sieh es positiv, sie hat dich geheiratet und nicht ihn


    du warst für sie die bessere Partie, andernfalls hätte sie dich auch in den Wind schießen können


    ich hatte mal ein Mädchen, hab bei meiner Oma ne Woche Urlaub gemacht, jemand anderes kennengelernt, mit ihr rumgemacht und gemerkt, das beide nix für mich sind

    @ Verwirrt,

    solange sie nicht, so wie mein Mann nach einem Vertrauensbruch, die Dinge die geschehen sind bagatellisiert ("du übertreibst, das ist doch nicht so schlimm" etc) sehe ich das schon als einen Teil der Wiedergumachung an. Sie nimmt Deinen Schmerz ernst und anerkennt ihre "Schuld". Du bekommst dadurch Deine angekratzte Würde wieder ins rechte Lot.


    Bei mir ging der Vertrauensprozess derart schleppend voran und ist immer noch nicht abgeschlossen, da ich damit beschäftigt war, ihm zu erklären, WAS das mit mir gemacht hatte und wo er mir hätte helfen können zu verstehen-verzeihen-vergessen. Negieren und kleinreden ist absolut kontaproduktiv. (Thematik austauschbar, wenn das Vertrauen einmal angeknackst ist)


    Bitte nicht an dem Wort Affaire stören, ich weiss dass es keine war bei Euch.


    http://www.brigitte.de/liebe/beziehung/affaere-ueberstehen-1252917/

    @ verwirrt2016

    Zitat

    Ja, sehr schön formuliert. Na klar bin ich wütend. Wütend, sauer und enttäuscht. Meint Ihr, ich habe Lust auf das Kopfkino? Meint Ihr, ich sinne jetzt auf Rache? So ein Unfug. Aber eine Wiedergutmachung muss her. Dieses Ritual ist meines Erachtens eine gute Idee. JA, ich weiß, dass das noch alles frisch ist. Ja, ja, ja. Und mir geht es hundeelend. Ich bewundere mich gerade selbst, dass ich so die Contenance wahre und meine Frau auch.

    Heißt das, dass deine Frau dich auch bewundert? Oder heißt das, dass du auch deine Frau bewunderst? Ein kleiner wichtiger Unterschied.


    Du kannst und solltest dein Kopfkino auch gar nicht abstellen. Das kommt ja von selber, du hast es nicht eingeschaltet und du kannst es auch nicht abschalten. Aber es sollte nicht zum Trauma werden, dass dir mit Flashbacks das weitere Leben versaut. Dazu ist das Geschilderte bei weitem nicht wichtig genug. Es muss wieder auf die Wichtigkeit zurück gestuft werden, die diesem Vorfall gebührt. Denn ansonsten würde auch der Mann, der dabei eine Rolle gespielt hat, viel zu wichtig für dein Leben. Das alles spült jetzt hoch, ja. Es explodiert, ja. Aber wenn man das zulässt und nicht unterdrückt, platzt die Blase auch wieder und fällt in sich zusammen. Was bleibt ist eine liebevolle Beziehung, die das überstanden hat und dadurch stabiler geworden ist. Was bleibt ist eine Frau, die spät, aber nicht zu spät, den Mut gefunden hat, aufzuräumen und eure Beziehung wieder auf neue aber stabile Füße zu stellen.

    Zitat

    Wir haben eben in der Mittagspause nochmal geredet. Das tut uns beiden im Moment sehr gut. Und nein, ich mache ihr keine Vorhaltungen mehr. Wir beide versuchen gerade gemeinsam die Bilder aus dem Kopf zu kriegen. Sie leidet mit mir, das weiß ich.

    Das gefällt mir gut, was ich da lese. Solche Gespräche sind oft die wichtigsten in eiern ganzen Beziehung. Da ist man sehr ehrlich zueinander, weil man weiß, was man fast verloren hätte. Und dazu sollte auch dir die Erkenntnis kommen, dass dein ganzes Leben völlig anders verlaufen wäre, wenn sie dir das schon vor der Hochzeit gebeichtet hätte. Es spricht vieles dafür, dass du damals unter den frischen Eindrücken des gerade Geschehenen vermutlich die falsche Entscheidung getroffen hättest und dass damit eure guten 15 gemeinsamen Jahre gar nicht zustande gekommen wären. Vor diesem Hintergrund könnte die Entscheidung deiner Frau (zum Verschweigen) eine gute Entscheidung gewesen sein. Sie hat damit diesem Fehler das zerstörerische Potential genommen. Dafür hat sie dann selber viele Jahre lang immer wieder mit dem Schuldbewusstsein leben müssen. Das war sicherlich nicht leicht.


