Hey Alias,


    freut mich sehr, dass Du das zu Deiner Zufriedenheit klären konntest.


    Auch finde ich sehr gut, dass Du aus der Sache noch einiges an Erfahrung mitnehmen kannst. :-)


    Wie schon geschrieben, hatte ich vor Jahren eine ganz ähnliche Situation.


    Unsere Freundschaft hat damals einen kleinen Knacks bekommen und es war irgendwie nie mehr so wir vorher.


    Nicht, dass ich/wir nachtragend gewesen wären - aber die Sache hatte irgendwie eine sehr lange Nachwirkung... ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll.


    Ich wünsche Dir, dass Du die für Dich richtigen Schlüsse ziehen und mit der Sache endgültig abschließen kannst! @:)

    Auch von mir Daumen hoch :)^


    Es ist schön, dass Du eine innere Klärung hast, mit Dir nicht mehr so im Hadern bist, ob Du richtig oder falsch gehandelt hast. Die Zufriedenheit mit Dir selbst ist das größte Geschenk aus der ganzen Sache. Mit der Freundin wirst Du aus etwas mehr Distanz sehen, wie es weitergeht.


    Alles Gute für Dich @:) :)*


    LG


    tomine

    Hallo zusammen!


    Es gab hier vor ein paar Tagen einen anderen Faden von einer Trauzeugin und ihren Problemen und das hat mich sehr an meine Geschichte erinnert, die ich noch immer nicht ganz verarbeitet habe. Für alle die sich noch erinnern können, erzähle ich mal wie es seit unserer "Aussprache" weitergegangen ist:


    Die Aussprache gab es auf mein Drängen ja über ein Monat nach der Hochzeit Ende November. Hinterher war ich zwar froh und erleichtert und auch zufrieden damit, meine Anliegen angesprochen zu haben. Später war ich mir aber nicht so sicher wie gut ich meine Ansichten und Gedanken wirklich rübergebracht habe. Richtig angekommen ist nämlich nichts. Danach haben wir uns über zwei Monate gar nicht gesehen, weder zu Weihnachten, noch an meinem Geburtstag. Es gab losen WhatsApp-Kontakt, aber der war nur sehr oberflächlich und ich distanzierte mich auch sehr bewusst.


    Ein Treffen gab es dann im Februar, das erste nach der Aussprache. Ich hatte gemischte Gefühle davor. Einerseits dachte ich, dass der Abstand vielleicht ja gut für beide Seiten war und etwas Gras über alles wachsen konnte.


    Leider war das Treffen unangenehm und ide Stimmung sehr komisch. Schon als ich beim Abholen von der Bahn (meine Freundin hatte vorher eine andere Verabredung in der Umgebung) gab es die komische Situation, dass ich einfach um Smalltalk zu machen fragte, wo sie denn vorher gewesen sei. Meine Freundin reagierte ganz komisch und meinte, das würde nichts zur Sache tun und wollte mir nichts sagen. Mir egal, interessierte mich auch nicht so brennend, ich wollte nur nach zwei Monate ohne Kontakt mit irgendeinem Thema anfangen als sie ins Auto stieg. Sie sagte dann auch gleich, als wir bei mir zu Hause ankommen, sie müsse ihrem Mann kurz Bescheid geben, wann sie von mir wieder abfährt, weil sie mit ihm zum Shoppen möchte. Es war also schon nach der Ankunft klar, dass sie nur eine gute Stunde bleiben würde. Die Stunde bestand aus Gesprächen über oberflächliche Themen wie Job, Fernsehserien, Urlaubspläne. Ich wagte nicht mehr, sie irgendetwas privates zu fragen, schon gar nicht nach ihrer Familie und ihren Freunden. Einer ihrer Vorwürfe war ja gewesen, dass ich private Informationen, die sie mir erzählt hatte, im Zuge des Gemeinschaftsgeschenkes gegen sie verwendet hatte. Sie selbst fragte mich auch nichts persönliches und so fuhr sie nach einer Stunde wieder ab.


    Eine sehr komische, ernüchternde und verletzende Erfahrung. Danach überlegte ich noch, einen letzten Versuch in Richtung Klärung zu unternehmen und in einer Mail oder einem Brief meine Sicht der Dinge zu beschreiben, ließ es dann aber bleiben.


    Gestern sahen wir uns nach einem weiteren Monat ohne Kontakt wieder und zwar eigentlich nur aus dem Grund weil wir schon vor einem Jahr gemeinsam Karten für ein Konzert gekauft hatten, das gestern stattfand.


    Davor aßen wir eine Kleinigkeit zusammen und die Gespräche verliefen noch distanzierter und komischer als beim Treffen davor. Es gab viele Pausen dazwischen, weil ich mich hütete Themen anzusprechen die mein oder ihr Privatleben betreffen. Also gab es nur neutrale Themen, die ich auch mit Arbeitskollegen oder Nachbarn bereden würde. Dazu kamen ihrerseits bei jeder Gelegenheit kleine Spitzen und kritische Bemerkungen, die zwar nicht tragisch waren, aber auch einfach vermeidbar.


