Gibt es so etwas wie ein "Pussy-Kartell"?

    Zitat

    It is quite obvious that feminists campaign against pornography and prostitution on a societal level. On the group-level, women commonly attempt to slut-shame other women, or bully their better looking peers. Arguably, the motivation behind these actions is to keep the price of pussy high. Alek Novy so fittingly calls this the "pussy cartel”, which colludes in order to artificially constrain the supply of pussy to the market. ...


    http://blog.aaronsleazy.com/index.php/2016/10/23/would-you-bother-with-women-if-prostitution-was-legal-and-very-cheap/

    Mit "pussy cartel" meint der Autor den vermeintlichen Umstand, wonach Frauen sich gegen Prostitution & Pornographie aussprechen um den "Marktwert" der weiblichen Sexualität zu steigern bzw. hochzuhalten. Dazu zählt auch das umstrittene Verhalten besonders promiske und freizügige Frauen mit Slut-shaming zu überziehen, mit dem Ziel sie dafür abzustrafen und zukünftig davon abzuhalten, dass sie ihre Körper den Männern zu willig und ohne entsprechend hohe "Gegenleistung" anbieten und infolge den Rest des Frauenkollektivs unter Druck und Zugzwang setzen...


    Der symbolische Preis für die "Vagina" soll mittels künstlicher Verknappung zu offen ausgelebter Sexualität möglichst hoch gehalten werden...


    Was sagt ihr? Ist das Pickup-Bullshit oder ist da ein Fünkchen Wahrheit dran? ???":/

  • 89 Antworten

    @ Comran

    Zitat

    Ich halte "Pickup" schon für Bullshit, was soll ich da erst zu "Pussy-Cartel" sagen? ":/

    Ich halte Pickup auch überwiegend für Bullshit, frage mich aber, ob es zum oben genannten eine wissenschaftliche Entsprechung gibt? Mag ja sein, dass das meiste an Pickup Unsinn ist, aber einiges davon haben sie ja tatsächlich aus Evolutionsbiologie-Büchern übernommen, wenn auch teilweise etwas "verfälscht"... ;-)

    Männer betreiben doch auch Slut-Shaming?


    Ich denke das hat jeweils andere Hintergründe, auch auf der Gruppen-Ebene und nur wenig mit dem "Marktwert" zu tun.


    Dass viele Frauen gegen Prostitution sind, hat wohl eher damit zu tun, dass sie einerseits nicht wollen, dass "ihre" Männer solche Frauen besuchen und andererseits Männern, die sie nicht zum Partner nehmen würden, keine Sexualität gönnen. Vorallem Letzteres ist wohl eine unterbewusste Sache.

    @ Johannesbo

    Zitat

    Männer betreiben doch auch Slut-Shaming?

    Tun sie das?

    Zitat

    und andererseits Männern, die sie nicht zum Partner nehmen würden, keine Sexualität gönnen. Vorallem Letzteres ist wohl eine unterbewusste Sache.

    inwiefern?

    Zitat

    Tun sie das?

    Ich habe den abwertenden Begriff zumindest häufiger von männlichen Bekannten gehört, als von weiblichen. Das kann aber natürlich auch an meinem Umfeld und meiner eigenen Einstellung dazu liegen. Aber in jedem Fall ja: Männer tun das.

    Zitat

    inwiefern?

    Unterbewusst stuft die Frau einen solchen Mann ganz allgemein als nicht begehrenswert ein und nicht nur für sich individuell.

    Zitat

    Unterbewusst stuft die Frau einen solchen Mann ganz allgemein als nicht begehrenswert ein und nicht nur für sich individuell.

    Das haben aber doch noch immer die Freier und die Prostituierten für sich selbst zu entscheiden. Individuelles Freiheitsrecht.

