Lerchenzunge, danke auch dir für dein Input. Ich hatte schon an den Bundesfreiwilliendienst gedacht. Mit dem Bund ist das Problem, dass ich jetzt sofort eine Wohnung finden müsste für mich alleine, denn es würden dann mal eben 500,- und Kindergeld fehlen. Hier geht es nur um Zeit zu schinden, in der Hoffnung, dass bis Abflug, sollte es überhaupt dazu kommen, eine neue Bleibe da ist. Und bevor jetzt wieder kommt, ich kann ihm seine Zukunft nicht verbauen bzw. mich von ihm abhängig machen, es geht nur bis zum Abflug. Sobald ich Job und Arbeit habe, ist alles in trockenen Tüchern. Ich will jetzt auch bitte keine Anklage, ich versuche alles um da schnell rauszukommen und mein Sohn zu den Kängurus kann.

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    Zitat

    Ich hatte schon an den Bundesfreiwilliendienst gedacht. Mit dem Bund ist das Problem, dass ich jetzt sofort eine Wohnung finden müsste für mich alleine, denn es würden dann mal eben 500,- und Kindergeld fehlen.

    falsche Denke. Das bedeutet, dass Du erwartest, dass Dein Sohn mit seiner Arbeit, zum Beispiel eben Bufdi, Dich weiter in den derzeitigen Verhältnissen unterstützen soll. Diese Erwartung ist unangemessen und verkehrt. Dein Sohn muss jetzt und nicht erst später die Chance bekommen, von zuhause wegzuziehen und das von ihm erarbeitete Geld voll für sich selbst einsetzen bzw. sparen zu können und nicht davon in die Bedarfsgemeinschaft abzugeben müssen. Wenn er weiter abgeben muss, wird a) seine Motivation dies alternativ oder vorangeschoben zu W&T zu machen, massiv sinken und b) wird er damit nicht genug sparen können, um W&T aus einer besseren finanziellen Lage heraus zu starten.


    Bundeswehr hätte den Vorteil, dass er da in der Kaserne für kleines Gled untergebracht ist, während bei Bufdi er entweder weiter bei Dir wohnen müsste und damit weiter zur Bedarfsgemeinschaft zuschiessen müsste (und beides halte ich für für ihn unzumutbar) oder sich eine eigene Unterkunft suchen müsste, wobei er dann von dem Bufdi Geld kaum etwas für W&T sparen könnte, weil halt selbst bei einem WG Zimmer schon ein relevanter Anteil dafür verlorenginge.


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    eine ganz hervorragende Vorgehensweise wurde Dir hier schon erläutert:


    - such Dir einen Zielort, der a) in einer Region liegt, wo Du Dich wohlfühlen könntest (zB. in Norddeutschland), wo b) der Wohnungsmarkt nicht allzu sehr überreizt ist und Du auch ohne Quersubvention durch Deinen Sohn bzw. Sozialtransferansprüche Deines Sohnes eine vernünftige, kleine Wohnung finden kannst und wo c) der Arbeitsmarkt nicht total danieder liegt. Das alles kannst Du mittels Suchmaschinen rausfinden.


    - bewerbe Dich gezielt auf Stellen in dieser Region. Es kommt nicht wirklich drauf an, welche Stellen, alles, was Du zumindest ein paar Monate machen kannst, ist OK. Callcenter gibt es fast überall und die suchen eigentlich aufgrund hoher Fluktuation ständig Leute. Bewirb Dich darauf!


    - sobald Du eine Stellenzusage hast, kannst Du an den Zielort umziehen. Einen Umzug zu einer Arbeitsstelle hin wird die Arbeitsagentur definitiv bewilligen und fördern.


    - tritt die Stelle an, aber wenn sie Dir nicht wirklich zusagt und für Dich keine Zukunft hat (wie Du bei Callcenter vermutest), dann bewerbe Dich eben sofort weiter auf andere Stelle an diesem neuen Ort, die eher für Dich passen. Wenn Du Glück hast, kannst Du dann relativ bald wechseln.


    Aber auch im worst-case wärest Du da erstmal besser dran als jetzt: sogar, wenn Du den Job wieder verlierst, weil Du wirklich dafür ungeeignet bist und erneut arbeitslos dastehst, wärest Du auf jeden Fall erstmal in einer Wohnung, die Du allein halten kannst, Deine Lebenshaltungskosten würden Deinen eigenen Hartz IV Satz nicht mehr übersteigen, Du wärest nicht mehr auf Deinen Sohn, auf seine Hartz IV Ansprüche angwiesen zwecks Quersubvention!


    Ich halte diesen Weg für den unter den bei Dir gegebenen Randbedingungen für den Idealweg!

