich wäre ein ungepflegter Rauchermund übrigens auch nichts. Von daher ähneln sich hier unsere Ansprüche. ;-)

    Hi Kimimila,


    erst einmal hierzu:

    Zitat

    Er postet auf FB momentan traurige Sprüche (die ich mir durch den Google übersetzer jagen muss da ich kein italienisch kann..) die so in etwa heissen "eine echte Frau verlässt ihren Mann nicht nur weil es ein Problem gibt"...

    Nun, da gibt es ja offensichtlich noch ein paar mehr Probleme, die mir bisher nicht klar waren: Die sprachlochen und diejenigen, die sich aus seiner Herkunft ableiten. Das alles gehört zum Gesamtbild und unterstreicht noch mal, dass er aus vielem, was ihn lähmt oder bindet, gar nicht selber heraus kommen kann.


    Versteh mich bitte richtig. Ich will ihn nicht "entschuldigen", denn es ist sowieso sinnlos, hier von SCHULD zu reden. Ich möchte aber dabei helfen, dass du ihn besser VERSTEHST, ohne dabei VERSTÄNDNIS haben zu müssen. Das ist ein großer Unterschied. Denn wenn du ihn besser verstehst, kannst du aufgrund seiner "Andersartigkeit" vermutlich auch besser die Trennung verarbeiten. Denn darum geht es ja wohl nur noch.


    Dass "echte Frauen ihre Männer nicht verlassen" ist jetzt natürlich so ein Spruch, mit dem er sich selber helfen will, die Situation zu bewältigen und Verbündete zu finden (die ebenso denken). Das mag gut für ihn sein, hat aber nichts mehr mit dir zu tun. Und du solltest es dir auch nicht antun, das zu lesen.

    Zitat

    Aber ist es so falsch Pläne für die Zukunft zu haben und sich einen Partner zu wünschen mit dem Zukunft auch etwas rosig aussieht?

    Nein, das ist nicht falsch, schränkt aber die Auswahl der Partner ein. Und da du nun zwei Mal einen Partner ausgewählt hast, der nicht in diese Kriterien passte, ist das für die weitere Partnersuche ja wichtig.

    Zitat

    Ich stimme dir bis zu einem bestimmten Punkt zu. Er hatte mit Sicherheit durch seine Eltern kaum Unterstützung. Seine Eltern sind Einwanderer, seine Mutter spricht bis heute kaum deutsch und beide Elternteile waren so gut wie Analphabeten. Dennoch finde ich man macht es sich sehr einfach, alles aufs Elternhaus und die Umstände zu schieben.

    Ja, das ist einfach. Und wenn er nur einfach strukturiert ist, kann er nur so. Auch das wieder nur zum VERSTEHEN, nicht um Verständnis zu haben.

    Zitat

    Irgendwann ist man erwachsen, nimmt sein Leben selbst in die Hand und geht selbst seinen Weg.

    Auch wenn "man" das tut, gibt es doch viele, die das weder tun noch können. Und wenn man sich die als Partner aussucht, kann das zur Trennung führen. Noch mal deutlich: Du hast meiner Meinung nach alles richtig gemacht, denn du hast damals nicht sofort aufgegeben, als du dich unsicher fühltest. Du hast euch eine Chance gegeben. Die hat nicht gereicht. Und wenn es nicht reicht, dann darf man auch einsehen, dass die Trennung die bessere Lösung ist. Ihr seid ja noch kein altes Paar, das um jeden Preis durchhalten möchte.

    Zitat

    Ich meine, man hat doch Träume und Ziele im Leben. Er wollte schon immer Kinder haben. Wieso hat er sich nicht irgendwann den Weg geebnet um einer Familie auch was bieten zu können?

    Weil Wunsch und Wirklichkeit bei ihm ziemlich weit auseinander liegen. Möglicherweise sieht er sich als Opfer der Umstände. Und wer das tut, bringt kaum die Kraft zum Veränderungswillen auf.

    Zitat

    Ja, es gäbe sicherlich solche Frauen, bei denen diese Methode (einfach machen und das geht dann schon irgendwie) erfolgreich wäre. Sie können ihr Leben auch mit solch einem Menschen meistern und sind sogar noch glücklich dabei. Sie sind anders als du. Also hat nicht nur er Defizite, sondern auch DU hast deine Einschränkungen durch das, was du gelernt hast und als Prioritäten ansiehst. Beides darf so sein, es ist halt nur nicht kompatibel.

    Zitat

    Ich frage mich, ist es wirklich ein Defizit wenn man sich eine solide Basis wünscht um eine Familie gründen zu wollen?

    Natürlich nicht. Ich hatte ja auch nur davon gesprochen, dass du durch deine Prioritäten in der Partnerwahl "eingeschränkt bist".

    Zitat

    "Auch das ist Bestandteil seines Lebens. Er könnte es mit hohem Leidensdruck zwar ändern, aber dieser Leidensdruck müsste aus ihm und das kann er nicht dir zu Liebe." Und da frage ich mich auch, sind meine Ansprüche so hoch dass es für ihn einen Leidensdruck bedeuten würde, sein Rauchverhalten und seine Mundhygiene etwas zu ändern und anzupassen? Oder ist es nicht schlichtweg Bequemlichkeit und Phlegma?

    Das kann ich nicht beurteilen. Aber wer seit dem 14. Lebensjahr raucht, hört damit nicht einfach so auf.


    Ich denke, du hast dir die Trennung gut überlegt und bist jetzt nur in der Phase, in der man noch einmal zweifelt, vor allem wenn der andere leidet. Sieh das als normal an. Du trägst für ihn nicht die Verantwortung. Dein Ziel sollte es jetzt sein, mit deiner Entscheidung ins Reine zu kommen.