Glücklich aber emotionslos?

    Hallo Ihr Lieben!


    Bitte entschuldigt, wenn sich mein Geschreibsel etwas holprig anhört - ich poste nicht wirklich häufig in Foren :)


    Kurz ein paar Eckdaten: Ich (m) bin 26 Jahre alt, stehe kurz vor dem Abschluss meiner "Meisterschule", habe beste Aussichten auf einen attraktiven Arbeitsvertrag in meinem Wunsch-Unternehmen und freue mich auf die gemeinsame Zukunft mit meinem Schatz.


    Mein Schatz (w) ist 21 Jahre jung, hat bereits ihre zweite Ausbildung gut abgeschlossen und arbeitet seit 2 Jahren in ihrem Ausbildungsberuf. Damit finanziert sie uns quasi seit dieser Zeit (und damit auch mich, da ich in meiner Weiterbildungszeit kaum etwas verdiene).


    Wir sind seit fast 6 Jahren zusammen, wohnen auch fast schon so lange zusammen und, um das mal vorweg zu nehmen, ich bin sehr sehr sehr glücklich mit dieser wundervollen Frau :)


    Allerdings... Ich bin, das ist halt recht schwer zu beschreiben, irgendwie gefühlskalt (das sagt sie mir auch) bzw. "emotionslos".


    Sie hat seit jeher als sehnlichsten Wunsch, eine kleine Hand voll süßen Nachwuchses in die Welt zu setzen (sie ist gelernte Kinderpflegerin) und trotz ihres jungen Alters halte ich sie durchaus für bereit, eine spitzen Mama abzugeben.


    Ich wünsche mir auch Kinder und spätestens, sobald ich meine Unterschrift unter meinen Arbeitsvertrag gesetzt habe, möchte ich beherzt in die Familienplanung einsteigen ;-)


    Unsere Beziehung würde ich mal gut durchschnittlich oder auch durchschnittlich gut einstufen :) Ab und an ein kleiner Streit, absolute Treue beiderseits (das ist wahrscheinlich nicht mal so durchschnittlich) und ich denke, die Zukunft könnte uns nicht mit vielem überraschen. Wenn man schon 6 Jahre miteinander wohnt, kennt man sich gegenseitig recht gut.


    Allerdings schaut es mit unserem Sexualleben nicht so prickelnd aus. Mal stört es sie mehr, mal mich mehr, insgesamt kommen (wie passend formuliert) wir insgesamt auf bestenfalls 10 mal Sex pro Jahr (seit mehreren Jahren). In den ersten Monaten unserer Beziehung waren es dann eher 10 mal die Woche (mindestens). Wie gesagt, insgeheim wünschen wir uns beide häufiger diese Zärtlichkeiten, aber eine böse Mischung aus Alltag, Faulheit, schwacher Libido und womöglich auch Attraktivitätsverlust macht uns da einen Strich durch die Rechnung. Das soll aber gar nicht Hauptthema dieses Threads sein.


    Wie erwähnt... Ich finde diese Frau einfach nur genial. Ich kenne Seiten an ihr, die mich zutiefst mit Stolz erfüllen. Ich kenne Seiten an ihr, die mich auch mal etwas nerven. Alles in Allem kann ich mir ohne weiteres vorstellen, den Rest meines Lebens mit ihr zu verbringen. Was mich nur richtig stutzig macht: Wo sind meine GEFÜHLE?


    Ich sage ihr, dass ich sie liebe. Ganz einfach deshalb, weil ich eben das Gefühl habe, dass sie die Richtige für mich ist. Wir haben viel miteinander durchgemacht und haben immer zueinander gestanden. Wir können uns aufeinander verlassen, wenn es wirklich drauf ankommt und dieser Engel gefällt mir einfach heute wie vor 6 Jahren (und ja, Menschen verändern sich, komme was wolle :)


    Trotzdem habe ich bei ihr nicht dieses oft zitierte "Herzklopfen" oder "Schmetterlinge im Bauch".


    Bin ich einfach nur zu "rational" statt "emotional"? Ich denke, sie ist ne spitzen Frau, wäre eine tolle Mutter und war mir stets eine teure Freundin. Aber sie hat es verdient, geliebt zu werden. Ich bin nicht sicher, ob ich einfach selbst zuviele "Probleme" geistiger Natur habe (depressive Verstimmung etc.) bzw. Blockaden irgendeiner Art, oder ob ich einfach zu solchen Emotionen nicht fähig bin...


    Ich kann mich nicht erinnern, diese "Gefühle" mal für eine Frau bzw. ein Mädchen gehabt zu haben. Da ich schon einige Beziehungen hatte, sagte ich das zwar häufig. Aber am Ende sind die Beziehungen wohl doch dran gescheitert, dass ich mich irgendwie nicht zu derlei Gefühlen hinreißen lassen konnte.


    Ich wünsche mir so sehr, dass mein Herz diese "Liebe" spürt, die mein Kopf für sie "empfindet"...


    Kennt das jemand? Was tut man, um sich "emotional" zu machen?


