Getrennt lebender Vater, Probleme in der neuen Beziehung.

    Guten Abend,

    ich (30) bin seit ca 4 Jahren mit meiner Freundin (30) zusammen. Wir wohnen noch nicht zusammen. Die Beziehung läuft gut, bloß habe ich ein Problem damit, dass ich ein getrennt lebendes Kind (5) habe. Ich fühle mich dadurch noch sehr verbunden mit meiner Ex Partnerin und habe das Gefühl, wenn ich zu meiner Partnerin ziehe, ich ein Stück weit von meiner Tochter entferne, mich quasi gegen sie entscheide. Ich weiß das meine Tochter, kein Problem damit hat oder haben wird, sondern eben ich ... und zwar ein gewaltiges, wie ich mittlerweile merke. Die Mutter meiner Tochter ist seit unserer Trennung alleinlebend und arbeitet VZ. Entsprechend stressig ist der Alltag bei ihnen, was sich in der Erziehung und unausgeglichenheit unserer Tochter widerspiegelt. Mein inneres Gefühl sagt mir, dass ich gern täglich für meine Tochter da sein möchte, aber ich weiss das es nicht möglich ist, da keine Liebe mehr zwischen mir und der Mutter vorhanden ist. Außerdem habe wie gesagt seit Jahren eine neue Partnerin, die nunmehr zwei Jahre lang möchte, dass ich bei ihr einziehe, was nach der langen Zeit (4) der logische nächste Schritt ist, wäre da nicht die (emotionale) Bindung zu meiner Tochter und der Kindesmutter, die meine aktuelle Beziehung zum Scheitern bringt.


    Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich bin unsicher, obwohl ich es gar nicht sein möchte. War jemand vielleicht schon mal in einer ähnlichen Situation? Ich würde mich über Nachrichten freuen.

  • 9 Antworten

    Ich verstehe den Zusammenhang zwischen den zusammenleben mit deiner aktuellen Partnerin und dem Umgang mit deiner Tochter nicht. Was würde sich denn konkret ändern?

    Zitat

    Mein inneres Gefühl sagt mir, dass ich gern täglich für meine Tochter da sein möchte, aber ich weiss das es nicht möglich ist, da keine Liebe mehr zwischen mir und der Mutter vorhanden ist.

    Wieso sollte das nicht möglich sein? Natürlich ist es das.

    Du lebst doch jetzt auch nicht mit der Tochter zusammen, ohne dass euch das entfremdet hat, oder nicht? Wie macht ihr das denn jetzt zurzeit? Und was genau wäre anders, wenn ihr einfach genau so wie jetzt weitermacht, nur dass du eben mit deiner Freundin zusammenlebt?

    Warum meinst du nun genau, dass du da die Kontrolle über das Dasein von Ex und Kind verlierst? Das scheint mir der Knackpunkt zu sein. Machtverlust ???

    Derzeit ist meine Tochter alle zwei Wochenenden bei mir zu Hause. Meine Partnerin ist nicht jedes mal dabei. Außerdem sehen wir (PTR und ich) uns i.d.R. 2-3 mal die Woche. Mal bei mir, mal bei ihr. Meine Tochter sehe ich jeden Freitag und jedes zweite Wochenende. Sie außerhalb der Reihe zu besuchen wird sehr kritisch von meiner Partnerin bewertet. Die Kindesmutter sieht das ebenfalls nicht gerne.


    Was sich ändert, wenn ich zu meiner Partnerin ziehe, ist mein inneres Gefühl, welches mir sagt, dass ich mich entgültig gegen meine Tochter entschieden habe, in dem sie sieht, dass ich mir gemeinsam mit meiner Partnerin die Zukunft gestalte.


    Es ist mein inneres Gefühl, welches mich seit der Geburt meiner Tochter quält. Das Gefühl von "im Stich lassen und gegen Sie entscheiden". Ich kann es leider nicht besser beschreiben. Mein Kopf weiß, dass dieses Gefühl nicht der Wahrheit entspricht, aber mein Herz hält sehr an diesen Gefühlen fest. Kopf gegen Herz und ich fühle mich wie gelähmt. Ich glaube es ist an der Zeit, dass ich einen Therapeuten aufsuchen muss.

