Heimliche Vaterschaftstests legalisieren? Ja od. Nein?

    http://www.sueddeutsche.de/politik/verfassungsgericht-vaterschaftstests-muessen-legalisiert-werden-1.426994


    Status Quo ist: Führt ein Mann heimlich (also ohne Zustimmung der Mutter) einen Vaterschaftstest durch und erbringt dieser Test das Resultat, dass er nicht der leibliche Vater des getesteten Kindes ist, so bleibt er trotzdem Vater. Mit allen Pflichten. Denn ein solcher Test ist ja bislang illegal.


    Das Verfassungsgericht prüft und prüft und prüft, ob solche Tests legalisiert werden sollten (und wenn sie nicht gestorben sind, dann prüfen sie noch heute). Zeit wird es, oder?


    Halte es für eine absolute Frechheit seitens des Staates dem Mann gegenüber, ihm so wenige Rechte einzuräumen. Ich finde, wenn ein Mann Zweifel hat, soll er Gewissheit haben dürfen. Prinzipiell sollte der Mann, wenn er will (und die Kosten dafür trägt) jederzeit überprüfen dürfen, ob sein Kind seins ist und gegebenenfalls auf der Grundlage eines heimlichen Tests seine Vaterschaft anfechten dürfen. Ich verstehe nicht, mit welcher Begründung das BVG das verbietet!? In vielen Fällen gibt es ja gar kein Familienglück, das auf dem Spiel steht, sondern ein Mann soll Geld zahlen, für ein Kind, das vielleicht gar nicht seins ist. Ich halte diese Rechtsprechung für einen Skandal. Sie dient in erster Linie dem Schutz der Gelder des Staates.


    Und Kuckuckskinder.. naja.. ich finde solche Frauen erbärmlich, sorry. ICH könnte es keinem Mann antun, ihm ein Kind unterzujubeln, nur um evtl einen Fehler von meiner Seite zu vertuschen. Ich würde mich vor mir selbst ekeln. Und für mich wiegt ganz deutlich die Wahrheit am meisten, vor ALLEM anderen. Viele leben nach dem Motto: was ich/er nicht weiß, macht mich/ihn nicht heiß! Für mich ist Ehrlichkeit die Basis in jeder Hinsicht!


    Ich wollte mal nach eurer Meinung zum Thema heimlicher Vaterschaftstest fragen. Fändet ihr es nicht auch besser, wenn man sie legalisieren würde? Ich bin es schlichtweg gewohnt, dass mir bei diesem Thema kaum jemand beipflichtet. Frauen normalerweise gar nicht.

  • 35 Antworten
    Zitat

    Ich wollte mal nach eurer Meinung zum Thema heimlicher Vaterschaftstest fragen. Fändet ihr es nicht auch besser, wenn man sie legalisieren würde?

    Absolut. Ich das wie in deiner Erklärung auch.


    Auf der anderen Seite, dürfen Frauen einen Test ohne Mitwissen des "Vaters" machen, um zu prüfen, ob gegenüber ihm Ansprüche für das Kind bestehen?

    Ich sehe das etwas differenzierter: wenn ein Mann Zweifel an der Vaterschaft hat soll er einen Vaterschaftstest machen dürfen. Egal wie "begründet" die Zweifel sind.


    Aber nicht heimlich sondern offen.

    @ Silbermondauge

    Zitat

    Aber nicht heimlich sondern offen.

    Warum nicht heimlich?


    Wenn stört es, wenn es heimlich passiert?


    Ich denke, die meisten solchen Fälle ergeben sich im Laufe von Scheidungsverhandlungen und wenn die Frau ihre Felle (in Form von Unterhalt) davonschwimmen sieht, wird sie sich mit Händen und Füßen gegen einen Vaterschaftstest wehren. Deswegen muss (wie auch vom BVG gefordert) umgehend eine klare gesetzliche Regelung diesbezüglich her, die auch Vätern Rechte zugesteht.

    Zitat

    Wenn stört es, wenn es heimlich passiert?

    Wenn ein Mann seiner Frau oder Ex-Frau misstraut kann er es doch auch offen sagen oder ?


    Klar - wenn es doch sein Kind ist dann ist halt ein Risiko da dass die Frau angepi**t ist...

    2008:


    http://www.welt.de/debatte/article1709393/Maenner-bevorzugen-heimliche-Vaterschaftstests.html


    2010:


    http://www.welt.de/politik/deutschland/article6049645/Heimliche-Vaterschaftstests-sind-nun-verboten.html


    Meiner Meinung nach ist das ein Skandal! Das ist definitiv ungerecht, aber der Staat will halt nicht zahlen. Die Politik entfremdet sich immer mehr vom Bürger und irgendwann gibt es einen Knall. Ich hoffe, das das nach meiner Zeit ist oder schlaue, willensstarke Politiker die veraltete und viel zu komplizierte Gesetzgebung entschlacken.