    Während dem Konzert saßen wir nebeneinander und es hat sich angefühlt, als wären wir zwei Fremde. Von zehn Jahren wirklich guter, enger Freundschaft nichts mehr übrig und ich verstehe es bis heute nicht so ganz.


    Ich habe dann während dem Konzert innerlich von ihr Abschied genommen. Dass wir nochmal zusammenfinden ist für mich schwer vorstellbar. Von ihr kommt rein gar nichts und ich will auch nichts mehr geben. Es ist für mich eine einschneidende und verletzende Erfahrung und noch immer unverständlich wie es soweit kommen konnte. Wir waren uns jahrelang so vertraut und nah, haben so vieles erlebt uns stets unterstützt und begleitet. Trotzdem will ich endlich abschließen und nach vorne schauen. Es tut nicht mehr so weh wie kurz nach der Hochzeit, aber wenn ich mich mit dem Thema befasse schon noch sehr. Das mache ich aber nicht oft, aber die Gedanken kommen einfach regelmäßig hoch. Ich freue mich, wenn ich das endlich für mich abschließen kann.

    Zitat

    Ich habe dann während dem Konzert innerlich von ihr Abschied genommen

    Alles richtig gemacht. Möge die Ehe so lange halten, wie eure Freundschaft zuvor, warum auch immer sie zerbrochen sein mag.


    Mein Rat an alle Heiratswilligen: macht alles möglichst schlank und feiert nicht zu dolle, es könnte nach hinten losgehen. Bindet vor allem keine Menschen ein, wenn sie euch enttäuschen könnten, organisiert euch eure Extravaganzen einfach selbst, dann gibt es auf keiner Seite Enttäuschungen (oder maximal auf eurer Seite).


    Ich kann halt nicht verstehen, warum man gerade um eine Heirat soviel Aufhebens machen muss und dabei manche Freundschaft über den Jordan geht. Wenig Feier heißt wenig Enttäuschungen am "schönsten Tag des Lebens". Heiraten ist ein Ding, das vor einem Urkundsbeamten für wenig Geld legal erledigt wird. Zwei Drittel scheitern, manchmal mehr. Beinahe jeder Aufwand dafür ist vergebene Liebesmüh', wie es so schön heißt.


    Letztens gelesen, am 9.9.99 wurden in unserem eher kleinen Ort sechs Ehen geschlossen, die letzte davon wurde vor nicht allzu langer Zeit geschieden, keine davon hat also noch Bestand. Das wären dann nicht mehr 33%, sondern 0. Kann man auch mal drüber nachdenken.

    Zitat

    Das mache ich aber nicht oft, aber die Gedanken kommen einfach regelmäßig hoch. Ich freue mich, wenn ich das endlich für mich abschließen kann.

    Tja, dann ist da wohl auf beiden Seiten etwas zerbrochen. Wobei ich denke, dass deine Rücksichtnahme bezüglich der Fragen absolut nicht nötig ist. Gerade, wenn man befreundet ist, redet man doch über mehr als oberflächliche Dinge. Und ihr Vorwurf war doch wirklich auf das Geschenk bezogen und nicht auf dein allgemeines Verhalten der letzten Jahre. Wobei es ja auch bezeichnend ist, dass sie dir nichtmal sagen wollte, wo sie war - da ist das Vertrauen von ihrer Seite wohl wirklich ebenfalls weg.


    Wenn du bereits einmal wegen der Klärung einen Brief in Betracht gezogen hattest, dann könnte es dir vielleicht helfen, zum Abschied einen zu schreiben. Ob du ihn dann abschickst oder nicht ist ja noch einmal eine ganz andere Sache, aber wenn dir die Dinge im Kopf rumgehen, dann würde es vielleicht in so einem Moment helfen, sie einmal schriftlich rauszulassen. Nicht nachdenken, einfach aufs (digitale oder echte) Papier bringen.


    Und wenn du fertig bist, dann einfach mal schauen, wie es sich anfühlt - ob das reicht oder ob du das Gefühl hast, einen richtigen Abschluss zu benötigen und ihr entweder den Brief (oder Teile davon) zu schicken oder nur eine Nachricht wie "Ich habe während der letzten Treffen gemerkt, dass unsere Freundschaft keine mehr ist, daher möchte ich mich verabschieden und werde keinen Kontakt mehr aufnehmen".


    Wenn du das natürlich nicht möchtest, dann ist es natürlich absolut okay, sich einfach nicht mehr zu melden und die Sache auslaufen zu lassen. Dann hoffe ich, dass du bald damit für dich abschließen kannst. :)_

    Ich sehe das wie afri.


    Warum so ein Aufwand für eine Hochzeit, dass man dafür sogar langjährige Freundschaften sausen lässt? Okay, ich werde es nie verstehen, aber andere gehen darin förmlich auf.


    Ich würde mich auch von dieser Freundschaft verabschieden und es dabei belassen. Sie ist es nicht wert. Sollte sie nach ein paar Jahren ankommen und wieder den Kontakt suchen, weil die Ehe vielleicht doch nicht gehalten hat, würde ich ihr die Türe nicht mehr öffnen.