    Und es ist übrigens nicht so, dass ich komplett gefühlsunfähig bin... Ich bin sogar eher ein kleiner Softi. Bei "traurigen" Filmen kullert schonmal eine Träne, Musik berührt mich, ich empfinde Glück & Freude, Trauer, Enttäuschung, Ärger, Sympathie für Männlein & Weiblich (platonische Freundschaft). Aber die Liebe... die fehlt mir. Ich habe unendlich große Angst davor, dass Sie mich irgendwann verlässt, weil sie dauerhaft das Gefühl bekommt, ich "liebe" sie nicht. Vielleicht liebe ich sie eben auf meine ganz eigene Art? Vielleicht liebe ich anders als andere?


    Meint ihr, dass meine "Blockadehaltung" was mit früheren Erlebnissen zu tun hat? à la Trauma?


    Oft denke ich an die Textstelle von irgendnem Westlife-Ballädchen "I built a wall around my heart, that would only fall apart for you".


    Wie unfassbar schön wäre es, wenn diese wundervolle Frau diese Mauer brechen könnte...


    Vielleicht wichtig zu erwähnen: Ich war in meiner Grundschulzeit ein ziemlicher kleiner Casanova. In meiner Klasse standen immer eine Hand voll Mädels ein bischen auf mich. Kurze Zeit später wurde ich dann erst mollig, dann dicklich, dann wirklich unansehnlich...


    Damit schwand natürlich auch mein Selbstbewußtsein, eine Art Minderwertigkeitskomplex machte sich breit. Ich nahm wohl wieder viel ab (bis auf Normalgewicht, nicht zuviel), dann wieder etwas zu, etwas ab, viel zu, viel ab...


    Vor gut 9 Jahren wog ich auf knapp 1,71m etwa 58 kG (ich bin sehr "kräftig gebaut", also breites Kreuz, nicht grundsätzlich dick). Damit war ich selbst noch nicht mal zufrieden, aber ich kam wohl gut damit an ;-) und hatte auch nach Außen ein sicheres Auftreten. Innerhalb von 2-3 Jahren nahm ich dann wieder gut 20 kG zu. Und innerhalb meiner jetzigen Beziehung nochmal gut 30kg...


    Man stelle sich nur mal vor, was für ein wunderbarer Mensch seinem Partner treu zur Seite steht, der in recht kurzer Zeit mal eben 30kg zunimmt... Zugegeben, man sieht mir meine 110kg sicherlich nicht an. Ich sehe - auch nach Aussagen anderer - eher aus wie 80 oder 90 kg. Aber schlimm genug...


    Ich bemühe mich stets, nicht ungesund zu essen, mich jetzt auch wieder mehr zu bewegen. Allerdings ist wohl ein guter Teil des Gewichts auch gesundheitlich bedingt (Gallenblase entfernt, ziemlich mieser Fettstoffwechsel, immer wenn ich motiviert bin, mit dem Joggen anzufangen, bekomme ich eingewachsene Zehennägel... Nicht lecker, das zu lesen. Aber es ist wirklich fast unmöglich unter Schmerzen seine "Trägheit" zu überwinden und täglich Joggen zu gehen)...


    Naja, mir bleibt nicht viel übrig, als zu hoffen, dass es irgendwann Klick macht und ich meine Holde mit der Liebe beschenken darf, die sie verdient. Bis dahin kann ich wohl oder übel nur mit dem dienen, was mein "Verstand" mit gebietet...


    You're always on my mind, just because I've got no heart :/

  • 3 Antworten

    Ich glaub, du könntest direkt mein Freund sein ;-D Glaube er ist dir sehr ähnlich. Ich kann dir nicht helfen in deinem Problem, aber ich kann dir sagen, dass ich mich trotzdem sehr geliebt und geschätzt fühle, auch wenn er mir das nicht tagtäglich sagt und mich nicht mit Zärtlichkeiten überhäuft. Ich bin trotzdem sehr glücklich mit ihm.


    Wenn deine Freundin schon so lange mit dir zusammen ist, vielleicht geht es ihr dann genauso wie mir? Hat sie sich denn schonmal beschwert? Vielleicht machst du etwas zu einem Problem, was für sie gar keines ist.

    Was den Sex angeht (auch wenn es nicht Hauptthema ist): Bei der Frau kann hormonelle Verhütung ganz fix dafür sorgen, dass die Libido den Bach runter geht.


    Für den Mann: Sport machen, das regt die Lust an.


    Ansonsten hört sich für mich die Beziehung super an, ich glaube, es gibt gar kein Problem.

    Zitat

    Hat sie sich denn schonmal beschwert?

    Des Häufigeren... Verständlicherweise. Sie braucht viel Zuneigung und Aufmerksamkeit (bekommt sie sonst von niemandem... Obwohl sies so verdient hätte). Aber ich gebe ihr davon leider wohl nicht genug. Im Moment konzentriere ich mich eben auf so einiges zur selben Zeit und dabei bleiben ihre Bedürfnisse schon auf der Strecke :/ Aber ich arbeite dran :)


    Ich werde wohl trotzdem mal "professionelle Hilfe" in Anspruch nehmen, da ich wie gesagt das Gefühl habe, dass ich schon eine Art "Blockade" habe, mit der ich mich selbst nicht arrangieren kann.


    Aber vielen Dank für Eure Antworten :)