    Da kümmert sich dein Sohn dann schon selbst drum, wenn er nach Deutschland zurückkommt. Wer es schafft im Ausland zu leben, der packt es auch, zurückzukommen und seine Dinge zu regeln.


    Du guck mal nur für dich jetzt.... :)* @:)

    Was willst du denn gegen die Energielosigkeit unternehmen? Ok, du warst einmal beim Arzt, hast unbekannte Medikamente bekommen, aber nicht genommen, und es wird nicht einfach besser. Was willst du jetzt machen um diese Baustelle auszuräumen? Das ist ja ein elementares Problem, wenn man so antriebslos ist, dann fällt es eben schwer den Mut zu finden sich aus einer verfahrenen Situation zu befreien.

    Ich sehe weder, dass die TE ihren Sohn ihre Probleme aufbürdet, noch dass sie ihn manipuliert. Beide leben derzeit noch zusammen und müssen also auch gemeinsam eine Lösung für die Zukunft finden.


    Von Aufenthalt in Australien nicht gönnen, kann (soweit ich sehe) auch keine Rede sein. Aber wenn die Rahmenbedingungen nicht passen oder keine praktikablen Lösungen gefunden werden, geht das einfach nicht.


    Ich frage mich auch ernsthaft, wie man für jemanden mit Mitte 50 eine WG vorschlagen kann oder bei Freunden zu wohnen.


    Über viele Ratschläge kann ich nur den Kopf schütteln. Könnt ihr euch so wenig in andere Leute hineinversetzen? Und dass hier zu ungesetzlichen Handlungen aufgerufen wird, finde ich bedenklich.

    @ Alias

    Zitat

    dann kriege ich nichts von meinem Hausrat verkauft

    Wo probierst Du das denn überall?


    Meine Tochter ist per Selbstabholung viel an Studenten losgeworden ??Sofa, großen Kleiderschrank, Küche…??– durch das "Schwarze Brett" bzw. die Studenten-Webseiten der Uni. Vielleicht findest Du auch eine entsprechende Bildungseinrichtung in deiner Nähe? Versuch das mal zu Semesterbeginn.


    Mit 18 ist man zwar formal erwachsen, aber so erwachsen und selbstbestimmend wie einige das hier darstellen und wie ich aus eigener Erfahrung feststellen konnte, nun auch wieder nicht. Die Kinder bleiben immer die Kinder. Da finde ich es völlig normal, dass man sie nicht sehenden Auges ins Unglück rennen lässt.


    Lass dir da nichts einreden. Unsere sind über 30, wir machen uns aber trotzdem noch so unsere Gedanken und helfen, wo wir können – wenn gewünscht natürlich.

    Zitat

    Mein Sohn meinte heute, wenn es mit Australien nicht klappt, dann eben Marokko!

    Mach dir nicht so einen Kopf um ihre Pläne. Ich kenne solche Hirngespinste von meinen Kindern. Wenn dein Sohn und sein Freund die Reise (egal wohin) weiterhin so aktiv planen, wird das sowieso nichts. Vermutlich kommen ihnen immer wieder andere Ideen (Flausen) in den Kopf.


    Rede mal mit ihm über den Plan B, wenn es mit der Fahrt nicht klappt – also Studium/ Ausbildung/ soziales Jahr/ Bund oder was auch immer seine Vorstellungen sind.


    Konzentrier dich aber unabhängig von ihn auf Job- und Wohnungssuche. Das Problem hast Du ja so oder so. Jetzt wo dein Sohn mit der Schule fertig wird, bist Du doch flexibler. Dass er trotzdem unterkommen könnte, hast Du ja geschrieben.


    Wohin es ihn mal verschlägt, steht ja sowieso in den Sternen. Du solltest ihn mit deinen Plänen natürlich nicht überfahren. Also rede mit ihm, was Du dir selbst für die Zukunft vorstellen könntest und erläutert gemeinsam das für und wider.


    Alles Gute und viel Erfolg!

    Zitat

    Wenn man als Jugendlicher frisch aus der Schule kommt, hat man eigentlich noch nicht die Fähigkeit, diese Entscheidung zu treffen!

    Das solltest Du aber nicht verallgemeinern.


    Meine Kinder wussten eigentlich schon kurz nach der Grundschule (ganz ohne Reingerede) , was sie beruflich wollten und haben das auch durchgezogen. Nur ihre sonstigen Ideen waren schon recht abenteuerlich.

    Danae, ich denke, wenn ich die Situation entspannt hat, geht es mir von alleine besser. Kongo-Otto @:) Danke..


