Haben unkommunikative Männer (gute) Beziehungen?

    In letzter Zeit schaue ich mir gerne die Youtube-Channels von ThatWasEpic, AngryPicnic und Konsorten an, in denen Passanten in interessante Gespräche verwickelt werden. Ein guter Teil der Videos dreht sich darum, hauptsächlich junge Frauen kreativ anzusprechen und ihre Telefonnummern zu erfragen. Der implizite Konsens der Kommentare ist, dass Aussehen und Selbstvertrauen die wichtigsten Faktoren dabei sind. Des Weiteren kursieren im Netz Fragen wie "Wie spreche ich Frauen an?".


    Insgesamt ergibt sich bei mir der Eindruck, dass die generelle Meinung wäre, dass das erste Gespräch bei der Partnersuche die größte Hürde sei. Ich sehe das nicht so.


    Ein originelles Gespräch suggeriert, dass man ein interessanter Mensch sei und dass man interessante Gespräche führen werde. Ich kann dieses Versprechen ehrlicherweise nicht geben, da ich weder mit Frauen noch mit Männern um des Redens willen rede.


    Wie sieht es in Eurer Erfahrung aus? Ist eine Beziehung mit einem unkommunikativen Mann zum Scheitern verurteilt? Sollte ich eine Beziehung anstreben und versuchen mich zu ändern anstatt ich selbst zu sein?

  • 144 Antworten
    xorp schrieb:

    Ist eine Beziehung mit einem unkommunikativen Mann zum Scheitern verurteilt?

    Wie soll diese zustande gekommen sein?

    criecharlie schrieb:

    Was ist denn unkommunikativ,

    du meinst so etwas wie sprechangst?

    "Sprechangst in einer Publikumssituation" klingt nach mir, aber daran habe ich in dem Kontext nicht gedacht. Es ging eher darum, dass in meinem Alltag wenige Dinge passieren, über die es sich zu reden lohnt.

    Evoluzzer schrieb:
    xorp schrieb:

    Ist eine Beziehung mit einem unkommunikativen Mann zum Scheitern verurteilt?

    Wie soll diese zustande gekommen sein?

    Das weiss ich nicht. In der Kennenlernphase ist es vermutlich noch kein Problem, weil sich in der bisherigen Lebenszeit zumindest ein paar erwähnenswerte Dinge ereignet haben. Aber sobald es in den Alltag übergeht, gibt es nichts Interessantes mehr, was der Partner nicht bereits weiss.

    Reden um des Reden willens mag ich auch nicht, aber es gibt ja genügend andere Gesprächsthemen über die man sich unterhalten kann.


    Es sei denn, du meinst das als selbstfreundliche Erklärung dafür, dass du fast nie von dir aus den Mund aufbekommst und dich andere quasi laufend animieren müssen. Darauf hätten wohl die wenigsten Frauen und Männer Lust. Schon gar nicht in einer Beziehung.

    Zitat

    Aber sobald es in den Alltag übergeht, gibt es nichts Interessantes mehr, was der Partner nicht bereits weiss.

    Was noch wichtiger ist: Ich hätte in der "Kennenlernphase" alles Interessante über mich gesagt, lange bevor sich irgendeine Art von Vertrautheit bei mir ausgebildet hätte.

    xorp schrieb:

    Aber sobald es in den Alltag übergeht, gibt es nichts Interessantes mehr, was der Partner nicht bereits weiss.

    Man muss ja nicht immer über sich sprechen?! Gesprächsthemen ergeben sich doch.
    Ich bin wirklich alles andere als gesprächig, schweige lieber, aber dennoch gibt es in Beziehungen doch immer wieder etwas, worüber man sprechen kann ":/

    Shinnok schrieb:

    Reden um des Reden willens mag ich auch nicht, aber es gibt ja genügend andere Gesprächsthemen über die man sich unterhalten kann.


    Es sei denn, du meinst das als selbstfreundliche Erklärung dafür, dass du fast nie von dir aus den Mund aufbekommst und dich andere quasi laufend animieren müssen. Darauf hätten wohl die wenigsten Frauen und Männer Lust. Schon gar nicht in einer Beziehung.

    Animieren, was zu tun? Auf Teufel komm raus irgendetwas zu sagen? Wieviel Kaffee ich im Büro getrunken habe?

    Meine Ur-Großeltern haben die letzten 16 Jahre angeblich nur noch mit Zettelschreiben kommuniziert. Meinst du so etwas? Wozu sollte man heutzutage so eine Beziehung führen? Nur weil man sich kein Personal leisten kann?

    MarieCurie schrieb:
    xorp schrieb:

    Aber sobald es in den Alltag übergeht, gibt es nichts Interessantes mehr, was der Partner nicht bereits weiss.

    Gesprächsthemen ergeben sich doch.
    Ich bin wirklich alles andere als gesprächig, schweige lieber, aber dennoch gibt es in Beziehungen doch immer wieder etwas, worüber man sprechen kann ":/

    Die Antwort ist sehr allgemein und im Kern bloß ein "Doch!" auf mein "Nein!".

    xorp schrieb:
    MarieCurie schrieb:

    Gesprächsthemen ergeben sich doch.
    Ich bin wirklich alles andere als gesprächig, schweige lieber, aber dennoch gibt es in Beziehungen doch immer wieder etwas, worüber man sprechen kann ":/

    Die Antwort ist sehr allgemein und im Kern bloß ein "Doch!" auf mein "Nein!".

    Versuche es nur zu verstehen,..
    Aber wenn du darauf beharrst, dass es defintiv und so gut wie nie etwas zum Reden gibt, dann bin auch ich - schweigsames Etwas - der Meinung:
    Ja, eine Beziehung mit dir ist zum Scheitern verurteilt.

    Evoluzzer schrieb:

    Meine Ur-Großeltern haben die letzten 16 Jahre angeblich nur noch mit Zettelschreiben kommuniziert. Meinst du so etwas? Wozu sollte man heutzutage so eine Beziehung führen? Nur weil man sich kein Personal leisten kann?

    Deine letzten beiden Sätze klingen danach, dass Deine Ur-Großeltern miteinander unglücklich waren. Ist das der Fall? Wenn ich meine Eltern besuche, rede ich auch nicht viel. Die meiste Zeit erzählen sie etwas. Dennoch fühle ich mich ihnen verbunden. Kann es so etwas in einer Beziehung nicht geben? Oder entfremden sich zwei nicht blutsverwandte Menschen zwangsläufig, wenn eine beiderseitige Kommunikation fehlt?

    Da muss ich nachhaken. Liegt es daran, dass ich nichts zu erzählen hätte, oder dass Du glaubst, dass Du mir nichts erzählen könntest?

    Zudem will ich ergänzen, dass ich Gespräche nicht abblocke. Wenn mein Gegenüber meint, mir etwas sagen zu müssen, kann ich zuhören und auch darüber diskutieren, auch wenn ich selbst nicht auf die Idee käme, ein Gespräch darüber zu beginnen.