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    Ich denke auch für das Selbstbewusstsein und der Psyche ist es für die TE wichtig, wieder in einen Arbeitsalltag einzutreten

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    Bitte blendet aber auch die Realität nicht aus. Die TE ist fast 50 und wie ich verstanden habe ungelernt. Da wird es schwierig bis unmöglich unter den 2 Komponenten noch was zu finden.

    Liebe Alias, habe ich es überlesen, oder hast du nicht geschrieben, was Dein Sohn nach dem Abi macht, sofern es nicht nach Australien geht bzw was Dein Plan für die Zeit nach dem Abi ist, denn egal was er macht (ausser er macht gar nichts) bekommst du Schwierigkeiten mit der Miete.


    Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar:


    1. Er macht nichts und bleibt zuhause. Geld läuft weiter wie bisher


    2. Er studiert:


    - bleibt er bei dir wohnen, muss er, um weiter Alg2 zu bekommen, Bafög beantragen. Dies wird bis auf 100 Euro aufs Alg2 angerechnet.


    - er zieht fürs Studium aus. Dadurch fällt sein Regelsatz weg.


    3. Er macht eine Ausbildung oder sucht eine Arbeit.


    - bleibt er bei dir wohnen wird sein Einkommen bei euch angerechnet.


    - zieht er aus, fällt sei Regelsatz weg.


    In den Fällen wo er bei dir wohnen bleibt, und Einkünfte hat, muss er sein ganzes Geld Bei dir abgeben ausser wohl die Freibeträge. Hast Du mit ihm darüber gesprochen?

    Lieber Admin, es fehlen aber Beiträge, ist aber nicht so schlimm.


    Fotosynthese, ich bin fast Mitte 50 ;-D, fühle mich wie 40 und sehe auch nicht so aus ;-D Das ist aber egal. Ich habe was gelernt, war aber lange in Auszeit bzw. die letzten Jahre für den Ex gearbeitet, was aber scheinbar nicht zählt.


    Pfefferminzbonbon, er weiß dass er arbeiten muss, spätestens ab August, wenn die Schule beendet ist, denn dann wird das Jobcenter ihm auf die Füße treten und er weiß auch, wenn er Vollzeit arbeiten geht, und er seinen Bedarf selbst decken kann, müsste er seinen Anteil hier abgeben. Ich versuche immer mit ihm mal richtig zu reden, aber es geht da rein und da wieder raus. Studium wäre nicht verkehrt für den Anfang oder Ausbildung. Wenn er nur arbeiten geht, fällt auch noch das Kindergeld weg. Mir läuft einfach die Zeit davon. Und zum Thema nichts machen, da spiele ich nicht mit. Er ist eh schon komisch drauf seitdem offiziell die Schule beendet ist, bis auf die Klausuren. Er muss arbeiten, früh raus, damit er nicht auf dumme Gedanken kommt und die Nacht zum Tag macht.


    Ich bin so gelähmt mittlerweile, mir fehlt einfach die Kraft.

    Oh je ich befürchte das gibt noch Diskussionen bei Euch nach dem Abi. War er schon bei der Berufsberatung oder bei seinem Jobcenter Berater? Vielleicht kommt es eher bei ihm an wenn eine Person außerhalb der Familie ihm aufzeigt, wohin der Weg nach dem Abi geht.

    danae, ich war letztes Jahr einmal beim Arzt, außer Tabletten gab es nichts. Die habe ich aber nicht genommen. Bei mir ist eher Burnout, was sich so die Jahre angesammelt hat und es nimmt kein Ende und dann noch mein Pubertier dazwischen. Pfefferminzbonbon, meinem Sohn bleiben auch nur 3 Möglichkeiten, arbeiten, Ausbildung oder Studium. In der Schule hatten die mehrere Beratungen. Sein Ziel ist ja Australien.......

    Was hat dein Arzt dir denn verschrieben, wenn ich fragen darf? Und auch ein Burnout braucht einen Therapeuten, da ist es mit Tabletten alleine nicht getan.


    Was die Ziele des Sohnes angeht, würde ich mich frei machen. Er ist groß, er kann sich kümmern und solltest du tatsächlich woanders eine kleine Wohnung finden, dann muss er sich halt auch etwas suchen. Denn bei dir wohnen muss er ja auch von amtswegen nur dann bis 23, wenn dies zumutbar ist und das wäre es nur, wenn entsprechend Platz da wäre, was dann nicht mehr der Fall ist. Ihm stünden in dem Fall also eigene Bezüge und eine eigene Wohnung zu. Und die würden ihm schon auf die Füße treten, wenn er nichts tut. Er wird volljährig, da kommt ein ganzer Schwung hübscher neuer Herausforderungen auf ihn zu. Lass ihn mal machen, an sowas wächst man und wenn er Hilfe will kannst du immernoch einspringen und ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn er fragt. :)_

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    Vielleicht kommt es eher bei ihm an wenn eine Person außerhalb der Familie ihm aufzeigt, wohin der Weg nach dem Abi geht.

    nein, sowas muss ein junger Mensch selbst finden, den Weg kann ihm kein Dritter zeigen, dann endet das nur in einer Katastrophe.

