Wie gesagt:


    ich finde es super unhöflich, das zu verschweigen. Also gibt es auch Unhöflichkeit zurück.


    Problem?


    Eben.


    Bei aller Individualisierung kann man bitte an die Gefühle von Freunde und Familie auch denken - oder man lässt es eben, darf sich aber dann nicht über die Reaktionen wundern. Und dass danach dann alle gute Mine zum bösen Spiel machen, wird erwartet - weil das Brautpaar nicht davon ausgeht, dass man Gleiches mit Gleichem vergeltet. Aber was ist, wenn da halt jemand mal nicht mitspielt? Das (imaginäre) Brautpaar fordert was ein und lässt sich durch Konventionen schützen - die sie vorher gepflegt ignoriert haben.

    Es blieb bei einer kleinen Variante. Im Sommer soll ein Gartenfest folgen, mit den Kindern und Verwandten usw.


    Wir waren mit einer Freundin im Schlepptau am Standesamt. Sie fotografierte und wir sagten artig ja. Eine Standesbeamtin hatte das Ganze auch in so kleinem Kreis sehr schön und mit gewissem Esprit gemacht.


    Danach ein Schluck Sekt und wir zwei,fuhren entspannt in der näheren Umgebung, in ein schönes Hotel über das Wochenende.

    Wir haben es sehr ähnlich gemacht. Nur zwei Trauzeugen dabei, mit denen wir anschließend gefrühstückt haben. Vorher herrschte absolute Geheimhaltung. Auch unsere sechs (größtenteils erwachsenen) Kinder wussten nichts davon, wurden aber 2 Stunden später von uns verständigt. Wir wollten sie nicht verpflichten, an der Trauung teilzunehmen, denn es wäre nicht allen Recht gewesen. Die Hammertrennung saß allen noch in den Knochen. Sie fanden das so, wie wir es gemacht haben, für sich auch am besten.


    Wir haben dann am selben Tag noch schöne Anzeigen an unseren überschaubaren Freundeskreis und Nachbarn verteilt mit dem Hinweis: "Wir sind am Samstag den ganzen Tag zuhause". Mehr nicht. Und dieser Samstag war einer der schönsten Tage in unserem Leben. Den ganzen Tag gab man sich die Klinke in die Hand, gratulierte und freute sich mit uns. Auch alle unsere Kinder waren da. Gekostet hat das alle nur die Standesamtsgebühr und die Häppchen am Tag der Freude. Mehr wäre auch nicht möglich gewesen, weil wir finanziell durch die Trennungen ruiniert waren.


    Das ist fast 20 Jahre her aber wir denken heute noch gern daran zurück

    Die Kinder wussten Bescheid, wir haben signalisiert,das uns aufgrund der kurzen Planungszeit, eine Trauung zu zweit lieber wäre. Das war ok für alle, ein Teil wollte dazu kommen. Hätten wir nicht abgelehnt, nachdem aber feststand das kein großes Festgelage folgt, schwand das Interesse ;-)