    Und Taps, ich denke auch, du hast es auf den Punkt gebracht, so sehe ich das auch. Ich gucke nach einer Lösung, dass beide gut bedient sind und natürlich hat Job/Wohnung Priorität, aber dann haben wir vermutlich auch kein Problem mehr, wenn das vorhanden ist. Mit dem Aushang am Studentenwohnheim, ist eine super Idee. Manchmal kommt man auf die einfachsten Dinge nicht. Solche Ratschläge helfen und nicht, ich hätte meinem Sohn das ganze Geld weggenommen. Ich bin normalerweise ein Optimist und von daher glaube ich, dass es irgendwann bergauf geht, nur müsste es jetzt mal schneller gehen.


    *:)

    Zitat

    Danae, ich denke, wenn ich die Situation entspannt hat, geht es mir von alleine besser. Kongo-Otto @:) Danke..

    Die Frage ist ob du die notwendige Energie für das Verändern der Situation aufbringst, wenn es nicht besser wird, in Bezug auf die Energie.

    Pfefferminzbonbon

    Zitat

    3. Er macht eine Ausbildung oder sucht eine Arbeit.


    - bleibt er bei dir wohnen wird sein Einkommen bei euch angerechnet.

    Das ist falsch. Wenn er seinen Lebensunterhalt selbst verdient, ist er raus aus der Bedarfsgemeinschaft.


    Auch überschüssiges Einkommen muss nicht für die Mutter eingesetzt werden.

    http://www.gegen-hartz.de/news/hartz-iv-einkommen-kinder-bedarfsgemeinschaft

    Hanca, dass weiß ich. Er muss dann aber seinen Mietanteil an mich zahlen und für seine Kosten selbst aufkommen, oder er gibt es eben ab. Es fehlt ja dann vom JC sein Regelsatz und Mietanteil. Kindergeld wird dann bei mir abgezogen.

    @ Hanca

    Zitat

    Wenn er seinen Lebensunterhalt selbst verdient, ist er raus aus der Bedarfsgemeinschaft.

    so pauschal stimmt das nicht, Du hast es ja selbst zitiert. Der Sohn muss dann nicht für den Regelsatz der Mutter oder deren Miet(neben)kostenanteil aufkommen, sehr wohl aber wird vorausgesetzt, dass er aus seinem Einkommen sein Anteil der Wohnkosten bestritten werden.


    Sofern ich die Lage hier richtig verstanden habe, wird schon jetzt die derzeitige Miete nur teilweise vom JC übernommen, die TE und ihr Sohn müssen noch einen Teil des Regelsatz für die Mietkosten einsetzen! Wenn der Sohn eigenes Einkommen entsprechender Höhe hat, sodass das von Dir Zitierte gilt, würde die Höhe der Mietkostenübernahme halbiert werden und der Sohn müsste aus seinem Einkommen sowohl seinen entsprechenden Anteil als auch den bislang aus dem Regelsatz bestrittenen Anteil übernehmen, also wohl deutlich mehr als die Hälfte der Miete tragen!


    Formal wird sein Einkommen also der Bedarfsgemeinschaft nicht zugerechnet, faktisch aber müsste er doch einiges davon abgeben!

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    Ist doch dann eine Hausgemeinschaft?

    Richtig, wird auch in der von Hanca aufgeführten Quelle behandelt:


    Allerdings begründen Kinder und junge Erwachsene, die aus der BG herausgefallen sind, mit ihren Eltern eine Haushaltsgemeinschaft. Diese besteht, wenn Verwandte und Verschwägerte mit Hilfebedürftigen in einem Haushalt leben (§ 9 Abs. 5 SGB II). Bei verwandten und verschwägerten Personen, die zusammen in einer Haushaltsgemeinschaft leben, wird vermutet, dass diese sich gegenseitig unterstützen, soweit dies von ihnen erwartet werden kann (§ 9 Abs. 5 SGB II). Eine solche Unterhaltsleistung wird jedoch erst erwartet, wenn das bereinigte Nettoeinkommen (abzüglich Erwerbstätigenfreibeträge und sonstiger Absetzbeträge) die zweifache Regelleistung von derzeit 351 EUR zuzüglich des Prokopfanteils der Kosten für Unterkunft und Heizung übersteigt (§ 1 Abs. 2 ALG II-VO).

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    Wenn er seinen Lebensunterhalt selbst verdient, ist er raus aus der Bedarfsgemeinschaft.

    so pauschal stimmt das nicht, Du hast es ja selbst zitiert. Der Sohn muss dann nicht für den Regelsatz der Mutter oder deren Miet(neben)kostenanteil aufkommen, sehr wohl aber wird vorausgesetzt, dass er aus seinem Einkommen sein Anteil der Wohnkosten bestritten werden.

    Wenn er seinen Lebensunterhalt selbst finanziert, beinhaltet das natürlich auch seinen Anteil der Wohnkosten.