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    Studium wäre nicht verkehrt für den Anfang oder Ausbildung.

    quatsch, weder Studium noch Ausbildung macht man "mal für den Anfang".


    Ganz allgemein gesagt und ohne die TE oder irgendjemanden anders angreifen zu wollen:


    Ich finde es seltsam, wieviel Zeit und Energie Menschen ganz traditionell in die Wahl des Lebenspartners stecken, sich damit auch oft sehr viel Zeit lassen (und wie oft die für das Leben angelegte Bindung dann doch in die Brüche geht), wie es ganz selbstverständlich ist, dass zumindest in unseren Kulturkreisen nicht Eltern oder Dritte darüber entscheiden, wen man heiratet,


    gleichzeitig aber die Wahl des Berufsweges ohne jede Verzögerung erfolgen soll, Eltern und andere Dritte wie selbstverständlich da reinreden wollen und/oder erwarten, dass ein Jugendlicher "was für den Anfang" macht...


    Dabei ist die Wahl einer Berufsrichtung für viele Menschen für lebensbestimmender als die Wahl des Ehepartners, kann man den doch per Trennung/Scheidung oft leichter loswerden als die Berufsrichtung wechseln, zweiter Bildungsweg ist oft mit sehr grossen Schwierigkeiten verbunden... Und eine falsche Entscheidung beim Beruf kann hinsichtlich Lebenseinkommen viel mehr kosten als auch die teuerste Scheidung...


    Wenn man als Jugendlicher frisch aus der Schule kommt, hat man eigentlich noch nicht die Fähigkeit, diese Entscheidung zu treffen! Leider bereitet die Schule gerade auf die Frage der weiteren Berufslaufbahn extrem schlecht vor!


    Sofern der junge Mann hier noch keine feste Zielvorstellung für seinen weiteren Lebensweg hat, dann macht er instinktiv mit der Idee Work&Travel genau das Richtige, nämlich sowohl Zeit zum Nachdenken über die weitere Zukunft zu schaffen als Möglichkeiten und Freiheiten zu schaffen, ausserhalb festgefügter Lehrpläne und Termine und Erwartungen neue Dinge kennenzulernen und "erwachsen" zu werden!


    Frühere Generationen bekamen quasi "zwangsweise" eine Auszeit nach der Schule durch Wehr/Zivildienst. Heute müssen sich die jungen Menschen das selbst nehmen!

    lerchenzunge


    :)z :)^ Sehr anschaulich beschrieben und begründet. Und vor allem sehr lebensnah eingeschätzt. Ich halte es mit dem Wissen von heute für zwingend notwendig, dass junge Menschen die Möglichkeit einer experimentellen Probierphase eingeräumt bekommen, wenn nicht sehr gravierende Dinge dagegen sprechen, die sichere Alltagsstruktur zu verlassen. (in wenigen speziellen Fällen würde ich das Befürworten)


    Es gibt weit später kaum noch die Möglichkeit, ohne große finanzielle Einbußen oder den Karriereknick in der beruflichen Laufbahn, sich diese freie Auszeit zu nehmen. Noch weniger ist das der Fall, wenn es eine feste Partnerin und junge Kinder gibt.


    Wann, wenn nicht jetzt? Der Sohn einer engen Freundin von mir, wollte ursprünglich bei der Bremer Firma Hapag-Lloyd eine Lehre beginnen. Hatte nur eine ungefähre Ahnung was ihn dort nach einer eher mäßigen Abiabschluss erwarten könnte.


    Aber erst mal raus in die weite Welt, also ein Jahr nach Paraguya im Schüleraustausch. Die lange Schifffahrt und das was sie ausmacht kannte er dann schon.


    Als er nach einem Jahr zurückkam, den Lehrvertrag in Bremen gab es noch nicht, wurde ein Beruf in der Landwirtschaft begonnen. War dann aber doch nicht das, was er sich vorgestellt hatte. Zudem hatte ihn die südamerikanische Lebensart schon "infiziert", sodass er Deutschland einfach nur noch nervig und zu bürokratisch empfand.


