• Gleichberechtigung der Geschlechter

    Ich habe einen Beitrag auf Youtube gesehen, indem eine hübsche junge Frau Männern Tipps gibt wie man Frauen behandeln soll. Darin heißt es auch, dass Männer unbedingt immer das Essen der Frau bezahlen müssen. Ich finde das schon ein "starkes Stück", vor allem weil ich beinahe täglich im Fernsehen Beiträge höre, wo Frauen fordern endlich den Männern…
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    Das ist eines der Probleme. Frauen machen ihr Studium zu gut, sie bekommen für weniger Leistung viel bessere Noten als die Männer

    Wo? Ich habe sicher keine einzige Note geschenkt bekommen.

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    In Deutschland täglich, man ersetze einfach Kollegin durch Türke, Pole oder Ossi.

    Ja. Genau das was ich die ganze Zeit zu sagen versuche - wir stecken Leute in Schubladen, egal ob sie reinpassen. Und eine der Schubladen ist Frau/Mann eine andere ist autochton/zugewandert und noch eine andere ist ost/west.

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    und da ist die Aussage – bis zum 3. Jahr nach Berufseintieg alles gleich, dann verdienen Frauen weniger.

    Und warum verdienen Sie dann weniger? Das muss ja einen Grund haben.

    Sie sind nicht so gut bei Gehaltsverhandlungen bzw um Erhöhungen. Fordern weniger, sind zu bescheiden, argumentieren nicht egoistisch genug.

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    Sie sind nicht so gut bei Gehaltsverhandlungen bzw um Erhöhungen. Fordern weniger, sind zu bescheiden, argumentieren nicht egoistisch genug.

    Bei der zitierten Zwillingsstudie wurden unter anderem folgende Kriterien berücksichtig: Persönlichkeitsstruktur (Gewissenhaftigkeit, Fähigkeit zur Selbstdarstellung, Flexibilität, Kontaktfähigkeit, Teamorientierung, Emotionale Stabilität), Motivation (Leistungsmotivation, Führungsmotivation,


    Wettbewerbsorientierung, Mobilität, Karrierewunsch (klassisch vs. post-organisational))


    Ich hab jetzt mal die Sachen markiert die meiner Meinung nach eben das "mehr Geld fordern" beeinflussen können - und genau in dieser Zwillingsstudie sind hier die verglichenen Frauen und Männer gleich. Und trotzdem gibt es diesen Gehaltsunterschied.


    Spuckschlecht gibt es in deinen Augen Charkterzüge die hier nicht erfasst sind, die das Verhalten bei Gehaltsverhandlungen beeinflussen können?


    Ja ich glaube auch dass sich Frauen "leichter zufrieden geben" - aber warum? Wenn eben diese Charkterzüge gleich sind kann es ja nur an unterschiedlichen Erartungen liegen und nicht an der Persönlichkeit - oder?

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    Wo? Ich habe sicher keine einzige Note geschenkt bekommen.

    Der heimliche Lehrplan gibt das aber vor. Besonders in MINT Fächern. Es ist ja nicht ohne Grund so, dass Frauen mit den besten Abschlüssen bei Einstellungstests gerade einmal so wie durchschnittliche Männer abschneiden.


    Genau so schneiden Ausländer und Arbeiterkinder oft besser ab als ihre Zeugnisse vermuten lassen. Als weisse west-deutsche Frau, mit deutschem Namen steht man ganz oben in der Notenliste. Als Mann mist ausländischen Wurzeln ganz unten.


    Darum gebe ich auf Noten von Bewerbern nicht viel, sondern verlasse mich auf unsere Tests vor Ort. Andere Firmen, mit denen ich in Kontakt stehe, verfahren da ähnlich. Noten werden an deutschen Universitäten so unfair vergeben, dass sie kaum Aussagekraft besitzen. Das gesamte Bildungssystem bevorzugt Frauen und ab 30 wird dann neu gemischt.

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    Das gesamte Bildungssystem bevorzugt Frauen und ab 30 wird dann neu gemischt.

    Das fängt doch schon im Kindergarten an.

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    Spuckschlecht gibt es in deinen Augen Charkterzüge die hier nicht erfasst sind, die das Verhalten bei Gehaltsverhandlungen beeinflussen können?

    Ich weiß nicht, ob das schon hier war, ein Teil der Gründe steht auf Wikipedia. Sicherlich gibt es noch weitere Gründe, die sich wohl Studien entziehen.

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    @ Spuckschlecht

    aber genau diese Gründe wie mehr Überstunden/andere Ausbildung etc wurden ja bei dieser Zwillingsstudie ausgeschlossen. ???


    Un die "weiteren Gründe" sind es wo ich die ganze Zeit versuch eine andere Antwort zu bekommen als Rollenbilder die in allen Köpfen sind! Bloß sind Aussagen wie "Frauen trauen sich nicht so leicht nach Geld zu fragen" eben genau eine Bestätigung dessen was ich sage: Rollenbilder.

    @ Schildkröte:

    ich weiß dass Mädchen tendenziell in Sprachen und anderen "sozialen" Fächern prinzipiell besser beurteilt werden, aber gerade bei den NaWis das Gegenteil der Fall ist.

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    Der heimliche Lehrplan gibt das aber vor.