    Andererseits sind 5000€ Strafe günstig im Vergleich zu dem, was es kostet den Kuckuck groß zu ziehen.


    Könnte sich also durchaus lohnen hier eine Gesetzesbrechung zu riskieren... heimlich den Test in den Niederlanden machen und dann, wenn man sich sicher ist, dass es nicht das eigene Kind ist, offizielle Wege beschreiten und die Vaterschaft mit irgendeiner konstruierten Begründung anfechten. (natürlich den heimlichen Test geheimhalten und auf keinen Fall erwähnen!)

    Zitat

    Wie genau meinst Du das?

    Das war eine Frage, ob es denn zur Zeit Frauen gestattet ist, einen solchen Test durchführen zu lassen, ohne das der geprüfte Mann davon weiß?


    Also dürfen Männer zur Zeit nicht, aber Frauen schon?


    Wenn ja, darf die Frau das dann auch heimlich machen oder muss es öffentlich passieren?


    Muss die Zustimmung des Mannes vorliegen oder geht es auch gegen den Willen des Mannes?


    Ich hatte gehofft, jemand weiß dazu genaueres, aber dann werde ich heute abend mal danach googeln. :-)

    Zitat

    Aber nicht heimlich sondern offen.

    Sehe ich auch so. Gerade wenn es darum geht, nicht mehr zahlen zu wollen.


    Wer sagt, dass private Tests ordentlich durchgeführt werden? Wenn irgendwas angefochten werden soll, dann bitte ganz offen und offiziell und nicht heimlich.

    @ Thalina

    Zitat

    Ich finde ,sowohl Vater als auch Mutter sollten ganz offen Vaterschaftstests machen dürfen.


    Es sollte einfach nicht heimlich sein.

    Eine bessere Regelung: Angesichts der heutzutage kostengünstigen Routinetests, sollte die biologische Abstammung einfach bei der Geburt zwangsweise bestimmt werden und die biologischen Eltern in der Geburtsurkunde erfasst werden. Das würde mittelfristig die Kuckucksquote stark senken, da Frauen sich bewusst werden würden, dass Kuckuckskinder ganz sicher aufgedeckt werden. Und er "Vater" wäre elegant aus dem Schneider. Ansonsten bleibt anzumerken, dass biologische Vaterschaft für Kind und Vater ganz entscheidend empfunden werden und daher beide Klarheit über ihre Abstammung und Vaterschaft haben sollten -- ganz egal, wie das Ergebnis lautet. Gesicherte Abstammung ist Teil der Menschenrechte und essentieller Bestandteil der Würde des Menschen. Wenn man bedenkt, dass Studien immer wieder Kuckuckskinder-Quoten zwischen 5 und 15% ermitteln, dann ist das mehr als erschreckend!

    Zitat

    Wenn ein Mann seiner Frau oder Ex-Frau misstraut kann er es doch auch offen sagen oder ?

    Ein Mann kann seiner Frau auch vertrauen und trotzdem einen Vaterschaftstest wollen, ohne dabei die Beziehung schädigen zu wollen.


    Gemäß dem Motto: Vertrauen gut, Kontrolle besser.


    Gewissheit muss sein.

    @ Silbermondauge

    Zitat

    Klar - wenn es doch sein Kind ist dann ist halt ein Risiko da dass die Frau angepi**t ist...

    Deshalb geheim und alles ist gut.

    @ blackheartedqueen

    Zitat

    Sehe ich auch so. Gerade wenn es darum geht, nicht mehr zahlen zu wollen.


    Wer sagt, dass private Tests ordentlich durchgeführt werden? Wenn irgendwas angefochten werden soll, dann bitte ganz offen und offiziell und nicht heimlich.

    Die Fehlerquote der genetischen Abstammungstest bewegt sich im Bereich von Bruchteilen eines Promille. Sicher genug für den Screening-Einsatz wären sie allemal. Notfalls macht man zwei, drei Tests bei unterschiedlichen Laboratorien. Und wenn Mann sich dann sicher ist, dass er nicht der Vater ist, kann er es ja offiziell & offen über die staatlichen Kanäle anfechten und einen staatlich zertifizierten Test anfordern. Zu den Zeitpunkt kann es ihm ja eh egal sein, was die Frau denkt.

    @ Zacharias M

    Zitat

    Das war eine Frage, ob es denn zur Zeit Frauen gestattet ist, einen solchen Test durchführen zu lassen, ohne das der geprüfte Mann davon weiß?

    Welchen Sinn ergäbe das?


    Frauen wissen doch, dass es sich um ihr Kind handelt, oder? ???


    Mother's Baby, Father's Maybe