    Joulee schrieb:

    Derzeit ist meine Tochter alle zwei Wochenenden bei mir zu Hause. Meine Partnerin ist nicht jedes mal dabei. Außerdem sehen wir (PTR und ich) uns i.d.R. 2-3 mal die Woche. Mal bei mir, mal bei ihr. Meine Tochter sehe ich jeden Freitag und jedes zweite Wochenende. Sie außerhalb der Reihe zu besuchen wird sehr kritisch von meiner Partnerin bewertet. Die Kindesmutter sieht das ebenfalls nicht gerne.

    Wenn du sie jetzt schon so selten siehst, ändert sich doch erst recht nichts.... ":/

    Eine Möglichkeit ist, du kollidierst da gerade mit deinen eigenen Ansprüchen an einen "guten Vater". Falls das zutrifft, fände ich es wichtig, dich klarzumachen, dass du diesen Ansprüchen schon jetzt wahrscheinlich nicht genügst. Für viele Trennungskinder ist es wesentlich wichtiger, den getrennt lebenden Elternteil als ansprechbar, zugewandt und interessiert wahrzunehmen und möglichst auch als Teil des Alltags (also nicht nur Wochenenden, die einen Besuch als besonderes Event charakterisieren), als die Tatsache, ob er eine/n neue/n Partner/in hat oder nicht. Das ist eher das Denken der Erwachsenen als das der Kinder. Außerdem kann ein Kind auch viel daraus lernen, wenn man eine insgesamt harmonische Situation unter allen Beteiligten hinbekommt.


    Schwierig in deiner Konstellation ist vielleicht auch das Bekenntnis zu einer Frau, die deine Tochter anscheinend offen ablehnt, zu der du dich aber durch einen Umzug nochmal explizit bekennst. Da wäre auch für dich zu überlegen, ob du damit dauerhaft klarkommst. Für mich käme im Falle einer Trennung ein solcher Partner gar nicht erst in Frage, und ich denke, da geht es vielen ähnlich.

    Wie geht es dir in solchen Momenten, wenn deine Partnerin sich so offen gegen zusätzliche Besuche deines Kindes ausspricht?

    Willst du deine Tochter denn öfter sehen? Wenn du sie nur deswegen nicht öfters siehst, weil die Mutter und deine Partnerin das nicht wollen, dann lässt du sie tatsächlich im Stich.


    Wenn deine Partnerin dein Kind jetzt schon ablehnt, besteht die Gefahr, dass sie weiteren Kontakt zwischen dir und dem Kind untergräbt, sobald ihr zusammen wohnt.

    tiramisu01 schrieb:

    Ich verstehe den Zusammenhang zwischen den zusammenleben mit deiner aktuellen Partnerin und dem Umgang mit deiner Tochter nicht. Was würde sich denn konkret ändern?

    Ich auch nicht.

    Joulee schrieb:

    Entsprechend stressig ist der Alltag bei ihnen, was sich in der Erziehung und unausgeglichenheit unserer Tochter widerspiegelt.

    Stress bleibt nicht aus, das stimmt. Aber es muss nicht zur Unausgeglichenheit des Kindes führen.

    Joulee schrieb:

    Was sich ändert, wenn ich zu meiner Partnerin ziehe, ist mein inneres Gefühl, welches mir sagt, dass ich mich entgültig gegen meine Tochter entschieden habe, in dem sie sieht, dass ich mir gemeinsam mit meiner Partnerin die Zukunft gestalte.

    Wenn das so wäre, wäre das auch als Alleinlebender so. Ob deine Tochter sich der neuen Partnerin unterlegen und weniger wichtig fühlt, hat NICHTS mit der Wohnsituation zu tun. Das ist ein Hirngespinst. Vielleicht musst du es einfach wagen, um zu sehen, dass es das ist und nichts zum Negativen ändert.

    Oder hast du Angst, weniger "Allein-Zeit" mit deinem Kind zu haben, wenn sie an den Wochenenden nicht mehr zu dir kommt, sondern dann zu euch (da gemeinsame Wohnung)?

    Joulee schrieb:

    Sie außerhalb der Reihe zu besuchen wird sehr kritisch von meiner Partnerin bewertet. Die Kindesmutter sieht das ebenfalls nicht gerne.

    Begründung??