    Zitat

    Dazu zählt auch das umstrittene Verhalten besonders promiske und freizügige Frauen mit Slut-shaming zu überziehen, mit dem Ziel sie dafür abzustrafen und zukünftig davon abzuhalten, dass sie ihre Körper den Männern zu willig und ohne entsprechend hohe "Gegenleistung" anbieten und infolge den Rest des Frauenkollektivs unter Druck und Zugzwang setzen...

    was für ein Schwachsinn......tut mir leid aber das kann natürlich nur von einem Mann kommen der sich wahrscheinlich noch nie mit Feministinnen an einen Tisch gesetzt hat.


    denn die Frauen die sich gegen Prostitution aussprechen (und zwar weil Prostitution immer auch Zwangsprostituion unterstützt - direkt oder indirekt), sind auch in den allermeisten Fällen die Frauen die sich gegen Slutshaming aussprechen.

    Zitat

    Das haben aber doch noch immer die Freier und die Prostituierten für sich selbst zu entscheiden. Individuelles Freiheitsrecht.

    Richtig und genau diese Tatsache, dass die "Unbegehrten" trotzdem Sexualität erfahren können, und zwar durch Prostituierte, ist der Grund, warum dann gegen Prostitution allgemein gewettert wird.

    Pussy Kartell klingt eher wie mal wieder so ein krampfhafter Versuch, für alles einen pfiffigen (naja...) neuen Begriff erfinden zu müssen.


    Gibts Frauen, die sich von Pornos und deren Darstellerinnen bedroht fühlen und nicht wollen, dass ihr Mann das konsumiert? Joa.


    Gibts Frauen, die andere als Schlampe beschimpfen und sich als einzig wahre, anständige Frau? Joa.


    Gibts Frauen, die Sex mit sich als "Belohnung" nutzen und Sexentzug als Bestrafung? Auch das.


    Ich sehe darin keinen Schwachsinn, aber auch keine große Verschwörung, sondern ganz natürliches Verhalten,was man selbst im Forum von einigen Leuten gerne mal liest.


    Das Verhalten einzelner hat aber nichts mit einem Kartell zu tun und gehört eher in die Sparte Psychologie als Feminismus...

    (Und ich glaube, nein weiß, auch, dass es Frauen gibt, die Slutshaming betreiben, weil sie fürchten, dass die "Sluts" begehrter sind als sie und so versuchen, die Waage wieder herzustellen und sich zu erhöhen. Kennt doch jeder sowas "Boah die XY ist so billig, die geht ja mit jedem mit, also ICH wäre mir dafür zu schade!" - Ist aber auch eher ein unterbewusstes Egoproblem denn gezieltes Vorgehen..)

    Zitat

    Dass viele Frauen gegen Prostitution sind, hat wohl eher damit zu tun, dass sie einerseits nicht wollen, dass "ihre" Männer solche Frauen besuchen und andererseits Männern, die sie nicht zum Partner nehmen würden, keine Sexualität gönnen. Vorallem Letzteres ist wohl eine unterbewusste Sache.

    Also langsam wirds echt lächerlich. Frauen die manche Männer nicht zum Partner haben wollen gönnen denen überhaupt keine Sexualität? Wie kommt man zu dem Schluß? Das wird ja immer absurder.

    Im übrigen ist es schon seit Jahrtausenden üblich, daß Prostituierte und sexuell freizügige Frauen angefeindet werden! Zum großen Teil aus religiösen Gründen, von strenggläubigen Muslimen, Christen und auch sehr orthodoxen Juden!


    Zum anderen natürlich aus Neid, oder auch von Männern, die Probleme mit sich selbst haben und meinen, "keine abzukriegen"....


    Sicher gibt es Feministinnen, die gegen Prostitution und Pornos sind! Ist aber auch nix Neues mehr. Aber sicher nicht, weil sie möglichst alle Männer für sich reservieren möchten! Und die klassische Feministin aus den 1970ern, die in Latzhose und dicker Brille rumläuft, ist mittlerweile auch eine aussterbende Spezies. Es gibt heute genug feministisch eingestellte Frauen, die selber häufig wechselnde Sexpartner hat. Warum auch nicht?


    Und in früheren Zeiten hatten Prostituierte mit wesentlich härteren Beschränkungen, Anfeindungen und Strafen zu rechnen! Dagegen sind blöde Kommentare aus dem Internet noch harmlos!