    Dass sie auch noch andere Fehler gemacht hat, wie z.B. die Einladung dieses Mannes zur Hochzeit, bleibt davon unberührt und sollte auch gut besprochen und verarbeitet werden


    Ein Tipp für die Gespräche mit deiner Frau: Schaut euch das, was da geschehen ist, was ihr getan und nicht getan habt – und die ganze Zeit danach – an, wie auf einem großen Bild. Redet darüber, versucht ruhig alles Wichtige zu entdecken. Aber stellt euch dabei vor, dass dieses Bild hinter einer dicken Panzerglasscheibe liegt. Man kann es auf keinen Fall mehr ummalen, man kann nichts mehr daran verändern, man würde nur auf der Scheibe malen, das könnte man abwischen. Das Bild dahinter bleibt unverändert. Dieses Bild ist euer unveränderbares bisheriges Leben. Was bleibt, ist das JA zum JETZT. Das, was JETZT Status Quo ist, ist das Ergebnis dieses Bildes. Es íst gut, das zu erkennen, herauszufinden und anzuschauen. Aber jedes "wenn", "hätte" und "würde" ist schädlich, unsinnig und vergeudete Energie. Diese Energie braucht ihr, um euer gegenwärtiges und zukünftiges Leben so zu gestalten, dass ihr aus den gemachten Fehlern das Konstruktive zur gemeinsamen Weiterentwicklung findet.

    Zitat

    Anderer Seits muss ich das wirklich auch erstmal sacken lassen.

    Mehr als das, du musst es VERARBEITEN, du musst es mit deinen Moralvorstellungen und deinen Vorstellungen von deiner Frau unter einen Hut bringen, du musst es relativieren und integrieren. Dazu braucht es Zeit und gute Gespräche. Dazu braucht es sicher auch Fragen, aber versprich dir nicht zu viel von den Antworten. Deine Frau hat ein Recht darauf, etwas für sich zu behalten und du hast kein Recht darauf, ALLES zu erfahren. Es würde dir auch absolut nicht helfen.

    Zitat

    Wir müssen aufeinander zugehen. Jetzt aber möchte ich erstmal etwas traurig, mutlos und enttäuscht sein. Ich finde, dass darf ich ruhig.

    Klar, das darfst du. Vor allem darfst du auch traurig sein. Aber wichtiger ist, so bald wie möglich die positiven Folgen zu erkennen. Und die liegen unter anderem in den guten und offenen Gesprächen dieser Tage und in der Anerkennung des Mutes, den deine Frau aufbringen musste. Nun kann sie ihre Last ablegen, du kannst ihr dabei helfen und dieses gemeinsame Erschaffen wird euch verändern. Und zwar positiv.

    Wenigstens versucht sie die Sache nicht klein zu reden. Das ist schoneinmal etwas.


    Ich verstehe den Gedanken, dass sie extrem viel wiedergut zu machen hat. Würde ich auch so sehen und empfinden. Wenn dazu keine Bereitschaft da ist, würde ich keine Basis sehen, es überhaupt zu versuchen.




    Noch eine Bemerkung zu einer Formulierung:

    Zitat

    Es spricht vieles dafür, dass du damals unter den frischen Eindrücken des gerade Geschehenen vermutlich die falsche Entscheidung getroffen hättest und dass damit eure guten 15 gemeinsamen Jahre gar nicht zustande gekommen wären. Vor diesem Hintergrund könnte die Entscheidung deiner Frau (zum Verschweigen) eine gute Entscheidung gewesen sein. Sie hat damit diesem Fehler das zerstörerische Potential genommen.

    Wenn ich sowas lese, wird mit regelrecht schlecht. Das ist genau das, was ich damit meinte, dass Lügen belohnt wird. Grauenvoll. %:| Ich finde nicht, dass ein Partner das Recht hat, einen so zu entmündigen. :|N

    Zitat

    Nun, wenn Euch einer mit dem Hammer auf den Fuß haut und sagt, das war ein einmaliger Ausrutscher, dann tut es weh. Auch wenn es keine böse Absicht war und er es bereut, tut es trotzdem weh. Nichtsdesto trotz muss derjenige der den Hammer geschwungen hat nun sich gedanken machen, wie er es wieder gut macht

    ???


    "Es tut mir leid, war keine Absicht. Tut es sehr weh?" (ich red vom Hammer der versehentlich auf den Pfoten landet. Was gibt es denn bei einem Versehen wieder gutzumachen?! Du als Jurist weißt doch wie wichtig Motivation und Vorsatz sind. Sag mir doch mal wie du einen versehentlichen Hammerschlag auf die Füße anklagen/verurteilen würdest. Doch allerhöchstens fahrlässige Körperverletzung würde blühen)


    Ihr ONS, die Eifersucht war MIT Absicht. Absolut nicht vergleichbar.


    Und noch was, die aller tollsten Täter:

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    Sie hat sich eingeredet (obwohl sie selber studiert hat), dass ich keine Zeit mit ihr verbringen wollte und etwas mit Y hatte und daher meine sparsame Zuwendung mit Eifersucht belegt hat.

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    Sie hielt sich immer für die graue Maus (Blödsinn) und ich wäre der Dandy, dem alle Weiber nachgelaufen sind (Quatsch)

    Verantwortung übernehmen liegt nicht in ihrer Stärke, genau genommen gibt sie dir noch die Schuld.


    Ich prophezeie mal dass in spätestens einem Vierteljahr du wieder der bist, der fremdgehen soll. Da gehen die Unterstellungen von vorne los.