    Von welcher Verschwörung ("heimlicher Lehrplan") reden wir hier? Es tut mir leid, aber ich habe zu viel Zeit (nicht nur als Studi) auf der Uni verbracht und kenne zu viele Leute in Forschung und Lehre um als dass ich das glauben könnte %:|

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    Un die "weiteren Gründe" sind es wo ich die ganze Zeit versuch eine andere Antwort zu bekommen als Rollenbilder die in allen Köpfen sind! Bloß sind Aussagen wie "Frauen trauen sich nicht so leicht nach Geld zu fragen" eben genau eine Bestätigung dessen was ich sage: Rollenbilder.

    Was erwartest du denn genau? Die Studien haben Millionen gekostet, und da sind wir wohl zu kleine Leuchten, um das hier mal eben zu Dritt durchzudiskutieren. Wobei die Studien sicher einige feministische Arbeitsplätze gesichert haben. Vielleicht will man ja auch zu keinen Ergebnissen kommen, weil es dann keine Rechtfertigung für Ungerechtigkeiten und weitere Studien mehr gäbe. Feminismus als Selbstzweck, schon mal daran gedacht?

    @ that's amore:

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    aber genau diese Gründe wie mehr Überstunden/andere Ausbildung etc wurden ja bei dieser Zwillingsstudie ausgeschlossen.

    Das ist was das du hier immer wiederholst das aber so nicht unbedingt stimmt. Das beginnt schon mit der angeblichen Karenzzeit die du einmal erwähnt hast. Hier sagt die Studie, dass wenn man diese heraus rechnet immer noch 2/3 der Differenz übrig bleibt. Ja, die Studie relativiert die Auswirkungen der Karenzzeit, in ihrem Endergebnis ist sie demzufolge aber dennoch enthalten !


    Generell fragt sich auch welche 30 faktoren gewählt wurden und ob diese ausreichen um wirklich gleiche Paare zu bilden zumal man Faktoren wie Verhandlungsstärke /-härte auch kaum objektiv vergleichen kann.


    Und hier gestehst du ja auch durchaus zu, dass es hier mitunter Unterschiede gibt die sich mit der Zeit dann auch summieren werden. Dass hier Chefs Frauen das Leben generell schwerer machen ? Kann es vielleicht noch vereinzelt geben, wird aber wohl kaum die Regel sein – vor allem in größeren Unternehmen die in Sachen Personalführung ja auch schon längst umgedacht haben.


    Was die MINT-Fächer und Berufswahl betrifft so glaube ich nicht, dass es etwas mit einer Erwartungshaltung an Jugendliche zu tun hat die kurz vor ihrem Abschluss stehen. Ich kenne aus meinem weiteren Umfeld niemanden der sich da so unsicher wäre um sich von außen beeinflussen zu lassen.


    Wenn schon würde ich zugestehen, dass es auch vielmehr ein Resultat der (frühen) Erziehung ist (oder zumindest, dass diese beeinflussen kann) für welche Themen, Bereiche oder Fächer man sich später vielleicht interessiert.


    Aber das hat kaum etwas mit Diskriminierung zu tun.


    Sicher kann hier die Regierung versuchen Einfluss zu nehmen auch wenn ich nicht genau weiß welchen Sinn es haben soll das Geschlechterverhältnis in bestimmten Berufen künstlich zu verändern. Und es wird ja auch schon mit Förderprogrammen, Girlsdays an Hochschulen, Schnuppertagen für Mädchen etc. bereits gemacht, aber man muss meiner Meinung auch bei der Wahl der Mittel aufpassen, dass man nicht zu weit geht. Und eine Quote ginge meiner Meinung nach definitiv zu weit !


    Einerseits benachteiligen Quoten Männer – und hier gab es mittlerweile schon mehrere erfolgreiche Klagen, sie schaden Unternehmen, weil sie gezwungen sind schlechter qualifizierte Frauen zu nehmen (einfach deshalb weil gerade einmal 10% der Bewerber Frauen waren von denen sich einige schon allein wegen der Quote gedacht haben – hey, bewerben wir uns da einfach 'mal...) und dann am Ende wie zuletzt an mehreren Hochschulen geschehen vergeben sie die Stelle dann lieber garnicht als die an unpassende Bewerber vergeben zu müssen.


    Zu guter letzt Schaden Quoten auch den Frauen selbst – zumindest denen die auch so schon ihre Leistung bringen. Wäre ich beispielsweise auch durch eine Quote an meinen Job gekommen hätte ich es nämlich nochmals ungleich schwieriger gehabt mich zu beweisen.


    Und ja, ich stehe zur Holschuld und zur Eigenverantwortung, auch wenn du sie etwas aus dem Kontext gerissen hat. Der Staat versucht bereits durch Werbung mehr Frauen in bestimmte Berufsfelder zu bringen, aber darüber hinaus ist jeder für seine Berufswahl (ebenso wie für Gehaltsverhandlungen) selbst verantwortlich ! Hier in Deutschland wird nämlich definitiv niemand sagen "nein, den Beruf darfst du nicht machen – du bist ein Mädchen".


    Und selbst wenn Frauen sich vermehrt Berufe auswählen sollen wo das Grundgehalt maginal geringer sein sollte als das bei Männern ? so what ? Schließlich geht es bei der Berufswahl um wesentlich mehr als das Gehalt. Viel wichtiger ist einfach, dass der Beruf zu einem passt und wenn soziale Berufe zu einigen Frauen besser passen dann ist das halt einfach so.


    Im übrigen kann ich allen bezüglich Freiheit und Eigenverantwortung nur einmal empfehlen sich etwas mit dem Freiheitsverständnis von Joachim Gauck auseinander zu setzen. Der beschreibt nämlich immer sehr schön, dass der Preis für die Freiheit die zusätzliche Verantwortung ist die man dann zusätzlich selbst zu tragen hat.