    Zitat

    Also langsam wirds echt lächerlich. Frauen die manche Männer nicht zum Partner haben wollen gönnen denen überhaupt keine Sexualität? Wie kommt man zu dem Schluß? Das wird ja immer absurder.

    #brauchnochjemandaußermirpopcorn?

    @ Zim

    Zitat

    Was sagt das Pussy Kartell übrigens zu den neuerdings erhältlichen Sexpuppen, den real dolls? ;-)

    https://www.emma.de/artikel/stoppt-die-sexroboter-334973


    https://www.zeit.de/2017/46/kathleen-richardson-silikonpuppen-anthropologin


    https://www.piqd.de/liebe-sex/nichts-gegen-vibratoren-aber-sexroboter-sind-inakzeptabel


    http://www.feministcurrent.com/2017/04/27/sex-robots-epitomize-patriarchy-offer-men-solution-threat-female-independence/

    Die Macht, die Frau über Mann hat, heißt Sex & Sexentzug. Geht der Mann zur Prostituierten, hat er trotzdem Sex und Frau ist machtlos. Prostituierte sind sozusagen "Streikbrecher" und deshalb vielen Ehefrauen ein Dorn im Auge. So einfach ist das.

    Zitat

    Also langsam wirds echt lächerlich. Frauen die manche Männer nicht zum Partner haben wollen gönnen denen überhaupt keine Sexualität? Wie kommt man zu dem Schluß?

    Beobachtung, Erfahrung und ein bisschen Nachdenken :)

    Nein,


    es macht für mich eher den Eindruck auf eine zusammengeschusterte Verschwörungstheorie aufgrund von Frauenhass.


    Fangen wir mit dem Begriff Pussy-Kartell an: ein Kartell impliziert einen Zusammenschluss von Akteuren mit einem konkreten Handlungsziel. In diesem Fall müssten sich also Frauen (die ja den Marktwert gering halten wollen) sich zusammenschließen mit dem kokreten Ziel Slutshaming zu betreiben. Das halte ich für weit hergeholt, wobei die Wahrheit verumtlich nicht viel besser ist.


    Ich gehe davon aus, dass Slutshaming in Gruppen betrieben wird, bei denen die meisten mitmachen, um dazuzugehören. Und leider werden unsere Mitmenschen häufig (vor allem in Teenagerzeiten) eben nicht wegen ihren guten Eigenschaften gelobt, sondern wegen ihrer vermeintlichen Makel in Gruppen niedergemacht, angeführt von Menschen mit niedrigen Selbstwertgefühl, die es nötig haben, sich über andere zu stellen, um ihr mickriges Selbstwertgefühl größer erscheinen zu lassen, die leider auch oft den Zuspruch der Umstehenden bekommen, nicht weil sie sich in irgendeiner positiven Form sich vorgetan haben, sondern weil sie am lautesten Schreien.


    Daraus kann man aber kein Kartell machen, weil die Intention fehlt.


    Die Marktwerttheorie spielt in der Partnerschaftswahl durchaus eine Rolle, aber eher eine partielle. Auf jeden Fall keine wo man sich als Akteur mit einem bestimmten Marktwert sieht, denn man in Zusammenschluss mit anderen hoch halten will. Aber durchaus kann man an Datingseiten mit ihren Filtereinstellungen ein Marktverhalten beobachten. Auch liieren sich die meisten Leute mit einem Partner mit ähnlichem Attrakitivtätsniveau. Aber das ist auch nur wieder die halbe Wahrheit.


    Fazit: Der benutze Begriff wirft unzulässige Assoziationen hervor und versucht im weiteren Verlauf das reale Ereignis von Slutshaming durch eine Verschwörung der Frauen zu erklären. Ich bewerte das als frauenfeindlich, weil den Frauen eine böse Absicht unterstellt wird. Die Theorie trägt nicht dazu bei slutshaming oder Marktwert besser zu verstehen und ist daher für mich nicht mehr als eine zusammengeschusterte Verschwörungstheorie