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    Ich finde nicht, dass ein Partner das Recht hat, einen so zu entmündigen.

    das ist aber doch genau das problem, dass der partner im nachhinein nicht mehr ganz "mündig" sagen kann: das hättest du mir bitte lieber nicht gesagt!" - weil es dann raus ist!?

    Zitat

    Also ich wüsste z.B. nicht, ob ich Fremdgehen schlimmer finde (nein, das passiert nicht einfach, das macht man mit) oder die Tatsache, dass mir das 15 Jahre verschwiegen wird

    ich fände das schlimmste daran, dass es mir nach 15 jahren überhaupt noch gesagt wird! das hat dann mehr was von "sich selber entlasten" und diese last auf den schultern des anderen abladen.

    Wobei er ja für die "Beichte" schon ein bisssschen selber verantwortlich ist. Ohne die Aussage er hätte was mit Yasmin gehabt, wäre das Verbrechen mit Jochen noch länger unentdeckt geblieben.

    @ Oldie49

    Wieder mal sehr schön formuliert. Ich sehe ja vieles auch so. Ich bemühe mich auch aber ich brauche echt Zeit - das merke ich gerade. Was mich im Moment gerade in mir beschäftigt ist nicht mal, dass sie es "getan" haben. Ja, sie bereut es sehr und weiß auch bis heute nicht, was das genau sollte. Ich frage auch nicht nach Details; ihr ist das ohnehin alles sehr peinlich. Mich beschäftigt halt die Tatsache, dass J immer noch so present in unserem Leben war. Also damals. Wir haben beide seit unserer Hochzeit auch nichts mehr von ihm gehört, was auch gut so ist. Wir wissen auch nicht, wo er jetzt mal wieder lebt. Das ist auch gut so bzw. besser, als würde er uns noch alle Nase lang über den Weg laufen.


    Ach, ich würde am liebsten alles löschen können und sagen "sch... drauf". Aber dazu brodelt es im Moment noch zu sehr in mir.


    Sorry, ich kann für heute nicht mehr antworten. Ich bin gerade Rotz und Wasser am heulen. Meine Gedanken fahren Achterbahn, bei allem was ich hier lese....

    Cleo

    Zitat

    Ich prophezeie mal dass in spätestens einem Vierteljahr du wieder der bist, der fremdgehen soll. Da gehen die Unterstellungen von vorne los.

    Das muss man tatsächlich erst sehen. Wie das Paar die erste Phase überwindet, ist gewiss das Wesentliche. Aber die Angelegenheit wird längere Zeit ganz natürliche Nachwirkungen haben, mit denen beide nicht viel weniger sensibel umgehen müssen. Für den TE ist die Sache noch lange nicht verdaut, weil sie, anders als für sie, eine frische Erfahrung ist. Das Kopfkino wird hundertprozentig wiederkommen (deshalb keine Details erzählen lassen!). Und es wird Gelegenheiten geben, die ihn dann doch wieder unsicher machen, ob er ihr heute vertrauen kann. Das muss ihr klar sein, ohne dass sie ihm zu großes Misstrauen vorwirft.


    Und sie will nicht auf Dauer in Demutshaltung gehen, keine stigmatisierte Partnerin sein, die fortan immer seiner Nachsicht dankbar sein darf, keine großen Ansprüche mehr an sein Verhalten stellen kann. Doch, das muss sie können, wenn die Beziehung vertrauensvoll weitergeführt werden soll. Vielleicht hat sie die Vorstellung, dass der TE ihr Geständnis zum Anlass nimmt, nun auch mal einer Versuchungssituation zu erliegen. Auf beiden Seiten keine gute, aber keinesfalls abwegige Vorstellung. Das könnte auch ihre Eifersucht wiederaufleben lassen.


    Kluge Partner können das hinkriegen. In der ersten Zeit offen miteinander reden, aber nicht zerreden und nicht ständig wieder davon anfangen. Das hält keiner aus.

    Zitat

    ich fände das schlimmste daran, dass es mir nach 15 jahren überhaupt noch gesagt wird! das hat dann mehr was von "sich selber entlasten" und diese last auf den schultern des anderen abladen.

    Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. :|N Das ist für mich nicht das Schlimmste, sondern ganz im Gegenteil etwas, das man ihr positiv anrechnen kann. Immerhin hat sie jetzt die Wahrheit gesagt. Verdammt spät, aber jetzt kennt er wenigstens endlich die Wahrheit.


    Ich will bei sowas die Wahrheit wissen. Und zwar möglichst postwendend. Wenn nicht sofort, dann möglichst bald. Und nach 15 Jahren wäre mir immer noch tausendmal lieber als nie!


    Fremdgehen finde ich schlimm, man kann danach wenigstens ehrlich sein. Das Schlimmste ist für mich eindeutig Fremdgehen + Verschweigen des Betrugs. Je länger es verschwiegen wird, desto schlimmer.


    Ich werde nie nachvollziehen können, wie man eine Illusion der Treue der Wahrheit vorziehen kann. ":/