    Er lebt heute in Paraguay, hat dort eine einheimische Lehrerin geheiratet und eine Familie gegründet. Wo ist er beruflich gelandet? In Asunción, CONDOR S.A.C.I. - Mercedes Benz, als im Anzug arbeitender Chefverkäufer. ]:D Also doch wieder spießig und bürokratisch. Aber 4 Fremdsprachend beherrschend, was für ihn die Eintrittsfpforte war, nicht weil andere Zeugnisfächer sooo überragend waren.


    Hätte ihm das jemand gleich nach dem Abi vorher gesagt, nie und nimmer hätte er darin seine Lebenserfüllung gesehen. Er war damals noch ganz anders drauf. Sein Bruder war in Finnland, hat bei der HONKA Holzbau-Firma gelernt und dort im Ausland seine ersten beruflichen Schritte gemacht.


    Ich kann Dir nur raten, gib Deinem Sohn die Chance, für sich herauszufinden wohin sein Lebenweg hingeht. Lass ihn sich ausprobieren, fällt er auf die Nase, wird er auch wieder aufstehen und dann auf ein Neues. Du hast Deinen Job als Mutter bisher gut gemacht, aber jetzt ist es soweit ihn machen und entscheiden zu lassen. :)^


    Mit dem Wissen von heute, hätte ich auch gern so eine Probierphase gehabt, meine Träume waren damals auch sehr groß. Nicht alles habe ich aus unterschiedlichen Gründen umsetzen können, aber die Sehnsucht war lange Zeit in mir.


    Gib ihm die Chance zu zeigen, dass das was Du ihm als Fähigkeiten vermittelt hast, unter Beweis stellen zu können. Es wird immer einen Effekt haben und ich denke keinen schlechten was seinen Lebensweg angeht. Lass ihn träumen und leben, das ist in dem Alter als Erfahrung mit keiner Währung aufzuwiegen. :)*

    Ich bin ja grundsätzlich auch dafür, die jungen Menschen ihren eigenen Weg gehen zu lassen, nicht dass das falsch ankommt. Australien ist ja schön und gut, wenn man es bezahlen kann und das kann hier weder die TE noch der Sohn. Schlimmer noch die TE weiß wenn ihr Sohn aus dem Haus geht, nicht wie sie ihre Mieze zahlen soll. Ja, das Amt zahlt noch für mind ein halbes Jahr zumindest den Satz Miete für 2 Personen aber selbst das reicht nicht, weil sie jetzt schon an den Regelsatz ihres Kindes gehen muss, um den Fehlbetrag auszugleichen.


    Meinetwegen soll das Kind nach Australien, wenn die Rahmenbedingungen es zu lassen. Da tun sie aber in dem Fall nicht. Das zu erkennen ist genau so ein wichtiger Baustein auf dem Weg ins Erwachsener in wie ein Auslandsjahr.


    Die RE würde das Kind sicher gern ziehen lassen. Wenn da nicht massive Existenzängste dahinter stünden.


    Sie schreibt selbst dass der Junge nur Austalien im Kopf hat und sonst für nichts zugänglich ist. Australien wird in der Form wie er sich das wünscht aber einfach nicht funktionieren. Und da er der Mama anscheinend nicht zuhören mag oder es nicht ernst nehmen möchte bin ich der Meinung, ein Außenstehender sollte ihm die verschiedenen Möglichkeiten nach dem Abi aufzeigen. Vielleicht kommt's dann bei ihm an dass die Lage so ist, wie sie ist.

    Auch das gehört dazu, dass der Sohn seine Grenzen und Möglichkeiten erkennt. Das mit Australien wird so ad hock, wie er es sich vorstellt nicht klappen. Der Erkenntnisprozess wird noch kommen, spätestens, wenn sein Kumpel die Flugtickets in Händen hält, während der Sohn der TE noch nicht mal die Idee für den Finanzplan entwickelt hat.


    Die Brötchen lassen sich auch kleiner backen, dass wird ihm recht schnell klar werden, wenn die unvermeidbaren Fakten auf ihn einprasseln. Ebenso wird er erkennen, dass seine Mutter ihm keine Bretter in den Weg legt, ohne handfeste Gründe.


    Manchmal machen ein paar Monate sich selbst ausprobieren und sich die Nase stoßen dabei, schon einiges an Erkenntnisgewinn aus. Ich würde das nicht so pessimistisch sehen wollen.


    Noch wichtiger ist, dass die TE sich selbst hilft. Wenn sie schreibt, dass sie sich derzeit ausgebrannt und recht gelähmt fühlt, kann ich das gut verstehen. Vielleicht ist es möglich, beim Amtsarzt der ARGE vorzusprechen und sich dort Tipps zu holen, wie sie selbst psychisch stabiler und somit wieder positiv handlungsfähiger wird.


    Die Sorge um eine bezahlbare Wohnung und einen örtlichen Umzug, ist harter Toback, wenn schon in der Vergangenheit viel Schwieriges bewältigt worden ist. Ein Energielevel ist irgendwann aufgebaucht und dann wird jeder einzelne Tag ein Kampf für sich.

    Zu dem Herrn Lerchenzunge...Ich finde die Idee mit Australien toll und habe ihm auch gesagt, ich fände es nicht schlimm, wenn er erst nächstes Jahr fliegen würde, da er durch G8 eh ein Jahr früher fertig ist, dass hatte ich aber auch schon geschrieben. Da es aber finanziell ( er tut ja auch nichts dafür klappt ), und ich Ihm Alternativen, wie man ins Ausland kommt auch schon erläutert habe, aber nicht den Geschmack trifft, war mein Vorschlag ( er hatte ein Studium mit Geologie im Kopf, aber es stört ihn das Physik daran ), weil er ja scheinbar nicht nach Australien kommt, zumindest nicht so schnell, er soll sich einschreiben für das Studium und dann sieht er am ehesten, ob es was ist oder nicht. Rumhängen und nichts tun, wird es nicht geben. DieDosismachtdasGift....Naja, er könnte ja auch während des Studiums Geld ansparen und danach ein Jahr ins Ausland, also bevor er in die Berufswelt einsteigt. Ich gönne ihm von Herzen den Tripp nach Australien und auch, dass er Erfahrungen sammelt. Aber von nichts kommt nichts. Wenn man hofft, das Geld fällt von den Bäumen, dann muss er eben einen anderen Plan haben.


    Zum Energielevel, der ist schon lange leer und ich wundere mich über mich selbst. Wie ich mit letzer Kraft noch versuche die Wende zu bekommen. Mein Sohn weiß mittlerweile wie es mir geht, habe mal Klartext geredet. Der kennt mich immer als stark, aber auch ich zeige jetzt auch mal Schwäche.

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    Rumhängen und nichts tun, wird es nicht geben.

    ja, das würde ich auch so sehen.


    Mein "Vorschlag der Vernunft" wäre ja der, dass er sich freiwillig für ein Jahr zum Bund meldet. Vielen jungen Menschen hat dieses Jahr, auch wenn sie dazu durch Wehrpflicht gezwungen wurden, im Nachhinein einiges gegeben.


    In seinem konkreten Fall wäre insbesondere daran vorteilhaft, dass er sich in die Kaserne ummelden kann und dann der Sold nicht auf die Bedarfsgemeinschaft angerechnet wird, dh. er kann davon gut sparen. Wenn er einigermassen sparsam ist, könnte er danach mit bequemem finanziellen Polster in W&T aufbrechen.

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    er soll sich einschreiben für das Studium und dann sieht er am ehesten, ob es was ist oder nicht

    das wird leider heutzutage den straffen Studienverläufe im Bachelor/Mastersystem nicht mehr gerecht. In sehr vielen Studiengängen gibt es Zwangsanmeldungen und schnelles Rausprüfen. Und wer erstmal rausgeprüft ist, hat Probleme mit neuem Studiengang und mit Bafög uvm. "Nur mal so einschreiben" ist eine ganz blöde Idee!


    Und für eine W&T Jahrespause mitten im Studium sind die Bedingungen im Bologna-System auch schon lange nicht mehr geeignet. Ich spreche da aus der Erfahrung eines Assis in einem ingenieurwissenschaftlichen Studiengang gerade in der Zeit der Umstellung auf Bologna, da habe ich eine ganze Reihe Studenten erlebt, die durchs Raster durchgefallen sind, und zwar nicht nur solche, die "nur mal so studiert" haben, sondern auch eine ganze Reihe durchaus begabter und fleissiger und zielstrebiger Studenten, die nur nicht genau "nach System" studieren konnten, weil zB. kein Bafög-Anspruch, aber auch nicht genug Geld...


    Die "nur-mal-so-Studenten" sind sowieso gescheitert, aber um die war es nicht schade...

    Lerchenzunge, danke auch dir für dein Input. Ich hatte schon an den Bundesfreiwilliendienst gedacht. Mit dem Bund ist das Problem, dass ich jetzt sofort eine Wohnung finden müsste für mich alleine, denn es würden dann mal eben 500,- und Kindergeld fehlen. Hier geht es nur um Zeit zu schinden, in der Hoffnung, dass bis Abflug, sollte es überhaupt dazu kommen, eine neue Bleibe da ist. Und bevor jetzt wieder kommt, ich kann ihm seine Zukunft nicht verbauen bzw. mich von ihm abhängig machen, es geht nur bis zum Abflug. Sobald ich Job und Arbeit habe, ist alles in trockenen Tüchern. Ich will jetzt auch bitte keine Anklage, ich versuche alles um da schnell rauszukommen und mein Sohn zu den Kängurus kann.